Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 MIGRATION IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND 4
2.1 ZUM BEGRIFF DER MIGRATION 4
2.2 MIGRATIONSENTWICKLUNG. 5
2.2.1 Ursachen für Migration. 5
2.2.2 Entwicklung der Migration in der BRD. 6
2.3 ZUR LEBENSSITUATION JUNGER MIGRANTINNEN. 9
2.4 ENTWICKLUNG DER IDENTITÄT 11
2.5 TEILHABE AN DER GESELLSCHAFT 14
2.5.1 Bildungschancen. 15
2.5.2 Akademische Ausbildung. 17
3 ZUSAMMENFASSUNG 19
QUELLENVERZEICHNIS 21
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1 Einleitung
Die Aktualität von Themen wie Migration, Integration und Multikulturalität ist nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) unumstritten. Migration ist dabei als Grundelement menschlicher Existenz zu betrachten. Statistiken aus dem Jahr 2008 sprechen von weltweit 190 Millionen Migranten, also Menschen, die nicht in ihrer Heimat leben wollen oder können. Ungefähr 64 Millionen davon leben in Europa und fast jeder fünfte Einwohner der BRD kann auf eine Zuwanderungsgeschichte verweisen. Kulturelle Vielfalt bildet somit ein Charakteristikum unserer Gesellschaft. Wandern Menschen ausländischer Herkunft in ein Land ein, kann sich dies tatsächlich besonders hinsichtlich gegenseitiger Bereicherung als positiv herausstellen. Die verschiedenen Völker können so neben der Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen und Kulturen vieles voneinander lernen. Die zunehmende Globalisierung fordert geradezu diesen Prozess.
Die Zuwanderung anderer Bevölkerungsgruppen vollzieht sich aber nicht problemlos und stellt nicht nur das Einwanderungsland vor bestimmte Herausforderungen. Eine zentrale Aufgabe hierbei stellt die Integration dar, bei der die ausländischen Migranten unter Berücksichtigung wechselseitiger Beziehungen so gut wie möglich eingegliedert werden sollen. Dabei ist zu beachten, dass sich die Lebenswelt der Migranten durch die eigene Migrationserfahrung, den Status im Aufnahmeland sowie das Leben in zwei Kulturen von der Lebenswelt der Bewohner der Aufnahmegesellschaft unterscheidet. Es wird davon ausgegangen, dass die Integration nur aussichtsreich sein kann, wenn diese Gruppen an den Status der einheimischen Bevölkerung in fast allen Lebenslagen angepasst werden. Um diesen Status jedoch erreichen zu können, gilt es dem Einwanderungsland entsprechende Voraussetzungen zu erfüllen. Hierzu zählt maßgeblich das Bildungsniveau, denn eine gute Schul- und Berufsausbildung bildet die Grundlage für die Existenzsicherung. Der Bildungsabschluss ist so für die Zukunftsperspektive von großer Bedeutung und die Industrienationen befinden ihn als außerordentlich wichtig. Eine fundierte Ausbildung wird als entscheidende Voraussetzung für eine aussichtsreiche Position am Arbeitsmarkt gesehen. Diese ermöglicht eine eigenständige Lebensplanung und die Teilhabe an der Gesellschaft. Nicht selten wirken sich jedoch Kultur und Sprache der ausländischen Migranten im Aufnahmeland hinderlich auf das Bildungsniveau aus. Mit dieser Arbeit soll analysiert werden, welche Möglichkeiten insbesondere ausländische Migrantinnen für die
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Gestaltung ihres eigenen Lebens haben, speziell hinsichtlich einer beruflichen und akademisierten Ausbildung in der BRD. Auf die Anforderungen, die ein Leben in zwei Kulturen mit sich bringt, welche Konflikte sich daraus ergeben und wie diese sich auf die Entwicklung der Identität auswirken, wird in der Arbeit ebenfalls näher eingegangen. Zum besseren Verständnis erachte ich es als notwendig nach der Begriffsklärung einen kurzen geschichtlichen Überblick zur Migration und deren Ursachen zu geben, um den Wandel der Situation der Migranten zu verdeutlichen. Abschließend werden die prägnantesten Aspekte zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.
2 Migration in der Bundesrepublik Deutschland
2.1 Zum Begriff der Migration
Von Migration wird nach Hamburger (2009, 881), aufgrund einer Empfehlung der Vereinten Nationen, bei einem dauerhaften Wohnungswechsel wenigstens für die Dauer eines Jahres gesprochen. Er sieht wegen der Grenzziehungen der Vereinten Nationen die Notwendigkeit der Trennung von „internal“ und „international migration“ (vgl. Hamburger, 2009, 881). Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht dabei die grenzüberschreitende Migration. Solche Migranten werden als fremd bezeichnet. In der BRD wird deshalb Ausländern und (Spät-)Aussiedlern besondere Beachtung geschenkt.
Das Bundesministerium des Innern (2008, 12) sieht in Migration eine von einer Person vollzogene räumliche Verlegung ihres Lebensmittelpunktes. Ein Wechsel über die Grenzen hinaus wird als internationale Migration bezeichnet. Es sind nach Treibel (2008, 19f) noch einige andere Definitionen für Migration existent, deren Mittelpunkt jedoch immer die Aspekte des Wechsels und der Bewegung bilden. Um den Begriff der Migration konkretisieren zu können erfolgt eine Strukturierung nach bestimmten Aspekten. Die räumlichen Aspekte unterscheiden zwischen interner und internationaler Wanderung. Aufgrund der Prägnanz werden sich die folgenden Ausführungen hauptsächlich auf die internationale Wanderung beziehen. Zeitliche Aspekte unterscheiden zwischen begrenzter und dauerhafter Wanderung. Beide Aspekte finden bei der vorangegangenen Definition von Hamburger Verwendung. Umstritten ist nach Aussagen der Autorin die Unterscheidung zwischen freiwilliger und erzwungener Migration, also zwischen
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Arbeits- und Fluchtmigration einschließlich Vertreibung. Sie begründet dies mit den Motiven der Wandernden, welche oft in politischen, juristischen und moralischen Kontexten eingebunden sind. Ein vierter Aspekt dient der Unterscheidung nach dem Umfang der Migration. Hier wird zwischen Einzel-, Gruppen- und Massenwanderung unterschieden, wobei die Übergänge fließend sind. Die Unterscheidung zwischen klassischer und Arbeitsmigration scheint nach Treibel (2008, 21) in der heutigen Zeit unangemessen und wird in dieser Arbeit keine Verwendung finden. Die Begriffe Migration und Zuwanderung werden synonym verwendet.
2.2 Migrationsentwicklung
Nach einem kurzen Blick auf die möglichen Ursachen für Migration wird an dieser Stelle die Entwicklung der Migration in der BRD diskutiert.
2.2.1 Ursachen für Migration
Unterschiedliche Gründe sind nach Treibel (2008, 11) für die
Wanderungsbewegungen auf der ganzen Welt verantwortlich. Sie sind also nicht als neues Phänomen zu betrachten.
Die Literatur zeigt oft Versuche zur Strukturierung von Migrationsursachen. Allerdings liegen diesen Versuchen unterschiedliche Schwerpunkte der jeweiligen Autoren zugrunde. Ein großer Teil der Migrationsforscher, so Treibels (2008, 43f) Darlegungen, gelten als Anhänger des klassischen Modells, in welchem die Ursachen in Push- und Pullfaktoren unterteilt werden. Als Pushfaktoren sind die Zustände zu betrachten, die die Lage im Herkunftsland als unbefriedigend und/oder gefährlich charakterisieren. Pullfaktoren dagegen sind attraktiv erscheinende Gegebenheiten der Zielländer, wie beispielsweise Arbeit, Sicherheit und Wohlstand. Bei Migration wirken diese Faktoren meistens zusammen. Im Folgenden werden einige Ursachen für Migration beschrieben. Sie sind alle miteinander verknüpft und deshalb wird im Normalfall eine Monokausalität der Migration ausgeschlossen. Das starke Bevölkerungswachstum im Süden wird aufgrund seiner Auswirkungen auf die ökonomische Entwicklung der Länder nach Opitz (1994, 56f) oft als bedeutende Ursache für Migration benannt. Aber auch die globalen und regionalen Entwicklungsunterschiede, welche sich in den letzten Jahre zunehmend vergrößert haben, so Opitz (1994, 54f) und Nuscheler (1995, 37f), bilden einen weiteren Faktor.
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Die Bereitschaft des Nordens zur Bereitstellung von Geldern für Entwicklungshilfe sinkt trotz weltweiter Zunahme der Armut, insbesondere im Süden. Die beiden vorangegangenen Faktoren begünstigen nach Nuscheler (1995, 34ff) den außergewöhnlichen Mangel an Arbeitsplätzen. Außerdem verschärft sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt durch von Strukturveränderungen hervorgerufene Landflucht. Einige Entwicklungsländer können daher auf eine sehr hohe Arbeitslosenrate verweisen. Sowohl Nuscheler (1995, 34ff) als auch Treibel (2008, 21) beschreiben die Suche nach Arbeit als eine Hauptursache für Migration. Hinzu kommt die Globalisierung internationaler Beziehungen auf dem Weltmarkt und der Produktion, welche nach Nuschelers (1995, 38) Ausführungen, den weltweiten Einsatz von Arbeitskräften, insbesondere SpezialistInnen mit sich bringt. Neben der Produktion sind auch Kommunikation und Transportwesen von der Vernetzung betroffen, welches das Reisen vereinfacht und billiger macht. Nicht zu Unterschätzen ist der Einsatz und Einfluss moderner Massenmedien, der weltweit den westlichen Wohlstand vergegenwärtigt.
Es existieren aber auch Ursachen, so Opitz (1994, 53f) und Nuscheler (1995, 39ff), deren Ursprung beispielsweise noch in der Kolonialzeit liegt, im Ost-West-Konflikt oder in der Rivalität um Ressourcen zu finden ist. So rufen oft Kriege, Diktaturen und religiöse oder politische Unterdrückung große Flüchtlingsströme hervor. Treibel (2008, 21) spricht hier von Schutz vor Verfolgung. Keine der hier aufgeführten Faktoren wird nach Optiz (1994,57) Darlegungen in der Zukunft signifikant an Bedeutung verlieren, eher könnte der umgekehrte Fall eintreten. Abschließend ist festzustellen, dass Migration laut oben genannten Autor sowohl zwischen Ländern mit jeweils hohem, als auch zwischen Ländern mit jeweils niedrigem Bevölkerungswachstum stattfindet.
2.2.2 Entwicklung der Migration in der BRD
Böhnisch et al. (1999, 279) diskutieren in Anlehnung an Lauer die rechtliche Situation von Ausländern in der Bundesrepublik Deutschland. Sie sprechen hierbei von einer Fülle vorherrschender unübersichtlicher Bestimmungen und schwer zu überschauenden, wechselnden Verwaltungspraktiken sowohl in den Ländern als auch in den Kommunen. Seit dem Jahr 1949 ist aufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit im Grundgesetz der BRD im Artikel 16, Absatz 2 §2 das Asylrecht
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Arbeit zitieren:
2010, Bildungschancen von Migrantinnen im Kontext der Migration in der BRD, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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