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Inhalt
1. Einleitung 3
2. Herkunft und Herrschaftsbereich der Salier 3
3. Die Bedeutung von Speyer und Worms für die Salierkönige
3.1 Konrad II. (1024-1039) 7
3.2 Heinrich III. (1039-1056) 9
3.3 Heinrich IV. (1056-1106) 11
3.4 Heinrich V. (1106-1125) 16
4. Bewertung 19
Quellen - und Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitung
Von 1024 bis 1125 herrschten die salischen Könige im Reich. Noch heute werden Speyer und sein Dom, aber auch Worms eng mit den Saliern verbunden. Denn gerade in diesen knapp 100 Jahren sollte sich die Bedeutung der beiden rheinischen Städte bis zur beinahen Unverzichtbarkeit für Königtum und Reich steigern. Worms wurde schon vor der Wahl des ersten salischen Königs Konrad II. von der Adelssippe gefördert, Speyers Aufstieg hingegen begann erst nach Konrads Thronbesteigung. Im Folgenden soll die strukturelle und systematische Förderung von Speyer und Worms durch die Salier aufgezeigt werden. Dazu gehören nicht nur entsprechende Urkunden, Schenkungen und Privilegien, sondern auch die Häufigkeit der Aufenthalte der Könige in den beiden Städten. Hierbei spielt auch die Art der Aufenthalte eine Rolle. Es wird mit einer kurzen Einführung zu Herkunft und Herkunftsgebiet des salischen Geschlecht begonnen werden und im weiteren Verlauf auf die vier Könige und deren Verhältnis zu Speyer und Worms eingegangen werden. Hierbei ist es notwendig, ausgesuchte Quellen und Urkunden Konrads II., Heinrichs III., Heinrichs IV. und Heinrichs V. näher zu betrachtet, um an diesen die Förderung der Städte exemplarisch zu verdeutlichen.
2. Herkunft und Herrschaftsbereich der Salier
Es ist nicht viel bekannt über den Ursprung des salischen Adelsgeschlechts. Die Adelssippe der Widonen sind zu großer Wahrscheinlichkeit die frühesten Vorfahren, die sich nachweisen lassen. Diese gehörten schon im 7. Jahrhundert zur Führungsschicht des fränkischen Reiches und waren im Moselraum beheimatet. Durch königliche Schenkungen gelang es ihnen, ihren Einflussbereich bis in die Rheinebene auszudehnen. Ende des 8. Jahrhunderts teilte sich die Sippe der Widonen in verschiedene Zweige auf, und diejenigen, die im Laufe des 9. Jahrhunderts ihren Machtbereich im Worms- und Speyergau weiter ausbauten, sind wohl am ehesten als Vorfahren der Salier zu bezeichnen 1 . Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wird in den Quellen ein Graf Werner genannt, der im
1 Vgl. Weinfurter, Stefan: Das Jahrhundert der Salier (1024-1125), Ostfildern 2004, S. 15; Boshof, Egon:
Die Salier, Stuttgart/ u.a. 1987, S. 7.
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Speyergau Besitzungen hatte und vermutlich die Tochter Konrads I. heiratete 2 . Genealogisch lässt sich nun die Linie der Salier ohne Unterbrechung verfolgen 3 . Dieser Graf Werner hatte einen Sohn, der „Konrad der Rote“ genannt wurde und welcher 947 Luitgard, eine Tochter Ottos des Großen, heiratete 4 . Aus der Ehe zwischen Konrad und Luitgard ging ein Sohn, Otto, hervor. Als sich Konrad 953 an der Aufstandsbewegung seines Schwagers Liudolf von Schwaben gegen Otto den Großen beteiligte, sah Konrad seinen Sohn vermutlich als möglichen Kandidaten für den Thron an 5 . Der Aufstand wurde niedergeschlagen, Konrad der Rote verlor das zuvor erlangte Herzogtum Lothringen, unterwarf sich dann aber dem König und wurde 955 in der Lechfeldschlacht bei Augsburg gegen die Ungarn tödlich verwundet 6 . Der König ließ darauf den Leichnam nach Worms bringen und ihn im dortigen Bischofsdom außerordentlich prunkvoll beisetzen 7 .
Wie schon sein Vater Konrad, schaffte es es Herzog Otto von Worms den salischen Machtbereich noch weiter auszudehnen. Doch war diese außerordentliche Machtstellung verschiedenen Personen ein Dorn im Auge. Dazu gehörte auch der Wormser Bischof Burchard. Auf sein Betreiben hin nahm sich König Heinrich II. der Sache an. Heinrich konnte überraschenderweise Otto davon überzeugen, auf das salische Machtzentrum Worms zu verzichten. Als Ersatz erhielt er den bedeutenden Königshof Bruchsal, der einen deutlich größeren materiellen Wert als Worms besaß 8 . Otto hatte zwei Söhne: Konrad, welcher Herzog von Kärnten wurde und dem später sein Sohn „Konrad der Jüngere“ nachfolgte, und Heinrich, der schon vor seinem Vater starb 9 . Heinrichs Sohn „Konrad der Ältere“ sollte später als Konrad II. die Königswürde erlangen. Es ist aber nicht überliefert, wie er nach dem Tod des kinderlosen Heinrich II. Thronkandidat wurde und weshalb er die Krone schließlich erhielt 10 . Nachdem nun die Herkunft der Salier beschrieben wurde, ist es notwendig, das salische Siedlungsgebiet und Hausgut im Reich zu betrachten, wobei Speyer und Worms zwei zentrale Punkte bilden. Diesen gilt es sich im Besonderen zuzuwenden.
2 Vgl. Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier, S. 15f.
3 Vgl. Boshof: Die Salier, S. 7.
4 Vgl. Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier, S. 16.
5 Vgl. Schwarzmaier, Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier,
Sigmaringen 1991, S. 26.
6 Vgl. Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier, S. 16.
7 Vgl. ebda., S. 16f.
8 Vgl. ebda., S. 18ff.
9 Vgl. Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer, Darm-
stadt 2 1998, S. 125.
10 Vgl. ebda., S. 125.
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Der salische Hausbesitz erstreckte sich westlich des Rheins in der Rheinpfalz und in geringerem Maße im Neckarbogen zwischen Neckar und Enz, wobei es sich um eine alterschlossene Siedlungslanschaft mit hervorragenden Ackerböden und besten Wirt-schaftsvoraussetzungen handelte. Weiter ist bemerkenswert, dass sich der eigentliche Kernraum salischen Hausbesitzes vor allem in jenen Orten findet, die der merowingisch-karolingischen Altsiedlung zugehörten 11 .
Um das Jahr 10 v. Chr. wurde das frühe Speyer als Militärlager von Drusus gegründet und entwickelte sich nach und nach zu einer römischen Etappenstadt, die vielleicht schon zu Ausgang des 1. Jahrhunderts Selbstverwaltunsgrecht erhielt 12 . Aufgrund fehlender Quellenbelege ist die Entstehung des Speyerer Bistums nicht sicher zu belegen 13 . Im Mittelalter war Speyer eine bedeutende Etappenstation auf der verkehrsreichen Nord-Süd-Achse des Rheintales und fungierte wegen zweier Flussübergänge als Knotenpunkt 14 . Der ursprüngliche Ort des vorsalischen, karolingischen Doms ist nicht eindeutig zu lokalisieren, auch ist keine besondere Bedeutung Speyers für die Karolinger festzustellen 15 . In einem Diplom von 946 überlässt Konrad der Rote dem Bischof Reginbald das Münzrecht, den Zoll, Marktaufsicht und Marktabgaben, sowie Gerichtsrechte, womit die Position des Bischofs deutlich gestärkt wird 16 . Im Gegenzug erhält Konrad ein lebenslanges Nutzungsrecht an Gütern der Speyerer Kirche 17 . 969 scheiden die Salier als Machtfaktor in Speyer vorerst aus, da durch das Immunitätsprivilegs Ottos
11 Vgl. Janssen, Walter: Siedlungsgeschichtliche und siedlungsarchäologische Beobachtungen zum Haus-
und Reichsgut der Salier, in: Siedlungen und Landesausbau zur Salierzeit (Teil 2). In den südlichen
Landschaften des Reiches, hg. von Horst Wolfgang Böhme (Publikationen zur Ausstellung „Die Salier
und ihr Reich“), Sigmaringen 1991, S. 7-13, hier S. 9.
12 Vgl. Brühl, Carlrichard: Palatium und Civitas. Studien zur Profantopographie spätantiker Civitates vom
3. bis zum 13. Jahrhundert (Band 2). Belgica I, beide Germanien und Raetia II, Köln 1990, S. 134.
13 Vgl. Heidrich, Ingrid: Bischöfe und Bischofskirche von Speyer, in: Die Salier und das Reich, hg. von
Stefan Weinfurter (Publikationen zur Ausstellung „Die Salier und ihr Reich“) Band 2, Sigmaringen
1991, S. 187-224, hier S. 187.
14 Vgl. Grafen, Hansjörg: Die Speyerer im 11. Jahrhundert. Zur Formierung eines städtischen Selbstver-
ständnisses in der Salierzeit, in: Siedlungen und Landesausbau zur Salierzeit (Teil 2). In den südlichen
Landschaften des Reiches, hg. von Horst Wolfgang Böhme (Publikationen zur Ausstellung „Die Salier
und ihr Reich“), Sigmaringen 1991, S. 97-152, hier S. 98.
15 Vgl. Ehlers, Caspar: Metropolis Germaniae. Studien zur Bedeutung Speyers für das Königtum. 751-
1250 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 125), Göttingen 1996, zugl. Univ.
Diss. Bonn 1995, S. 73f.
16
Vgl. Engels, Renate: Zur Topographie Speyers im hohen Mittelalter, in: Siedlungen und Landesausbau
17 Vgl. Voltmer, Ernst: Von der Bischofsstadt zur Reichsstadt. Speyer im Hoch- und Spätmittelalter (10.
6
I. 18 alle Herrschaftsrechte nun dem Bischof zustanden 19 . Vor Konrad II. war Speyer wohl die unbedeutendste der rheinischen Bischofsstädte, so Ehlers 20 . Daher passt es auch ins Bild, dass Walther von Speyer, der später Bischof von Speyer werden sollte, die Stadt um 1000 als „Kuhstadt“ bezeichnete 21 . Doch sollte sich die Bedeutung Speyers mit der Krönung Konrads II. grundlegend ändern. Ab diesem Zeitpunkt stieg die Zahl der Herrscheraufenthalte sprunghaft an. Trotz dieser Tatsache gab es in Speyer wohl nie eine Königspfalz und es ist daher von einer Doppelnutzung der Bischofspfalz durch König und Bischof auszugehen 22 .
Worms wurde, ebenso wie Speyer, auf Befehl des Augustus hin, von Drusus angelegt, und spätestens um die Mitte des 3. Jahrhunderts dürfte Worms den Status einer civitas besessen haben 23 . Vermutlich schon gegen Ende des 8. Jahrhunderts war salischer Grundbesitz in Worms vorhanden, der bis ins 10. Jahrhundert hinein weiter gestärkt und vergrößert wurde 24 . Die salische Grafenburg in Worms taucht erstmals 1002 in einer Schenkungsurkunde Heinrichs II. 25 auf, der den gesamten Besitz seines Vetters, Herzog Otto, dem Wormser Bistum übereignete 26 . Der Wormser Bischof Burchard zerstörte darauf die ehemalige salische Grafenburg und baute mit demselben Steinmaterial den Stift St. Paul 27 . Dass Worms von den Saliern schon im 10. Jahrhundert massiv als Herrschaftsmittelpunkt gefördert und ausgebaut wurde, ist eine zu dieser Zeit besondere Vorgehensweise. Dies lässt sich unter Umständen damit erklären, dass in der Stadt über lange Zeit zwei feste Bezugspunkte vorhanden waren: die salische Grafenburg und die Domkirche, welche als Grablege der Salier fungierte 28 . Also galt durch die Wahl des
18 D O. I. 379: ... immunitatis ... iuberemus.
19
Vgl. Voltmer: Von der Bischofsstadt zur Reichsstadt, S. 269.
20 Vgl. Ehlers, Caspar: Ein Erinnerungsort im 12. Jahrhundert. Speyer, in: Deutsche Königspfalzen. Bei-
21 MGHPoet. Lat. 5,1.2, S. 1-79, hier S. 12: O felix, tanto felix, vaccina, patrono!
22 Vgl. Ehlers: Metropolis Germaniae, S. 236.
23
Vgl. Brühl: Palatium und Civitas, S. 114.
24 Vgl. Classen, Peter: Bemerkungen zur Pfalzenforschung am Mittelrhein, in: Deutsche Königspfalzen.
25 D H. II. 20
26
Vgl. Grünewald, Mathilde: Die Salier und ihre Burg zu Worms, in: Burgen der Salierzeit (Teil 2). In den
27 Vgl. Schwarzmaier: Von Speyer nach Rom, S. 33.
28 Vgl. Weinfurter, Stefan: Herrschaftslegitimation und Königsautorität im Wandel. Die Salier und ihr
Dom zu Speyer, in: Die Salier und das Reich, hg. von ders. (Publikationen zur Ausstellung „Die Salier
und ihr Reich“) Band 1, Sigmaringen 1991, S. 55-96, hier S. 66.
7
Begräbnisortes Legitimität und Selbstverständnis des Adelsgeschlechts von den Wurzeln her aufrecht zu erhalten 29 . Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs Konrad der Ältere, unter der Vormundschaft des Bischofs Burchard, in Worms auf 30 . Nach 1025 liegt die Entwicklung der Stadt wegen fehlender Quellen bis um die Jahreswende 1073/74 im Dunkeln 31 .
Im Laufe dieser Arbeit kann daher, bis zum erwähnten Zeitpunkt, zu Worms nicht annähernd so viel gesagt werden wie zu Speyer. Hinzu kommt, dass Speyer für das salische Königtum die entscheidendere Rolle spielen sollte.
3. Die Bedeutung von Speyer und Worms für die Salierkönige
3.1 Konrad II. (1024-1039)
Die Förderung der Speyerer Kirche durch die Salierkönige nahm kurz nach der Wahl Konrads II. ihren Anfang. Vor der Wahl hatte er ein Gelübde abgelegt, wonach er im Falle seiner Erhebung das Bistum in Speyer beschenken werde 32 . Dieses Gelübde löste er auch kurze Zeit später ein und machte der Kirche eine Güterschenkung 33 . Trotz dieser Schenkung ist Konrad II. in Speyer nur einmal, im Jahr 1025, gesichert nachzuweisen 34 und er blieb dann auch nur zwei Tage dort 35 . In diesen Zeitraum fällt auch der Beginn des Domneubaus. Nicht bekannt ist hierbei das genaue Jahr der Grundsteinlegung, die entweder 1025 oder 1029 stattfand 36 . Nach Ehlers könnte ein Grund gewesen sein, dass unter der Regierung Konrads weder der Dom noch die zugehörige Bischofspfalz vollendet worden sind und es somit keine Unterbringungsmöglichkeiten für König und Hof gab 37 . Der Bau ging sogar so schleppend voran, dass Konrad II. nach seinem Tod praktisch auf einer Baustelle beigesetzt werden musste, da bisher lediglich die Kryptaanlage
29 Vgl. ebda., S. 67.
30 Vgl. Goez: Lebensbilder, S. 125.
31
Vgl. Bönnen, Gerold: Die Blütezeit des hohen Mittelalters. Von Bischof Burchard zum Rheinischen
32 Vgl. Weinfurter: Herrschaftslegitimation, S. 59.
33 D K. II. 4
34 DD K. II. 41-42
35 Vgl. Müller-Mertens, Eckhard/ Huschner, Wolfgang: Reichsintegration im Spiegel der Herrschaftspraxis
Kaiser Konrads II. (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, Band 35), Weimar 1992: Anhang zu
Teil 1 von Wolfgang Huschner: Tabelle IV: Die überlieferten Itinerarorte Konrads II. Mit der Zahl der
überlieferten Aufenthalte und Aufenthaltstage, S. 379-381, hier S. 380.
36 Vgl. Kubach, Hans Erich/ Ehrend, Helfried: Der Dom zu Speyer auf Münzen und Medaillen, Speyer
1980, S. 4.
37 Vgl. Ehlers: Metropolis Germaniae, S. 63f.
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Julian Wittmann, 2008, Die salische Königslandschaft am Rhein: Speyer und Worms, München, GRIN Verlag GmbH
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