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INHALTSVERZEICHNIS
Seite
1. Einleitung 2
2. Die Quellen des Sexualwissens 3
3. Sexualwissen von Vorschulkindern 5
3.1 Wissen über Geschlechtsunterschiede,
Geschlechtsidentität und Geschlechtsorgane 6
3.2 Der Kenntnisstand in den Themenbereichen
Zeugung, Schwangerschaft und Geburt 8
3.3 Kenntnisse über sexuelles Verhalten
von Erwachsenen 10
4. Sexualverhalten von Vorschulkindern 11
4.1 Autoerotisches Verhalten 11
4.2 Soziosexuelle Handlungen 12
5. Schluß 13
Literaturverzeichnis 14
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1. EINLEITUNG
Die menschliche Sexualität ist in der Natur etwas Einzigartiges, denn sie umfaßt weit mehr als den reinen Geschlechts- und Zeugungsakt. Sie sagt etwas über die gesamte Persönlichkeit aus, über unsere Entwicklungsgeschichte, über unsere sexuellen Gefühle und unser Sexualverhalten. Sie verlangt, daß wir lernen, denken, planen, uns in Geduld üben, moralische Wertvorstellungen entwickeln und Entscheidungen treffen. Eine frühzeitige Erziehung zur Sexualität und später zur Liebesfähigkeit ist daher von großer Bedeutung.
Das Kind ist vom Augenblick der Geburt an ein Wesen, das eine eigene Sexualität hat. Sie ist genauso artspezifisch wie die angeborene Fähigkeit des Menschen, aufrecht zu gehen und zu sprechen. Es wird zwischen kindlicher und erwachsener Sexualität unterschieden: „Diese Differenz läßt sich zunächst als Differenz der Funktionen fassen: Die Fortpflanzungsfunktion trifft auf die kindliche Sexualität nicht zu, die soziale und die Lust-Funktion, also die erotischen Funkti-
1 onen von Sexualität aber durchaus.“
Inwieweit Kinder im Vorschulalter über das Thema „Sexualität“ Bescheid wissen und wie sich ihr Verhalten diesbezüglich äußert, wird in dieser Arbeit dargestellt.
1 Honig, Michael-Sebastian: Über die Sexualität von Kindern. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): Was für
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2. Die Quellen des Sexualwissens
Das Wissen von Kindern über das Thema „Sexualität“ ist von angebotenen Infor-
2 mationen enorm abhängig.
Aufgrund des informativen Wissens bei Kindern bezüglich der Sexualität ist anzunehmen, daß die Eltern stärker als in früheren Jahren als Informationsquelle fungieren und somit die Hauptinformanten für sexualkundliches Wissen sind, wobei die Mutter die wichtigste Bezugsperson der Kinder darstellt, im Hinblick auf sexuelle Aufklärung und das Erläutern von intimen Fragen. Dieser vertraute Be-
3 zug besteht bei Mädchen bis hin zur Pubertät.
Leider treten die Väter als Informationsquelle eher nur selten auf und machen es sich auf irgendeine Art und Weise sehr einfach, indem sie nämlich den Müttern die dominierende Rolle zuweisen und die somit die Verantwortung tragen. Allerdings sind auch Väter in die Pflicht gerufen, denn auch sie spielen eine bedeut- 4 sam wichtige Rolle für die Sexualentwicklung ihrer Kinder.
Neben den Vätern, treten auch Geschwister, Freunde und Erzieher/-innen in diesem Zusammenhang eher seltener auf. Viele Kinder halten die Informationsvermittlung für so „normal“, daß sie die Quelle nicht sicher angeben können oder glauben, durch eigenes Beobachten zu ihren Kenntnissen gelangt zu sein, das
5 laut Untersuchungen aber nicht möglich sein kann.
Kinder. Aufwachsen in Deutschland. Ein Handbuch, München 1993, S. 185
2 Vgl. Volbert, Renate u. Homburg, Annekathrin: Was wissen zwei- bis sechsjährige Kinder über Sexualität? In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Band 28, Heft 3, Göttingen
1996, S. 211
3 Vgl. Grassel, H. u. Bosinski, H.: Sexualwissen und Geschlechterrollen - Vorstellungen bei Vorschulkindern. In: Ärztliche Jugendkunde, 74, Leipzig 1983, S.117
4 Vgl. ebenda, S. 117
5 Vgl. Bosinski, H.: Zum aktuellen Stand der Geschlechtserziehung im Vorschulalter. In: Ärztliche Jugend- kunde, 80, Leipzig 1989, S. 294
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Eine sachliche Aufklärung der Kinder ist von großer Wichtigkeit, denn sie erspart dem Kind große Nöte und verhindert, daß es sich in Phantasien verliert. Das Kind benötigt zur „glücklichen“ Sexualentwicklung die akzeptierende Einstellung der Eltern. Sie sollen ein positives Bild von der Sexualität vermitteln, und daß Liebe und Sexualität etwas Wunderbares sind und auf keinen Fall Angst und Aversion bei Kindern überwiegen dürfen.
Den meisten Erwachsenen fällt es heute schwer untereinander und mit ihren Kindern über die Sexualität zu reden. Eltern sollen ihr Bestmögliches geben und eventuell lernen mit ihren Kindern sowohl frühzeitig als auch offen, ohne dabei zu verkrampfen, sich zu schämen und vor allem mit Herz und Verstand darüber zu sprechen. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß Eltern die eigenen vorhandenen Verklemmungen oder Hemmungen bezüglich der Sexualität abbauen, denn nur dann besteht die Möglichkeit Kindern problemlos sexuelle Informationen zu vermitteln und nicht erst dann, wenn sie zum Thema „Sexualität“ Fragen stellen. Solange das Kind auf seine Fragen - die es allerdings womöglich schon nicht mehr stellt - keine Antworten mehr bekommt, ist es getrieben vom Drang zu wissen, absobiert von tausend Phantasien.
Wenn Kinder nämlich merken, daß sie mit ihren Eltern offen und ohne Scheu über eines der schwierigsten Themen, und zwar Sex, sprechen können, zeigen sie in der oft problemgeladenen Phase des Erwachsenwerdens mehr Selbstsicherheit. Eltern, die das Vertrauen der Kinder nicht gewinnen können, werden über sexuelle Fragen schwerlich offene Gespräche mit ihren Kindern führen können. Denn fehlende Sexualinformationen können fatale Konsequenzen bewirken,
6 z.B. bei Sexualverbrechen.
Bis zur Einschulung sollten Kinder möglichst darüber informiert sein:
1. woher die Babys kommen,
6 Vgl. Volbert, Renate: Zum Sexualverhalten und Sexualwissen von Kindern. In: Sexuologie, 3 (2), Suttgart
Quote paper:
Gerlinde Weinzierl, 1998, Das Sexualwissen und Sexualverhalten von Kindern im Vorschulalter, Munich, GRIN Publishing GmbH
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