jedoch für einen dreimonatigen Aufenthalt nicht in Anspruch nehmen, die Erfahrungen die mir von Erasmus-Studenten geschildert wurden waren jedoch durchweg positiv. Ich fühle mich auch gut informiert durch die Universität Hildesheim, die regelmäßig „Outgoing-Tage“ anbietet, bei welchen man sich über Auslandssemester, Auslandsaufenthalte und Stipendien für diese informieren kann.
Der zweite Aspekt ist das „lebenslange Lernen“, welches im Rahmen des Bologna-Prozesses an den Hochschulen angestrebt wird. Dahinter steht der Gedanke, vor allem auch Menschen an die Universitäten zu holen, die schon ein paar Jahre in ihrem Beruf gearbeitet haben; auch Menschen mit nicht-traditionellem Abschluss (auf dem sogen. „dritten Bildungsweg“ erhalten) sollen die Möglichkeit bekommen, sich an der Universität weiterzubilden. Erasmus ist ein Teil hiervon, der zweite Teil ist COMENIUS, das sich an vorschulische Einrichtungen sowie Schulen bis zur Sekundarstufe II richtet, weiterhin gibt es LEONARDO DA VINCI zur beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie viertens GRUNDTVIG, welches sich an die Erwachsenenbildung richtet. Meine persönlichen Erfahrungen mit dem „lebenslangen Lernen“ können sich nur auf meine bisherige schulische und universitäre Laufbahn begründen - von den oben genannten Programmen kannte ich, bevor ich mich mit dem Bologna-Prozess tiefergehend beschäftigte, kein einziges. Ich sehe in meinen Geschichtsvorlesungen viele Gasthörer, die aber immer (!) ältere Menschen, also Rentner sind die sich für Geschichte sehr interessieren. In anderen Seminaren / Vorlesungen habe ich noch nie einen Gasthörer gesehen, der nur aus Interesse anwesend war. Insofern muss ich sagen, dass der Ansatz des lifelong learning ehrbar und sinnvoll sein mag, umgesetzt ist er an meiner Universität aber kaum.
Weiterhin wird von der „Employability“ gesprochen, also der Fähigkeit der Absolventen, in ihrem jeweiligen Fach so viel Praxisbezug mitstudiert zu haben, dass sie sich ohne größere Schwierigkeiten von Anfang an in ihrem Beruf zurechtfinden.
Dies ist, allgemein gesprochen, eine große Aufgabe für die Studiengänge. In Fächern wie Volkswirtschaftslehre (VWL) beispielsweise wird es kaum machbar sein, die Studierenden auf zahlreiche mögliche Zukunftsorientierungen vorzubereiten. Durch viele Praktika mag dies möglich sein, hier muss aber die Möglichkeit zu individueller Auswahl gegeben werden. Andererseits wird aufgrund dieses hohen Praxisbezuges wiederum die Theorie zu kurz kommen; die studierten Wissenschaftler werden zu studierten Arbeitern, was nicht der Grundgedanke des Bolognaprozesses sein kann.
Der Praxisbezug und die Theorie halten sich in meinem Studiengang jedoch die Waage, und ich fühle mich sehr gut vorbereitet (durch die vielen Schulpraktika) auf meinen zukünftigen Beruf als Haupt-und Realschullehrerin. Mit der Umsetzung dieses Aspektes bin ich an der Universität
Arbeit zitieren:
Svenja Strohmeier, 2009, Was kann man am Bologna-Prozess kritisieren? Welche guten Aspekte bringt der Prozess mit sich?, München, GRIN Verlag GmbH
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