I
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
2 Definitionen. 3
2.1 Gender Mainstreaming. 3
2.2 Europäisierung. 4
3 Europäisierung. 6
3.1 Gender Mainstreaming in der E.U 6
3.1.1 Geschlechter-Disparität in der E.U 6
3.1.2 Historie des Gender Mainstreaming. 6
3.1.3 Gender Mainstreaming in der E.U 6
3.2 Gender Mainstreaming in Deutschland. 8
3.2.1 Grundlagen des Gender Mainstreaming. 8
3.2.2 „Misfit“ 10
3.2.3 Gender Mainstreaming in den Bundesländern. 11
4 Fazit. 12
Literaturverzeichnis 13
Einleitung 1
1 Einleitung
Der erste Schritt zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit führt in die Bibliothek und zum elektronischen Suchsystem. Gibt man hier „Europäisierung“ ein, so wird man förmlich von Literatur erschlagen, obwohl sich Europäisierung in Deutschland gerade erst als politikwissenschaftlicher Terminus durchsetzt (Sturm/Pehle 2001). Unabhängig von der hohen „Trefferzahl“ des Begriffs in politikwissenschaftlicher Literatur ist zu erkennen, dass sich Europäisierung als zweites zentrales Konzept in der EU-Forschung neben der Europäischen Integration durchsetzt. Dabei konzentriert sich die Forschung heute vor allem auf die Auswirkungen der Europäisierung (Auel 2005).
Wenn in den letzten 15 Jahren zum Thema Europäisierung eine Vielzahl von Arbeiten publiziert wurde, so scheint es im Gegensatz dazu, zum Thema Frauen-und Gleichstellungspolitik nur geringe Aktivitäten zu geben (Ostner 2006, S. 264; Liebert 2003, S. 96). Auch die deutsche Öffentlichkeit nimmt die Diskussion um Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit kaum zur Kenntnis (Klein 2006, S. 7). Nur ein Aspekt der Geschlechterpolitik 1 , der Ansatz Gender Mainstreaming (GM), ist in den letzten Jahren breiter diskutiert worden und sein Grundgedanke wurde 1997/1999 im Vertrag von Amsterdam festgeschrieben (Harders/Stiegler 2005, S. 359).
Als Frau und Mitglied eines kommunalen Parlamentes musste ich immer wieder miterleben, wie weit Norm und Wirklichkeit in Bezug auf Geschlechtergleichstellung auseinander liegen, und erlebe heute die Auswirkungen des Gender Mainstreaming als Ansatz zur strukturellen Veränderung national- und subnationalstaatlicher Institutionen. Hierauf gründet sich mein Interesse am Forschungsgegenstand.
1 Geschlechterpolitik bezeichnet in dieser Arbeit immer die Politik, die sich auf die Ausgestaltung des Geschlechterverhältnisses auswirkt - der Begriff ist also breiter als der der „Frauenpolitik“ oder als der der „Gleichstellungspolitik“, die sich vom Ansatz her auf eine Politik bezüglich der speziellen Situation von Frauen bezieht (Fuhrmann 2006, S.11).
Einleitung 2
Diese Arbeit geht in zwei Schritten vor, um das Argument der Europäisierung durch Gender Mainstreaming zu entwickeln. Zunächst werden die beiden erkenntnisleitenden Begriffe Gender Mainstreaming und Europäisierung definiert. Dazu wird ein Modell der Europäisierung im Sinne nationalstaatlicher Anpassung in Abhängigkeit eines „institutionellen Misfit“ beschrieben. Um zu bestimmen, inwieweit ein „Misfit“ besteht, untersuche ich im zweiten Teil das Ausmaß der Geschlechter-und Gleichstellungspolitik auf EU- und nationalstaatlicher Ebene. Dazu werden Veränderungsprozesse auf nationaler Ebene in Abhängigkeit von europäischen Vorgaben und Impulsen näher betrachtet werden. Dies kann nur überblickartig geschehen und muss angesichts der Komplexität lückenhaft sein. Trotzdem lässt sich das Muster der Europäisierung als Top-Down-Modell erkennen und darstellen. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Betrachtung der Europäisierung am Beispiel des Gender Mainstreaming.
Definitionen 3
2 Definitionen
Zunächst muss der Begriff des Gender Mainstreaming in seinen für diese Arbeit relevanten Dimensionen erläutert werden und der Europäisierungsbegriff auf das für die vorliegende Arbeit notwendige Maß eingegrenzt werden. Dies soll im Folgenden in aller gebotenen Kürze geschehen.
2.1 Gender Mainstreaming
Der Begriff Gender Mainstreaming leitet sich aus dem Englischen ab und setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, die im deutschen keine wortwörtliche Entsprechung haben.
Im Englischen unterscheidet man sprachlich zwischen dem Begriff „sex“, dem biologischen Geschlecht und „gender“, dem sozialen Geschlecht einer Person. Da im Deutschen diese Differenzierung nicht vorgenommen wird, wird heute auch im Deutschen der Begriff „gender“ verwendet, wenn man von gesellschaftlichen Geschlechterrollen, von Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sind, bzw. sein sollen, spricht.
Mainstreaming bedeutet soviel wie „in den Hauptstrom bringen“ , „zur Selbstverständlichkeit machen“, oder den Mainstream (Hauptströmung) zu durchdringen und zu verändern. „Mainstreaming“ lässt sich für diese Arbeit auch definieren als ein bestimmtes Denken und Handeln in Politik und Verwaltung, Programme und Maßnahmen zu übernehmen, und so zu einem selbstverständlichen Handlungsmuster werden zu lassen.
In der Literatur finden sich unterschiedliche Definitionen des Gender Mainstreaming. Für diese Arbeit greife ich zurück auf die Definition des Europarates, die die politische Dimension des Begriffes beschreibt.
„Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung politischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene
Arbeit zitieren:
Micky Wenngatz, 2010, Europäisierung am Beispiel des Gender Mainstreaming, München, GRIN Verlag GmbH
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