Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einführung. 3
2. Sprachgeschichtlicher Hintergrund 4
3. Leben und Werk Estiennes. 6
4. Zum Text 9
5. Textanalyse. 10
5.1. Etymologische Schreibung. 10
5.1.1. Die Konsonantenverbindungen ph, th, ch 10
5.1.2. „Überflüssige“ Konsonanten. 11
5.2. Akzente. 14
5.2.1. Der Akut. 15
5.2.2. Der Gravis 16
5.3. Weitere Hilfszeichen 16
5.3.1. Die Zedille. 16
5.4. Ypsilon 17
5.5. Doppelkonsonanz 19
5.6. Weitere Besonderheiten 22
5.6.1. Bindestrich, Getrennt- und Zusammenschreibung. 22
5.6.2. Majuskel 23
5.6.3. Tilgung des t zwischen n und s 24
5.6.4. Schwankung zwischen ou und o 24
5.6.5. Schwankung zwischen en und an. 25
5.6.6. oi statt ai 26
6. Zusammenfassung. 27
Stellenangabe der behandelten Formen im Beispieltext 28
Literaturverzeichnis. 31
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1. Einführung
Mit der Erfindung des Buchdrucks 1455 durch Gutenberg in Mainz wurden allmählich auch in Frankreich Druckereien aufgebaut. Das Drucken lateinischer Texte gestaltete sich recht unproblematisch, muttersprachliche Texte stellten jedoch eine Herausforderung dar - sowohl für den Drucker als auch für den Leser. Einerseits wurde die Lesbarkeit des Textes durch die fehlende einheitliche Interpunktion erschwert, andererseits deckte das von Anbeginn zur Verschriftlichung genutzte lateinische Alphabet nur in unzureichendem Maß das französische Lautinventar ab. Es bestanden also große Unterschiede zwischen Aussprache und Schreibung, da die Grapheme die Lautung einer älteren Sprachstufe des Französischen repräsentierten, die sich vom gesprochenen Französisch der Renaissance stark unterschied. Die lateinische Schriftsprache kannte beispielsweise keine Nasalvokale. Sie unterschied in der klassischen Periode auch nicht zwischen den Graphemen i für das vokalische und j für das konsonantische i. Im schriftlichen Französisch stand i sowohl für den Laut /j/ in moien als auch für /d/ in ie. Das Graphem g realisierte im schriftlichen Bereich ebenfalls den Laut /d/, es stand aber auch für den stimmhaften velaren Plosiv /g/. Im Zuge der Lesbarkeit und des besseren Textverständnisses gab es zur Zeit der Renaissance verschiedene Bemühungen, dem Leser zu verdeutlichen, ob es sich im Text um den stimmhaften velaren Plosiv /g/ oder um den stimmhaften palatoalveolaren Sibilanten /d/ handelt. Zur Kennzeichnung des Sibilanten führten manche Drucker neue Hilfszeichen oder diakritische Zeichen ein. Sie setzten also ein I (nach Robert Estienne), ein ¥, oder fügten ein zusätzliches e nach g ein. I fand aber bereits Verwendung als Großbuchstabe für i und stiftete innerhalb eines Wortes eher Verwirrung als dass es zur Klärung beitrug.
Aus diesem Grund wurde also eine einheitliche Orthographie nötig, die die Schreibung des Französischen vereinfachen und die Lesbarkeit fördern sollte. Dieses Umdenken begünstigte das Entstehen unterschiedlicher Positionen und Konzepte in Form von verschiedenen orthographischen bzw. orthotypographischen Neuerungen, die man zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht als eine Normierung bezeichnen konnte, wohl aber als eine Weichenstellung für spätere Orthographiereformen. Vor allem Grammatiker setzten auf eine weitgehend am Latein orientierte Rechtschreibung, die die etymologischen Bezüge zwischen den Sprachen sichtbar machen sollte. Allerdings entstanden auch schon sehr moderne Ansichten, wonach sich das Französische stärker an der Aussprache orientieren sollte (Meigret). Henri Estienne vereinte in seinen orthographischen Ansichten verschiedene Positionen. Zum Einen versuchte er, die französische Schreibung zu vereinfachen und benutzte beispielsweise
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Akzente, Interpunktions- und Hilfszeichen und trat für die Eliminierung einiger „überflüssiger“ Buchstaben ein, zum Anderen begründete er das Gros seiner orthographischen Neuerungen mit etymologischen Bezügen zu den klassischen Sprachen und verweigerte sich einer Orthographie auf der Basis phonetischer Gegebenheiten.
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich das Ziel, einen Überblick über Henri Estiennes orthographische Ansichten zu geben. Hierfür werden bestimmte orthographische Phänomene aus dem Text herausgegriffen, unter verschiedene Kriterien wie etymologische Schreibung, Akzentsetzung, Doppelkonsonanz und Einsatz verschiedener diakritischer Zeichen subsumiert und sprachwissenschaftlich analysiert. Als Textgrundlage dieser Arbeit dient ein Ausschnitt aus dem Vorwort zu Estiennes „Project du livre intitulé De la precellence du langage François“.
Den Einstieg in das Thema bildet zunächst ein Überblick über die sprachhistorischen Gegebenheiten der Renaissance.
2. Sprachgeschichtlicher Hintergrund
Seit Beginn des Buchdrucks und mit dem Erlass zu Villiers-Cotterets 1539 durch François den I., der „[…] den ausschließlichen Gebrauch des Französischen bei Gerichtsverhandlungen und in der Verwaltung […]“ 1 legitimierte, erhielt die Volkssprache immer mehr Eingang in die Schriftlichkeit. Damit stand sie zunehmend in Konkurrenz zur bisherigen Schriftsprache Latein, die das Gebiet der Naturwissenschaft, der Medizin und der Theologie dominierte. 2 Um die Attraktivität des Französischen zu steigern, erschienen zahlreiche Abhandlungen über die Sprachästhetik, die Möglichkeiten der französischen Wortbildung und die Ähnlichkeit mit den klassischen Sprachen Latein und Griechisch. Auf diese Art und Weise versuchte man nicht nur, der Volkssprache ein gewisses Prestige zu verleihen, sie sollte sich auch durch das Aufzeigen der sprachverwandtschaftlichen Verhältnisse, die umfangreichen Ausdrucksmöglichkeiten und eine gewisse Stabilität als eine der Wissenschaft würdige Sprache erweisen. 3
1 Sergijewski, Maxim V. (1979), Geschichte der französischen Sprache, München, S. 127; im Folgenden zitiert als ‚Sergijewskiå
2 Vgl. Citton, Yves und Wyss, André (1989), Les doctrines orthographiques du XVIième siècle en France, Genève, S. 20; im Folgenden zitiert als ‚Cittonå
3 Vgl. Citton, S. 21
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Die Verschriftlichung des Französischen bereitete allerdings einige Probleme, denn es existierten zu diesem Zeitpunkt keinerlei orthographische Normen 4 und auch die Lesbarkeit der Manuskripte ließ stark zu wünschen übrig 5 .
Wer lesen und schreiben konnte, gehörte zumeist der Bildungsschicht an und hatte dies an-hand des Lateins gelernt. Auf der Basis des Lateins gestaltete sich nun also das Lesen und Schreiben französischer Texte. 6 Die Graphie des Französischen stand in einem starken Kontrast zur Mündlichkeit, denn sie wies viele Elemente auf, die gemäß der Lautentwicklung längst nicht mehr der Mündlichkeit entsprachen. Um einen muttersprachlichen Text zu verstehen, musste man also das Lateinische in der französischen Graphie ausmachen können, Anhaltspunkte lieferten hierfür beispielsweise die etymologischen Buchstaben. 7 Schwierigkeiten ergaben sich jedoch aus der Ähnlichkeit mancher Buchstaben, wenn sie kursiv gesetzt wurden, wie beispielsweise n und u. Doch auch vokalisches und konsonantisches u oder i konnte man im Text nicht ohne Weiteres herauslesen. Um das Textverstehen dennoch zu gewährleisten, wurden überflüssige, stumme Buchstaben eingesetzt, die in diakritischer Funktion die Wortgrenzen graphisch markierten, die Silbenstruktur deutlich machten und die Artikulation der vorangehenden oder nachfolgenden Vokale kennzeichneten. 8 Dem Leser präsentierte sich letztendlich eine überladene Graphie, die in keiner Weise dem gesprochenen Französisch entsprach.
Die Einführung des Drucks mit beweglichen Lettern gestattete zunächst eine bessere Abgrenzung der Wörter voneinander. 9 Seit 1558 unterschieden Meigret und Peletier in ihren Werken i von j sowie v von u, somit konnten auch weitere Schwierigkeiten in der Graphie allmählich ausgeräumt werden. 10 Gleiches gilt für das Aufkommen der Akzentsetzung, die die überflüssigen, stummen Buchstaben in diakritischer Funktion allmählich überflüssig machte. Diese Neuerungen kamen jedoch nur allmählich in Gebrauch, und so existierten die alten und neuen Orthographiekonzepte noch eine Weile nebeneinander. Im Zuge der langsam voranschreitenden Vereinfachung der Orthographie wurde auch wieder zunehmend der Blick auf die Mündlichkeit gerichtet, jedoch waren die Schreiber trotz Meigrets Konzepte für eine Orthographie
4 Vgl. Beaulieux, Charles (1967), Histoire de l’orthographe française. Band I: Formation de l’orthographe des origines au milieu du XVIe siècle, Paris, S. 211; im Folgenden zitiert als ‚Beaulieux Iå
5 Aus Gründen der Ökonomie setzte man nur die kleinstmöglichen Abstände zwischen die Wörter und übernahm nur eine sehr magere Interpunktion.
6 Vgl. Baddelay, Susan (1993), L’Orthographe française au temps de la Réforme. Paris, S. 24; im Folgenden zitiert als ‚Baddelayå
7 Ebd.
8 Ebd., S. 21
9 Ebd., S. 26
10 Ebd., S. 36
5
auf der Basis phonetischer Gegebenheiten noch weit von einem Bruch mit der schriftlichen Tradition entfernt.
3. Leben und Werk Estiennes
Robert Estienne scheute keine Kosten, seinen Sohn Henri zu einem würdigen Nachfolger für seine Buchdruckerei in Paris zu erziehen. Aus diesem Grund lernte Henri das Griechische bereits vor dem Latein 11 bei den Gelehrten Jacques Toussain, Adrien Turnèbe und Pierre Danes, der auch als Hauslehrer des Thronfolgers Heinrich des II. tätig war. 12 Als Mittlersprache für das Griechische diente nicht das Lateinische, sondern die eigene Muttersprache. Dennoch war Henri die lateinische Sprache bereits gewöhnt, denn im Hause Estienne unterhielten sich sowohl die Eltern als auch die Bediensteten auf Latein. 13 Henri wurde von Kindesbeinen an von einer umfassenden Bildung, dem für ihn typischen ‚Lernhunger‘, einer ungewöhnlich stark ausgeprägten Disziplin und stetem Fleiß geprägt. Er begeisterte sich bereits früh für griechische Dichter, 14 erlangte eine hohe Kunstfertigkeit in der griechischen Schrift, 15 studierte Mathematik, Arithmetik, Geometrie und Astrologie. 16 Schon 1546 betrachtete der Vater den 18-jährigen Henri als fähig und reif genug, mit ihm als Partner in der Buchdruckerei zu arbeiten. 17 Er stand Robert bei Textvergleichen für das Manuskript des Dionysios von Halikarnassos zur Seite, veröffentlichte Kommentare zu Horaz und beschäftigte sich darüber hinaus mit der Dichtkunst in lateinischer und griechischer Sprache. Im Jahr darauf trat er eine 3jährige Studienreise nach Italien an. Sie führte Henri nicht nur in fremde Regionen und Städte, sondern auch in unzählige Bibliotheken und bescherte ihm eine reiche Ausbeute an Manuskripten, Abschriften antiker Autoren und bisher unbekannten Texten. Zudem bot sie die Möglichkeit der Zerstreuung, denn Henri und vor allem sein Vater verloren 1547 durch den Tod François des I. einen Freund und Beschützer. 18 Robert war wegen des von der Sorbonne nicht autorisierten Drucks des Neuen Testaments, bei dem ihm sein Sohn Henri behilflich war, Anfeindungen ausgesetzt. 1549 kehrte der junge Estienne nach Paris zurück, als sein
11 Vgl. Renouard, Antoine Auguste (1837), Annales de l’imprimerie des Estienne, ou Histoire de la Famille
des Estienne et de ses éditions. Deuxième Partie, Paris, S. 73; im Folgenden zitiert als ‚Renouardå
12 Vgl. Renouard, S. 74
13 Ebd., S. 73
14 Ebd.
15 Ebd., S. 74f
16 Ebd., S. 75
17 Ebd., S. 75
18 Renouard, S. 76
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Vater soeben eine neue Edition des Neuen Testaments beendet hatte. Er verfasste daraufhin 72 griechische Verse, die Robert in der Einleitung des Buchs druckte. Als sein Sohn von einer weiteren Bildungsreise, die ihn nach England, Flandern und Brabant führte, im Jahre 1551 heimkehrte, bereitete Robert seine Flucht nach Genf vor. Vermutlich wurde er von Henri begleitet und danach beim Aufbau einer neuen Druckerei unterstützt. 19 Drei Jahre später kehrte Henri aus Genf zurück und druckte den Anakreon bei seinem Onkel Charles in Paris. Ende des Jahres begab er sich gleich wieder auf Reisen und fand in Rom bis dahin unbekannte Werke des Diodor, die er 1559 editierte. 20
Im Jahre 1555 konnte Henri Estienne seine sprachliche Gewandtheit in Neapel eindrucksvoll unter Beweis stellen und rettete sich somit selbst das Leben. Er war zu diesem Zeitpunkt auf einer geheimen Mission im Auftrag des Botschafters Odet de Selve, um etwas für Henri den II. in Erfahrung zu bringen. Allerdings wurde der junge Estienne von einem Italiener, der sich an ihn erinnerte, enttarnt. Um sich aus der Affäre zu ziehen, bediente er sich seiner Kenntnisse des Italienischen und wurde tatsächlich für einen Muttersprachler gehalten. 21 Ohne zu Schaden gekommen zu sein, konnte er also gegen Ende des Jahres wieder mit umfangreichen Manuskripten nach Paris zurückkehren. Dort nahm er kurze Zeit später Marguerite Pillot zur Frau. Ohne sich eine Pause zu gönnen, editierte Henri die neuen Manuskripte noch im selben Jahr bei seinem Bruder Robert. Erst mit dem Tod seines Vaters im Jahre 1559 kam Henri in den Besitz der Druckerei. Eigentlich hätte sie Robert Estienne (Henris Bruder) zugestanden, Henris Vater hatte Robert jedoch aus Ärger enterbt, weil er ihn weder nach Genf ins Exil begleitet hatte noch vom Katholizismus abschwor. 22
Das unstete und kostspielige Reiseleben, die Versorgung seiner vier aus erster Ehe stammenden Kinder, die teuren Drucke und mangelhafte Verkaufszahlen brachten Henri immer wieder in finanzielle Nöte. Ab 1558 erhielt er Unterstützung von Huldrich Fugger und bezeichnete sich über einen Zeitraum von 10 Jahren als Fuggers Buchdrucker. Der endgültige Ruin ereilte ihn aber, als er nicht mehr im Dienste Huldrichs stand und sich 1572 mit der Herausgabe des Thesaurus de linguae graecae finanziell sanieren wollte. Jean Scapula, einer seiner Angestellten, gab heimlich eine gekürzte, kleinformatige und somit günstigere Fassung des Thesaurus als sein eigenes Werk heraus. Von dieser Katastrophe konnte sich Henri nie wieder erholen. In den folgenden Jahren widmete sich Henri Estienne der Suche nach neuen interessanten Texten, der Aufarbeitung der Manuskripte aus dem Nachlass seines Vaters und der Betrach-
19 Ebd.,S. 78
20 Ebd., S. 79
21 Ebd., S. 79
22 Ebd., S. 85
7
tung seiner Muttersprache. Er versuchte, das Prestige des Französischen mit der Ähnlichkeit zum Latein und vor allem auch zum Griechischen zu steigern. Dabei zielten seine Überlegungen vor allem darauf ab, der Muttersprache eine Vormachtstellung vor dem Italienischen einzuräumen. Davon zeugen vor allem zwei Werke: die Abhandlungen Tracité de la conformité du langage françois avec le grec (1565) und La precellence du langage François (1579). Als Sprachpurist, der Henri Estienne war, lehnte er zeitlebens die durch den Hof begünstigte Italianisierung des Französischen als einen unschönen, unnötigen und verderblichen Einfluss auf die Muttersprache ab. 23 In seinem Werk Project du livre intitulé De la precellence du langage François verwies er fortwährend auf die Sprachästhetik, die klangliche Schönheit, den reichen Wortschatz der französischen Sprache und ihre vielfältigen Möglichkeiten zur Wortbildung und Wortneuschöpfung. Seiner Ansicht nach sollten die sprachlichen Lücken des Französischen nicht mit Italianismen sondern eher mit Anleihen aus der lateinischen und griechischen Sprache sowie mit Archaismen, Neologismen und mundartlichen Wörtern gefüllt werden. Henri begründete seine Rechtschreibung oft vor dem Hintergrund der Etymologie und blieb der Tradition in diesem Sinne weitestgehend verbunden. Beispielsweise rechtfertigte er in seinen Hypomneses die französische Doppelkonsonanz vor allem dann, wenn sie auf das Lateinische oder das Griechische zurückgeführt werden konnte. Dennoch erkannte er auch die Notwendigkeit, die Graphie des Französischen zu vereinfachen und von „überflüssigen Buchstaben“ zu befreien. Eine Vereinfachung der Schreibung stand allerdings im Kontrast zum Prinzip der Etymologie, sprachverwandtschaftliche Beziehungen wären also nicht mehr „ablesbar“. Darüber hinaus ermöglichen die „überflüssigen Buchstaben“ das Unterscheiden von Homographen wie fait vs. fai(c)t. Eine Vereinfachung der französischen Graphie würde Henri zufolge unweigerlich wieder zu Missverständnissen führen.
Henri Estienne hat zwischen 1554 und 1598 insgesamt 162 Werke veröffentlicht, die von einer außerordentlichen typographischen Qualität zeugen. Die dreifache Tätigkeit Estiennes als Schriftsteller, Buchdrucker und Verleger, seine unzähligen Projekte, das unstete Reiseleben, der Tod seines Vaters, seiner ersten und zweiten Frau sowie mehrerer Kinder und die häufigen finanziellen Notlagen zehrten an seinen Nerven. Er wurde im Verlauf seines Lebens mehrmals von einem starken mysteriösen Fieber heimgesucht, von dem er sich nur sehr schwer erholte. Auch seinen Lebensabend verbrachte Henri nicht im Kreis der Familie, sondern auf Reisen, stets in der Hoffnung, noch unbekannte Manuskripte zu finden. 1598 starb er geistig umnachtet und mittellos in einem Hospiz in Lyon.
23 Vgl. Sergijewski, S. 157
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Arbeit zitieren:
Anja Vitting, 2009, Zur Orthographie bei Henri Estienne, München, GRIN Verlag GmbH
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