Inhaltsverzeichnis:
1. E i n l e i t u n g 3
2. Das Lehrstück: Faradays Kerze 3
2.1. O u v e r t ü r e 4
2.2. 1 A k t 4
2.3. 2 A k t 5
2.4. 3 A k t 7
3. Kompositionsanalyse 7
3.1. G e n e t i s c h 7
3.2. S o k r a t i s c h 8
3.3. Exemplarisch 8
3.4. Dramaturgisch 9
4. K o m m e n t a r S 1 0
Literaturverzeichnis S. 11
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1. Einleitung
Es wäre ein großer Fehler, wenn man als Lehrer/in im naturwissenschaftlichen Anfängerunterricht der Unterstufe oder im Chemieunterricht der Mittelstufe ausschließlich Wert auf das Aneignen von Wissen legt, denn für die Schülerinnen und Schüler geht es um viel mehr. Sie gehen erwartungsvoll auf ein neues Fach zu und wollen von Beginn an all das erleben, entdecken und eigenständig erforschen, was die Chemie alles leisten kann. Da eine der ältesten Kulturleistungen, das Feuer, jeden Menschen begeistert und auf Grund seiner vielen attraktiven und unterhaltenden chemischen Vorgänge Interesse wecken kann, ist es eine sehr gute Möglichkeit im Unterricht mit Verbrennungserscheinungen zu starten. Michael Faraday vertrat ebenfalls diesen Standpunkt. Als einer der berühmtesten naturwissenschaftlichen Forscher und Vortragsredner aller Zeiten führte er Jugendliche mittels einer brennenden Kerze in dieses Thema ein. Sein genialer Griff ist als Mitschrift einer Experimentalvorlesung erhalten geblieben, und diese gilt als der Ausgangspunkt. Entsprechend den heutigen schulischen Anforderungen, 150 Jahre nach Faraday, wurde seine Vorlage sorgfältig nach modernsten methodisch-didaktischen Erkenntnissen umgestaltet. (vgl. Wildhirt, 2008, S. 230ff.) Im folgenden Kapitel wird das Lehrstück „Faradays Kerze“ in seinen Grundzügen vorgestellt, das Abschnitt unterteilt sich entsprechend des Aufbaus des Lehrstückes in vier Unterkapitel, das erste Unterkapitel, als Ouvertüre bezeichnet, handelt von der ersten Begegnung der Schülerinnen und Schüler mit der Kerze. Im 1. Akt wird die Frage beantwortet, was überhaupt an der Kerze brennt. Im anschließenden Unterkapitel beschäftigt sich die Klasse genauer mit dm Phänomen der Flamme und ihren Verbrennungserscheinungen. Der letzte Akt rundet das Lehrstück ab, indem es den erforschten Kerzenkreislauf zusammenfasst. Im dritten Kapitel wird die Methodentrias eingeführt und das vorgestellt Lehrstück in Bezug auf seine exemplarischen, genetischen und sokratischen Aspekte analysiert. Das letzte Kapitel bildet einen abschließenden Kommentar.
2. Das Lehrstück: Faradays Kerze
„Ein Lehrstück ist eine dramaturgisch gestaltete Vorlage für eine begrenzte, in sich zusammenhängende und selbstständige Unterrichtseinheit mit einer besonderen, konzept-und bereichserschließenden Thematik. (...) In einem Lehrstück gilt die Aufmerksamkeit einer mittleren Perspektive, die primär von den Erfordernissen des Themas und des Lehr-Lern-Prozesses bestimmt wird. (...) Die Unterrichtseinheit ist nicht nur themenzentriert. Sie befaßt sich mit Themen besonderer Art. Sie befaßt sich nicht mit irgendeinem Inhalt, sondern mit einem neuen Konzept, mit der Einführung in eine neue Sichtweise, in ein
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neues Sprachspiel, in eine neue Ordnungsfigur, in ein neues Handlungs- oder Produktionsschema. (...) Ein neuer Vorstellungsrahmen muß aufgebaut, ein neuer Vorstellungshorizont eröffnet werden. Die Konzepte, von denen hier die Rede ist, sind Errungenschaften in der geistigen und kulturellen Entwicklung der Menschheit. Ein Lehrstück thematisiert ein kollektives Lernereignis; es behandelt ein Menschheitsthema“ (Berg & Schulze, 1998, S. 361f.)
Faradays Kerze ist eines beinhaltet eines dieser Menschheitsthemen und ist eines der klassischen didaktischen Lehrstücke, welches ein hohes Maß an sokratisch-genetischem Lernen im Sinne von Martin Wagenschein möglich macht. Das Lehrstück kann man sowohl mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule, als auch mit denen der Sekundarstufe durchführen. Wichtig ist, dass die Zahl der teilnehmenden Personen nicht zu hoch ist, da besondere Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Feuer und der Kerzenflamme zu beachten sind. Als Sitzordnung eignen sich Tische, die zu einem Kreis oder einem Rechteck angeordnet sind, so dass jeder jedem gegenüber sitzt. Dank eines leicht abgedunkelten Raumes kann die Einzigartigkeit der Kerzenflamme besonders hervorgehoben werden. Das Lehrstück lässt sich in verschiedene Akte einteilen, die in den folgenden Kapiteln näher erläutert werden.
2.1. Ouvertüre
Zu Beginn der Unterrichtsreihe mit dem Thema Faradays Kerze kommt es in der so genannten Ouvertüre zu einer ersten Begegnung der Schülerinnen und Schüler mit der Kerze. Hierzu wurden bereits vor Unterrichtsbeginn vier unterschiedlich große Bienenwachskerzen auf das Lehrerpult gestellt. Die Kerzen werden nach und nach angezündet und erste spontane Eindrücke werden gesammelt. Es stellt sich die Frage, woher die Kerze kommt, und was passiert, wenn man sie verbrennt. Als erste Aufgabe soll jeder eine Kerzenflamme aus dem Gedächtnis zeichnen. Die Ideen werden anschließend an der Tafel gesammelt und eigene Zeichnungen werden ergänzt. Nun wird das Ergebnis am Original überprüft. Die Kinder sollen die Kerze beim Anzünden genau betrachten und im Heft ihre Beobachtungen festhalten. Anschlieend ist Gelegenheit, die Kerzenzeichnung zu überarbeiten. Im Anschluss daran wird den Schülerinnen und Schülern nun Michael Faraday und dessen Weihnachtsvorlesung vorgestellt - dies soll die Kinder zum eigenen Forschen und Dokumentieren anregen. (vgl. Berg & Schulze, 1998, S. 288ff.)
2.2. 1. Akt
Der 1. Akt des Lehrstücks beschäftigt sich primär mit der Beantwortung der Frage, was eigentlich an der Kerze brennt. Brennt der Docht, oder vielleicht doch der Wachs? Es
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Arbeit zitieren:
Mareike Müller, 2010, Faradays Kerze - ein Lehrstück, München, GRIN Verlag GmbH
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