2. Die Hartz IV-Schule 22
3. Ergebnisse aus dem Film Die Hartz IV-Schule von Eva Müller 23
23 3.1 Die Fröbelschule
24 3.2 Statistiken zur Fröbelschule
24 3.3 Leistungen der Schule
25 3.4 Ansichten des Schuldirektors Christoph Graffweg
4 . F a l l b e i s p i e l e 2 6
26 4 . 1 A n d r e a
28 4 . 2 M i c h è l e
28 4.3 Laura
29 4 . 4 J a s m i n
5. Auswertung und Beurteilung der Fallbeispiele im Hinblick auf die Fallanalyse 30
3 3 LITERATURQUELLEN
33 F I L M Q U E L L E
34 INTERNETQUELLEN
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Einführung
Die vorliegende Fallanalyse handelt von der Kinderarmut in Deutschland, von deren Ursachen und Auswirkungen und davon, wie die Biografie eines Kindes durch Armut beeinflusst wird. Ausgangspunkt meiner Fallanalyse sind Ergebnisse der Artmutsforschung der letzten zwanzig Jahre. Für die vorliegende Arbeit wurden hauptsächlich neuere Studien des einundzwanzigsten Jahrhunderts verwendet. Meine Fallanalyse beginnt im ersten Teil mit der Armutsdefinition. Es werden Statistikergebnisse des aktuellen Armutsstands von Kindern und Jugendlichen aufgeführt und die Lebensstandards von Kindern und Jugendlichen dargestellt. Die wichtigsten Ergebnisse zu den Statistiken fasse ich aus dem Paritätischen Wohlfahrtsverband (2007), dem Armuts- und Reichtumsbericht (2008), dem Statistischen Bundesamt (2001) und dem Sozialbericht der EU-Kommission (2008) zusammen. Zentral geht es in meiner Fallanalyse darum, nachzuweisen mit welchen Konfliktsituationen sich Kinder und Jugendliche befassen müssen, wenn sie in armen Familienverhältnisse aufwachsen, welche Erscheinungsformen Armut aufzeigt und mit welchen Folgen die Betroffenen leben müssen und was es für die Gesellschaft bedeuten kann. Im zweiten Teil wird die Fröbelschule in Wattenscheid, auch die Hartz-IV-Schule genannt, in Form einer Filmanalyse thematisiert. Hierbei gilt es, die Parallelen zur Fallanalyse Kinderarmut aufzuzeigen und die Folgen anhand einiger Beispiele [Film] zu benennen und mit den Ergebnissen aus der Fallanalyse abzugleichen. Kinderarmut in Deutschland ist ein Thema, das erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewann. Erst Studien der letzten zwanzig Jahre geben Auskunft über den Armutsstand von Kindern und Jugendlichen und über die Erscheinungsformen. Lange Zeit wurde beschwichtigt, es gebe keine Armut in unserer modernen, zivilisierten Gesellschaft. Stattdessen konzentrierte man sich auf die Armut in Ländern außerhalb von Europa, weil die Armut in Afrika, Indien und Co. greifbar ist und keinen Zweifel an ihrer Existenz erlaubt. In Deutschland jedoch schien alles Erforderliche zu existieren, Kinder könnten hier nicht verhungern, könnten ohne Schulbildung und Kultur gar nicht sein, hieß es. Doch die Zahlen über die Kinderarmut in Deutschland der letzten Jahre sprechen Bände. Die Armut ist nach wie vor nicht unbedingt sichtbar, dennoch schleicht sie sich immer mehr in unsere Gesellschaft ein und nimmt den Kindern Mut, Zuversicht
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und Hoffnung auf ein würdiges und lebensgerechtes Dasein in einer globalisierten Gesellschaft wie der unseren. Warum ich genau dieses Thema gewählt habe hat einen entscheidenden Grund. Ich war selber eine geraume Zeit lang ein armes Kind und kann es den Kindern und Jugendlichen der heutigen Zeit sehr gut nachempfinden, wie sie sich fühlen. Wobei ich persönlich denke, dass arm sein im einundzwanzigsten Jahrhundert viel extremere Dimensionen hat als vor mehr als zehn Jahren. Die Globalisierung bringt explosionsartig immer mehr Konsumgüter mit sich, immer mehr Werbungen umgeben den Alltag der Kinder und Jugendlichen und gestalten die Tagesordnung dieser mit Manipulation. Da bedeutet Armut für Kinder und Jugendliche eine tägliche Frustration und Hoffnungslosigkeit. Wenn Kinder Opfer eines Systems werden, das die Augen vor der Realität noch nicht weit genug geöffnet hat oder öffnen will, dann darf man nicht umhin als darüber zu reden.
den 30.03.2009 Viktoria Dell
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„Kinderarmut ist mehr,
als nur wenig Geld zu haben.
Kinderarmut ist erblich“
(Deutsches Kinderhilfswerk)
TEIL I: KINDERARMUT IN DEUTSCHLAND UND DIE FOLGEN
1. Einleitung
Kinderarmut umfasst viele Lebensbereiche, die das Leben eines Kindes bestimmen. Inwiefern die Armut der Familie auf Kinder einwirkt und welche Konsequenzen sie mit einschließt, soll in der vorliegenden Fallanalyse herausgearbeitet werden. Mit eingeschlossen werden hierbei auch Jugendliche, anhand derer die Beispiele für Auswirkungen der Kinderarmut deutlicher gemacht werden können.
Fest steht, dass Kinderarmut einen Einfluss auf das Kindliche Wohlbefinden und auf dessen subjektive Handlungsräume ausübt, es in seiner Lebenswelt mit einschränkt und ihm seine Lebensqualität nimmt (vgl. Chassé; Zander 2003: 18f). „Leben in Armut bedeutet hierbei nicht das Vorliegen existentieller Notlagen im Sinne von absoluter oder primärer Armut, womit das Fehlen der Mittel zum physischen Überleben gemeint ist. Leben in Armut (…) heißt arm zu sein im Sinne von sozialer Ungerechtigkeit und sozialem Ausschluss“ (Chassé; Zander 2003: 12). Es ist an dieser Stelle zu hinterfragen, ob das physische Überleben allein für ein Kind ausreicht, um lebensfähig zu werden. Ist es ausreichend, um
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funkions- und leistungsfähig zu sein? Nicht vergessen darf man dabei auch das psychisch-emotionale Wohlbefinden des Kindes und das soziale Verhalten, das sich aus den sozialen Bindungen ergibt. Diese Fragen sollen im Anschluss aus der Analyse heraus beantwortet werden.
2. Definition von Armut
Armut aus politisch-normativer Sicht bedeutet, dass man sich aus seinem eigenen Einkommen nicht selbstständig versorgen kann (vgl. Chassé; Zander 2003: 12). „Armut wird verstanden als eine extreme Ausprägung sozial-ökonomischer Ungleichheit, bei der der Lebensstandard der Armen im Verhältnis zum durchschnittlichen Lebensstandard einer Gesellschaft betrachtet wird“ (Otto; Thiersch 2001: 81). Armut gilt als ein „(…) uraltes Phänomen, dessen Erscheinungsformen sich im Laufe der Zeit verändert haben“ (Butterwegge 2000: 22). In früheren Zeiten diente sie der Motivierung ebenso wie der Disziplinierung und fungierte als ein Mittel, um die Loyalität aufrechtzuhalten. Ebenso galt die Angst vor der Armut dem Erhalt des Politiks- und des Gesellschaftssystems (vgl. ebenda). Armut heute ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und durch die steigende Anzahl Jugendlicher Erwerbsloser. Armut heute schließt mit ein, dass immer mehr Kinder in Familien aufwachsen müssen, die von der Sozialhilfe abhängig sind. Laut Wissenschaftlern wird die heutige Armut mit dem Sozialhilfebezug gleichgesetzt (vgl. Butterwegge 2000: 25, 28). Außerdem gilt der als arm, „(…) wer einen festgelegten Prozentsatz des durchschnittlichen Äquivalenzeinkommens der bundesdeutschen Bevölkerung unterschreitet“ (Chassé; Zander 2003: 17). Das Bundessozialhilfegesetz hat mit der Hilfe zum Lebensunterhalt, kurz HLU einen Rechtsanspruch auf Leistungen vergeben, die die Würde des Menschen in seiner Lebensführung wahrnehmen sollen und die die Armut bekämpfen sollen. Es handelt sich hierbei um „(…) ein staatlich garantiertes sozialkulturelles Existenzminimum“ (Otto, Thiersch 2001: 81). Trotz dessen gibt es die sogenannte `verdeckte Armut`, bei der sich Haushalte, die von der Armut betroffen sind und einen Anspruch auf Sozialhilfe hätten, diese aber nicht nutzen würden und dadurch in noch ärmeren Zuständen leben wie Menschen, die die Hilfe in Anspruch nehmen (vgl. ebd.).
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2.1 Infantilisierung der Armut
Im Laufe der letzten Jahre nahm das Phänomen der Kinderarmut immer größere Ausmaße an, sodass man heute von einer Infantilisierung der Armut spricht. Was bedeutet, dass Kinder und Jugendliche unter achtzehn Jahren eine Gruppe bilden, die von der Armut am Meisten betroffen ist (vgl. http://www.uni-koeln.de/uni/kuj/Archiv_04_2003/images/fakul_ewhp.pdf; AWO 2000: 1). Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2001 Kinder und Jugendliche unter achtzehn Jahren fünf mal mehr als Sozialhilfeempfänger zu verzeichnen als ältere Menschen. Die Quote betrug bei jungen Menschen 6,4%, die älterer Menschen über 65 Jahre 1,4%. Die Infantilisierung der Armut kann auch als ein Phänomen der Neuen Armut aufgefasst werden. Diese ist gekennzeichnet von ansteigender Erwerbslosigkeit junger Menschen, die zur Folge Armut nach sich zieht (vgl. Chassé; Zander 2003: 17f). „Kinderarmut ist die aktuell verbreitetste und brisanteste Armutsform in der Bundesrepublik, sie darf aber nicht den Blick dafür verstellen, dass es sich bei dem Phänomen um ein gesellschaftspolitisches Grundsatzproblem handelt“ (Butterwegge 2000: 50).
2.1.1 Von Sozialleistungen abhängige Kinder
Kinder, die in Haushalten leben welche sich aus eigener Kraft und Lage nicht versorgen können, beziehen Hilfe zum Lebensunterhalt [HLU]. Damit soll der lebensnotwendige Bedarf der Betroffenen gedeckt werden (vgl. Chassé; Zander 2003: 12). „Haushalte und Personen auf die dies zutrifft, erhalten also laufende Hilfe zum Lebensunterhalt, deren Eckregelsatz das gesellschaftliche definierte Existenzminimum darstellt. Sozialhilfebezug ist somit definiert als staatlich `bekämpfte Armut`“ (ebd.).
2.2 Aktueller Armutsstand von Kindern und Jugendlichen
Statistiken der letzten drei Jahre geben Zahlen zur Kinderarmut in Deutschland zwischen 1,5 und 3 Millionen an, was bedeutet dass mehr als zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen unter achtzehn Jahren in Deutschland als relativ arm zu
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bezeichnen sind. „Als relativ arm gilt (…), wessen Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens in einem Land beträgt“
(http://www.abendblatt.de/daten/2006/04/22/555489.html).
Tabelle 1: Von Armut gefährdete Kinder in Deutschland/2007
Die Einkommensgrenze für einen Familienhaushalt mit zwei Kindern liegt bei 1596 Euro monatlich, bei 725 Euro netto Gehalt beginnt der Armutssektor (EU -Nachrichten 2008: 4; http://www.abendblatt.de/daten/2006/04/22/555489.html). Laut der Bundesagentur für Arbeit sind es an die 1.886.459 Mio. Kinder im Jahr 2006, die von den sozialen Leistungen des Harz IV leben, seitdem stieg ihr Anteil innerhalb eines Jahres um 0,43% an (vgl.
http://www.sozialhilfe24.de/news/149/hartz-IV-kinderarmut/). Eine Steigerung der Kinderarmut in Deutschland gab es bereits seit den 1990er Jahren, und zwar um geschätzte 2,7% bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts und somit lässt sich feststellen, dass Deutschland bei der Kinderarmut der Vorreiter den anderen Industriestaaten gegenüber ist. So liegt zum Beispiel die Armutsrate in den skandinavischen Ländern unter drei Prozent. Dem gegenüber sind es in Deutschland laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband aus dem Jahr 2007 mehr als 12,4% der Kinder in Westdeutschland, die als arm einzustufen sind und in den neuen Bundesländern liegt der Prozentsatz der Kinderarmut bei 23,7% (vgl. http://www.abendblatt.de/daten/2006/04/555489.html). Die Steigerungsrate ist kaum noch übersehbar, weil die Dunkelziffer der verdeckten Armut noch relativ hoch ist, denn nicht immer nutzen Menschen mit Einkünften, die unter der Sozialhilfegrenze liegen die Unterstützung vom Staat. Teilweise aus Unkenntnis,
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aus Scham vor der `Stigmatisierung als Almosenempfänger` oder aus Stolz. Laut Verdi hat sich die Kinderarmut in Deutschland seit 1980 verzehnfacht (vgl. Brüggemann 2000: 28; http://www.kinder-armut.de). Die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe - AGJ hat im Juni 2008 Daten hervorgebracht, die angeben, dass es bei Jugendlichen zwischen sechzehn und vierundzwanzig Jahren jeder Vierte ist, der sich in materieller Not befindet und dass es in ganz Deutschland 2,5 Millionen Jugendliche sind, die als `arm` gelten (vgl. AGJ 2008: 3ff). Besonders Städte, die sich durch Kinderarmut auszeichnen sind in Deutschland Görlitz und Schwerin mit einem Prozentsatz der Kinderarmut von bis zu 35%. Außerdem liegt die Stadt Berlin mit einer Armutsgrenze von 2,7% ganz weit vorne in den deutschen Bundesländern (vgl.
http://www.abendblatt.de/daten/2006/04/555489.html; http://www.kinderarmut.de). Neuere Studien greifen die Familienstatistik auf, und zwar soll laut dem Armuts- und Reichtumsbericht 2008 der Bundesregierung jede vierte Familie unter die Armutsgrenze fallen, das entspricht 25% der Bevölkerung. Dem gegenüber waren es im Jahr 2003 13,9%. In Bezug auf die Kinderarmut bedeutet es, dass jedes achte Kind der Gefahr ausgesetzt ist, in die Armut zu fallen, so der Sozialbericht der EU-Kommission für 2008 in Brüssel (vgl. http://www.kinder-armut.de/news/3-news/25-armut-in-deutschland-waechst.html).
3. Lebensstandards
Es gilt zu thematisieren, was ein Mensch für ein Leben mit Versorgungsstandards benötigt, woraus ersichtlich wird, dass das Meiste davon nur durch vorhandene Finanzen realisierbar ist. Zum einen muss die Versorgung für das tägliche Leben gesichert sein, wie etwa mit Nahrungsmitteln, Bekleidung und Ähnlichem. Darüber hinaus benötigt der Mensch Bildung, Arbeit, Wohnraum und Absicherung seiner Verhältnisse durch Versicherungen wie die seiner materiellen Lage oder seiner Gesundheit (Otto, Thiersch 2001: 82). Hinzu kommt, dass im Normalfall der Bedarf besteht, sich am kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Leben aktiv zu beteiligen (vgl. ebd.). Diese Beispiele dienten etwa den Standards eines Erwachsenen. Wenn man bedenkt, dass Kinderarmut aus der Armut der Eltern entsteht, wird ersichtlich, dass ein sich nicht
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Arbeit zitieren:
Viktoria Dell, 2009, Kinderarmut in Deutschland , München, GRIN Verlag GmbH
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