1. Bedeutung von sinnlichen Erfahrungen für das Kind...................................................2
2. Methode des Einführens bei Wahrnehmungsspielen ..................................................3
3. Zur Geschichte der Wahrnehmung..............................................................................3 Quellen: ...........................................................................................................................7
1. Bedeutung von sinnlichen Erfahrungen für das Kind Worauf muss ich als Kindergärtnerin achten?
Kinder haben Spaß am Einsatz all ihrer Sinne. Sie lieben z.B.: Hoppe-Reiter-Spiele, sie springen gerne auf Matratzen und hüpfen auch gerne in Pfützen. Für einen Erwachsenen erscheinen manche Tätigkeiten oft als sinnlos. Für das Kind ist es aber auf keinen Fall nutzlos. Es erfährt so über die Sinne seine Umwelt und es macht seine Erfahrungen, was vor allem auch für seine spätere Entwicklung von großer Bedeutung ist. Es ist aus diesem Grund wichtig, dass man sich auf die Erlebnisebene des Kindes einlässt. Kinder brauchen auch den konkreten Umgang mit Dingen und möchten sie nicht nur ansehen. Es ist heute leider so, dass wir in einer sozusagen sinnesfeindlichen Umwelt aufwachsen. Wir leben in einer mediatisierten Welt
(Die Kinder erleben die Welt über Bilder passiv und nicht aktiv.) technisierten und motorisierten Welt.
(Tatsächliche Vorgänge sind nicht mehr sichtbar, es öffnen sich z.B.: Türen automatisch.) körper- und leibfeindlichen Welt
(Kinder können ihrem Bewegungsdrang zum Teil nicht nachgehen.) Welt voll einseitiger Sinneserfahrungen (Wahrnehmung ist oft auf das Sehen und Hören beschränkt.) Es ist aber wichtig, dass alle Sinnesorgane angeregt werden, nur so können sie gut funktionieren.
Da dies die Kinder aber im Alltag oft nicht erfahren, ist es auch Aufgabe von Erziehungseinrichtungen, dass sie darauf eingehen.
Beispiele für die Umsetzung:
Ich gehe mit den Kindern in einen Streichelzoo und sie können so den Hasen nicht nur im Bilderbuch betrachten. Das heißt sie erleben das Tier aktiv und nicht nur passiv in Form von Bildern.
Wir können auch gemeinsam einen Kuchen backen. Die Kinder erleben wie der Teig zubereitet und geknetet wird, wie er duftet, dass er gebacken und dann aufgeschnitten wird und nicht aus der Tiefkühltruhe kommt. Das heißt sie erleben den ganzen Vorgang. Es sollte mir als Kindergärtnerin auch immer bewusst sein, dass Kinder ausreichen Bewegung brauchen.
Und durch Spielideen könnten auch die anderen Sinne gefördert werden.
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Referat von Birgit Mayer
Bei den Spielen ist aber immer zu beachten, dass sie nicht zum täglichen Programm oder Muss werden, sondern dass der Spaß im Vordergrund steht.
Wichtig ist auch, dass man das Kind bei seinen Erfahrungen begleitet und eventuell unterstützend wirkt, aber auch dass man ihm genügend Freiraum für eigene Entdeckungen lässt.
Außerdem sollte man auch darauf achten, dass nicht nur Angebote gesetzt werden, sondern dass die Kinder auch eine Umgebung vorfinden in der Sinneserfahrungen möglich sind, wo sie also selbst aktiv werden können. (Ein Beispiel dafür ist eine Kastanienwanne im Gruppenraum oder in der Garderobe, wo die Kinder ihren Tastsinn erproben können.) Wichtig ist dabei, wie bei allem dass die Dinge gut eingeführt werden, so dass die Kinder auch ohne Hilfe des Erziehers gut damit umgehen können.
Es sollte dem Erzieher auch bewusst sein, dass das reibungslose Funktionieren der Sinne nicht wie heute oft angenommen selbstverständlich ist, sondern dass auch die Sinne Übung brauchen. Man kann einen Sinn auch intensiver fordern und wahrnehmen, wenn man einen anderen ausschaltet. Ein Beispiel dafür ist, dass die Kinder oft die Augen schließen, wenn sie massiert werden, sie nehmen dann bewusst die Berührung wahr.
2. Methode des Einführens bei Wahrnehmungsspielen
• Wie bei allen Angeboten, sollte zunächst das Interesse des Kindes geweckt werden. Interesse wird auch geweckt, wenn die Kinder oder auch Eltern aktiv bei einer Vorbereitung dabei sein dürfen. Am Beispiel einer selbstgemachten Tastwand
könnte dies folgendermaßen aussehen: Die Kinder und Eltern könnten ermuntert werden, Fellreste, Bürsten, Watte, Schmirgelpapier usw. zu sammeln.
• Dann würde ich den Kindern die Möglichkeit geben, im gesammelten Materialberg zu wühlen, also erste Kontakte mit dem Material aufzunehmen und dieses zu bestaunen.
• Der nächste Schritt könnte das gemeinsame Anfertigen und Befestigen der Materialien auf der Tastwand sein.
• Von der richtig gewählten Sozialform hängt es natürlich auch ab, ob eine Aktivität für das Kind befriedigend verläuft. Bei Wahrnehmungsspielen hängt dies von der Art der Tätigkeit ab. Im Normalfall ist aber die Kleingruppe der Großgruppe vorzuziehen.
• Es ist außerdem wichtig, dass die Motivation aufrecht erhalten bleibt, das heißt, dass auch die Lust nach Neuem befriedigt wird. Bei der Tastwand könnte man die Kinder ermuntern, die Materialien auch mit den Füßen zu ertasten, so ferne sie nicht selber darauf kommen. Oder es könnte auch eine Tastwand gestaltet werden, die immer wieder verändert werden kann. Eine Steigerung könnte auch sein, dass man die Kinder ermuntert, das was sie fühlen auch zu zeichnen.
• Wie bei allen Dingen sollten die Kinder auch bei Wahrnehmungsspielen die Möglichkeit haben, diese zu wiederholen.
3. Zur Geschichte der Wahrnehmung
In der Antike hat bereits Aristoteles auf die Bedeutung der sinnlichen Wahrnehmung hingewiesen. Er sagte: „Die beste Methode dürfte sein, dass man die Gegenstände verfolgt, wie sie sich von Anfang an entwickeln.“
Auch Johann Amos Comenius und der Philosoph John Locke sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen. John Locke’s Aussage: „Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war.“
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Referat von Birgit Mayer
Jean Jacques Rousseau hat auf die Bedeutung des Trainings der Sinne hingewiesen und von Johann Heinrich Pestalozzi stammt die Forderung nach einem Lernen mit Kopf, Herz und Hand, was im heutigen Schulsystem leider noch immer nicht verwirklicht wird. Die Pädagogen und Philosophen der Geschichte sahen aber die Sinnesschulung eher als eine Art Training. Von Spaß oder Lust war da leider noch wenig zu spüren. Das visuelle System
Wenn ich die Augen schließe,
sehe ich die Welt mit anderen Augen! Dann fliege ich über den Wolken und der Himmel antwortet mit seinem schönsten Blau!
Die meisten Sinneseindrücke von der Umwelt erhalten wir über den Sehsinn. Es ist der am meisten gebrauchte, aber auch der am häufigsten überlastete Sinn. Sehen ist aber nicht nur das Aufnehmen und Verarbeiten von optischen Eindrücken, sondern es hängt immer auch vom Standpunkt des Betrachters ab, wie man etwas sieht. Ein Pflasterer betrachtet z.B.: die Steine am Marktplatz unter anderen Gesichtspunkten, als ein Kind, welches darauf beabsichtigt zu spielen. Auch Gefühle und Stimmungen beeinflussen natürlich unsere Sichtweise. Wir sehen z.B.: die Welt durch eine rosarote Brille, wenn wir verliebt sind.
Da die Kinder heute immer mehr mit elektrischen Medien und schneller Bildabfolge konfrontiert sind, ist es wichtig, die Augen auch für das Nichtalltägliche zu öffnen. Man könnte versuchen etwas bewusst wahrzunehmen und Details zu erkennen. Kurz zur Entwicklung der visuellen Wahrnehmung:
Bereits einige Wochen vor der Geburt ist der Sehsinn funktionsfähig. Verändern sich z.B.: die Lichtverhältnisse auf dem Bauch der Mutter, so nimmt dies das Kind wahr. Nach der Geburt können Säuglinge dann schon bald Objekte, die sich langsam bewegen mit den Augen verfolgen.
Spielideen zur Förderung der visuellen Wahrnehmung bei Kindern:
Besonders Spiele zur Figur-Grund-Differenzierung helfen den Kindern sich auf Wesentliches zu konzentrieren, also Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.
• „Ich sehe was, was du nicht siehst.“
• Aus einer Knopfschachtel mit lauter runden Knöpfen einen eckigen herauszusuchen.
• Förderung der Formenwahrnehmung: Sortieren von eckigen und runden Bierdeckeln Die Kinder könnten dann versuchen noch weitere eckige und runde Formen im Raum zu finden.
• Förderung der Farbwahrnehmung durch Experimentieren mit Farbe: Die Kinder mischen verschiede Farben und beobachten so, welche Farbe entsteht aus rot und gelb, also welche Farbe gewinnt. Das kann man natürlich noch weiter ausbauen, es könnte die Farben dann z.B.: Verblasen werden.
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Arbeit zitieren:
Birgit Mayer, 2002, Spiele zur Wahrnehmungsdifferenzierung, München, GRIN Verlag GmbH
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