Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Economía - Finanzas

Ist Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu rechtfertigen?

Título: Ist Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu rechtfertigen?

Trabajo de Seminario , 2002 , 31 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Manfred Rabl (Autor)

Economía - Finanzas
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

In den letzten Monaten hat gerade die Frage ob Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu
rechtfertigen ist wieder an Aktualität gewonnen. Ein Grund dafür sind wohl die
Terroranschläge in den USA und der damit verbundene weltweite Konjunktureinbruch. Denn
schon werden die ersten Rufe nach staatlichem Handeln in Wirtschaft und Wissenschaft
lauter. So fordert beispielsweise Hans-Werner Sinn vom Münchner Ifo-Institut für
Wirtschaftsforschung ein Konjunkturprogramm auf G8-Ebene. Und auch Klaus
Zimmermann, der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin,
empfiehlt bei einer anhaltenden Abwärtsbewegung der Konjunktur ein koordiniertes
Infrastrukturprogramm für Europa. Kurzum fordern beide nach alter keynesscher Manier ein
kreditfinanziertes Konjunkturprogramm. Was in Deutschland noch gefordert wird, ist in den
Vereinigten Staaten bereits in die Tat umgesetzt worden, so hat die Regierung von George W.
Bush wenn man die 55 Milliarden Dollar Nothilfe, die Erhöhung des regulären Haushalts um
25 Milliarden Dollar und das Konjunkturprogramm von 60 bis 70 Milliarden Dollar
zusammenzählt bereits ein gigantisches Konjunkturprogramm gestartet, welches rund 1,5
Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im Gegensatz zu den USA
welche jahrelang gespart und Überschüsse erwirtschaftet haben, hat Deutschland mit dem
höchsten Haushaltsdefizit in der Euro-Zone einen weitaus geringeren finanziellen Spielraum.1
Ein weiterer Grund weshalb die Staatsverschuldung wieder in den Mittelpunkt des
öffentlichen Interesses geraten ist, war wohl der drohende „blaue Brief“ aus Brüssel. Wegen
des hohen deutschen Haushaltsdefizits wollte EU-Währungskommissar Pedro Solbes
Deutschland eine formelle Frühwarnung schicken. Denn nach Berechnungen der Kommission
steigt die Gesamtwirtschaftliche Staatsverschuldung Deutschlands dieses Jahr auf 2,7 Prozent
des Bruttoinlandsprodukts. Es ist daher zu befürchten das Deutschland die im Stabilitätspakt
verankerte Obergrenze von 3 Prozent erreicht oder gar überschreitet. Dies war für
Deutschland besonders bitter, da es sich bei Deutschland ja um den Erfinder des Europäischen
Stabilitätspaktes handelt.2 [...]

1 Vgl. Afhüppe, S./Gersemann, O./Gräf, P./Handschuch, K., Keynes, 2001, S. 22-27
2 Vgl. Afhüppe, S./Fischer, M./Hoffmann, M./Thelen, F., Blauer Brief, 2002, S. 23-27

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Aktuelle Entwicklungen

2 Begriffsdefinitionen

3 Ökonomische Sichtweisen zur Staatsverschuldung

3.1 Die klassische Sichtweise der Staatsverschuldung

3.2 Das Keynessche Modell

3.3 Das Ricardo-Barro-Äquivalenztheorem

4 Folgen der Staatsverschuldung

4.1 Finanzwirtschaftliche Folgen

4.2 Realwirtschaftliche Folgen

4.2.1 Kurzfristige realwirtschaftliche Folgen

4.2.2 Langfristige realwirtschaftliche Folgen

4.2.3 Realwirtschaftliche Folgen bei einer offenen Volkswirtschaft

4.3 Monetäre Folgen

4.4 Verteilungspolitische Folgen

4.5 Ordnungspolitische Folgen

5 Grenzen der Verschuldung

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Fragestellung, ob eine Staatsverschuldung aus heutiger ökonomischer Sicht noch zu rechtfertigen ist. Dabei wird untersucht, inwieweit verschiedene ökonomische Theorien die Kreditfinanzierung staatlicher Ausgaben stützen oder ablehnen, und welche Konsequenzen eine anhaltende Verschuldung auf die Realwirtschaft, die Währung und die intergenerative Gerechtigkeit hat.

  • Analyse klassischer und keynesscher Sichtweisen zur Staatsverschuldung
  • Untersuchung des Ricardo-Barro-Äquivalenztheorems
  • Bewertung finanzwirtschaftlicher und realwirtschaftlicher Folgen (Crowding-out)
  • Monetäre, verteilungspolitische und ordnungspolitische Auswirkungen
  • Diskussion der rechtlichen und ökonomischen Schuldengrenzen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die klassische Sichtweise der Staatsverschuldung

Die berühmten Vertreter der Klassik wie Adam Smith (1723-1790) und David Ricardo (1772-1823) befürworteten die Rolle des Staates im Wirtschaftsprozess auf ein notwendiges Minimum zu beschränken. Dennoch hatte der Staat auch aus Sicht der Klassik in wichtigen Bereichen eine Aufgabe zu erfüllen. Diese Aufgaben bestehen aus dem Schutz von Leib, Leben und Eigentum nach außen wie nach innen und aus der Bereitstellung von öffentlichen Gütern und Dienstleistungen. Bei diesen öffentlichen Gütern und Dienstleistungen handelt es sich beispielsweise um die Infrastruktur und das Bildungswesen eines Landes. Der Staat sollte nur insoweit öffentliche Einrichtungen unterhalten, sofern diese nicht gewinnbringend von privaten Unternehmen betrieben werden können. Die generelle Position der Klassik zur Staatsverschuldung lässt sich am Besten an einer Aussage von David Ricardo festmachen, in der er die Staatsverschuldung als „eine der schrecklichsten Geißeln, die je zur Plage der Nation erfunden wurde“ bezeichnet.

Trotz dieser Zugegebenerweise verschuldungsfeindlichen Einstellung, lehnt auch die Klassik die Verschuldung nicht gänzlich ab. Zwar ist die Verschuldung zur Finanzierung des laufenden Staatshaushalts unzulässig, eine Verschuldung zur Finanzierung von Kriegsausgaben oder von produktiven Investitionen wird aber durchaus als positiv angesehen, da diese Erträge erwirtschaften. Die überwiegend negative Sicht der Verschuldung durch die Klassik beruht auf der Annahme eines vollständigen crowding out, das heißt, dass der Staat durch die Staatsverschuldung dem privaten Sektor Kapital in gleicher Höhe entzieht und dieses einer unproduktiven Verwendung zuführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Aktuelle Entwicklungen: Diese Einleitung beleuchtet die gestiegene Aktualität der Staatsverschuldung vor dem Hintergrund konjunktureller Einbrüche und europäischer Stabilitätskriterien.

2 Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale ökonomische Kennzahlen wie Staatsverschuldung, Budgetdefizit, Primärdefizit und die Schuldenquote definiert.

3 Ökonomische Sichtweisen zur Staatsverschuldung: Das Kapitel vergleicht die klassische ablehnende Haltung mit dem keynesschen Modell des „deficit spending“ und dem neutralen Ricardo-Barro-Äquivalenztheorem.

4 Folgen der Staatsverschuldung: Es wird detailliert analysiert, wie sich Staatsschulden auf Finanzmärkte, Investitionen, Inflation, Einkommensverteilung und das marktwirtschaftliche System auswirken.

5 Grenzen der Verschuldung: Dieses Kapitel erörtert die rechtlichen Schranken durch das Grundgesetz sowie die ökonomischen und politischen Grenzen der staatlichen Kreditaufnahme.

6 Fazit: Der Autor schlussfolgert, dass Staatsverschuldung kritisch zu sehen ist und ein Umdenken hin zur Haushaltskonsolidierung erforderlich macht, um künftige Generationen nicht zu belasten.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, Budgetdefizit, Fiskalpolitik, Crowding-out, Ricardo-Barro-Äquivalenztheorem, Defizitfinanzierung, Schuldenquote, Investitionstätigkeit, Inflation, Leistungsbilanz, Stabilitätspakt, Haushaltskonsolidierung, intergenerative Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomische Rechtfertigung von Staatsverschuldung im modernen Kontext und untersucht deren Auswirkungen auf verschiedene wirtschaftliche Bereiche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen theoretische Modelle der Staatsverschuldung, deren finanz- und realwirtschaftliche Konsequenzen sowie die Grenzen der staatlichen Verschuldungsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob eine wachsende Staatsverschuldung aus heutiger Sicht unter Berücksichtigung langfristiger ökonomischer Folgen noch als wirtschaftspolitisches Instrument zu rechtfertigen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Einbeziehung makroökonomischer Modelle wie dem IS/LM-Modell und dem Gesamtangebots-Gesamtnachfrage-Modell sowie einer Auswertung relevanter Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Sichtweisen, die spezifischen Auswirkungen auf Investitionen und Inflation sowie die verteilungspolitischen und ordnungspolitischen Konsequenzen einer Verschuldung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Staatsverschuldung, Crowding-out, Fiskalpolitik, Schuldenquote und Haushaltskonsolidierung geprägt.

Warum ist laut der Arbeit eine steigende Staatsquote ordnungspolitisch problematisch?

Eine hohe Staatsquote führt dazu, dass der Staat einen wachsenden Anteil des Bruttoinlandsprodukts kontrolliert, was den Bürger entmündigt und die Marktwirtschaft in Richtung einer Planwirtschaft drängen könnte.

Welche Rolle spielt die Bindung zwischen den Generationen beim Ricardo-Barro-Äquivalenztheorem?

Die Theorie unterstellt, dass Eltern bei der Entscheidung über Staatsverschuldung die Belastungen ihrer Kinder als eigene Kosten betrachten (intergenerativer Altruismus), was jedoch durch den Rückgang der Mehrgenerationenfamilie in der Realität zunehmend in Frage gestellt wird.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Ist Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu rechtfertigen?
Universidad
University of Applied Sciences Ingolstadt
Calificación
1,0
Autor
Manfred Rabl (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
31
No. de catálogo
V15198
ISBN (Ebook)
9783638203869
Idioma
Alemán
Etiqueta
Staatsverschuldung Sicht Thema Staatsverschuldung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Manfred Rabl (Autor), 2002, Ist Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu rechtfertigen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15198
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  31  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint