Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis................................................................................................................... I
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
Executive Summary IV
1 Aktuelle Entwicklungen. 1
2 Begriffsdefinitionen. 2
3 Ökonomische Sichtweisen zur Staatsverschuldung 3
3.1 Die klassische Sichtweise der Staatsverschuldung. 4
3.2 Das Keynessche Modell 5
3.3 Das Ricardo-Barro-Äquivalenztheorem. 7
4 Folgen der Staatsverschuldung. 10
4.1 Finanzwirtschaftliche Folgen 11
4.2 Realwirtschaftliche Folgen. 12
4.2.1 Kurzfristige realwirtschaftliche Folgen 12
4.2.2 Langfristige realwirtschaftliche Folgen. 14
4.2.3 Realwirtschaftliche Folgen bei einer offenen Volkswirtschaft. 17
4.3 Monetäre Folgen 19
4.4 Verteilungspolitische Folgen. 20
4.5 Ordnungspolitische Folgen. 21
5 Grenzen der Verschuldung. 22
6 Fazit 23
Literaturverzeichnis. V
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kurzfristige Wirkung einer expansiven Fiskalpolitik im IS/L-MModell
Abbildung 2: Wirkung einer expansiven Fiskalpolitik im Totalmodell.
Abbildung 3: Langfristige Wirkung einer expansiven Fiskalpolitik im IS/L-MModell
Abbildung 4: Auswirkung einer expansiven Fiskalpolitik auf die Leistungsbilanz
Abbildung 5: Auswirkung einer expansiven Fiskalpolitik auf den Wechselkurs.
II
Abkürzungsverzeichnis
A Gesamtangebot
BIP Bruttoinlandsprodukt
EZB Europäische Zentralbank
IS investment saving (Investition, Ersparnis)
LM liquidity money (Liquidität, Geld)
N Gesamtnachfrage
NX Leistungsbilanzsaldo
P Preisniveau
r Zinssatz
Y Einkommen, Output
Wechselkurs
III
Executive Summary
• Nach dem Ricardo-Barro-Äquivalenztheorem verhält sich die Staatsverschuldung neutral, diese Annahme ist jedoch aufgrund der vielen restriktiven Annahmen zu bezweifeln.
• Kurzfristig kann durch eine expansive Fiskalpolitik eine höheres Einkommen und somit eine höhere Beschäftigung realisiert werden, langfristig neutralisieren sich diese Effekte jedoch wieder.
• Langfristig führt eine expansive Fiskalpolitik lediglich zu einem höheren Preisniveau und zu einem geringeren an die zukünftigen Generationen weitergegebenen Kapitalstock.
• Durch eine fortlaufende Verschuldung kann es zu einer Schuldenspirale kommen, die nur durch einen Primärüberschuss gestoppt werden kann.
• In einer offenen Volkswirtschaft führt die Staatsverschuldung zu einer Verschiebung der Leistungsbilanz in Richtung Defizit und zu einer Aufwertung der heimischen Währung.
• Durch die Staatsverschuldung kommt es zu einer intertemporalen Lastenverschiebung in die Zukunft und zu einer interpersonellen Lastenverschiebung von wohlhabenden zu den weniger wohlhabenden Haushalten.
IV
1 Aktuelle Entwicklungen
In den letzten Monaten hat gerade die Frage ob Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu rechtfertigen ist wieder an Aktualität gewonnen. Ein Grund dafür sind wohl die Terroranschläge in den USA und der damit verbundene weltweite Konjunktureinbruch. Denn schon werden die ersten Rufe nach staatlichem Handeln in Wirtschaft und Wissenschaft lauter. So fordert beispielsweise Hans-Werner Sinn vom Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung ein Konjunkturprogramm auf G8-Ebene. Und auch Klaus Zimmermann, der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, empfiehlt bei einer anhaltenden Abwärtsbewegung der Konjunktur ein koordiniertes Infrastrukturprogramm für Europa. Kurzum fordern beide nach alter keynesscher Manier ein kreditfinanziertes Konjunkturprogramm. Was in Deutschland noch gefordert wird, ist in den Vereinigten Staaten bereits in die Tat umgesetzt worden, so hat die Regierung von George W. Bush wenn man die 55 Milliarden Dollar Nothilfe, die Erhöhung des regulären Haushalts um 25 Milliarden Dollar und das Konjunkturprogramm von 60 bis 70 Milliarden Dollar zusammenzählt bereits ein gigantisches Konjunkturprogramm gestartet, welches rund 1,5 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im Gegensatz zu den USA welche jahrelang gespart und Überschüsse erwirtschaftet haben, hat Deutschland mit dem höchsten Haushaltsdefizit in der Euro-Zone einen weitaus geringeren finanziellen Spielraum. 1
Ein weiterer Grund weshalb die Staatsverschuldung wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses geraten ist, war wohl der drohende „blaue Brief“ aus Brüssel. Wegen des hohen deutschen Haushaltsdefizits wollte EU-Währungskommissar Pedro Solbes Deutschland eine formelle Frühwarnung schicken. Denn nach Berechnungen der Kommission steigt die Gesamtwirtschaftliche Staatsverschuldung Deutschlands dieses Jahr auf 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Es ist daher zu befürchten das Deutschland die im Stabilitätspakt verankerte Obergrenze von 3 Prozent erreicht oder gar überschreitet. Dies war für Deutschland besonders bitter, da es sich bei Deutschland ja um den Erfinder des Europäischen Stabilitätspaktes handelt. 2 Zwar ist es Bundesfinanzminister Hans Eichel gelungen den drohenden blauen Brief aus Brüssel abzuwenden, wie dieses Beispiel jedoch zeigt hat das
1 Vgl. Afhüppe, S./Gersemann, O./Gräf, P./Handschuch, K., Keynes, 2001, S. 22-27
2 Vgl. Afhüppe, S./Fischer, M./Hoffmann, M./Thelen, F., Blauer Brief, 2002, S. 23-27
1
Thema der Staatsverschuldung trotz seiner zweifelsohne langen Tradition nichts an seiner Aktualität und Brisanz eingebüßt.
2 Begriffsdefinitionen
Bevor ich jedoch nun auf einige ökonomische Modelle zur Staatsverschuldung eingehe möchte ich vorher noch einige grundlegende Begriffe zu diesem Themenkomplex erläutern. Als erstes sind hierbei natürlich die Staatsschulden zu nennen. Die Staatsschulden sind eine Bestandsgröße und geben die Verbindlichkeiten des Staates zu einem bestimmten Zeitpunkt an. 3 Anders ausgedrückt kann man auch sagen, dass die Staatsschulden die kumulierten Budgetdefizite der Vergangenheit repräsentieren. In den nachfolgenden Ausführungen werden als Staatsschulden lediglich die Finanzschulden, also die verbrieften Schulden betrachtet. Unverbriefte Schulden wie die Rentenansprüche zukünftiger Generationen werden in die Betrachtung nicht eingeschlossen. 4
Häufig wird im Zusammenhang mit der Staatsverschuldung auch vom Budgetdefizit gesprochen, bei welchem es sich um eine Stromgröße handelt. Um das Budgetdefizit besser zu verstehen muss man sich als erstes die Einnahmen und Ausgaben des Staates ansehen. Das gesamte Budget des Staates umfasst auf der Ausgabenseite die allgemeinen Ausgaben des Staates (G) und die Zinszahlungen (r*B) auf die bereits vorhandenen Staatsschulden (B), wobei der Zinssatz als gegeben unterstellt wird. Auf der Einnahmenseite des Staates stehen vereinfacht die Steuereinnahmen (T) und die Kreditaufnahme in Höhe des Budgetdefizits (D). Das Budgetdefizit stellt hierbei eine Restgröße dar, da das periodenbezogene Budget stets ausgeglichen sein muss. Man kann das Gesamtbudget also wie folgt schreiben.
D + T = G + r*B
Löst man diese Gleichung nun nach D auf so erhält man eine neue Gleichung, welche die Aufteilung des Gesamtdefizits in ein Primärdefizit und eine Sekundärdefizit veranschaulicht.
D = G - T + r*B
3 Vgl. Wagschal, U., Staatsverschuldung, 1996, S. 24
4 Vgl. Blankart, C., Öffentliche Finanzen, 1994, S. 329
2
Arbeit zitieren:
Manfred Rabl, 2002, Ist Staatsverschuldung aus heutiger Sicht noch zu rechtfertigen?, München, GRIN Verlag GmbH
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