Die Baisse vor dem Crash
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Hauptteil 5
Der General-Anzeiger. 5
Baisse an den Börsen 6
Finanz - und Geldmarkt 7
Skandale und Insolvenzen 7
Sekund ärer Sektor: Gemischte Rauchzeichen aus den Schloten 9
Prim ärer Sektor: Landwirtschaftliche Schieflage 10
Angespannte Reichsfinanzen 11
Arbeitsmarkt 11
Gewicht regionaler, nationaler und globaler Faktoren 12
Fazit 13
Verlauf................................................................................................... 15
Literaturverzeichnis 17
Abbildungsverzeichnis 19
Glossar 20
01. Jun 2010 Seite 2
Einleitung
Als die Finanz- und Wirtschaftskrise im September 2008 die internationalen Märkte erschütterte wurden in verschiedenen Medien die Vergleiche zwischen 2008 und der Weltwirtschaftskrise 1929 laut. (1) (2) Die Ähnlichkeiten der Probleme sind zumindest auf den ersten Blick frappierend: Bankenzusammenbrüche, Kreditknappheit und eine anhaltende Börsenbaisse sind die Hauptprobleme beider Krisen. Die Folgen des Börsencrash am Black Thursday 1 und dem darauffolgenden schwarzen Freitag sind in der Literatur und vermutlich auch zahllosen Facharbeiten bereits umfassend ausgeleuchtet worden. In meiner Facharbeit möchte ich mich daher der Frage widmen, unter welchen wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Vorzeichen der schwarze Freitag den Bonner Bürger traf. Im Zusammenhang mit dieser Kernfrage werde ich darlegen, inwieweit die Weltwirtschaftskrise aus Bonner Sicht erwartet wurde, bzw. welche normativen Aussagen oder Vermutungen in den Medien über die wirtschaftliche Zukunft der Region direkt vor dem schwarzen Freitag geäußert wurden. Dazu werde ich auch klären welches Gewicht regionale, nationale und globale Faktoren in der Beurteilung der Wirtschaftslage hatten.
In Anbetracht der begrenzten Ressourcen (Zeitaufwand und Umfang der Arbeit), die mir für diese Facharbeit zur Verfügung standen, habe ich eine enge Eingrenzung des Untersuchungszeitraumes (18.10.-24.10.1929),
1 Siehe Glossar
01. Jun. 2010 Seite 3
sowie der untersuchten Quellen unternommen. Da in der Weimarer Republik die Zeitung weiterhin das wichtigste Informationsmedium blieb (3), beschränke ich mich hier auf die Perspektive der damals am weitesten verbreiteten Lokalpresse, den „General-Anzeiger für Bonn und Umgegend“ (4). Um diese Perspektive beurteilen zu können werde ich auch kurz auf die Geschichte der Zeitung eingehen. Weiterhin habe ich auf den Vergleich der im General-Anzeiger täglich veröffentlichen Börsenkurse verzichtet. Selbstverständlich sind diese Kurse von zentraler Bedeutung für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage, allerdings würde eine genaue Begutachtung der Börsenkurse den Rahmen dieser Hausarbeit übersteigen. Da im General-Anzeiger täglich neben den Kursen auch im Fließtext über die Entwicklungen an der Börse berichtet wurde fließt der Aspekt der Kurse über eine Untersuchung dieser Texte in meine Arbeit mit ein.
Außerdem habe ich - bis auf einige besonders prägnante Ausnahmenauf eine Untersuchung der Auswirkungen der hier beschriebenen wirtschaftlichen Ereignisse auf die weitere Entwicklung nach dem 25.10.1929 verzichtet. Dieses Thema ist insbesondere im
Zusammenhang mit Skandalen und Insolvenzen sehr interessant, soll hier aber nicht im Fokus stehen.
01. Jun. 2010 Seite 4
Hauptteil
Nach der Einleitung werde ich im nun folgenden zweiten Abschnitt dieser Arbeit - dem Hauptteil - zuerst auf die Rolle des Bonner General-Anzeigers eingehen. Anschließend werde ich die Situation an den Börsen beschreiben und kurz die Lage des Finanzmarktes darstellen. Danach werde ich die Bedeutung von Betrugs-Skandalen und Insolvenzen in der Berichterstattung ausführen. Im Anschluss daran widme ich mich dem produzierenden Sektor und der Landwirtschaft. Schließlich werde ich die angespannten Reichsfinanzen, den Arbeitsmarkt sowie das Gewicht regionaler, nationaler und globaler Faktoren in der Berichterstattung darlegen. Im dritten Abschnitt dieser Arbeit werde ich abschließend ein Fazit ziehen.
Der General-Anzeiger
Der „General-Anzeiger für Bonn und Umgegend“ (im Folgenden: General-Anzeiger) ist ein seit 1889 bestehendes Anzeigenblatt, das als solches um eine parteipolitisch und konfessionell neutrale Berichterstattung bemüht ist. (4) Gleichwohl zeigen sich hier Tendenzen zu einer maßvoll konservativen Berichterstattung, welche die politischen Verhältnisse im 01. Jun. 2010 Seite 5
Bonn seiner Zeit wiederspiegeln. (4) Diese Zeitung erscheint auch heute (Stand Mai 2010) noch unter dem nur leicht modernisierten Titel „General-Anzeiger für Bonn und Umgebung“. (5) Der überwiegende Teil der 51 untersuchten Zeitungsartikel ist auf der täglich enthaltenen Seite „Wirtschaftsleben“ erschienen, die neben den Börsenkursen und Börsenberichten vom Vortag längere Artikel zu aus wirtschaftlicher Sicht interessanten Themen enthielt, die in der Regel 1-2 Tage vor dem Erscheinungsdatum der Zeitung datierten.
Baisse an den Börsen
Wurde im täglichen Börsenbericht vom 18.10.1929 lediglich von einer "schwache[n] Stimmung" (6) an der Kölner Börse berichtet, so musste das deutsche Interventionskonsortium 2 bereits einen Tag später an den "von schwerer Depression heimgesuchten [...] deutschen Börsen" (7) eingreifen, um den Kurssturz aufzuhalten. Während sich die Lage im Deutschen Reich halbwegs stabilisierte war in den folgenden Tagen eine Zuspitzung der Börsenkrise auf internationaler Ebene deutlich zu erkennen: So sprach der Bericht vom 22.10.1929 von einer „leichten Erholung“ (8) am Berliner Wertpapiermarkt, während in New York 10-15 Milliarden Dollar Verluste eingefahren wurden; am 24.10.1929 berichtete die Zeitung wiederum von leichten Kursanstiegen in Berlin, gleichzeitig setzte sich die "Panik an der New Yorker Börse […] in heftiger Weise fort" (9). Der Black Thursday kann vor diesem Hintergrund nur als ein noch
2 Siehe Glossar
01. Jun. 2010 Seite 6
Arbeit zitieren:
Christoph Weißenborn, 2010, Die Baisse vor dem Crash - Die Wirtschaft in Bonn vor der Weltwirtschaftskrise 1929, München, GRIN Verlag GmbH
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