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Inhaltsverzeichnis. 1
1 Ausgangssituation zur Unternehmensteuerung. 2
2 Die Unternehmung als System. 2
3 Die Lenkung des Systems Unternehmung. 4
3.1 Die Steuerung. 5
3.2 Die Regelung. 6
4 Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen. 9
4.1 Definition Kennzahlen. 10
4.2 Arten von Kennzahlen. 10
4.3 Kennzahlensysteme. 12
4.3.1 Das Du Pont-Kennzahlensystem. 13
4.3.2 Das ZVEI Kennzahlensystem. 15
4.3.3 Das RL Kennzahlensystem. 18
4.3.3.1 Der Rentabilitätsteil des RL-Systems. 19
4.3.3.2 Der Liquiditätsteil des RL-Systems. 21
5 Grenzen der Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen. 23
Literaturverzeichnis. 25
II
1 Ausgangssituation zur Unternehmenssteuerung
Laut H. H. Hinterhuber leben wir in einer Zeit, die durch die Beschleunigung des Wandels und die zunehmende Komplexität aller menschlichen Einrichtungen gekennzeichnet ist. 1 Diese These wird durch das immer häufiger werdende Auftreten sogenannter Diskontinuitäten bestätigt. Eine solche Diskontinuität ist zum Beispiel der Anschlag auf das World Trade Center in New York. Dieses Ereignis war schwer vorhersehbar, hatte jedoch erhebliche Auswirkungen auf die ganze Welt, insbesondere auf die Wirtschaft und somit auch auf die einzelnen Unternehmungen. Die Welt ist vor allem durch die zunehmende Vernetzung und Veränderungsdynamik komplexer geworden. Vor 150 Jahren hätte eine ähnliche Katastrophe wie die in New York wohl kaum so weitreichende Auswirkungen auf die Unternehmungen in Deutschland gehabt. 2 Dies hat zur Folge das unsere Welt ein System von interagierenden Teilsystemen geworden ist. Heute muss man auch die Entwicklungen in den fernsten Erdregionen beachten, da diese mittelbar oder unmittelbar auch uns betreffen. 3 Diese Vernetztheit hat für die Unternehmungen zur Folge, dass sie die zu lösenden Probleme nicht mehr isoliert betrachten können, sondern im Zusammenhang mit einer größeren Umwelt. Durch die steigende Dynamik und Vernetztheit sowie durch die immer häufiger auftretenden Diskontinuitäten in der Umwelt der Unternehmungen steigt folglich auch die Komplexität in den Unternehmungen, da diese Veränderungen der Umwelt in ihren Entscheidungen berücksichtigen müssen. 4
2 Die Unternehmung als System
Ausgehend von diesen Fakten stellt sich natürlich die Frage, wie man sich die Unternehmung vorstellen kann und wie man sie trotz dieser Entwicklung zielgerichtet in eine bestimmte Richtung lenken kann. Eine Lösung bietet hier der sogenannte „Systemansatz“, der explizit auf die allgemeine Systemtheorie und Kybernetik als Grundlagen aufbaut. Dieser Ansatz versteht die Unternehmungen als komplexe, vieldimensionale, offene und dynamische Systeme. Bei diesem Systemansatz steht die umfassende ganzheitliche Gestaltung und Lenkung der Unternehmung im Mittel-
1 Vgl. Hinterhuber,H., Objektivierung der Strategie, 1990, S. 92
2 Vgl. Müller, A., ganzheitliches Controlling, 1996, S. 1 ff.
3 Vgl. Dörner, D., Logik Misslingens, 2000, S. 12 ff.
4 Vgl. Müller, A., ganzheitliches Controlling, 1996, S. 2 ff.
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punkt. 5 Man kann sich die Unternehmung also als ein produktives soziales System vorstellen, welches Teil des Supersystems Gesellschaft ist. Das System Unternehmung selbst setzt sich auch wieder aus verschiedenen Subsystemen zusammen, diese Subsysteme wiederum bestehen aus einzelnen Systemelementen welche die kleinsten Teile eines Systems sind, wie in Abbildung 1 dargestellt. 6
Allgemein kann unter einem System eine geordnete Gesamtheit von Elementen, zwischen denen irgendwelche Beziehungen bestehen oder hergestellt werden können verstanden werden.
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Das System Unternehmung kann nun durch bestimmte Systemeigenschaften präzisiert werden. Die Unternehmung ist ein soziotechnisches System dessen Elemente Menschen und Sachmittel sind, die zielgerichtet zusammenwirken. Zwischen den Elementen der Unternehmung bestehen Beziehungen, sogenannte Kommunikations- und Leitungsstrukturen. Des weiteren ist die Unternehmung ein Umwandlungssystem d.h. es wandelt Input aus der Umwelt um und gibt diesen als Output an den Markt weiter. Wie bereits erwähnt, ist die Unterneh-
5 Vgl. Malik,F., Systemisches Management, 1993, S. 49ff.
6 Vgl. Hopfenbeck, W., Betriebswirtschaftslehre, 1998, S 53
7 Vgl. Ulrich, H., Die Unternehmung als produktives soziales System, 1971, S. 105
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mung auch ein offenes System, d.h. es treten laufend Wechselbeziehungen mit der sich verändernden Umwelt auf, an die sich das Unternehmen anpassen muss. Zudem ist sie auch ein dynamisches System, das bedeutet das in der Unternehmung selbst und mit der Umwelt laufend Prozesse ablaufen. In der Unternehmung laufen eine Vielzahl von Teilaktivitäten ab, daher kann man sie als komplexes System bezeichnen. Zudem ist es ein lebendiges System (d.h. die Veränderungsprozesse sind auch Lernprozesse), ein multifunktionales System (d.h. es erfüllt Funktionen für verschiedene Anspruchsgruppen), ein selbsttragendes System (d.h. es muss gewinnbringend bzw. kostendeckend arbeiten) und ein probilistisches System (d.h. über die Beziehungen der Teilelemente lassen sich keine Aussagen treffen). 8
3 Die Lenkung des Systems Unternehmung
Da es sich wie bereits ausgeführt im Zeitalter der Diskontinuitäten anbietet, die Unternehmung als System zu betrachten, stellt sich nun weiter die Frage, wie man dieses System zielgerichtet in eine bestimmte Richtung lenken kann. Wenn man sich nun mit der Steuerung beziehungsweise Lenkung von Unternehmen befasst, so stößt man zwangsläufig auf das Controlling. Der in der deutschen Sprache verwendete Begriff Controlling ist aus dem englischen von „Control“ abgeleitet worden. Ausgehend von den englischen Wurzeln kann Controlling als die Steuerung und Lenkung von Unternehmungen verstanden werden. Diese Definition geht weit über die oft genannte Kontrolle hinaus. 9 Eine geeignete theoretische Basis für das Controlling, um das System Unternehmung zu lenken, bietet die Kybernetik. Das Gesamtsystem Unternehmung kann als ein mehrstufiger, vernetzter Regelkreis unterschiedlicher Komplexität begriffen werden. Die Kybernetik als interdisziplinäre Wissenschaft beschäftigt sich mit einem überall in der Natur vorkommenden Phänomen, nämlich dem des „Unter-Kontrolle-Halten“. 10 Die Kybernetik beschäftigt sich also mit der Lenkung von Systemen. Die Lenkung von Systemen kann nun in zwei verschiedene Arten unterschieden werden. Zum einen in die Steuerung und zum anderen in die Regelung. Nachfolgend wird auf die Steuerung und Regelung näher eingegangen. 11
8 Vgl. Hopfenbeck, W., Betriebswirtschaftslehre, 1998, S. 53 ff.
9 Vgl. Baum H.-G./Coenenberg A./Günther T., Strategisches Controlling, 1999 S. 3
10 Vgl. Hopfenbeck, W., Betriebswirtschaftslehre, 1998, S. 57
11 Vgl. Müller, A., ganzheitliches Controlling, 1996, S. 41
3
3.1 Die Steuerung
Die Steuerung wird auch als „feed forward control“ bezeichnet, also als Vorwärtskoppelung. Nach der Deutschen Industrienorm (DIN 19226) wird der Steuerungsvorgang wie folgt beschrieben: „Das Steuern, die Steuerung, ist ein Vorgang in einem System, bei dem eine oder mehrere Größen als Eingangsgrößen andere Größen als Ausgangsgrößen aufgrund der dem System eigentümlichen Gesetzmäßigkeiten beeinflussen. Kennzeichen für das Steuern ist der offene Wirkungsablauf über das einzelne Übertragungsglied oder die Steuerkette“. Reine Steuerung ist nur unter guter Kenntnis der Steuerstrecke erfolgreich. In Abbildung 2 ist die offene Wirkungskette der Steuerung dargestellt. Diese Abbildung möchte zum besseren Verständnis erst allgemein dann anhand eines Beispiels erklären.
Die Führungsgröße gibt das zu erreichende Ziel also das Soll an, während die Steuereinrichtung die Stellgröße unter Berücksichtigung der ermittelten Störgrößen und der Führungsgröße so wählt, das am Ende die Steuergröße der Führungsgröße entspricht. Diese Stellgröße gibt die Mittel und Wege zur Zielerreichung an. Der zu steuernde Prozess wird Steuerstrecke genannt. Die Steuergröße wiederum ist das Ergebnis der Steuerung, wenn nun die Störgrößen exakt berücksichtigt wurden, muss die Steuergröße der Führungsgröße entsprechen. Diese allgemeine Beschreibung möchte ich nun mit einem Beispiel noch deutlicher machen. Wenn man nun beispielsweise auf der Steuerstrecke Baustelle 1 m³ Mauerwerk 4 Maurerstunden erfordert, muss die Steuereinrichtung Bauleiter 4 Mauererstunden pro angeforderten m³ Mauerwerk bereitstellen. Das bedeutet bei einem linearen Verhalten eine Bereitstellung von u = 1000 Maurerstunden, wenn w = 250 m³ Mauerwerk gewünscht sind. Soll das Bauwerk an einem bestimmten Tag fertig sein und stehen 10 Maurer mit Achtstundentagen zur Verfügung, muss der Bauleiter diese 12,5 Arbeitstage vor Fer-
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Arbeit zitieren:
Manfred Rabl, 2002, Möglichkeiten und Grenzen der Unternehmenssteuerung mit Kennzahlen, München, GRIN Verlag GmbH
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