Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Terminologie 3
2.1 Medien 3
2.2 Kindheit 4
3 Geschichte der Kindheit in der historischen Darstellung 5
3.1 Die Kindheit in der Antike 5
3.2 Die Kindheit im Mittelalter 6
3.3 Der Buchdruck und seine Folgen 7
4 Kindheit und elektronische Medien 8
4.1 Das erste Kommunikationsmedium: Der Telegraf 8
4.2 Die Kindheit und das Fernsehen 9
4.3 Das Verschwinden der Trennungslinie zwischen Kindheit und
Erwachsenenalter 10
4.4 Computer- und Internetnutzung im Internetzeitalter 11
5 Risiken und Chancen neuer Medien 13
6 Perspektive: Medienkompetenz vermitteln 15
7 Fazit 18
8 Literaturverzeichnis 20
1
1 Einleitung
Fernsehen und Computer sind in vielen Kinderzimmern heute ganz selbstverständlich. Oft hört man in Gesprächen mit den Eltern, dass ihre Kinder in erheblichem Maße fernsehen, was vielen Erwachsenen Anlass zur Sorge gibt und Ratlosigkeit bewirkt. Sie fühlen sich meistens hilflos gegenüber der Macht neuer Medien. Hierzu empfiehlt die deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen in einem Elternratgeber:
ÄEin Fernseher gehört nicht ins Kinderzimmer! Kinder sollten nur zeitlich begrenzt vor einem Bildschirm sitzen ± Eltern sollten mit den Kindern besprechen, wie lange der Bildschirm an ist und was gesehen oder gespielt wird³%DDFNH6
Solche Meinungen wie diese und weitere negative Einstellungen gegenüber dem Fernsehen gibt es heute zahlreich. Fraglich ist wiederum, ob diese immer berechtigt sind. Insbesondere ist die vehemente Kritik des amerikanischen Medienwissenschaftlers und Medienkritikers Neil Postman an den zeitgenössischen Medien, vor allem am Kommerzfernsehen, die in den 80er Jahren das öffentliche Echo in erheblichem Maße erreichte, allgegenwärtig. Auf der Grundlage seines Buches Ä'DV 9HUVFKZLQGHQGHU .LQGKHLW³GDV LQ GHUDPHULNDQLVFKHQ2ULJLQDODXV- gabeerschien, soll in der vorliegenden Arbeit der Einfluss, den die Medien auf die Kindheit ausüben können und inwiefern diese die Kindheit verändern, erörtert werden.
Hierzu werden zunächst die grundlegenden Begriffe Medien und Kindheit definiert (Kapitel 2). Anschließend folgt nach Postman die Darstellung der Geschichte der Kindheit von der Antike bis zur Neuzeit (Kapitel 3). Im darauf folgenden Kapitel wird die Kindheit im Zusammenhang mit den elektronischen Medien, in erster Linie mit dem Fernseher und mit dem Computer, reflektiert, die laut Postman Ursache für den Wandel der Kindheit sind (Kapitel 4). Die Chancen und Risiken, die von den neuen Medien ausgehen können, werden im anschließenden Kapitel 5 erläutert. Zum Abschluss wird in Kapitel 6 die Frage aufgeworfen, ob Medienkompetenz als eine Lösung im Umgang mit neuen Medien gesehen werden kann.
Um den Lesefluss nicht zu hemmen, soll durchgehend das männliche Genus verwendet werden. Gemeint sind aber in diesen Fällen beide Geschlechter.
2 Terminologie
Da die hier verwendeten Begriffe auch in der Alltagssprache häufig Anwendung finden, ist es erforderlich, zunächst das hier vorliegende Verständnis der zentralen Begriffe darzulegen. In diesem Zusammenhang bedeutet dies die Notwendigkeit GHU$XVHLQDQGHUVHW]XQJPLWGHQ%HJULIIHQÄ0HGLHQ³Ä.LQG³XQGÄ.LQGKHLW³
2.1 Medien
'HU %HJULII Ä0HGLHQ³ LVW GLH 3OXUDOIRUP YRP Ä0HGLXP³ (U VWDPPW DXV GHP ODWHLQLVFKHQ XQG OlVVW VLFK DOV ÄVermittlungssysteme für Informationen aller Art (Nachrichten, Meinungen, Unterhaltung)³ EHUVHW]HQ 0H\HUV /H[LNRQ 2QOLQH 2008).
Heute begegnen uns Medien in erster Linie als technische Medien, unter denen beispielsweise Telefon, Rundfunk, Fernsehen, Mobiltelefon und Internet fallen. 'DEHLLVWHLQH'LIIHUHQ]LHUXQJ]ZLVFKHQÄDOWHQ³XQGÄQHXHQ³RGHU]ZLVFKHQDQD- logenund digitalen Medien kaum noch möglich, weil selbst Zeitungen oder Bücher mittels digitaler Technik gestaltet und hergestellt werden. Nach Hunziker (1996, S.15f.) werden Medien als Mittel zur Kommunikation ver-standen. Er unterscheidet hierbei drei Arten von Kommunikationsmedien. Bei den primären Medien handelt es sich um die an den Körper des Senders gebundenen Übertragungswege, die im direkten menschlichen Kontakt genutzt werden. Diese sind beispielsweise die mündliche Rede, die Gestik oder Mimik, die nur eingesetzt werden können, wenn Sender und Empfänger zur selben Zeit am selben Ort anwesend sind.
Die sekundären Medien hingegen überwinden diese Schwierigkeit, indem sie Kommunikation mir Hilfe von Technik aufzeichnen. Um die Nachricht zu empfangen und zu entschlüsseln, braucht der Empfänger keine technischen Hilfsmittel. Klassische sekundäre Medien sind Zeitungen und Briefe. Auch die tertiären Medien bedienen sich technischer Hilfen, um Kommunikation aufzuzeichnen und zu verbreiten. In Abgrenzung zu den sekundären Medien benötigt hier der Rezipient zusätzlich technische Hilfsmittel, um die Nachricht zu
empfangen und zu dekodieren. Als Beispiel sind hier Fernseher, Radio und Telefon zu nennen. Im Folgenden beschränkt sich die vorliegende Arbeit auf das hier UHOHYDQWH9HUVWlQGQLVYRQÄ0HGLHQ³ZRUXQWHUDOOH0LWWHOIDOOHQÄwelche die zum Zwecke der Kommunikation erzeugten Signale übertragen, speichern und/oder aussenden³*ODPH\HU6
2.2 Kindheit
Unter dem Begriff Ä.LQG³ LVW LP $OOWDJVYHUVWlQGQLV HQWZHGHU GHU 1DFKNRPPHQ einer Person oder aber der Mensch bis zum Eintritt ins Jugendalter zu verstehen. Als Mensch befindet sich das Kind in der ersten Alters- und Entwicklungsphase. Die Entwicklungspsychologie differenziert sechs Entwicklungsphasen je nach dem Stand der biologisch- physiologischen, psychischen und sozialen Entwicklung eines Kindes. Diese sind folgende: Neugeborenes (bis zum 28.Lebenstag), Säuglingsalter (1.Lebensjahr), Kleinkindalter (2.und 3. Lebensjahr), frühe Kindheit (4.- 6. Lebensjahr), mittlere Kindheit (7.- 10. Lebensjahr) und späte Kindheit (11.-14. Lebensjahr). Im Anschluss an die Kindheit folgt die Phase der Adoleszenz (Meyers Lexikon Online, 2008).
'HU 7HUPLQXV Ä.LQGKHLW³ EH]HLFKQHW LQ GHU GHXWVFKHQ 6SUDFKH XQWHUVFKLHGOLFKH Sachverhalte, die selten deutlich voneinander geschieden werden. Zum einen lässt VLFK.LQGKHLWDOVÄ.LQGHVDOWHU³YHUVWHKHQ+LHUKDQGHOWHVVLFKXPVR]LDO-) psychologische, pädagogische und biologische Phasenmodelle sowie Altersnormkonzepte der kindlichen Entwicklung. Zum anderen wird Kindheit unter historischem und sozialwissenschaftlichem Blickpunkt betrachtet. In dieser Sichtweise geht es um die Sozialstruktur einer Gesellschaft, die die soziale Lage und die verschiedenen Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule, Peer-Groups bestimmt (Neumann-Braun, 2001, S.5$XHUGHPPRGLIL]LHUWGLH6R]LDOVWUXNWXUÄdie zeitliche Dauer, den Verlauf, die Struktur, die Autonomie und selbst die biologischen Determinanten jener Lebensphasen, die Kindheit und Jugend genannt werden³ (ebd., S.58). Des Weiteren wird Kindheit als ein kulturelles Muster interpretiert, d.h., dass gesellschaftliche Institutionen und Einzelpersonen wie Schule, Familie, Lehrer eine Wahrnehmung zum Umgang mit Kindern entwickeln. Nach diesem Bewusstsein stellt die Kindheit ein soziales Konstrukt der Gesellschaft und ein PHQWDOHV .RQVWUXNW GHU (UZDFKVHQHQ GDU Äindem Kinder zum Objekt von Erziehungs- und Bildungsbemühungen Erwachsener werden³HEG6
3 Geschichte der Kindheit in der historischen Darstellung
3RVWPDQV%XFKÄ'DV9HUVFKZLQGHQGHU.LQGKHLW³LVWHLQHVGHU.ODVVLNHULP'LV- kursüber die Kindheit, in dem die Frage diskutiert wird, ob die Kindheit als eine von anderen unterschiedene Lebensphase gegenwärtig nicht einer Modifikation unterliegt und ob nicht von einer Liquidierung der Kindheit gesprochen werden PXVV8PGLHVH7KHVHGLHÄYHUVFKZLQGHQGH³.LQGKHLWQDFK]XYROO]LHKHQZLUGLP Folgenden die Entstehung der Idee der Kindheit, die Postman zu Beginn seines Buches vorstellt, dargelegt.
3.1 Die Kindheit in der Antike
In der Antike hatte die Kindheit keinen besonderen Stellenwert. Kinder waren /HEHZHVHQ RKQH EHVRQGHUHQ HLJHQHQ Ä1XW]HQ³ GHVKDOE EHVFKUlQNWH VLFK GLH Aufmerksamkeit ihnen gegenüber eher auf ein Minimum. Bis zur Zeit des Aristoteles gab es zum Beispiel keine moralischen und gesetzlichen Beschränkungen de Kindestötung (Postman, 1983, S.15- hEHU GHQ %HJULII Ä.LQGKHLW³ KDWWHQ GLH*ULHFKHQOHGLJOLFKXQGHXWOLFKHXQGXQNODUH9RUVWHOOXQJHQGHQQÄihre Wörter IUÄ.LQG³XQGÄ-XJHQGOLFKHU³VLQG]XPLQGHVWPHKUGHXWLJXQGVFKHLQHQIDVWMH- dermannzwischen dem Säuglings- und dem Greisenalter zu umfassen³ HEG S.16). Jedoch widmeten sich die Griechen mit viel Ehrgeiz der Erziehung junger Menschen. So versuchte beispielsweise Platon in mehreren Dialogen Erziehungsfragen zu lösen und zu diskutieren und Vorschläge zur richtigen Erziehung der Jugend hervorzubringen. Die Idee der Schule basierte auf der Erfindung der Griechen, womit auch die Phase der Erziehung und Sozialisation zum ersten Mal gesellschaftlich institutionalisiert wurde. Trotz dessen ist deren Einstellung zur Kindheit mit der heutigen Konzeption von Kindheit nicht vergleichbar (ebd., S.17).
Die Römer nahmen die griechische Grundidee der Schulerziehung auf und entwickelten sie weiter. Sie entfalteten den Zusammenhang zwischen dem Schamgefühl und dem heranwachsenden Kind, welcher nach Postman ein wesentlicher Schritt LQ 5LFKWXQJ ,QVWLWXWLRQDOLVLHUXQJ GHU .LQGKHLW GDUVWHOOW ÄOhne entwickeltes Schamgefühl kann es Kindheit nicht geben³ (ebd., S.19). Die Idee des Schamgefühls beruht auf Geheimnissen, und zwar auf solchen, die nur der Erwachsenen-
Arbeit zitieren:
Tülay Bilgen-Yildiz, 2008, Der Einfluss der Medien auf die Kindheit, München, GRIN Verlag GmbH
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