Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Herleitung der Fragestellung 4
3. Operationalisierung 9
4. Modalitäten der Datenerhebung 11
4.1. Bildungsbericht 2006 11
4.2. Berufsbildungsbericht 2007 12
5. Darstellung der Ergebnisse 13
5.1. Darstellung: Vergleich der Absolventen im dualen System, im
Schulberufs - und Übergangssystem 13
5.2. Darstellung: Vergleich der Einmündungsquoten zwischen niedrigen und
mittleren Schulabschlüssen im dualen System. 16
6. Interpretation 17
7. Zusammenfassung 21
Literaturverzeichnis 22
Anhang 1 24
Anhang 2 27
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1. Einleitung
Ä%LOGXQJLVWGHU6FKOVVHOIUGLH0HQVFKHQeinen Arbeitsplatz zu bekommen und damit eine Lebensperspektive in unserer Gesellschaft zu haben. Die Realität sieht jedoch anders aus: Allein 1,5 Millionen Menschen, die jünger als 25 Jahre sind, haben keine Ausbildung. Diese jungen Menschen werden ausgegrenzt. Sie haben kaum Möglichkeiten in Deutschland Fuß zu fassen [«] Alle Jugendlichen müssen einen Ausbildungsplatz erhalten! Es geht um die Lebenschancen von hunderttausenden Jugendlichen und die Sicherung der Qualifikationen für die Zukunft der Gesellschaft³ (GEW- Die Bildungsgewerkschaft 2008), so appellierte der GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne in seiner 1. Mai Rede an die Menschen. Wie in diesem Appell, steht derzeit die große Aufgabe, junge Menschen in Berufsausbildung zu bringen, im Vordergrund der bildungspolitischen Diskussion. Jedes Jahr pünktlich zur Sommerzeit, wenn das Abschlussjahr der allgemein bildenden Schulen zu Ende geht und der Beginn des Berufsbildungsjahrs vor der Tür steht, wird in Medien und Politik regelmäßig der Stellenmangel in der Berufsausbildung debattiert. Um zusätzliche Ausbildungsplätze und neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen, wird zwar von Seiten der Regierung, von Verbänden, Kammern und Gewerkschaften einiges unternommen. Dennoch gestaltet sich der Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung für eine wachsende Zahl Jugendlicher schwierig. Ursachen hierfür sind fehlende oder niedrige Schulabschlüsse, der starke Rückgang an Ausbildungsplatzangeboten sowie gestiegene Anforderungen bei den meisten Ausbildungsberufen.
Insbesondere wird beobachtet, dass Jugendliche mit, bzw. ohne Hauptschulabschluss immer weniger Chancen haben, im Berufsbildungssystem eine qualifizierte Ausbildung zu erreichen. Um die Isolation der Hauptschüler zu beenden, schlägt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann den Kultusministern vor, die Real-und Hauptschule zu einer einheitlichen Sekundarstufe zusammenzulegen, da die Position der Hauptschulabgänger DXI GHP $UEHLWVPDUNW ÄXQJQVWLJ RGHU sogar aussichtsORV³VHL Seine Empfehlung ist, die neuen Sekundarschulen mit einer eigenen Oberstufe auszustatten, die sich aus den heutigen Berufsschulen und Berufskollegs bildet. Somit hätten die Schüler die Möglichkeit, zwischen zusätzlichen berufsbezogenen Abschlüssen, Fachabitur und dem regulären Abitur zu wählen (Spiegel Online-Unispiegel, 2006).
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Die ständig wiederkehrenden oben genannten Diskussionen und die hierbei erwähnte Annahme, dass ein qualitativ guter Schulabschluss eine wichtige Voraussetzung für den Eintritt in den Ausbildungsmarkt ist, erweckten in mir das Interesse, die im Bildungsbericht (2006, Kapitel E) zur Verfügung stehenden Daten über die Verteilung der Neuzugänge auf die drei Sektoren des Berufsbildungssystems nach schulischer Vorbildung sowie die im Berufsbildungsbericht 2007 vorhandenen Daten über den Einmündungserfolg in eine duale Berufsausbildung empirisch zu untersuchen. Dieses soll anhand einer 6HNXQGlUDQDO\VH XQWHU GHP $VSHNW ÄWie wirkt sich der Schulabschluss der Jugendlichen auf den Übergang in eine Berufsausbildung aus?³ GXUFKJHIKUW werden. Die quantitative Methode dient hier als Untersuchungsmethode. Zunächst soll im Kapitel 2 kurz erläutert werden, was unter den Begriffen ÄSchulabschluss³, ÄBerufsbildung³ XQG ÄDreigliederung der Berufsbildung³ ]X verstehen ist. Nach dieser Erläuterung sollen die Hypothesen aufgestellt werden, die auf einschlägiger Literatur basieren. In der Operationalisierung werden die in der Herleitung der Fragestellung genannten Variablen empirisch erfassbar gemacht (Kapitel 3). Im Anschluss daran werden die herangezogenen Datenquellen in den Modalitäten der Datenerhebung geschildert (Kapitel 4). Auf dieser Grundlage sollen schließlich die Ergebnisse dargestellt (Kapitel 5) und interpretiert (Kapitel 6) werden. Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf geschlechtsneutralisierende Formulierungen verzichtet.
2. Herleitung der Fragestellung
Die gesetzliche Pflicht zum Besuch einer Vollzeitschule für die Dauer von zunächst acht, heute neun oder zehn Vollzeitschuljahren besteht in Deutschland seit etwa 100 Jahren. Eine Besonderheit des deutschen Schulsystems ist das an die gemeinsame Grundschule anschließende gegliederte Schulwesen
(Lohmar/Eckhardt, 2007, S.102). Hierunter sind Bildungsgänge mit ihren Abschlüssen und Berechtigungen zu verstehen, die bestimmten Schularten zugeordnet sind. In der Mehrzahl der Länder sind dies: die Hauptschule, die Realschule, das Gymnasium und die Gesamtschule (letztere existiert nicht in allen Bundesländern). Auf diesen allgemein bildenden Schulen gibt es die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss, den Mittleren Schulabschluss und die Hochschulreife zu erreichen.
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Nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht (in der Regel mit dem 15.Lebensjahr) erfolgt der Übergang in den Sekundarbereich II entsprechend den Abschlüssen und Berechtigungen, die am Ende des Sekundarbereichs I erlangt wurden. Dieser Übergang in den Sekundarbereich II, insbesondere in die berufliche Bildung, soll in dieser Arbeit anhand der schulischen Vorbildung im Sekundarbereich I untersucht werden. Hierfür werden Jugendliche mit keinen bzw. niedrigen, mittleren und
höheren Schulabschlüssen in der 1.Schwelle 1 anhand statistischer Daten miteinander verglichen.
Das deutsche Berufsbildungssystem ist durch ein hohes Maß an institutioneller Vielfalt und Komplexität geprägt. Es setzt sich aus einem Äbreiten Nebeneinander von unterschiedlichsten Bildungsgängen, von Schultypen und
Bildungseinrichtungen, von öffentlichen Ausbildungsträgern auf Bundes-, Landes-und kommunaler Ebene sowie privaten Trägern und von berufs- und allgemein bildenden Schulabschlüssen und berufsvorbereitenden Qualifikationen³ zusammen (Baethge/Buss/Lanfer, 2003, S.34). An dieser Stelle soll zunächst der Begriff ÄBerufsbildung³ HUOlXWHUW ZHUGHQ In den allgemeinen Vorschriften des Berufsbildungsgeset]HV YRQ ZLUG %HUXIVELOGXQJ DOV Ädie Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung, die berufliche Fortbildung und die berufliche UmVFKXOXQJ³GHIiniert (BBiG, § 1, Satz 1). Diese Arbeit wird sich thematisch mit der Berufsausbildungsvorbereitung und der Berufsausbildung befassen.
Der Bildungsbericht (2006, Kapitel E, S.79ff.) beschränkt sich auf die drei Teilsysteme unterhalb der Hochschulebene, die im Folgenden erläutert werden. - Das duale System - Das Schulberufssystem - Das Übergangsystem
Das duale System
Das duale System gehört in Deutschland neben dem Hochschulsystem zu den wichtigsten Teilsystemen beruflicher Qualifizierung. Es hat traditionell einen hohen Stellenwert im Berufsbildungswesen. 'DV 6\VWHP ZLUG ÄGXDO³ EH]HLFhnet, weil die Ausbildung an zwei Lernorten durchgeführt wird: im Betrieb und in der Schule (Georg, 2006, S.7). Es ist die dominante Organisationsform der
1 d.h. der Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung.
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Berufsausbildung geblieben, obwohl sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl weiterer schulischer Berufsausbildungsformen herausgebildet hat. Ziel dieser Berufsausbildung ist es, in einem geordneten Ausbildungsgang die notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen für die Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt zu vermitteln. Der erfolgreiche Abschluss befähigt zur Ausübung eines anerkannten Ausbildungsberufs nach dem BBiG oder der HWO (Baethge/Buss/Lanfer, 2003, S.35).
Das Schulberufssystem
Das Schulberufssystem bezeichnet die Ausbildung für einen gesetzlich anerkannten Beruf in vollzeitschulischer Form. In diesem Fall liegt die Verantwortung der Ausbildung bei dem jeweiligen Ausbildungsträger. Neben der dualen Ausbildung ist die vollzeitschulische Berufsausbildung in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsen. Laut Bund-Länder-Kommission stellt das vollzeitschulische Berufsausbildungsangebot für Jugendliche in einzelnen Bereichen eine interessante Alternative zum dualen System dar (vgl. BLK, 2002). Zu den beruflichen Vollzeitschulen gehören die Berufsfachschule, die Fachschule, die Schule des Gesundheitswesens sowie diverse weitere Schularten (Baethge/Buss/Lanfer, 2003, S.40, Tab.3.2). Den Schülern der beruflichen Vollzeitschulen wird hierbei die volle Berufsausbildung, die Vorbereitung auf einen Abschluss oder die Ausbildungsvorbereitung vermittelt. Die letzte Funktion betrifft die Jugendlichen, die als noch nicht ausbildungsfähig eingeschätzt werden (Klemm, 2006, S.59).
Das Übergangsystem
Mit dem Übergangsystem sind Bildungsangebote gemeint, die Äunterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung liegen bzw. zu keinem anerkannten AusbildungsDEVFKOXVVIKUHQ³%LOGXQJVEHULFKW.DSLWHO(6+LHUVROlen die individuellen Kompetenzen von Jugendlichen an den beiden Übergangsschwellen verbessert werden. Auch sollen sie zum Teil die Gelegenheit bekommen, ihren allgemein bildenden Schulabschluss nachzuholen (vgl. Bildungsbericht, 2006). Berufsvorbereitende Angebote der Bundesagentur für Arbeit stellen ebenfalls eine Möglichkeit für markt- und bildungsbenachteiligte Jugendliche dar, die auf diese Weise an eine Ausbildung oder eine Erwerbstätigkeit herangeführt werden sollen. Zum Übergangsystem gehören beispielsweise das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ),
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Berufsfachschulen, die keinen beruflichen Abschluss vermitteln und viele andere Arten.
Durch die Bildungsexpansion fand im schulischen Bereich, insbesondere im Sekundarbereich, eine strukturelle Verschiebung statt. Im Zuge der Expansion mittlerer und höherer Bildungsabschlüsse hat der Hauptschulabschluss stark an Bedeutung verloren (vgl. Hradil, 2001, S.158 ff.; Tippelt, 1990, S.37). Früher galt der Hauptschulabschluss als qualifikatorische Mindestvoraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung. Heute ist dies der Realschulabschluss. Die Bildungsexpansion hat die gesellschaftliche Entwicklung als Ganzes sowie die individuellen Lebensläufe der einzelnen maßgebend verändert. Das generelle Bildungsniveau in Deutschland hat sich erhöht und ohne diese Verstärkung von Bildung hätte sich eine Vielzahl von gesellschaftlichen Veränderungen seit den 60er Jahren nicht entwickeln können. (Hradil, 2001, S.173). Gleichzeitig aber ist es für eine bestimmte Gruppe Jugendlicher komplizierter geworden, die diesen Bildungsaufstieg nicht geschafft haben. Gemeint sind Hauptschulabsolventen bzw. Jugendliche ohne Abschluss, die einem Verdrängungswettbewerb unterliegen, bei dem sie in Konkurrenz zu Jugendlichen mit mittleren und höheren Bildungsabschlüssen stehen (vgl. Georg, 2006, S.44; Hradil, 2001, S.174). Somit haben diese Jugendliche kaum Aussichten auf eine anerkannte Berufsausbildung und werden von einer berufsvorbereitenden Maßnahme in die nächste vermittelt. Georg (2006, S.44) weist auch darauf hin, dass die Ursache, warum Hauptschulabsolventen in den letzten Jahren ohne Ausbildungsplatz geblieben sind, nicht in der Verdrängung liege, sondern in der allgemeinen Lücke zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage. Aufgrund des Rückgangs der Ausbildungsplatzangebote hat sich die Bandbreite an Berufswahlsoptionen für die Jugendlichen verengt, die defizitäre Abschlüsse haben. Für Schulabsolventen mit einer Studienberechtigung (Hochschulreife und Fachhochschulreife) hingegen ist das Optionsspektrum in erster Linie breit. Dies gilt sowohl für die Auswahl von Ausbildungsberuf und -betrieb als auch für die Entscheidung für ein Hochschulstudium (Georg, 2006, S.43).
Letztlich ist zu beobachten, dass die Qualität des Schulabschlusses einen entscheidenden Einfluss auf die Erfolgsaussichten bei der Ausbildungsplatzsuche und die späteren beruflichen Karrieremöglichkeiten hat.
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Arbeit zitieren:
Tülay Bilgen-Yildiz, 2008, Wie wirkt sich der Schulabschluss der Jugendlichen auf den Übergang in eine Berufsausbildung aus?, München, GRIN Verlag GmbH
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