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1. Einleitung. 3
2. Der Schwierigkeitsgrad einer Übersetzung. 4
2.1 Der Begriff „Übersetzungsschwierigkeit“ 4
2.2 Typologie der Übersetzungsschwierigkeiten. 5
3. Bewertung von Übersetzungen 11
3.1 Der Begriff „Übersetzungsfehler“ 11
3.2 Die translatorischen Kategorien 11
3.3 Allgemeine Grundlagen für ein Bewertungsschema nach Peter A. Schmitt. 12
3.4 Fehlerklassifizierung nach Christiane Nord. 13
3.5 Bewertungsschemata am FASK - ein Vergleich. 14
4. Schlussbetrachtung 17
Quellenverzeichnis 19
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1. Einleitung
Die Frage der Bestimmung des Schwierigkeitsgrades sowie der Bewertung von Übersetzungen spielt sowohl in der Ausbildung von Übersetzern als auch in der späteren Berufspraxis eine sehr wichtige Rolle - im Studium bei der Erstellung und Bewertung von Klausuren, in der Praxis bei der Einschätzung der Leistung eines Berufsübersetzers im Hinblick auf eine angemessene Honorierung. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich im Rahmen des Proseminars „Übersetzungswissenschaft - reine Theorie oder praktischer Nutzen?“ mit diesem Thema zu beschäftigen. Denn natürlich beruhen sowohl die Bestimmung des Schwierigkeitsgrades einer Übersetzung als auch deren Bewertung auf vielen theoretischen Diskussionen, die sich wohl auch teilweise weit von der praktischen Anwendung entfernt haben. Ist dennoch eine Auswirkung dieser Überlegungen in der Praxis spürbar? Dieser Frage möchte ich in meiner Arbeit nachgehen. Dabei habe ich mich hauptsächlich auf die Ausprägung dieser Thematik in der Ausbildungssituation konzentriert, da das Proseminar in diesem Rahmen stattgefunden hat und die angehenden Übersetzer zudem in der Ausbildung auf die Leistungsanforderungen und -bewertungen in der Praxis vorbereitet werden sollen. Daher werde ich bei den einzelnen Punkten dieser Arbeit immer wieder den Bezug zu den Studierenden herstellen und verdeutlichen, welche Bedeutung der jeweilige Sachverhalt für sie hat.
Diese Arbeit ist den beiden im Titel anklingenden Bereichen entsprechend in zwei große Teile untergliedert. So möchte ich zunächst auf den Schwierigkeitsgrad einer Übersetzung eingehen, da dessen Bestimmung die Voraussetzung für eine spätere Evaluierung ist. Nach der Erläuterung der für diese Thematik wichtigen Parameter und der Darstellung eines Systems zur Bestimmung des Schwierigkeitsgrades werde ich dann zu der Bewertung selbst kommen und dabei die notwendigen Grundlagen sowie verschiedene Evaluierungssysteme miteinander vergleichen. Dieser Vergleich soll die ihm vorausgehenden theoretischen Betrachtungen veranschaulichen und daher habe ich mein Augenmerk auf am FASK Germersheim verwendete Bewertungsschemata gerichtet, da dies, beurteilt aus der Sicht einer Studentin an dieser Einrichtung, sicher sehr interessante Einblicke geben kann. Beim Verfassen der Arbeit habe ich mich vor allem auf Artikel aus zwei Sammelbänden gestützt, herausgegeben von Eberhard Fleischmann u.a. (Translationsdidaktik. Grundfragen der Übersetzungswissenschaft.) und Mary Snell-Hornby u.a. (Handbuch Translation.). Zudem erhielt ich natürlich auch freundliche Unterstützung von Seiten der Dozenten, deren Bewertungsschemata ich am Schluss dieser Arbeit vergleichend darstellen werde und bei denen ich mich dafür auch sehr herzlich bedanken möchte.
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2. Der Schwierigkeitsgrad einer Übersetzung
2.1 Der Begriff „Übersetzungsschwierigkeit“
Als Übersetzungsschwierigkeiten gelten diejenigen Faktoren, die den Übersetzungsvorgang hemmen oder sogar blockieren (vgl. zum Folgenden Thome 2004, 436-439). Es gibt bis heute noch keine einheitliche Definition in der Forschung, jedoch wäre dies von großer Bedeutung für die Didaktik, da der Schwierigkeitsgrad einer Übersetzung nur zu bestimmen ist, wenn solche Übersetzungsschwierigkeiten erkannt und eingeschätzt werden können. Allerdings wurden bereits mehrere Definitionsversuche unternommen. Der erste Ansatz stammt aus dem Jahre 1975 und wurde an der Universität des Saarlandes entwickelt. Ihm zufolge liegt eine Übersetzungsschwierigkeit genau dann vor, „wenn bei der Übersetzung eines ausgangssprachlichen Segments eine zielsprachlich obligatorische Veränderung in der Semantik und/oder in den formalen Mitteln auftritt“ (Thiel 1975, zit. n. Thome 2004, 437). Diese Definition behandelt jedoch nur die Konsequenzen einer Übersetzungsschwierigkeit und zudem ist eine nicht-wörtliche Übersetzung einer Textstelle nicht unbedingt ein Hinweis auf ein Übersetzungsproblem, sondern kann oft sogar die beste Lösung sein. Eine andere Perspektive findet sich bei Nord, die zwischen Übersetzungsschwierigkeiten und Übersetzungsproblemen unterscheidet. Als Übersetzungsprobleme bezeichnet sie „die objektiven Probleme, die sich unabhängig von der Kompetenz des Übersetzers und den arbeitstechnischen Gegebenheiten aus dem Ausgangstext […], der Aufgabenstellung […], der Distanz zwischen A- und Z-Kultur […] und den strukturellen Unterschieden von AS und ZS […] ergeben“ (Nord 2003³, 173). Übersetzungsschwierigkeiten sind laut Nords Definition hingegen subjektiv, nämlich problematische Elemente des Übersetzungsvorgangs, die „vor allem auf den Übersetzer und seine Arbeitssituation bezogen zu sehen“ sind (Nord 2003³, 173). Sie sieht jedoch auch die Möglichkeit vor, dass Übersetzungsprobleme zu Übersetzungsschwierigkeiten werden können, wenn der Übersetzer (noch) nicht gelernt hat, mit ihnen umzugehen. Durch diese Einschränkung wird aber die zuvor gezogene Grenze zwischen beiden Kategorien bereits wieder verwischt und dadurch in Frage gestellt. Thome selbst schlägt eine Verbindung dieser früheren Definitionsansätze vor und erarbeitet damit eine komplexe Definition, die alle Elemente des Übersetzungsvorgangs miteinbeziehen soll: Als Übersetzungsschwierigkeit ist danach jede Behinderung oder Hemmung translatorischen
Handelns zu bezeichnen, die dem Übersetzer/der Übersetzerin aus den spezifischen
arbeitspraktischen Bedingungen, aus dem subjektiven Sach- bzw. Sprachwissen und der
individuellen Transferkompetenz, aus den beiden involvierten Sprachen mit ihrem jeweiligen
kulturellen Hintergrund, aus dem ausgangssprachlichen Text mit seinen funktionalen,
semantischen und formalen Besonderheiten sowie aus der Erstellung des zielsprachlichen
Textes und den damit verbundenen pragmatischen, inhaltlichen und sprachlich-stilistischen
Erfordernissen erwachsen und deren Überwindung entsprechende Anstrengungen
abverlangt. (Thome 2004, 439)
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Unter die „spezifischen arbeitspraktischen Bedingungen“ fallen vor allem das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von Hilfsmitteln wie verschiedenen Wörterbüchern oder auch die Arbeit unter Zeitdruck, z.B. im Extremfall einer Klausursituation. Die „individuelle Transferkompetenz“ dagegen ist die Fähigkeit des Übersetzenden, inhaltliche und formale Aspekte von einer Sprache in eine andere zu übertragen. Zudem werden die „beiden involvierten Sprachen mit ihrem jeweiligen kulturellen Hintergrund“ erwähnt, da die Entstehung einer Übersetzungsschwierigkeit natürlich stets auch vom Verwandschaftsgrad von Ausgangs- und Zielsprache abhängt.
Thome berücksichtigt hier also die drei Phasen des Übersetzungsvorgangs: die Analyse des Ausgangstextes, die Übertragung selbst (Transfer von einer Sprache in die andere) und die Formulierung des Zieltextes. Es ist dies eine sehr komplexe Definition (sie soll ja auch so viel Faktoren wie möglich miteinbeziehen), deren wichtigste Charakteristik die Bedingtheit von Übersetzungsschwierigkeiten ist: Diese existieren nämlich nicht eigenständig, sondern werden durch bestimmte Elemente sachlicher und/oder sprachlicher Natur bzw. deren Kombinationen im Ausgangstext ausgelöst (vgl. Thome 2004, 439). Ob eine sprachliche Struktur zur Übersetzungsschwierigkeit wird, hängt daher immer von den jeweiligen sprachlichen, kulturspezifischen und arbeitstechnischen Bedingungen sowie vom Übersetzer selbst ab.
2.2 Typologie der Übersetzungsschwierigkeiten
Der Vielzahl an unterschiedlichen Ansätzen zur Definition der Übersetzungsschwierigkeiten entsprechend wurden auch sehr viele Versuche unternommen, diese Schwierigkeiten zu typologisieren, also in unterschiedliche Kategorien einzuteilen. Ich werde also auch hier nur stellvertretend einige Beispiele darstellen können. Die einzelnen Typologisierungsversuche sind mehr oder weniger bewusst von der Zielsetzung der jeweiligen Autoren geleitet. Auf Grund des Rahmens dieser Hausarbeit möchte ich nun zwei Ansätze näher beschreiben, die einen deutlichen didaktischen Bezug aufweisen, nämlich die Klassifizierung von Übersetzungsproblemen nach Krings sowie nach Nord. Krings (1986, vgl. Thome 2004, 440) unterscheidet zwischen Rezeptions- und Wiedergabeproblemen, also Schwierigkeiten beim Verstehen des Ausgangstextes und bei der Formulierung des Zieltextes. Seinen Untersuchungen zufolge treten Rezeptionsprobleme vor allem bei der Herübersetzung (Übersetzung aus der Fremdsprache), Wiedergabeprobleme dagegen bei der Hinübersetzung (Übersetzung in die Fremdsprache) auf. Er weist aber auch darauf hin, dass eine Kombination beider Problemtypen vorkommen kann, z.B. bei Wiedergabeschwierigkeiten, die nur durch eine fehlerhafte Rezeption des Ausgangstextes ausgelöst werden. In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen,
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dass so wie in diesem Fall die Begriffe „Übersetzungsschwierigkeit“ und „Übersetzungsproblem“ manchmal nicht deutlich getrennt, sondern oft sogar als Synonyme verwendet werden. Im Weiteren differenziert Krings noch nach Problemen, die sich einerseits aus der sprachlichen, andererseits aus der translatorischen Kompetenz ergeben und abschließend unterteilt er die Probleme, die sich aus der fremdsprachlichen Kompetenz ergeben, noch einmal nach den Kategorien morphologisch-grammatisch, lexikalisch, semantisch, semantisch-syntaktisch, textsortenspezifisch, sachwissenbezogen und orthographisch.
Nord hingegen unterscheidet, wie bereits gesagt, zunächst einmal generell zwischen Übersetzungsschwierigkeiten und Übersetzungsproblemen und behält diese Zweiteilung auch bei der Typologisierung bei. Die Übersetzungsschwierigkeiten unterteilt sie in vier Kategorien, die sie folgendermaßen definiert: a) Textbezogene Schwierigkeiten „hängen mit dem Grad der ‚Verständlichkeit’ des AT [Ausgangstextes] zusammen und sind an den textinternen Faktoren der Textanalyse abzulesen“ (Nord 2003³, 174-175). b) Übersetzerbezogene Schwierigkeiten sind „Faktoren, die sich aus dem Verhältnis des Wissens- oder Kompetenzstandes des Lerners zum absoluten Schwierigkeitsgrad des Textes ergeben“ (ebd., 175) und werden ihren Ursachen entsprechend weiter differenziert nach Sach-, Sprach- und Übersetzungskompetenz. c) Übersetzungsaufgabenbezogene Schwierigkeiten ergeben sich aus der Anzahl der Probleme, die dem didaktischen Übersetzungsauftrag entsprechend zu lösen sind, sowie aus dessen Komplexität (ebd., 176). d) Arbeitstechnische Schwierigkeiten entstehen durch fehlende Hilfsmittel und/oder ungünstige Zeitvorgaben (ebd., 178).
Auch bei den Übersetzungsproblemen unterscheidet Nord vier Arten: a) Ausgangstextabhängige Übersetzungsprobleme „kennzeichnen einen
bestimmten AT“ (Nord 2003³, 181) und sind manchmal auch „typisch für bestimmte Textsorten“ (ebd., 182). b) Pragmatische Übersetzungsprobleme entstehen „aus der konkreten
Übersetzungssituation mit ihrem je spezifischen Kontrast von Ausgangs- und Zielempfänger […] sowie aus der Übersetzungsfunktion“ (ebd.). c) Kulturpaarspezifische Übersetzungsprobleme „resultieren vor allem aus kulturbedingt unterschiedlichen Gewohnheiten, Erwartungen, Normen und Konventionen für Kommunikationshandlungen“ (ebd.). d) Sprachenpaarspezifische Übersetzungsprobleme ergeben sich „aufgrund von strukturellen Unterschieden zwischen zwei Sprachen vor allem im Bereich von Lexik und Syntax […] bei einem konkreten Sprachenpaar“ (ebd.).
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Arbeit zitieren:
B.A. Damaris Englert, 2008, Zum Schwierigkeitsgrad und zur Bewertung von Übersetzungen, München, GRIN Verlag GmbH
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