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Aggression: Entstehung und Bewältigung

Können asiatische Kampfkünste der Aggressionsbewältigung dienen?

Titel: Aggression: Entstehung und Bewältigung

Hausarbeit , 2009 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Wehnhardt (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Geht man von dem populären Verständnis des Aggressionsbegriffs aus, kann mit Recht behauptet werden, dass es tagtäglich Situationen gibt, in denen wir Aggression ausgesetzt sind. Dabei kann es sich sowohl um Formen körperlicher Aggression, die in aller Regel seltener vorkommen, als auch um verbale Aggression handeln, was weitaus häufiger der Fall ist. Oftmals geraten Menschen ohne Vorbereitung in Situationen, in denen zwei differente Standpunkte aufeinander treffen, die jedoch jeweils eine völlig andere Lösung anstreben. Manchmal sind wir sogar selbst Ausgangpunkt der Aggression, weil wir mit etwas unzufrieden sind, sich Aggression „angestaut“ hat oder wir einfach keinen anderen Umgang mit der Situation kennen und gelernt haben. Von welchem Standpunkt man Aggression auch betrachtet, bleibt sie dennoch mehr oder minder ein Phänomen,
dass auch die Psychologie nicht einheitlich erklären kann. Erkennbar ist allerdings, dass Aggression in unserer Gesellschaft einen immer größer werdenden Stellenwert einnimmt.
Schulmassaker wie jene in Erfurt oder Winnenden sind der traurige Beweis für einen eingeschlagenen „Trend“ der Gesellschaft. Auf der einen Seite sucht man fieberhaft nach Gründen für diese Entwicklung, doch viel wichtiger erscheint die Frage, wie
dieser Entwicklung entgegen gesteuert werden kann.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit die Entstehung von Aggression zunächst aus psychologischer Sicht, um in Anschluss daran der Frage nachzugehen, inwiefern die asiatischen Kampfkünste einen Beitrag zur Aggressionsbewältigung
liefern können. Dies scheint im ersten Moment paradox, da gerade die Kampfkünste oftmals in dem Verruf stehen, aggressionsfördernd zu sein. Aus meiner inzwischen mehrjährigen Erfahrung aus dem Kampfkunstbereich kann ich jedoch berichten, dass
dies im Sinne der traditionellen Kampfkünste für mich unmöglich erscheint. Gerade jene Disziplinen, die noch immer stark ihren traditionellen Werten verhaftet sind, lehren Aggressions- und Gewaltfreiheit im Umgang miteinander. Diesen Eindruck gilt es jedoch mithilfe der vorliegenden Arbeit wissenschaftlich zu untersuchen und zu einer nachprüfbaren Aussage hinsichtlich der Fragestellung zu kommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aggression und ihre Definitionen

2.1 Aggression als potentieller Trieb des Menschen

2.2 Engere versus weitere Aggressionsdefinitionen

2.3 Die Schwierigkeit der Wertfreiheit

3. Aggression und ihre Entstehungstheorien

3.1 Die trieborientierten Entstehungstheorien

3.2 Die Frustrations-Aggressions-Theorie

3.3 Die lernorientieren Entstehungstheorien

4. Aggression in den asiatischen Kampfkünsten

4.1 Das „Do“ als Zeichen eines geistigen Weges und einer Charakterschule

4.2 Einteilung der Kampfkünste in „weiche“ und „harte“ Stile

4.3 Aggressionsbewältigung in den Kampfkünsten am Beispiel Aikido

4.3.1 Die körperliche Dimension

4.3.2 Die geistige Dimension

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis / Quellenangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung von Aggression aus psychologischer Sicht und analysiert, inwieweit traditionelle asiatische Kampfkünste – insbesondere Aikido – einen Beitrag zur Aggressionsbewältigung und Gewaltprävention leisten können, indem sie Aggression nicht als angeborenen Trieb, sondern als veränderbares Verhalten betrachten.

  • Psychologische Theorien zur Entstehung von Aggression
  • Vergleich von Triebtheorien und lerntheoretischen Ansätzen
  • Philosophische Grundlagen der asiatischen Kampfkünste
  • Die Rolle von Aikido als Methode der Affektregulation
  • Präventive Wirkung von Kampfkunsttraining auf Aggression

Auszug aus dem Buch

4.3 Aggressionsbewältigung in den Kampfkünsten am Beispiel Aikido

Wie bereits unter 4.2 beschrieben, ist den weichen Kampfkünsten der Leitgedanke ge mein, einer angreifenden Kraft nicht mit der eigenen Kraft entgegen zu wirken, da so Disharmonie entsteht und der Weg für eine mehr oder weniger friedliche, schmerzlose und verletzungsfreie Lösung der Situation im Wohle beider Parteien unmöglich ist (vgl. Goodman, 2006, S. 67). Gewalt soll also nicht mit Gewalt beantwortet werden (vgl. Goodman, 2006, S. 67), sondern mit weicher und offener Wachheit (vgl. http://aikidokassel.de/ueber_aikido.htm). Dies bedeutet auch, die Handlungen des Gegners im Vor aus zu erkennen, sodass erst gar keine Aggression entsteht (vgl. Bülow, 2004, S. 38).

„Die Anpassung an eine Angriffsbewegung oder das frühe Hineingehen in einen sich gerade erst entwickelnden Angriff verhindert das direkte Aufeinanderprallen von gegen sätzlichen Kräften. Das bewahrt den Aikidoka (= Aikido-Ausübender) davor, dass der Angriff sein Ziel findet und seine volle Kraft entfalten kann“ (Fürst, 1999, S. 101). Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass Aggression immer nur weiteren Widerstand hervorruft und auch die Reaktionen eines Gegners mit Aggression nicht zu kontrollieren seien (vgl. Carter, 2007, S. 45). Betrachtet man diese Leitgedanken nun hinsichtlich der Fra ge, wie innerhalb der weichen Kampfkünste Aggression bewältigt wird, so ergeben sich zwei Ebenen: die körperliche und die geistige Ebene.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gesellschaftliche Phänomen Aggression und führt in die Fragestellung ein, inwieweit asiatische Kampfkünste, entgegen ihrem oft aggressiven Ruf, zur Aggressionsbewältigung beitragen können.

2. Aggression und ihre Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt des Aggressionsbegriffs in der Psychologie, differenziert zwischen engeren und weiteren Definitionen und thematisiert die Schwierigkeit der Wertfreiheit in der alltäglichen Sprachverwendung.

3. Aggression und ihre Entstehungstheorien: Hier werden die wichtigsten psychologischen Erklärungsansätze für Aggression gegenübergestellt, wobei zwischen klassischen triebtheoretischen Modellen und modernen, heute überwiegend akzeptierten lerntheoretischen Ansätzen unterschieden wird.

4. Aggression in den asiatischen Kampfkünsten: Das Hauptkapitel untersucht das traditionelle Wesen der Kampfkünste als "Charakterschule" und analysiert am Beispiel des Aikido, wie durch körperliches Training und philosophische Prinzipien eine präventive Aggressionsbewältigung erreicht werden kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt, dass traditionelle Kampfkünste wie Aikido durch ihre Philosophie der Gewaltlosigkeit und Harmonie effektiv als Methode der Affektregulation dienen können.

6. Literaturverzeichnis / Quellenangaben: Diese Sektion listet sämtliche verwendete Fachliteratur sowie die herangezogenen Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Aggression, Aggressionsbewältigung, Aikido, Kampfkunst, Lerntheorien, Triebtheorie, Gewaltprävention, Charakterbildung, Psychologie, Friedfertigkeit, Konfliktlösung, Soziales Lernen, Körperbeherrschung, Harmonie, Selbstverteidigung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der menschlichen Aggression aus psychologischer Sicht und stellt die Frage, ob und wie traditionelle asiatische Kampfkünste als Mittel zur Aggressionsbewältigung dienen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören psychologische Aggressionstheorien, die Einordnung von Kampfkünsten als Charakterschule, der Unterschied zwischen weichen und harten Kampfkunststilen sowie die theoretische Fundierung von Aggression als erlerntes Verhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, inwieweit die Praxis asiatischer Kampfkünste einen Beitrag leisten kann, Aggression zu verringern oder diese präventiv zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse psychologischer Fachliteratur sowie sportwissenschaftlicher und kampfsportspezifischer Quellen, um eine theoretische Fundierung der Aggressionsbewältigung in asiatischen Kampfkünsten zu erarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Aggression (Triebtheorien vs. Lerntheorien) und untersucht darauf aufbauend spezifische Konzepte im Aikido, unterteilt in eine körperliche und eine geistige Dimension der Konfliktbearbeitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen neben Aggression und Aikido vor allem Begriffe wie Gewaltprävention, Affektregulation, Soziales Lernen und die psychologische Einordnung von Kampfkunst als Charakterschule.

Was unterscheidet das Aikido-Training von westlichen Kampfsportarten?

Im Gegensatz zu vielen westlichen Kampfsportarten, die oft auf den Sieg über den Gegner fokussiert sind, zielt Aikido auf die Harmonisierung von Kräften und den Verzicht auf Aggression ab, wobei der Fokus auf Selbstbeherrschung und Friedfertigkeit liegt.

Warum wird im Dokument die Frustrations-Aggressions-Theorie als Sonderfall betrachtet?

Die Theorie wird als Sonderfall eingestuft, da sie zwar eine Verbindung zur Triebtheorie aufweist, jedoch auf die Annahme angeborener Aggressionsinstinkte verzichtet und Aggression stattdessen als Folge von Frustrationserlebnissen deutet.

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Details

Titel
Aggression: Entstehung und Bewältigung
Untertitel
Können asiatische Kampfkünste der Aggressionsbewältigung dienen?
Hochschule
Universität Kassel  (Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Soziale Strukturen und Prozesse aus sozialpsychologischer Perspektive
Note
1,0
Autor
Daniel Wehnhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V152254
ISBN (eBook)
9783640639960
ISBN (Buch)
9783640859764
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aggression Kampfkunst
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Wehnhardt (Autor:in), 2009, Aggression: Entstehung und Bewältigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152254
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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