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Wir selbst sind Zeit

Eine Auseinandersetzung mit Heideggers Texten "Der Begriff der Zeit"

Titel: Wir selbst sind Zeit

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jasmin Frank (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Argumentationsstruktur Heideggers gefolgt werden, zunächst in dem subjektiven Bemühen, mir selbst durch das Schreiben das verstehende Lesen seines Textes zu erleichtern. Die Arbeit ist ein Versuch, Heideggers Terminologie besser zu durchschauen und seine Argumentation verstehen zu lernen und eben dadurch auch die Thematik, um die es Heidegger
geht, zu erschließen. Sie ist quasi ein Versuch, die Rede vom 'Dasein' und seiner 'Zeitlichkeit' in alltägliche, verständlichere Sprache zu übersetzen.

Zum Vorgehen in dieser Arbeit ist zu sagen, dass es mir am einfachsten erschien, einige prägnante Zitate aus dem Text herauszugreifen und die Hausarbeit quasi um diese herum zu bauen.

Schon der Beginn des Textes zum Vortrag „Der Begriff der Zeit“ lässt erahnen, dass Heidegger nicht auf eine direkte Antwort seiner Einstiegsfrage „Was ist Zeit?“ abzielt, sondern hier eine Art Vorarbeit leisten will, die den Leser zwar mit einer offenen Frage zurücklässt, aber auch mit einem veränderten oder erweiterten Verständnis seiner bisherigen Ansichten über das Wesen der Zeit, wie sie beispielsweise aus der alltäglichen Wahrnehmung resultieren:
„Die nachfolgenden Überlegungen gehören vielleicht in eine Vorwissenschaft, deren Geschäft folgendes in sich begreift: Nachforschungen darüber anzustellen, was mit dem, was Philosophie und Wissenschaft, was auslegende Rede des Daseins von ihm selbst und der Welt sagt, am Ende gemeint sein könnte.“

In einem zweiten Schritt, gegen Ende der Arbeit, soll den Fragen Aufmerksamkeit geschenkt werden, die aus der Auseinandersetzung mit Heideggers Texten und seiner Terminologie entstehen. Hierbei soll die zentrale Frage sein, welchen Sinn das Dasein für den Einzelnen überhaupt hat, wenn man es vom Tode her ausgehend betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.) Zeit als soziale Kategorie

1.1) Die Uhr als Indikator für soziale Prozesse

2.) Die Grundstrukturen des Daseins

2.1) Der Tod als eigentliche Seinsmöglichkeit

2.2) Vom Dasein zur Zeit

3.) Die Zukunft als Grundphänomen der Zeit

4.) Kritik

5.) Der Sinn des Seins im Dasein

Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich essayistisch mit Martin Heideggers Werk „Der Begriff der Zeit“ auseinander. Ziel ist es, Heideggers komplexe Terminologie zu durchdringen, seine Argumentationsstruktur nachzuvollziehen und das Konzept der „Zeitlichkeit des Daseins“ in eine verständlichere Sprache zu übertragen, um den Sinn des menschlichen Daseins in Anbetracht seiner Endlichkeit zu hinterfragen.

  • Zeit als soziale Kategorie und das Messen mittels Uhren
  • Die Grundstrukturen des Daseins (In-der-Welt-sein, Mit-einander-sein)
  • Der Tod als äußerste und eigentliche Seinsmöglichkeit
  • Die Zukunft als Grundphänomen der Zeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Sinnhaftigkeit des Daseins

Auszug aus dem Buch

3.) Die Zukunft als Grundphänomen der Zeit

Heidegger behauptet nun, „das Grundphänomen der Zeit ist die Zukunft.“ Um diese Aussage zu verstehen, ist es notwendig, sich von der Art des Umgangs mit der Zeit frei zu machen, der uns normal erscheint: dem Messen. Laut Heidegger ist der ursprüngliche Umgang mit der Zeit nicht das Messen, sondern das Vorlaufen in der Zeit bzw. das Dasein in der Zeit. Oder noch genauer ausgedrückt: vom Vorbei des Seins her begriffen, ist das Dasein selbst die Zeit, es gibt sich Zeit vom Ende her. Dies bedeutet, man geht von einem gewissen, aber unbestimmten Ende des eigenen Daseins aus, zu welchem man vorläuft. Von diesem in der Zukunft liegenden Moment aus wird man in sein Dasein zurückgeworfen und gibt sich selbst die Zeit seines Noch-Daseins.

Stellt man allerdings die Frage, wieviel Zeit man noch habe, geht man am eigentlichen Sinn der zuvor getroffenen Aussage vorbei. Zum einen verfällt man wieder ins Messen, sobald man nach dem 'Wieviel noch?' fragt. Zum anderen nimmt man sich selbst die Zukunft, da nach einer Beantwortung dieser Frage die Alltäglichkeit eine andere Bedeutung bekommen würde. Machen wir ein kurzes, minimalistisch angelegtes Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, wir wüssten den Zeitpunkt unseres Todes. Wir erführen beispielsweise, dass wir in genau drei Wochen sterben. Würden wir alle alltäglichen, banalen Dinge noch genauso tun wie bisher? Wäsche erledigen, einkaufen, mit dem Nachbarn ein Schwätzchen halten, Kontoauszüge von der Bank holen? Mit Sicherheit nicht. Da wir nichts mehr zu verlieren hätten außer eben dem letzten bisschen Zeit, würden wir die verrücktesten Dinge anstellen, wir würden alles versuchen, um noch die Dinge zu tun, die wir bisher immer verschoben oder uns nicht getraut haben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Zielsetzung erläutert, Heideggers komplexe Terminologie zum Begriff der Zeit durch eine essayistische Auseinandersetzung für das Verständnis zu erschließen.

1.) Zeit als soziale Kategorie: Dieses Kapitel diskutiert Zeit nicht als objektive Realität, sondern als menschliche Kategorie zur Strukturierung von Prozessen und der Wahrnehmung von Veränderung.

1.1) Die Uhr als Indikator für soziale Prozesse: Hier wird der Gebrauch der Uhr als Instrument zur Fixierung von Zeitpunkten und zur Organisation des sozialen Lebens kritisch untersucht.

2.) Die Grundstrukturen des Daseins: Es erfolgt eine Einführung in die Heideggersche Kategorisierung des Daseins, insbesondere als In-der-Welt-sein und Mit-einander-sein.

2.1) Der Tod als eigentliche Seinsmöglichkeit: Der Tod wird als das unwiderrufliche Ende definiert, das dem Dasein seine eigentliche Seinsmöglichkeit verleiht.

2.2) Vom Dasein zur Zeit: Dieses Kapitel schlägt die Brücke zwischen dem Dasein und dem Verständnis von Zeit, indem der Zugang über das „es sein“ reflektiert wird.

3.) Die Zukunft als Grundphänomen der Zeit: Der Fokus liegt auf der These, dass das Dasein aus dem Vorlaufen zum eigenen Ende – der Zukunft – begriffen werden muss, statt durch rein quantitatives Messen.

4.) Kritik: Eine Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur (Heinrichs), die Heideggers deskriptive Ansätze und die Unklarheit seiner normativen Positionierung hinterfragt.

5.) Der Sinn des Seins im Dasein: Es wird der Frage nachgegangen, welchen Sinn das Dasein hat, wenn es perspektivisch im Nichts des Todes endet.

Schlüsselwörter

Heidegger, Zeit, Dasein, Tod, Vorlaufen, Zukunft, Messen, Zeitlichkeit, Alltäglichkeit, Existenz, Philosophie, Seinsmöglichkeit, Soziale Kategorie, Sinngebung, Zeitmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Heideggers Vortrag und seiner Abhandlung „Der Begriff der Zeit“. Sie untersucht das Verständnis von Zeit und deren Beziehung zum menschlichen Dasein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Zeit als soziale Kategorie, die Analyse der Daseinsstrukturen sowie die Bedeutung des Todes als wesentlichen Aspekt der menschlichen Existenz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, Heideggers komplexe philosophische Terminologie zu entschlüsseln und zu prüfen, wie das Konzept der Zeitlichkeit genutzt werden kann, um den Sinn des eigenen Daseins besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine essayistische Auseinandersetzung und Interpretation von Originaltexten Heideggers, ergänzt durch den kritischen Vergleich mit der Sekundärliteratur von Thomas Heinrichs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Zeit als soziale Kategorie, die Strukturen des Daseins, die Bedeutung der Zukunft als Grundphänomen und die kritische Hinterfragung des Sinns des Seins.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dasein, Zeitlichkeit, Vorlaufen zum Tod, Alltäglichkeit und das Verständnis von Zukunft als Struktur der eigenen Existenz.

Warum hält der Autor den „Wieviel-noch“-Frager für nicht im eigentlichen Sein verankert?

Weil der Fokus auf das „Wieviel“ das Dasein ins quantitative Messen abdrängt und die existenzielle Bedeutung der Endlichkeit (das Vorlaufen zum Tod) durch Alltäglichkeit überdeckt.

Inwiefern beeinflusst das „Man“ die Wahrnehmung der Zeit?

Das „Man“ führt dazu, dass Zeit als eine äußere, soziale Ressource betrachtet wird, die man verliert oder einspart, anstatt das Dasein als Zeit selbst zu begreifen.

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Details

Titel
Wir selbst sind Zeit
Untertitel
Eine Auseinandersetzung mit Heideggers Texten "Der Begriff der Zeit"
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Husserls Zeitphänomenologie
Note
1,7
Autor
Jasmin Frank (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V152303
ISBN (eBook)
9783640641789
ISBN (Buch)
9783640642144
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heidegger Zeit Tod Sein Dasein Welt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jasmin Frank (Autor:in), 2009, Wir selbst sind Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152303
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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