Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Unsere eigene Umfrage zum Thema „Taschengeld“ 3
2.1. Allgemeine Informationen 3
2.2. Ergebnisse 4
2.3. Auswertung der Ergebnisse. 6
3. Die Entwicklung des ökonomischen Verständnisses in bestimmten Bereichen 8
3.1. Anmerkung. 8
3.2. Was ist Geld und woher kommt es? 8
3.3. Handel, Preise und Gewinne 9
3.4. Waren und ihre Herstellung 11
3.5. Arbeit und Einkommen 12
3.6. Zinsen und Kredite - Was macht die Bank? 13
3.7. Konsumkids als Zielgruppe der Werbung. 14
4. Ökonomisches Lernen im Sachunterricht 15
4.1. Aktuelle Situation, Forderungen und Ziele 15
4.2. Das „Schülerladen“-Projekt 16
4.3. „Kids und Knete“ - Aachener Modellprojekt für Kinder im Grundschulalter 17
5. Fazit 20
6. Literaturverzeichnis. 21
7. Anhang 22
7.1. Lisa hat viele Wünsche 22
7.2. Peter kommt nicht klar 23
2
1. Einleitung
Verschiedene Studien kamen in letzter Zeit immer wieder zu dem Ergebnis, dass die Summe, welche Kindern und Jugendlichen in Deutschland zur Verfügung steht, stetig wächst und sich inzwischen auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr beläuft. 1 Durch Taschengeld, kleine Nebenjobs und Geldgeschenke werden Kinder somit immer früher zu aktiven Teilnehmern am Wirtschaftsleben und bereits der Alltag von Grundschulkindern ist stark ökonomisch geprägt.
Frage dieser Hausarbeit soll es nun sein, in welchen Schritten sich das Verständnis wirtschaftlicher Vorgänge bei Kindern im Laufe der Grundschulzeit entwickelt und ob diese Entwicklung speziell im Fach Sachunterricht angemessen gefördert und unterstützt wird. Anfangs werde ich dazu auf eine selbst in kleinem Rahmen durchgeführte Untersuchung zum Thema „Taschengeld“ eingehen und die Ergebnisse interpretieren. Danach erläutere ich die schrittweise Zunahme der ökonomischen Einsicht von Grundschulkindern im Hinblick auf wichtige Teilbereiche des Wirtschaftslebens.
Abschließend wird die aktuelle Situation bezüglich ökonomischen Lernens im Sachunterricht betrachtet und positive Beispiele der Umsetzung dieses Themenkomplexes genannt.
2. Unsere eigene Umfrage zum Thema „Taschengeld“
2.1. Allgemeine Informationen
Im Juni 2005 besuchten wir eine Osnabrücker Grundschule, um zwei Klassen des vierten Schuljahres den von uns ihm Rahmen des Seminars erstellten Fragebogen vorzulegen. Der Fragebogen umfasste elf Fragen rund um das Thema „Taschengeld“ und wurde von insgesamt 38 Schülern und Schülerinnen bearbeitet. Leider war die Anzahl der Mädchen in den Klassen mit 26 deutlich höher als die der Jungen, was eine Auswertung in Hinsicht auf die Variable „Geschlecht“ etwas erschwerte.
Bei der Bearbeitung des Fragebogens mussten sich die Schülerinnen und Schüler zu einem großen Teil durch Ankreuzen zwischen verschiedenen vorgegebenen Antwortmöglichkeiten entscheiden. Bei einigen Fragen war es allerdings ebenfalls möglich, eigene Antworten hinzuzufügen.
Im folgenden Teil dieser Arbeit werde ich nun die Ergebnisse unserer Befragung vorstellen.
1 Wulfmeyer (2004), S.128, Z. 4 - 5
3
2.2. Ergebnisse
Nachdem die Kinder Alter und Geschlecht auf dem Fragebogen vermerkt hatten, sollten sie uns zunächst beantworten, ob sie ihr Taschengeld wöchentlich oder einmal im Monat bekommen. In den befragten Klassen herrschte in diesem Zusammenhang eine absolute Gleichverteilung, 19 Kinder erhalten ihr Taschengeld demnach einmal in der Woche, während die andere Hälfte der Kinder es monatlich bekommt.
Die zweite Frage beschäftigte sich mit der Höhe des Taschengeldes. Die Summe des Taschengeldes der Kinder, die angegeben hatten, dass sie wöchentlich Geld bekommen, liegt bei den Mädchen im Durchschnitt bei 2,40 Euro, während die Jungen durchschnittlich 3,10 Euro zur Verfügung haben.
Bei den Schülerinnen und Schülern, die direkt das gesamte Taschengeld für einen Monat erhalten, liegt der Betrag bei durchschnittlich 9,10 Euro bzw. 9,70 Euro. Das Kind mit der geringsten Summe hat im Monat 4,80 Euro zur Verfügung, während sich die „Einnahmen“ eines anderen Schülers auf 20 Euro im Monat belaufen. Der Durchschnitt in den befragten Klassen liegt allerdings bei 10 Euro pro Monat. Die dritte Frage ergab, dass alle Schülerinnen und Schüler, die an unserer Befragung teilgenommen haben, ihr Taschengeld von den Eltern bekommen. Anschließend wurden die Kinder gefragt, ob sie bei bestimmten Gelegenheiten noch zusätzlich Geld erhalten. Über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler gab an, dass die Großeltern ihnen Geld geben, elf Kinder werden „bezahlt“, wenn sie zu Hause mithelfen und fast die Hälfte wird finanziell für gute Noten oder ein gutes Zeugnis belohnt. Bei der fünften Frage sollte beantwortet werden, wer die Idee hatte, dass die Kinder Taschengeld bekommen sollen. Zur Auswahl standen drei Antwortmöglichkeiten: „Ich“, „Meine Eltern“ oder „Weiß ich nicht“. Rund 55% der Kinder gaben an, dass der Vorschlag von seiten der Eltern kam, nur drei Kinder hatten den Wunsch nach Taschengeld selbst geäußert.
Die sechste Frage befasste sich damit, ob die Kinder am Ende des Monats noch etwas von ihrem Taschengeld übrig haben. Die meisten Kinder kreuzten „Ja“ an. Aber es fiel auf, dass drei Mädchen angaben, am Ende des Monats alles ausgegeben zu haben, was bei den Jungen anscheinend nicht vorkommt. Allerdings wurde auch die Antwort „Manchmal“ sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen von jeweils etwa einem Drittel der Kinder gewählt. Auf die Frage, ob sie manchmal für teure Dinge sparen, antworteten ca. 80 % der Mädchen und 75% der Jungen mit „Ja“.
4
Das gesparte Geld geben die befragten Kinder für folgende Dinge aus: Mädchen: Skateboard, Fahrrad, Maus, Hund, Pferd, Spielzeug, Mp3-Player, Computer, Teenbücher, CDs, Klamotten, Handykarte, Schulsachen, Studium, „Für wenn ich größer bin“
Jungen: Gameboyspiele, Fußballtrikot, Konsolen, Spiel, BMX-Rad, Modelleisenbahn, Spielsachen, Lego, Klamotten
Die neunte Frage lautete „Reicht dir dein Taschengeld aus?“. Während die meisten Kinder mit der Höhe ihres Taschengeldes durchaus zufrieden sind, gaben 2 Mädchen und ein Junge an, dass ihnen die Summe, die im Monat zur Verfügung steht, nicht genügt. Die nächste Frage sollte ermitteln, ob die Kinder untereinander die Höhe des Taschengelds besprechen und vergleichen. Allerdings wissen 73% der befragten Schülerinnen und Schüler gar nicht, wie viel Taschengeld ihre Freunde bekommen.
Zum Schluss wollten wir noch wissen, wofür die Kinder ihr Taschengeld ausgeben. Es gab die Möglichkeit vorgegebene Antworten anzukreuzen, aber es war auch Platz für eigene Angaben. Hierzu haben wir folgende Grafik erstellt:
Weitere Antworten waren:
Mädchen: Klamotten, Gameboy, Tiersachen, Kuscheltier-Kassetten, Tiersachen, Reitsachen
Jungen: Modelleisenbahn, Lego, Klamotten
5
2.3. Auswertung der Ergebnisse
Obwohl Anzahl der von uns befragten Kinder relativ klein war, kann man das ein oder andere Ergebnis doch auswerten und mit bestimmten Empfehlungen oder größeren Studien zum Thema „Taschengeld“ vergleichen.
Überraschend ist, dass die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, die unseren Fragebogen ausgefüllt haben, ihr Taschengeld wöchentlich bekommen. Ab einem Alter von etwa zehn Jahren ist es aber durchaus sinnvoll, den Kindern das Geld monatlich auszuzahlen, da sie so lernen können, sich die vorhandene Summe einzuteilen und bestimmte Ausgaben bewusst zu planen. 2
Auffallend sind auch die zum Teil großen Unterschiede im Hinblick auf die Summe, die den Kindern der beiden Klassen monatlich zur Verfügung steht. So bekommt ein Kind zum Beispiel monatlich den gleichen Betrag, der einem anderen Kind pro Woche zusteht. Allerdings wäre es hier sicher interessant zu erfahren, welche Anschaffungen die Kinder jeweils von ihrem Taschengeld machen müssen. Muss ein Kind zum Beispiel Schulhefte oder ähnliches selbst bezahlen, ist es klar, dass die Höhe des Taschengeldes sich von dem Betrag anderer Kinder, die das Geld zur freien Verfügung haben, unterscheidet. Ein weiterer Aspekt, der aus der Auswertung der ausgefüllten Fragebögen hervorgeht, ist, dass Jungen anscheinend mehr Taschengeld erhalten als Mädchen. Bei der wöchentlichen Aushändigung des Taschengeldes bekommen die Jungen durchschnittlich 70 Cent mehr als die Mädchen, was hochgerechnet auf den Monat immerhin einen Unterschied von 2,80 Euro ausmacht. Bei den durchschnittlichen Beträgen der Kinder, die ihr Taschengeld monatlich bekommen, liegen die Jungen aber auch noch um 60 Cent vor den Mädchen. Interessant ist, dass auch das LBS - Kinderbarometer 3 zu diesem Ergebnis kommt. Es können allerdings nur Vermutungen angestellt werden, warum dies der Fall ist. Vielleicht sind Jungen früher selbstständig oder häufiger unterwegs als Mädchen und werden deshalb von den Eltern finanziell mehr unterstützt, um sich zwischendurch etwas zu essen kaufen zu können, während Mädchen eher zu Hause spielen und dort ohnehin versorgt sind. Die Kinder in den von uns befragten Klassen bekommen durchschnittlich 10 Euro Taschengeld pro Monat. Dieser Wert weicht deutlich von den Ergebnissen des LBS - 2 vgl.http://www.eltern.de/forfamily/schule_erziehung/erziehung/taschengeld.html?p=2#a7
3 http://www.lbs.de/west/lbs/pics/upload/tfmedia1/HBJDAPwai1T.pdf, S.72
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Arbeit zitieren:
Sarah Mösker, 2005, Konsumkids und ihr Taschengeld, München, GRIN Verlag GmbH
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