1. Einleitung
2. Definition
3. Kreativität ist Sache des Gehirns
4. Wie kann man Kreativität messen und fördern?
4.1 Anerkannte Methoden zur Messung von Kreativität
4.1.1 Remote Associations Test
4.1.2 Torrance Test of Creative Thinking
4.1.3 Verbaler Kreativitätstest
4.2 Techniken zur Förderung von Kreativität
4.2.1 Brain writing Pool
4.2.2 Reizwortanalyse
4.2.3 Worst-Case-Method
5. Kreativitätsförderung in der Schule
5.1 Das Verhalten der Lehrer
5.2 Unterrichtsformen und Unterrichtsmethoden
5.3 Faktoren die Kreativität hemmen
6. Fazit
7. Literatur
2
1. Einleitung
Mit dem Phänomen Kreativität beschäftigen sich Menschen schon seit langer Zeit. Aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann die wissenschaftliche Betrachtung. Der Beginn der Kreativitätsforschung wird in der Psychologie mit dem 1950 JHKDOWHQHQ 9RUWUDJ Ä&UHDWLYLW\³ YRQ -3 *XLOIRUG GDWLHUW Die verschiedensten Ansätze zur Definition, Messung sowie Förderung von Kreativität sind in der Kreativitätsforschung bis heute hervorgebracht worden. Besonderes Augenmerk galt dabei der Bestimmung des Ausmaßes von Kreativität einer Person, welche durch die Entwicklung von Tests erreicht werden sollte. Was Kreativität ist bzw. wodurch sie bestimmt oder beeinflusst wird, darüber gibt es immer noch keine einheitliche Vorstellung. Heute weiß man, dass die geistigen Grundstrukturen für Kreativität bei jedem Menschen vorhanden sind, aber ganz unterschiedlich stark genutzt werden. Im ersten Teil der Arbeit soll versucht werden zu klären, was Kreativität überhaupt ist und wo Kreativität entsteht. Hierbei stellt sich dann die Frage, inwieweit Kreativität messbar ist um eine Steigerung überhaupt sichtbar zu machen und welche Techniken zur Förderung jener mittlerweile anerkannt sind. In der Zeit, die einem ständigen Wandel, vor allem im gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Bereichen, unterliegt, wird immer wieder vom Individuum verlangt, kreativ zu sein. Hier wird auch davon ausgegangen, dass die Fähigkeit, Kreativität zu entwickeln, Teil der Erziehung sein sollte. Hierzu muss die Förderung der Kreativität schon während der Schulzeit geschehen. Der zweite Teil soll veranschaulichen, inwieweit die Kreativitätsförderung in der Schule aktuell fortgeschritten ist.
2. Definition
Der Begriff Kreativität lässt sich schwer definieren da es eine Vielzahl an Vorschlägen gibt, von denen ich nur einige anführen möchte. Nach G. Mühle ist .UHDWLYLWlW HLQ Ädefinitorisch noch nicht genügend scharf umgrenzter Begriff, für ein Gefüge intellektueller und nichtintellektueller (motivationaler, einstellungs- und temperamentmäßiger) Persönlichkeitszüge, die als Grundlage für produktive, originale, schöpferische Leistungen angesehen werden (im Sinne von Prozessen des Umordnens, Planens, Entwerfens, Erfindens, Entdeckens). Kriterien solcher Leistungen findet man z. B. in der Originalität und Neuartigkeit der Problemlösung,
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der Offenheit und Flüssigkeit des Produktionsprozesses. Vom stärker individualistischen Begriff des Schöpferischen (etwa der Reformpädagogik) unterscheidet sich der Begriff Kreativität durch den soziokulturellen Bezugsrahmen .ULWHULXP Ä1W]OLFK IUGLH *HVHOOVFKDIW³ VR]LDOSV\FKRORJLVFK YHUZHLVW HU LQ seiner Bedeutung als Fähigkeit zur Innovation auf die Interdependenz von Kreativität und Gesellschaft. Ä 1
Für Siegfried Preiser ist Kreativität die Neuheit und Angemessenheit oder auch Sinnhaftigkeit. Die Klassifizierung der Neuheit sei abhängig von der Bezugsgruppe; die Einordnung der Angemessenheit bzw. Sinnhaftigkeit sei abhängig von den Werten des Beurteilers. 2
Im Vergleich der angegebenen Definitionsvorschläge zum Begriff Kreativität lässt sich übereinstimmend erkennen, dass die Minimalanforderungen an diesen Begriff die Kriterien Neuartigkeit, Originalität und Nützlichkeit beinhalten müssen. So stellt sich anschließend die Frage, wo kommt Kreativität eigentlich her, welcher Prozess muss durchlaufen werden und wie lassen sich die Faktoren der Kreativität objektiv messen.
3. Kreativität ist Sache des Gehirns
Kreativität ist eine Sache des Gehirns, also muss man zunächst einen Blick auf die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns werfen. Das menschliche Gehirn besteht aus einer linken und rechten Gehirnhälfte. Mit der rechten Gehirnhälfte sind die visuellen Wahrnehmungen verbunden. Gefühle, Wohlsein, Unwohlsein, Vorlieben, Antipathien, Inspiration usw., die aus unserem Zwischenhirn kommen, werden hier zu Informationen verarbeitet. Also immer wenn das Gefühl dominiert, tritt die rechte Gehirnhälfte in Aktion. Hier liegen auch die kreativen Fähigkeiten, das Visualisieren und die Fantasie. Mit der linken Gehirnhälfte werden Zahlen, Formeln, Ergebnisse von Analysen und erlernte Techniken gespeichert. Sie arbeitet logisch, kann Schlüsse ziehen, bewertet Sachverhalte und kombiniert Fakten. Erlerntes wird im Linkshirn gespeichert, Schul- und Fachwissen genauso wie handwerkliche Fertigkeiten oder mechanische Abläufe. Hier ist das Zentrum für die Beherrschung der Sprache und des Lesens, also die Basis für unsere gesamte sprachliche
1 Mühle, S. 516f.
2 Preiser 1976, S.6f.
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Kommunikation. Beide Gehirnhälften sind mit einem dicken Nervenstrang miteinander verbunden. Auf diese Weise ist es möglich Faktenwissen und den kreativen, emotionalen Bereich miteinander zu koppeln. 3 Die eine oder andere Gehirnhälfte des Menschen ist je nach Begabung unterschiedlich stark entwickelt. Diese Dominanz ist aber keineswegs starr sondern kann sich im Laufe des Lebens verändern oder gezielt mit entsprechenden Techniken und Übungen verändert werden. 4 Kinder benutzen überwiegend ihre rechte Gehirnhälfte. Sie entwickeln zuerst kreative Fähigkeit, und setzen ihre Fantasie ein. Mit dem Schuleintritt verliert sich diese Dominanz der rechten Gehirnhälfte, da durch das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen die Entwicklung der linken Gehirnfunktionen gefördert wird. Die ganze Erziehung während der Schul- und Ausbildungszeit fördert in erster Linie die Entwicklung der linken Gehirnhälfte. 5 Kreativität ist nur durch die gemeinsame Nutzung der analytischen Fähigkeiten des linken Gehirns und der visuellen Wahrnehmung des rechten Gehirns möglich. Kreativitätstechniken können dazu beitragen das Zusammenspiel beider Gehirnhälften zu stimulieren. 6
4. Wie kann man Kreativität messen?
Den kreative Prozess kann man in vier Phasen unterteilen 7 Die erste Phase ist die Vorbereitung. In dieser Phase wird man sich des Problems bewusst. Man erkennt das Problem und analysiert die Problemstruktur. Auch Teillösungen versucht man bereits zu entwickeln. In der zweiten Phase erfolgt die Inkubation. D.h. das noch keine Lösung greifbar ist. In dieser Phase sollte man möglichst entspannende Aktivitäten durchführen oder sich mit etwas anderem beschäftigen und somit das Problem an das Unterbewusstsein abgeben. Die dritte Phase ist dann die Erleuchtung. Hier ist die Idee für das Problem plötzlich da, aber meistens noch vage, schemenhaft und wenig detailliert. In der vierten und letzten Phase erfolgt dann schließlich die Verifikation, eine Überprüfung, ob die Idee den Anforderungen entspricht und ob sie realisierbar ist
Es ergibt sich das Problem, wie etwas derart subjektives, wie die Kreativität, objektiv bewertbar ist. Zur Lösung dieser Aufgabe werde ich im nächsten Schritt eine
3 Backerra, Malorny, Schwarz 2002, S.11f
4 Ebener 2006
5 Ebener 2006
6 Backerra, Malorny, Schwarz 2002, S.13
7 ebd. S.26f
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Arbeit zitieren:
David Beer, 2009, Kreativität, München, GRIN Verlag GmbH
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