1. Einleitung
2. Biografie
3. Das Attentat
3.1 Die Entwicklung des Attentats auf Rudi Dutschke 3.2 Der Anschlag auf Dutschke 3.3 Die Auswirkungen des Anschlags 3.4 Reaktionen
4. Dutschkes Beziehung zu Bachmann
5. Dutschkes Leben nach dem Attentat
6. Fazit
7. Literaturangaben
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1. Einleitung
Der Name Rudi Dutschke ist in den 60er/ 70er Jahren im gleichen Atemzug zu nennen, wie die Studentenbewegung. Er war einer der bekanntesten, charismatischsten, intellektuellsten Redner dieser Zeit. Dutschke wusste die Massen PLWVHLQHQ5HGHQPLW]XUHLHQXQG]XEHJHLVWHUQ(UZXUGHDXFKGHUÄYHULUUWH5HEHOO³ genannt und fand überall Anhänger seiner Reden. Sogar die linksorientierten Krawallmacher wurden von seiner standhaften Meinung umgarnt und überzeugt. Dutschke polarisierte nicht nur in seinen eigenen Reihen. Doch nicht überall wurde er herzlich empfangen, viele Gegner stellten sich gegen ihn. Der in dieser Arbeit betrachtete Abschnitt von Rudi Dutschke, war ein sehr bewegender Teil in Dutschkes Leben. Wenn man an die 68er Jahre denkt, dann hat man Bilder von Straßenkämpfen und Polizeitaufgeboten im Kopf, die zwischen Studenten für Ordnung sorgten. Einer von diesen war Rudi Dutschke, er war immer genau dort wo HV ÄEUDQQWH³XQG ]X 7XPXOWHQ NDP$XHUGHP VFKLHHQHLQHP %HJULIIH GXUFK GHQ
Kopf wie, das legendäre Woodstock-Festival 1 , Che Guevara oder auch die RAF 2 . Genau diese Bilder machten die 60er/ 70er Jahre zu einem Mythos. Und zu diesem Mythos hat Dutschke beigetragen. Dutschke war in seiner Kindheit kein auffälliges Kind, er hatte genau die gleichen Interessen wie anderen Gleichaltrige. Doch 1945 wurde sein Bild eines schönen Lebens umgeworfen. 1945 kommt es zur ersten Begegnung mit russischen Soldaten. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich Rudis Denkweise und er versuchte viele Informationen darüber einzuholen. Er schwamm immer gegen den Strom und schaffte sich so seine eigene Welt, mit der er bei vielen aneckte. Außer seinem politischen Arrangement, war auch sein Leben anders als so manch anderes Leben seiner Gleichaltrigen. Nachdem er sich über den Krieg informierte, wollte er nie in der Armee dienen. Er hatte den Wehrdienst verweigert. Außerdem stand er schnell auf eigenen Beinen, war sich bewusst dass er den deutschen Staat nicht sich selbst überlassen konnte und wollte seine Meinung kund tun. Die Ignoranz der Gesellschaft am eigenen Land, war für ihn unerträglich, er wollte dies ändern, wollte den Menschen zeigen das es sich lohnt für freies denken
1 Das Woodstock Music und Art Festival war ein Musikfestival, das als musikalischer Höhepunkt der US-
amerikanischen Hippiebewegung gilt. Es fand offiziell vom 15. bis 17. August 1969 statt, endete jedoch erst am
Morgen des 18. August. Der Veranstaltungsort war eine Farm in Bethel im US-amerikanischen Bundesstaat
New York. Quelle: http://www.musikworld.de/sonstiges/kult/woodstock/start.htm
2 Rote Armee Fraktion
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und handeln zu kämpfen, auch wenn es nur mit Worten war. Das alles bewegte ihn, VLFK GHU GHU 6WXGHQWHQEHZHJXQJ Ä6XEYHUVLYHQ $NWLRQ³ DQ]XVFKOLHHQ 'XWVFKNH versuchte durch viele Demonstrationen auf die Lage in Deutschland aufmerksam zu machen. Aufklärung durch Aktion nannte er dies auch. Nicht immer endete dies JOLPSIOLFKHUWUXJRIW9HUOHW]XQJHQGDYRQ1LFKWRKQH*UXQGZXUGHGHU6DW]Ä2KQH Provokation werden wir überhaXSW QLFKW ZDKUJHQRPPHQ³ ]X VHLQHP /HLWVSUXFK Genauere Darstellung seines Werdeganges, seiner politischen Orientierung und auch seines Lebens außerhalb der Politik werden wir in dieser Arbeit skizzieren und näher darstellen.
2. Biografie Alfred Willi Rudolf Dutschke
Alfred Willi Rudi Dutschke wohl einer der bedeutetsten Soziologen und Revolutionäre seiner Zeit. Sein Weg begann am 7.März 1940, als er als Sohn eines Postbeamten und einer Hausfrau das Licht der Welt in Schönefeld bei Luckenwalde, erblickte. Rudi war relativ unerwünscht, die Eltern Alfred und Elisabeth haben sich von ganzen Herzen eine Tochter gewünscht, um der Mutter im Haushalt etwas Arbeit abzunehmen. Dadurch musste er viele Dinge trotzdem erlernen, nähen, stopfen und kochen. Schon mit seiner Einschulung 1946, kam bei ihm sein politisches Interesse zum Vorschein. Er verschlang den Unterrichtsstoff, vor allem Geschichte faszinierte ihn im hohen Maße. Das Ende des zweiten Weltkrieges, die Entscheidung zwischen Sozialismus und Kapitalismus, brachten ihn schon im Alter von sechs Jahren zum nachdenken, ob das alles richtig sei. Rudi Dutschke hatte schon im Schulalter Probleme mit der Deutschen Identität. Er kam mit der Macht und Monopolstellung mancher nicht zurecht. Dutschke verfolgte mit großem Interesse den 17. Juni 1953 als die Arbeiter auf die Straße gingen, um die nicht erfüllten Lohnforderungen einzuklagen. Doch damals fehlten Rudi Dutschke, das nötige Verständnis, die Hintergrundinformationen und Menschen mit denen man sich austauschen kann. Das sollte sich bald ändern. Trotz seines wachsenden Interesses gegenüber der Politik, war der Sport immer ein großer und sehr platzeinnehmender Teil seines Lebens. Rudi war ein ausgezeichneter Sportler und hatte viel Erfolg, gewann etliche Meisterschaften. Er entschloss sich rasch dem Sportclub an, wurde dank seines :HVHQV GHU /HLWHU XQG PXVVWH VLFK JH]ZXQJHQHUPDHQ GHU )'- Ä)UHLH 'HXWVFKH
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-XJHQG³ 3 ) anschließen, welches nicht in Herrn Dutschkes Überzeugung lag. Die Massenorganisationen, dass damit verbundene Erziehungssystem und die absolute Überwachung widerstrebten ihm. Laut Aussagen des Statuts war die Teilnahme und Mitgliedschaft in der FDJ freiwillig, doch hatten Nichtmitglieder beachtliche Nachteile in ihrem weiteren Leben, sei es bei der Zulassung einer Universität oder bei der Berufswahl.
Dutschke wollte und konnte nicht begreifen, dass sich so viele Menschen vergleichen lassen und wollte keine von diesen Rollen übernehmen. Daher ging er immer seinen eigenen Weg.
Sein Hobby der Sport, brachte ihn zum kommentieren von Sportereignissen, was ihn für sehr bedeutend werden sollte. Er lernte es mit Worten zu jonglieren, zu experimentieren und bestimmte Gefühlslagen auszudrücken. Sein Verständniss für Sozialism stärkte und entwickelte sich mehr und mehr. Mit der Ungarn Tragödie 4 wuchs Dutschkes Misstrauen gegenüber dem Marxismus- Leninismus. Er unterstützte den Gedanken von Selbstbestimmung, lehnte jedoch den Kapitalismus ab. Zu dieser Zeit gefiel ihm die Vorstellung von Kurt Schumacher 5 , der der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) angehörte. Schumacher widersetzte sich dem Entschluss SPD und KPD zur SED (Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands) zusammenzuschließen.
1958 beendete Rudi Dutschke seine Schulkariere mit einem erfolgreichen Abitur. Nach seinem Abschluss wollte er sein Steckenpferd, das kommentieren von Sport zu seinem Beruf machen, mit einem Sportjournalistikstudium in Leipzig. Doch durch eine Versammlung des FDJ sollten sich seine Pläne gravierend verändern. Thema des Treffens war der Zweite Weltkrieg, das Militär und welche Meinung man dazu vertritt. Rudi Dutschke, geübt im Umgang mit der Sprache, erkannte nichts *XWHVDP(LQWULWWLQGDV0LOLWlUÄ1LHPDOVPHKUHLQH:DIIHLQGHV'HXWVFKHQ+DQG³ 6 )
3 http://www.fdj.de/FDJ_Homepage_08/Seiten/Startseite.html
4 http://archiv2007.sozialisten.de/politik/publikationen/disput/view_html?zid=33142&bs=1&n=17
5 http://www.hdg.de/lemo/html/biografien/SchumacherKurt/index.html
6 Rudi Dutschke; Wir hatten ein barbarisches schönes Leben Eine Biographie von Gretschen
Dutschke; Knaur Verlag 1998 S.27
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Diese Aussage hinderte ihn sein geplantes Journalistikstudium anzutreten. Sein Abitur wurde von gut auf befriedigend herabgesetzt, weil es nicht der Norm entsprach seine Meinung so frei zu äußern.
Nach alledem entschied sich, der auf der Suche nach Gleichgesinnten, geplagte Dutschke 1958 für eine Ausbildung zum Industriekaufmann im Luckenwalder Volkseigenen Betrieb (VEB) Beschläge. Rudi versucht sich der Allgemeinheit anzupassen und beendet diese Ausbildung 1960 mit einem guten Abschluss. Doch war es nie das was er wirklich erstreben wollte. Rudi stand vor der Wahl, entweder vollzog er seinen Grundwehrdienst oder er entschied sich dafür nach West-Berlin überzusiedeln. Er beschloss nach West-Berlin zu gehen, dort wiederholte er sein Abitur, denn sein mit befriedigend notiertes Zeugnis wurde in der Bundesrepublik nicht anerkannt. Jede seiner Entscheidungen brachte viele Menschen gegen ihn auf, denn immer mehr distanzierte Dutschke sich vom Deutschen Bild eines gesetzestreuen Bürger.
:lKUHQG VHLQHV $ELWXUV DUEHLWHWH 'XWVFKNH EHL GHU Ä%=³ %Hrlins bekanntester Zeitung) im Sportteil. Er verfasste schon damals Schriften mit unzähligen Fragen die LKQEHZHJWHQÄ:DVLVW0DFKW"³Ä:DVLVW'HPRNUDWLH"³ 7 ) Dabei lernte er die Meinung des Gegners zu respektieren, was er jedoch nicht erwarten konnte. Nach dem wiederholten Abitur beschloss Rudi endlich in die Richtung seines Interesses zu gehen, er begann kurz vor dem Mauerbau 1961 im Wintersemester sein Studium der Soziologie an der Freien Universität Berlin. Er empfand den Mauerbau als Unrecht gegenüber der Deutschen Bevölkerung und ging mit seinen Gedanken in die Öffentlichkeit.
Weiterhin ging er seinem zweiten Spezialgebiet, dem Sport nach. Doch wurde dies durch einen Unfall beim Ringen getrübt. Er verletzte sich dabei an seinen Ohren und war danach nicht mehr in der Verfassung aktiv Sport zu treiben.
7 Rudi Dutschke; Wir hatten ein barbarisches schönes Leben Eine Biographie von Gretschen
Dutschke; Knaur Verlag 1998 S.31-32
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Arbeit zitieren:
David Beer, 2008, Das Fremde in und an Rudi Dutschke, München, GRIN Verlag GmbH
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