Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 4
2 Demographischer Wandel - Die Pyramide wird zur Vase. 5
2.1 Auswirkungen auf den Städtebau 6
3 Verdeckte Armut heute 7
3.1 Altersarmut und demographischer Wandel. 10
4 Wohnungsmarkt 11
4.1 Wohnen im Alter - Ein Rückblick 11
4.2 Die allgemeine Wohnungsversorgung in Deutschland 13
5 Wohnformen im Alter 13
5.1 Wohnen im vertrauten Zuhause 14
5.1.1 Wohnberatung 14
5.2 Nachbarschaftshilfe. 16
5.3 Betreutes Wohnen zu Hause. 17
5.4 Leistungen der Pflegeversicherung 18
5.5 Teilstationäre Betreuung. 19
6 Veränderung der Wohnsituation 19
6.1 Wohngemeinschaften 20
6.2 Hausgemeinschaften 21
6.3 Projekte zum gemeinschaftlichen Wohnen 21
6.4 Betreutes Wohnen 22
6.5 Altenwohnanlagen 23
7 Wohnen mit Rund um Betreuung 24
7.1 Betreute Wohngemeinschaften 24
7.2 Betreute Hausgemeinschaften. 25
7.3 Alten und Pflegeheime. 25
8 Ausblick: Quartiersbezogene Wohnkonzepte 26
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9 Zukunftsplanung: Altersarmut und Wohnen in der Zukunft ...................................................... 27
9.1 Die „Neuen“ Alten ................................................................................................................... 27 10 Altersarmut................................................................................................................................ 28 10.1 Altersarmut und heutige Lebensbiographien ........................................................................ 29 10.2 Altersarmut und Arbeitslosigkeit............................................................................................ 30 10.3 Altersarmut und gesundheitliche Beeinträchtigung ............................................................. 31 10.4 Altersarmut und Frauen ......................................................................................................... 32 10.5 Altersarmut durch Erwerbsbiographien................................................................................. 32 11 Schlussbetrachtung ................................................................................................................... 33 12 Literaturverzeichnis ................................................................................................................... 36
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1 Einleitung
Übergänge im Laufe eines Lebens sind oft mit räumlichen Veränderungen gekoppelt, also etwa einem Wohnungswechsel, baulichen Maßnahmen in der Wohnung oder einer veränderten Nutzungsweise der verfügbaren Wohnfläche. Zudem gehören zu jeder Le‐ bensphase zumindest teilweise eigene Wertvorstellungen, Lebensperspektiven und da‐ mit auch eigene Wohnwünsche. In diesem Sinne kann man sich jede Lebensphase ver‐ einfacht auch als altersspezifische Nachfragesegmente mit je eigener Einkommens‐ und Vermögenssituation vorstellen. Jede Lebensphase hat ihren eigenen Wohnraumbedarf. Trotz einer Vielfalt von Lebensstilen und Lebensentwürfen kann man deshalb nach wie vor von einem engen Zusammenhang zwischen der demographischen Struktur einer Bevölkerung und der Nachfrage nach Wohnraum ausgehen. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der über 50‐jährigen auf die Hälfte der Bevölkerung ansteigen und die Zahl der Pfle‐ gebedürftigen wird sich in den nächsten 15 Jahren um die Hälfte erhöhen (vgl. Andritzky, 2004, S. 10).
Auch ältere und pflegebedürftige Menschen wollen in bestimmtem Rahmen ihr Leben selbst bestimmen, selbst organisieren und selbst gestalten. Die Qualität des selbstbe‐ stimmten Lebens im Alter wird damit entscheidend vom Wohnraum und Wohnumfeld des Menschen abhängig sein. Dabei stehen im Alter auch Dinge wie Preissicherheit, Kündigungsschutz, Leben im vertrauten Nachbarschaftsgefüge und verlässliche Unter‐ stützung im Falle von Hilfsbedürftigkeit im Vordergrund.
Damit wird die Wohnfrage eine Schlüsselfrage für die Probleme sein, die sich aus der der alternden Gesellschaft ergeben. Diese Schlüsselfrage wird hauptsächlich eine Frage nach sinnvollen Wohnalternativen sein.
In unserer Arbeit möchten wir uns hauptsächlich mit diesen Wohnalternativen beschäf‐ tigen, die dem alternden Menschen ein sicheres, eigenständiges und selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen. Dazu war nötig, die demographischen Entwicklungen zu skizzie‐ ren, den derzeitigen Stand des Wohnungsmarktes zu beleuchten und über die herkömm‐ lichen Wohnformen im Alter aufzuklären. Weiterhin war zu untersuchen, welche Fakto‐ ren die Altersarmut beeinflussen, da diese in direkter Beziehung zum Wohnraum und speziell zur Qualität des Wohnraumes im Alter stehen. 4
Den Abschluss unserer Arbeit bildet ein Ausblick darauf, wie die Wohnsituation durch die vermehrte Altersarmut beeinflusst wird. Dazu sollen Lösungsansätze aufgezeigt wer‐ den, wie attraktives altersgerechtes Wohnen im Alter bezahlbar gemacht werden kann.
2 Demographischer Wandel - Die Pyramide wird zur Vase
In den Siebzigern gab es noch so viele Kinder, dass noch nicht mal genügend Pädagogen für die Klassen vorhanden waren. Da kam es schon mal vor, dass die Schüler schulfrei hatten, weil die Lehrerin krank war. Heute schließen Schulen, weil nicht genügend Kin‐ der da sind (vgl. Lixenfeld, 2008, S. 20).
Immer mehr älteren Menschen stehen immer weniger jüngere gegenüber. Diesem Phä‐ nomen steht ein doppelter Alterungsprozess gegenüber: Die Alten werden immer älter und der Anteil der jüngeren Menschen sinkt durch schwache Geburtenraten. Damit werden die jungen Menschen zur demographischen Minderheit (vgl. Huber, 2008, S. 31). An der Verteilung hat sich schon sehr früh etwas geändert. 1881 war der letzte Jahrgang, der sich mit der Zahl seiner Kinder selbst ersetzte. Danach war jeder Jahrgang in Deutschland zahlenmäßig kleiner als die Elternjahrgänge. Das hatte jedoch im Verlauf der Zeit nur leichte Auswirkungen. Einen deutlichen Knick gab es erst in den 60iger Jah‐ ren durch die Pille und den Anstieg der Lebenserwartung (vgl. Lixenfeld, 2008, S. 28). Auch die unsichere Arbeitsmarktsituation, die Karriere der Frau und natürlich auch die Entwicklung des Gesundheitswesens, sind ausschlaggebende Faktoren für die Geburten‐ abnahme und für die Abnahme der Sterberate. Damit sind wir bei dem doppelten Alte‐ rungsprozess unserer Gesellschaft. Bereits in den kommenden zwei Jahrzehnten werden die Auswirkungen spürbar sein, sagen Experten voraus. Die Sozialsysteme werden e‐ norme Belastungen tragen müssen. Es wird in vielen Berufszweigen an Nachwuchskräf‐ ten mangeln. Die regionalen Unterschiede werden sich verstärken ‐ es wird "Schwund‐ regionen" und "Wachstumsinseln" geben.
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2.1 Auswirkungen auf den Städtebau
Demographische Entwicklungen haben immer auch Auswirkungen auf den Städtebau. Deshalb müssen sich Planer beispielsweise mit Geburtenrückgang und sinkender Alters‐ sterblichkeit auseinandersetzen. Prognosen, welche Folgen der Demographische Wandel in 50 Jahren hat, lassen sich nur schwer treffen, da immer wieder auch unvorhergesehe‐ ne Entwicklungen auftreten können. Doch Fakt ist, dass unsere Bevölkerung immer älter wird und der Städtebau auch darauf reagieren muss (vgl. Andritzky, 2004, S. 18). Die Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs für die deutschen Städte sind beträcht‐ lich. Nicht nur in heute schon stagnierenden Städten, auch in zurzeit noch wachsenden Städten und Regionen wird mittel‐ bis langfristig ein quantitativer Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen sein. Dies hat Stadtschrumpfungen zur Folge. Und Stadtschrumpfungen verursachen hohe Kosten durch Umbau‐ und Rückbaumaßnahmen(vgl. ebenda, S.25). Fast 80 % aller Pflege‐ und Versorgungsleistungen für ältere Menschen werden im Mo‐ ment noch von der Familie aufgefangen. Das bedeutet auch, dass ein Großteil der alten Menschen mit Ihren Kindern beispielsweise im Eigenheim unter einem Dach wohnt. Da‐ durch wird Pflege und Betreuung vereinfacht. Allerdings wird in Zukunft durch den e‐ manzipatorischen Fortschritt der traditionelle Familienverband aufgelöst. Die wachsende Zahl von älteren alleinstehenden Menschen wird vor allem in Zukunft zu einem steigenden Bedarf an altersgerechten, weitgehend barrierefreien Wohnungen führen. Das bestehende Wohn‐ und Versorgungsangebot ist diesen veränderten Anfor‐ derungen in vielen Bereichen nicht gewachsen und muss entsprechend angepasst wer‐ den. Zum einen müssen bei Neubaumaßnahmen die Anforderungen an eine barriere‐ freie Gestaltung berücksichtigt werden. Bedeutsamer ist aber zum anderen, dass beste‐ hende Wohnungen durch individuelle und strukturelle Anpassungsmaßnahmen an diese veränderten Anforderungen angepasst werden.
Daneben wachsen auch Anforderungen an die Wohnungsversorgung, die über die Be‐ reitstellung alterstauglicher Wohnungen herausgehen. Neben einem barrierefreien Wohnumfeld, der Bereitstellung wohnortnaher Infrastruktur, der Integration von sozia‐ len Angeboten wie Nachbarschaftstreffs oder häuslicher Pflege müssen Wohnungsan‐ bieter zusammen mit anderen wichtigen Akteuren, wie zum Beispiel Kommunen und 6
Wohlfahrtsverbänden, dazu beitragen, dass das soziale Zusammenleben unter und zwi‐ schen den Generationen gestärkt wird. Darüber hinaus muss sich das Wohnungsangebot auch für neue Wohnformen öffnen, wie etwa das selbstständige gemeinschaftliche Wohnen oder auch gruppenorientierte Wohnformen für Pflegebedürftige. In diesem Zusammenhang spielen städtebauliche Maßnahmen eine zentrale Rolle und haben die Aufgabe, den derzeitigen Bestand und den aktuellen sowie zukünftigen Bedarf an alters‐ gerechten Wohnangeboten zu quantifizieren.
3 Verdeckte Armut heute
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein entsprach die Formel "alt gleich arm" wei‐ testgehend der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Vor allem für Angehörige unterer Ein‐ kommensgruppen, bei denen die verfügbare Körperkraft über das Einkommen ent‐ schied, war Armut eine meist unumgängliche Begleiterscheinung des Alters. Die Alters‐ armut reduzierte sich dadurch, dass die Armen oft starben, bevor sie ein höheres Alter erreichten. Die Einführung der Rentenversicherung und die individuelle Absicherung von Einzelfällen seit den 60er Jahren durch das Bundessozialhilfegesetz führten zu einer ge‐ nerellen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage älterer Menschen (vgl. Steffen, 2008, S.1).
Trotzdem lag das Armutsrisiko der älteren Bevölkerung bis in die 80er Jahre über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. 2003 erreicht die Altersarmut nach offiziellen Zah‐ len einen Tiefststand. Eine Grundsicherung für ältere Menschen nach dem Grundsiche‐ rungsgesetz (GSiG) schafft seit 2003 zusätzlich Entlastung. Trotzdem wird sich die künfti‐ ge Einkommenslage der Älteren auf Grund ökonomischer und politischer Entwicklungen deutlich von der jetzigen Lage unterscheiden. Diese Veränderung wird alle Bereiche um‐ fassen, d.h. sowohl das Niveau und die Verteilung des Einkommens sowie die Struktur der Einkommen nach Einkunftsarten. Im Klartext heißt das: Die „Alten“ von morgen werden ärmer sein, als die „Alten“ von heute (vgl. 5. Altenbericht, 202).
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Auch heute schon ist verschämte Altersarmut weit verbreitet. Bereits 1993 hat die Ar‐ mutsuntersuchung des DCV nachgewiesen, dass die Quote der verdeckten Armut bei älteren Menschen bei 50 % lag. Nach einer Studie der Hans‐Böckler‐Stiftung verzichteten bis Ende 2004 etwa 1,8 bis 2,8 Mio. Anspruchsberechtigte auf staatliche Leistungen (BSHG ‐ Hilfe zum Lebensunterhalt). Alleinstehende Frauen über 60 melden ihre Ansprü‐ che auf staatliche Unterstützung selten an, vermutlich, um nicht als "Schmarotzer" zu gelten. Hauptursache für den Verzicht auf gesetzliche Ansprüche sind Fehlinformationen und Angst vor Stigmatisierung. Auch mit Einführung der Hartz‐Gesetze hat sich diese Zahl nicht deutlich reduziert. Verdeckt arme ältere Menschen tauchen häufiger in Bera‐ tungsdiensten der Caritas auf oder nehmen vermehrt anonym Suppenküchen, Tafellä‐ den, Kleiderkammern oder Sozialkaufhäuser in Anspruch.
Bei der Charakterisierung von Altersarmut spielt das zur Verfügung stehende Einkom‐ men selbstverständlich eine große Rolle. Wo Geld knapp ist, wirkt sich dies auf andere Lebensbereiche entscheidend aus wie z. B. Wohnen, Gesundheit bzw. gesundheitliche Versorgung, soziale Einbindung und nicht angemessene Teilhabe an gemeinschaftlichen Lebensvollzügen. Wer im Alter über wenig Geld verfügt, bewohnt meist auch die schlechtere Wohnung, ist kränker und sozial isolierter. Soziale Kontakte mit Freunden, Besuche bei Kindern, Theater oder Freizeitaktivitäten entscheiden sich bei einkommens‐ armen älteren Menschen nicht über psychosoziale Bedürfnisse oder Notwendigkeiten, sondern werden eher über den Geldbeutel geregelt. Mit einem entsprechenden Ein‐ kommen fällt es leichter, bei medizinischen Leistungen zuzuzahlen, notwendige Chef‐ arztbehandlungen zu bezahlen oder medizinische Therapie‐ und Prophylaxemaßnahmen durchzuführen. Für die Betroffenen bedeutet Armut Ausgrenzung, eine Verringerung von Lebensqualität sowie existenzielle Unsicherheiten, obwohl man sich gerade für die‐ sen Lebensabschnitt etwas anderes erhofft hatte.
Altersarmut wird häufig begleitet von Versagen und Gefühlen der Demütigung, das Selbstwertgefühl sinkt, der Glaube daran, sich aus eigener Kraft aus der schwierigen Si‐ tuation zu befreien, wird geringer. Auch nimmt das Vertrauen in die Umwelt und gegen‐ über anderen Menschen eher ab. Charakteristisch hierbei ist, dass betroffene Menschen versuchen, ihre schwierige Lage so lange wie möglich vor anderen zu verbergen, und sich häufig zurückziehen. 8
Arbeit zitieren:
Tobias Isenhuth, 2010, Altersarmut - Wie wohnen wir in Zukunft?, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Seminararbeit, 26 Seiten
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Skript, 8 Seiten
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