INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG. 4
2. KURZBIOGRAPHIE. 4
3. EINFLÜSSE UND WICHTIGE WERKE 6
3.1 CHARAKTERISTIKA DER AVANTGARDE 6
3.2 AVANTGARDISTISCHE EINFLÜSSE. 7
3.3 SUJETS DER WERKE SAINT-POINTS 8
4. ANALYSE DES MANIFESTE DE LA FEMME FUTURISTE 10
4.1 CHRAKTERISTIKA UND PROBLEME DES MEDIUMS 11
4.2 STILANALYSE 12
4.3 INHALTLICHE ANALYSE. 14
5. RESÜMEE 16
6. LITERATURVERZEICHNIS 18
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit, die Ausarbeitung zu meinem Referat, welches im Rahmen des Seminars Französische Avantgarden im europäischen Kontext gehalten wurde, gibt einen Überblick über die Biographie und das Schaffen der avantgardistischen Künstlerin Valentine de Saint-Point. Im besonderen Fokus steht ihr Manifeste de la Femme Futuriste, das europaweit kritische Reaktionen hervorrief.
Zu Beginn der Arbeit wird ein kurzer Überblick über die wichtigsten Stationen ihres Lebens gegeben. Im Folgenden werden Personen sowie verschiedene künstlerische Strömungen aufgeführt, die das Schaffen von Valentine de Saint-Point beeinflussten. Hierzu werden zunächst grundsätzliche Charakteristika der avantgardistischen Bewegung dargelegt, insbesondere des Futurismus. Darauf aufbauend werden Saint-Points wichtigste Werke auf ihre zentralen Themen untersucht.
Anschließend folgt eine Analyse des Manifeste de la Femme Futuriste. Begonnen wird mit der Darlegung der Charakteristika des avantgardistischen Mediums, des Manifests, um die Analyseschwierigkeiten des selbigen zu verdeutlichen. Die Analyse ist in einen stilistischen sowie in einen inhaltlichen Teil untergliedert. Zusammenfassend wird an Hand der inhaltlichen Aspekte sowie Saint-Points Umgang mit Sprache im Manifeste de la Femme Futuriste ein kurzes Resümee bezüglich der Fortschrittlichkeit ihres Schaffens gegeben.
2. Kurzbiographie
Valentine de Saint-Point, Urgroßnichte des Dichters Alphonse de Lamartine, ist Literatin, Malerin, Dramaturgin, Choreographin, und Journalistin und bekannt als erste Frau der misogynen Bewegung des Futurismus.
Am 16. Februar 1875 wird sie in Lyon geboren. Als einziges Kind von Alice Desglans de Cessiat und Charles-Joseph Vercell wächst Saint-Point, dessen tatsächlicher Name Anna Jeanne Valentine Marianne Deglans de Cessiat-Vercell lautet, in Macon auf, wo sie, nach dem frühen Tod ihres Vaters, vornehmlich von ihrer Großmutter und ihrem Hauslehrer erzogen wird. Im Alter von 18 Jahren heiratet sie Florian Théophile Perrenot, der jedoch im Jahre 1899 stirbt. Die junge Witwe lässt sich in Paris nieder, wo sie im Jahr 1900 Charles Dumont, den späteren Minister der Dritten Republik, heiratet.
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Im skandalgewohnten Paris weiß Valentine de Saint-Point dennoch durch ihre emanzipierte, provokante Art aufzufallen. Sie organisiert schon im Jahr 1902 ihren ersten salon littéraire, der es ihr ermöglicht mit politischen Persönlichkeiten und Künstlern des Symbolismus in Kontakt zu treten. Vor allem den französischen Bildhauer und Zeichner Auguste Rodin, der als Wegbereiter der Modere gilt, achtet sie sehr. 1 Zusammen haben sie ein „projet de livre intime“, welches sich jedoch nur beim Lesen der Ausführungen Saint-Points über Rodin erahnen lässt. 2
Im Jahr 1903 lernt sie Ricciotto Canudo, italienischen Schriftsteller und fortschrittlichen Filmtheoretiker, kennen. Saint-Point lässt sich von ihrem Ehemann scheiden, nimmt ihren Künstlernamen an (Saint-Point nimmt Bezug auf das Schloß von Alphonse de Lamartine) und lebt in wilder Ehe mit Canudo, der sie in ihren literarischen Anfängen unterstützt. 3 Das Paar verbindet ein großes Interesse am Symbolismus sowie das Streben nach einem universalen Konzept der Sprache. 4
Im Jahre 1905 beginnt die Künstlerin mit der Veröffentlichung literarischer Abhandlungen in verschiedenen avantgardistischen Zeitschriften (u.a. in der Nouvelle Revue Française), die ihr die Möglichkeit bieten, ihr literarisches Können unter Beweis zu stellen. Hiermit beginnt ihre produktivste Phase des Schaffens. Saint-Point betätigt sich auf lyrischer Ebene, im Rahmen des Theaters (Le Théâtre de la Femme (1913)) sowie im malerischen und tänzerischen Künstlerfeld (La Métachorie (1913)). Ihre Werke lösen empörende Kritik unter der Leserschaft und Presse aus (z.B. L’Inceste (1907), Drama Le Déchu (1909)). Im Jahr 1912 beginnt sie mit dem Ausrichten der soirées apolloniennes. 5 Das Abhalten von soirées ist ein typisches Charakteristikum der avantgardistischen Bewegung. Die Künstler schaffen auf diese Weise einen besonderen, aktivistischen Rahmen für ihre Werke. Oft enden die Abende unter gezielter Publikumsbeschimpfungen und Provokation in großem, oft handgreiflichem Tumult, durch jenen die Veranstalter in große Euphorie geraten. 6 Ihr europaweit Aufsehen erregendes Manifeste de la Femme Futuriste, eine Antwort auf den misogynen Inhalt des Manifeste du Futurisme von Filippo Tommaso Marinetti, verfasst sie in selbigem Jahr.
1 Vgl.: http://fr.wikipedia.org/wiki/Valentine_de_Saint-Point. Letzter Zugriff am 03.06.2009 um 13:45 Uhr.
2 Vgl.: Sina, Adrien: Valentine de Saint-Point: Figure futuriste, féminine et originaire de l'art-performance.
http://virtualurbanity.free.fr/Sina085/vsp.html. Letzter Zugriff: 03.06.2009 um 13:45 Uhr.
3 Vgl.: http://fr.wikipedia.org/wiki/Valentine_de_Saint-Point.
4 Vgl.: Bordes, Arnaud: Valentine de Saint-Point.
http://revuelasoeurdelange.hautetfort.com/list/a_quoi_bon_l_art_/valentine_de_saint-point_-
_arnaud_bordes.doc. Letzter Zugriff: 03.06.2009 um 14:18 Uhr, S. 1.
5 Vgl.: http://fr.wikipedia.org/wiki/Valentine_de_Saint-Point.
6 Vgl.: Mathy, Dietrich: Europäischer Futurismus oder: Die beschleunigte Schönheit. In: Die literarische Moder-
ne in Europa. Hg. v. Hans-Joachim Piechotta, Ralph-Rainer Wuthenow, Sabine Rothemann. Opladen: Westdeut-scher Verlag 1994 (Bd. 2), S. 91.
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Nach der Kriegserklärung arbeitet Valentine de Saint-Point zunächst als Sekretärin für Auguste Rodin. Im Jahr 1916 verlässt sie Frankreich und reist nach Spanien sowie in die Vereinigten Staaten, um ihre fortschrittlichen Ideen global zu verbreiten. Zwei Jahre später kehrt sie nach einem Aufenthalt in Marokko, während dessen sie zum Islam konvertiert, wieder nach Frankreich zurück. 7
Im Anschluss an ihre Rückkehr in das vom Krieg gänzlich veränderte Europa verabschiedet sie sich peu à peu von den Werten der modernen Welt und nimmt die Suche nach dem Spirituellen auf. 8 Nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Liebhabers Canudo lässt sie sich in Kairo nieder, engagiert sich hier vornehmlich politisch und versucht durch die Gründung des centre déiste ihren Wunsch der Fusion von abendländischer und orientalistischer Kultur zu verwirklichen. Sie ergreift Partei für die islamische Welt, unterstützt den arabischen Nationalismus und verurteilt den europäischen Imperialismus. Ihre politischen Texte rufen Missgunst in der frankophonen Gesellschaft hervor. Sie wird verurteilt, gegen die Interessen Frankreichs zu handeln. Auch in Ägypten führt ihr politisches Engagement zu Konflikten, so dass ihr untersagt wird, sich weiterhin politisch zu engagieren. In ihren letzten Lebensjahren lebt sie in großer Armut und beschäftigt sich intensiv mit Religionen sowie Meditation. Im Jahr 1958 stirbt sie im Alter von 78 Jahren und wird nach islamischer Tradition unter dem Namen Rawhiya Nour-Er-Dine begraben. 9
3. Einflüsse und wichtige Werke
3.1 Charakteristika der Avantgarde
Valentine de Saint-Point gehört zu den Künstlerinnen der historischen Avantgarde (1909-1930 10 ). Die avantgardistische Bewegung ist eine Reaktion auf die Erfahrung, dass die Kunst unter den Bürgern Warencharakter angenommen hat und dass die Antwort der Künstler hierauf, die Haltung der l’art pour l’art (Symbolismus), also der Autonomie der Kunst, in eine Ausweglosigkeit - die oft im Hinblick auf die Dekadenzdichtung erwähnt wird - mündet. 11 Die Avantgardisten reagieren auf die rasante Veränderung der sozialen und industriellen Umwelt; sie erleben die technische Veränderung als Aufforderung zur Entwicklung neuer
7 Vgl.: http://fr.wikipedia.org/wiki/Valentine_de_Saint-Point.
8 Vgl.: Bordes: 6.
9 Vgl.: http://fr.wikipedia.org/wiki/Valentine_de_Saint-Point.
10 Vgl.: Wagner, Birgit: Technik und Literatur im Zeitalter der Avantgarden: Ein Beitrag zur Geschichte des
Imaginären. München: Wilhelm Fink Verlag 1996 (Bd. 2), S. 45.
11 Vgl.: Wagner: 45.
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Arbeit zitieren:
Anne-Sophie Schmidt, 2009, Über Valentine de Saint-Points "Manifeste de la Femme Futuriste", München, GRIN Verlag GmbH
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