Gliederung: Seite
1.- Einleitung 1
2.- Quer- vs. Längsschnittdaten 1
2.1- Querschnittdaten 1
2.2- Längsschnittdaten 2
3.- Ergebnisse empirischer Studien 2
3.1- Querschnittstudien 3
3.2- Längsschnittstudien 6
4.- Theoretische Erklärung und Interpretation der Befunde 8
4.1- Die Theorie 9
4.2- Die Anwendung 10
4.2.1- Im Querschnitt 10
4.2.2- Im Längsschnitt 11
5.- Fazit 12
Sandro Klepsch ! HWS 08/09!
1.- Einleitung
In der nachfolgenden Ausarbeitung werde ich mich mit dem Thema der Bildungsungleichheit beim ersten Bildungsübergang beschäftigen, welcher den Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe I (Haupt-/Realschule, Gymnasium) darstellt.
Der Fokus hierbei soll jedoch nicht auf der reinen festgestellten Un-/Gleichheit liegen, sondern auch auf dem Unterschied in den für die Auswertungen verwendeten Daten. Hierfür wurden bisher überwiegend so genannte Querschnittdaten verwendet. Erst in jüngeren Studien haben hingegen Analysen auf Basis von Längsschnittdaten Einzug in die Bildungsungleich-heitsforschung gefunden. Es soll die Frage erörtert werden, ob abhängig von der Art der Daten andere Resultate beobachtet werden können und worin diese, sofern vorhanden, begründet liegen. Ich werde als erstes auf die Eigenheiten dieser beiden Datenformen eingehen. Als nächstes sollen Ergebnisse aus entsprechenden Studien miteinander verglichen und Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede herausgearbeitet werden. Abschließend werde ich überprüfen, in wie weit Essers Wert-Er-wartungstheorie auf die jeweiligen Ergebnisse anwendbar ist.
2.- Quer- vs. Längsschnittdaten
2.1- Querschnittdaten
Bei diesem Datentyp und dem dazugehörigen Erhebungsdesign geht es um eine auf einen Zeitpunkt bzw. eine kurze Zeitspanne bezogene einmalige Erhebung einer bestimmten Eigenschaft innerhalb einer vorher ausgewählten Gruppe von Untersuchungseinheiten. 1 Somit könnte man beispielsweise eine Erhebung bei Fünftklässlern machen, um herauszufinden, in welcher Schulform sie sich befinden. Das Resultat wäre ein Querschnitt, welcher unter Bezugnahme auf zusätzliche Informationen die für den ersten Bildungsübergang relevante Information liefert, nämlich ob und auf welche Art von weiterführender Schule der Schüler gewechselt ist.
Noch genauere Informationen diesbezüglich würde man über eine wiederholte Querschnittmessung zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten, in diesem Fall in der vierten und der fünften Klasse, erhalten. Dagegen würde es weniger Sinn machen, eine derartige Erhebung nur bei Schülern in den vierten Klassen, also vor dem Wechsel zu machen, da hier wohl mit einer nicht zu unterschätzenden Diskrepanz zwischen Intention und tatsächlichem Handeln zu rechnen wäre.
1 Diekmann, Andreas (2005): Empirische Sozialforschung, S.267
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Ergo erhält man durch Querschnittdaten eine Art Momentaufnahme, welche die relevante Information zum interessierenden Zeitpunkt liefert. Nun könnte man davon ausgehen, dass die Frage nach der sozialen Ungleichheit beim ersten Bildungsübergang damit hinreichend beantwortet ist. Dennoch sahen sich einige Sozialwissenschaftler dazu veranlasst, Längsschnittdaten für derartige Auswertungen zu verwenden.
2.2- Längsschnittdaten
Der Unterschied zu den eben beschriebenen Querschnittdaten lässt sich bereits aus den Bezeichnungen an sich ableiten. So interessiert hier eben weniger ein Zeitpunkt, als ein Zeitverlauf. Demnach geht es darum, den selben Untersuchungsgegenstand mehrfach zu erfassen, um eben diesen Verlauf darzustellen. 2
Man unterscheidet hierbei zwischen Trend- und Paneldaten. Bei beiden Formen werden die gleichen Variablen zu mehreren Zeitpunkten erhoben. Bei einem Panel bleibt jedoch zusätzlich noch der Personenkreis jedes Mal prinzipiell der gleiche, wohingegen beim Trenddesign jeweils eine andere Stichprobe gezogen wird. 3
Eine bedeutende Rolle für die Sozialwissenschaften spielt hier das Kohortendesign, was prinzipiell auch für Querschnittuntersuchungen genutzt werden kann. Unter Kohorte versteht man „eine Bevölkerungsgruppe, die durch ein zeitlich gemeinsames, längerfristig prägendes Startereignis definiert wird.“, beispielsweise Geburts- oder Eheschließungskohorten. 4 Die Idee dahinter steckt unter anderem in der höheren Vergleichbarkeit, welche sowohl innerhalb einer Kohorte als auch zwischen verschiedenen Kohorten gegeben ist, wodurch sich verschiedenste Einflüsse und Dynamiken veranschaulichen lassen, welchen die jeweiligen Kohorten ausgesetzt sind. 5
3.- Ergebnisse empirischer Studien
Im nächsten Schritt werde ich nun Befunde zur Ungleichheit beim ersten schulischen Übergang an-hand einiger ausgewählter empirischer Studien darlegen. Beginnen werde ich mit „klassischen“
2 Diekmann, Andreas (2005): Empirische Sozialforschung, S.267
3 op. cit., S.267f
4 op. cit., S.279f
5 op. cit., S.280
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Querschnittstudien, um mich nach deren Präsentation und Interpretation den Längsschnittstudien zu widmen.
3.1- Querschnittstudien
Um die relevanten Ergebnisse darstellen zu können, werde ich mich hier auf die Studien von Rolf Becker, Bernhard Schimpl-Neimanns sowie Thorsten Schneider beziehen, da hierin jeweils die wichtigsten Aspekte abgedeckt werden und sich die Artikel gegenseitig größtenteils bestätigen. Alle drei Studien beschäftigen sich mit den Bildungschancen beim Übergang nach der Grund- in eine weiterführende Schule. Um die soziale Ungleichheit abbilden zu können, wird in jedem Fall der Bildungsstatus ebenso wie die soziale Position der Eltern (oder zumindest des Vaters) erfasst. Erst dadurch ist es möglich ein breites Bild dessen zu zeichnen, was sich bei dieser schwerwiegenden Entscheidung abspielt, was auf diese Einfluss hat und wie sie letztendlich ausfällt. Gerade beim ersten Übergang sollte die soziale Herkunft eine besonders starke Rolle im Vergleich zu späteren Entscheidungen spielen, da hier der parentale Einfluss am größten vermutet wird. Schimpl-Neimanns spricht in diesem Zusammenhang von einem „herkunftsspezifischen Schulbesuch“, welcher in seinen Augen den zentralen Aspekt der sozialen Selektivität widerspiegelt. 6 In seinem Artikel untersucht er die Bildungsbeteiligung in Abhängigkeit der sozialen Herkunft, welche er durch den Bildungsstand der Eltern sowie dem Berufsstand des Familienoberhauptes operationalisiert. 7 Als Datengrundlage dienen Ergebnisse von Kohortenanalysen zum Schulbesuch und zur Bildungsbeteiligung aus den Jahren 1950 bis 1989, welche punktuelle Vergleiche ermöglichen. Erfragt wurde dort jeweils die aktuell besuchte Schulform bei 14 bis 18-jährigen Jugendlichen, ergo der Ist-Zustand. 8
Insgesamt konnte der Autor eine mit der Zeit steigende Bildungsbeteiligung feststellen. Während 1950 nur rund 28% der Jugendlichen überhaupt eine weiterführende Schule besuchten, stieg diese Zahl bis 1989 auf 79% an. 9 Der Anteil der der Realschulbesuche ist in diesem Zeitraum von 5% auf
6 Schimpl-Neimanns, Bernhard (2000): Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung, S.637
7 op. cit., S.637
8 op. cit., S.637
9 op. cit., S.650
3
Arbeit zitieren:
Dipl.-Soz. Sandro Klepsch, 2008, Ungleichheit beim ersten Bildungsübergang, München, GRIN Verlag GmbH
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