Inhaltsverzeichnis Seite
1.Einleitung 3
2. Enstehungshintergrund 3
2.1 Kritik am System der Gesundheitsversorgung
2.2 Gesundheits- und Krankheitsbegriff
2.3 Entwicklung eines biopsychosozialen Krankheitsmodells
2.4 Entwicklung der Prävention und Gesundheitsförderung
3. Salutogenese-Konzept 7
3.1 Salutogenetische Fragestellung
3.2 Das salutogenetische Modell der Gesundheit
3.2.1 Kohärenzgefühl
3.2.2 Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
3.2.3 Stressoren und Spannungszustand
3.2.4 Generalisierte Widerstandsressourcen
3.2.5 Salutogenese-Modell im Überblick
4. Stellenwert und Nutzen des Konzepts 14
5. Coaching 14
5.1 Fähigkeiten des Coachs
5.2 Ziele des Rückencoachings
5.3 Grundsätze des Rückencoachings
6.Fazit……………………………………………………………………………………… 19
2
1. Einleitung
Die folgende Ausarbeitung ist in zwei Hauptthemen gegliedert. Zunächst wird das Modell der Salutogenese von Antonovsky beschrieben und erklärt. Dabei wir erst auf die Entstehung und später auf die Notwendigkeit bzw. das Nutzen des Modells eingegangen.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird das Thema des Coachings aufgegriffen. Hier wird das Coaching allgemein, sowie die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Coaches beschrieben. Dabei wird insbesondere auf das Thema Rücken eingegangen.
2. Entstehungshintergrund
Aaron Antonovsky wurde 1923 in Brooklyn, USA, geboren und studierte nach dem College Soziologie an der Yale Universität. Nach seiner Auswanderung mit seiner Frau erhielt er am medizinischen Zentrum der hebräischen Hadassah-Universität, Jerusalem, eine Stelle im Institut für angewandte Sozialforschung. Dort begann er sich mit den Themen der Medizinsoziologie, speziell über den Zusammenhang zwischen Stressforschung und Gesundheit sowie Krankheit, detaillierter zu beschäftigen. Sein Konzept vertrat den die Auffassung, dass Stressoren nicht grundsätzlich krank machen, sondern seinen Erkenntnissen nach, eine psychophysische Anspannung hervorrufen. Daher rückt die psychologische Komponente individueller Stressverarbeitung bei unterschiedlichen Dispositionen in den Vordergrund. 1
In den Folgejahren (1960-1970) führte Antonovsky ein Forschungsprojekt durch, indem er das Verhalten von Frauen in der Menopause und ihre Anpassung an diesen Lebensabschnitt untersuchte. Die untersuchten Frauen waren in Zentraleuropa geboren und teilweise in einem Konzentrationslager inhaftiert gewesen. Wie erwartet war die Gruppe der ehemaligen Inhaftierten signifikant stärker gesundheitlich belastet als die anderen Frauen. Aber eine nicht unerhebliche Minderheit der Frauen (29%) hatte sich trotz des Grauens recht stabil auf die neue Lebensphase einstellen können. Dieses Forschungsergebnis initiierte für Antonovsky die Frage, wie es diese Frauen geschafft hatten, trotz der extremen Belastungen gesund zu bleiben. Von nun an
1 Vgl. Lorenz, R. (2004)
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beschäftigte sich Antonovskys Team, darunter auch seine Ehefrau (Anthropologin und Entwicklungspsychologin), mit der Frage der Salutogenese. In der Folgezeit veröffentlichte er viele theoretische und empirische Arbeiten zum Konzept der Salutogenese. Seine weiteren Aktivitäten führten ihn 1972 nach Beer-Sheva, Israel, wo er am Aufbau einer gemeindeorientierten medizinischen Fakultät beteiligt war. 1944 verstarb Antonovsky im Alter von 71 Jahren. 2
Nicht nur der Lebensweg Antonovskys hatte Einfluss auf die Entstehung des Modells der Salutogenese, sondern vor allem auch die vergangenen Entwicklungen und Störungen in der Gesundheitsversorgung und in den Gesundheistwissenschaften der letzten 50 Jahre.
Im Folgenden werden diese vier parallel verlaufenden Entwicklungen genauer beschrieben.
2.1 Kritik am System der Gesundheitsversorgung
Das deutsche System der Gesundheitsversorgung bzw. Krankenbehandlung ist durch eine pathogenetische Betrachtungsweise gekennzeichnet, in der die Beschwerden, Symptome oder Schmerzen des Patienten im Mittelpunkt stehen. Trotz beeindruckender Erfolge in Diagnostik und Therapie wurde in den letzten Jahren zunehmend Kritik an der Apparatemedizin und der primären Orientierung an Symptomen laut, es wird die Vernachlässigung der Ganzheitlichkeit Anschauung beklagt. Des Weiteren sei das Gesundheitssystem zu teuer und könne nicht angemessen auf die Zunahme chronischer Erkrankungen reagieren. Deshalb wird eine „sprechende Medizin“ gefordert, „die sich nicht nur an der Krankheit und Behinderung orientiert und mit hohem technischen Aufwand diagnostiziert; die Medizin soll dem Gespräch zwischen Arzt und Patienten einen hohen Stellenwert geben und auch die gesunden Anteile des Patienten wahrnehmen und fördern.“ 3 Zudem sollte auch den psychosozialen Aspekten besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, die für die Krankheitsanpassung und Heilung von Bedeutung sind.
2 Vgl. Bengel J. & Strittmaier R. & Willmann H. (1998)
3 Bengel J. & Strittmaier R. & Willmann H. (1998), S. 14
4
2.2 Gesundheits- und Krankheitsbegriff
Auf den ersten Blick scheinen die Begriffe Gesundheit und Krankheit eindeutig definiert. „Gesundheit lässt sich mit Wohlbefinden und Abwesenheit von Beschwerden und Symptomen beschreiben. Mit Krankheit dagegen verbindet man 4 Beschwerden, Schmerzen und Einschränkungen.“ Betrachtet man diese
Definitionen jedoch genauer, zeigt sich, dass die Begriffe Gesundheit und Krankheit sehr unterschiedlich definiert sein können. Für den einen ist Gesundheit gleichbedeutend mit Wohlbefinden und Glück, für den anderen ist es das Freisein von körperlichen Beschwerden. Man kann Gesundheit aber auch als Fähigkeit des Organismus, mit Belastungen fertig zu werden, verstehen. Die Wahrnehmung von persönlichen und sozialen Ressourcen hat einen entscheidenden Einfluss auf die subjektive Befindlichkeit und auf das gesundheitsbezogene Verhalten des Einzelnen. Gesundheit ist also kein eindeutig definierbares Konstrukt, denn sie ist schwer fassbar und nur sehr schwer zu beschreiben. 5
2.3 Entwicklung eines biopsychosozialen Krankheitsmodells
Das biomedizinische Krankheitsmodell wurde, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, unter dem Einfluss naturwissenschaftlichen Denkens entwickelt. Es wird davon ausgegangen, dass der menschliche Körper mit einer Maschine vergleichbar ist. Krankheitssymptome werden durch organische Defekte erklärt. Die Bestimmung ob eine Person als krank bezeichnet werden kann, hängt davon ab, ob anatomische oder physiologische Veränderungen festgestellt werden können. Die medizinische Behandlung zielt darauf ab, den Defekt zu beheben. 1979 stellte der Sozialmediziner Engel dem oft kritisierten biomedizinischen Modell ein erweitertes, biopsychosoziales Modell gegenüber. In diesem werden sowohl körperliche als auch psychosoziale Faktoren zur Erklärung von Erkrankungen herangezogen. Forschungsbefunde belegen, dass psychische und soziale Faktoren bei der Entstehung und im Verlauf von Krankheiten von Bedeutung sind. Trotz vielfältiger Kritik und obwohl bei den zunehmenden chronisch-degenerativen Erkrankungen die Bedeutung von psychosozialen und kulturellen Faktoren nachgewiesen ist, bestimmt dennoch nach wie vor das biomedizinische Krankheitsmodell die heutige Schulmedizin und Prävention. 6
4 Bengel J. & Strittmaier R. & Willmann H. (1998), S. 15
5 Vgl. s.o.
6 Vgl. s.o.
5
2.4 Entwicklung der Prävention und Gesundheitsförderung
In der gesamten Medizin-Geschichte war es schon immer die Absicht Krankheiten zu verhüten. Heut zu Tage stehen vor allem die Vermeidung chronisch-degenerativer Erkrankungen und sogenannter Zivilisationskrankheiten im Mittelpunkt präventiver Anstrengungen.
Nach wie vor ist die Basis für präventive Maßnahmen das Risikofaktorenmodell, welches in den fünfziger Jahren entwickelt wurde. Da Risikofaktoren als beginnende Krankheiten aufgefasst werden, konzentriert sich die Prävention auf die Vermeidung von Risikofaktoren und auf individuelle Verhaltensänderungen. Bisher sind im Risikofaktorenmodell überwiegend verhaltensgebundene Risikofaktoren (z.B. Rauchen oder Übergewicht) enthalten, während die kontext-und
verhältnisbezogenen (z.B. chronische Arbeitsbelastung oder Umwelteinflüsse) noch vernachlässigt werden.
1986 stellte die World Health Organisation (WHO) das „Programm zur Gesundheitsförderung“ vor, indem die Gesundheitsförderung als ein sozialökologisches Gesundheits- und Präventionsmodell Gesundheit nicht als Ziel, sondern als Mittel, um Individuen zu befähigen, individuelles und gesellschaftliches Leben positiv zu gestalten, betrachtet. Es wird auf die aktive und selbstverantwortliche Beteiligung der Laien an der Herstellung gesundheitsfördernder Bedingungen und auf den Dialog und die Interaktion zwischen Laien und Professionellen, gezielt. 7
7 Vgl. Bengel J. & Strittmaier R. & Willmann H. (1998)
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Arbeit zitieren:
Janine Berger, 2010, Salutogenese und Coaching in Bezug auf Rückenprävention, München, GRIN Verlag GmbH
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