Inhaltsverzeichnis
1 Analyse der Lerngruppe 1
2 Sachanalyse 2
3 Bezug zu den RRL und Einordnung der Stunde in die Sequenz 3
4 Lernziele 4
5 Didaktische Überlegungen 5
6 Methodische Überlegungen 6
7 Verzeichnis der verwendeten Literatur 7
8 Anhang 8
8.1 Verlaufsplan 8
8.2 Arbeitsmaterialien 9
8.3 Sitzplan 11
1 Analyse der Lerngruppe
Die Klasse 8 2 unterrichte ich seit September 2008 im Rahmen des betreuten Unterrichts. Die Klasse gilt in ihrem Disziplinverhalten und Lernverhalten als problematisch. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass neben einer Häufung von leistungsschwachen Schülern auch einige Schüler die Klassenstufe wiederholen und zu Beginn des Schuljahres neu in den Klassenverband aufgenommen worden sind. Hier ergeben sich gruppendynamische Orientierungskonflikte mit den typischen Erscheinungen der Cliquenbildung und des Außenseitertums. Diesen Formen wird zusätzlich durch das Lebensalter der Schüler (14-15 Jahre) Vorschub geleistet, da sie sich im Entwicklungsabschnitt der Pubertät befinden. Die Klasse setzt sich aus 23 Schülern zusammen, wovon 9 Mädchen sind und 14 Jungen. 6 Schüler haben einen Migrationshintergrund, bilden aber durchaus einen Teil der Leistungsspitze der Klasse ab. Vor allem S1, S2 und S3 zeigen gute bis sehr gute Leistungen im Fach Deutsch, ebenso S4. Die Jungen sind generell leistungsschwächer als die Mädchen und auch bei der Mitarbeit zurückhaltender. Einige wollen die Klasse am Ende des Schuljahres verlassen oder streben die Allgemeine Hochschulreife gar nicht an, so z.B. S5, S6 und S7. Die Schüler S8, S9, S10 und S11 sind dagegen sehr um Mitarbeit und befriedigende Leistungen bemüht, aber in der Entfaltung ihres Leistungspotenzials durch die mangelhafte Unterrichtsdisziplin stark gehemmt.
Es hat sich gezeigt, dass die Schüler bei allen Lernformen, die den Frontalunterricht durchbrechen mit Eifer, Freude und hoher Konzentration mitarbeiten. Aus diesem Grund wird angestrebt, so oft wie möglich eine Phase der Partnerarbeit oder Gruppenarbeit zu realisieren. Positive Erfahrungen bestehen auch durch bereits angewandte produktions- und hand-lungsorientierte Methoden, bei denen die Schüler ein hohes Maß an Kreativität und Befähigung zeigten. Durch diese Erfahrungen wurde offensichtlich, dass der durch Zensuren ermittelte Leistungsstand der Schüler das individuelle Leistungspotenzial nicht adäquat abbildet. Das Disziplinverhalten der Klasse hat sich im Fach Deutsch während meiner Unterrichtstätigkeit merklich verbessert. Anfangs waren die Unterrichtsphasen stark von Verhaltensauffälligkeiten und einer verweigernden Arbeitshaltung determiniert. Inzwischen hat die Klasse einen Entwicklungsprozess durchlaufen, der darin zum Ausdruck kommt, dass der Unterricht zunehmend von einer produktiven Arbeitsatmosphäre bestimmt wird. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis ist nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gut und es bestehen keine grundlegenden Differenzen. Die positive Entwicklung der Klassensituation wird nicht zuletzt auch durch den erfolgreichen Besuch der Leipziger Buchmesse dokumentiert, den die Schüler mit Interesse verfolgt haben.
Der Unterricht findet in der 4. Stunde statt, die Schüler haben zuvor keine außergewöhnlichen Belastungen und der Unterrichtsraum genügt allen wesentlichen Anforderungen.
1
2 Sachanalyse
Die Fabel (lat. fabula: Geschichte, Erzählung) blickt in der Literaturgeschichte auf eine lange Tradition zurück, die bis in das klassische Altertum reicht. Wesentliche Merkmale einer Fabel sind die anstelle von Menschen auftretenden Tiere, die sich konträr gegenüberstehen und in diesem Sinne eine dialektische Struktur determinieren. Fabeln sind im Umfang kurz, pointiert, episch und dialogisch zugleich. 1
Die kurze, lehrhafte Erzählung gliedert sich zumeist in einen einleitenden Erzählteil, in welchem der Konflikt geschildert wird. Daran schließt sich der Dialogteil an, in welchem die Tiere in ihren gegensätzlichen Verhaltensweisen und Interessen vorgestellt werden und mit-einander in Kommunikation treten. Im Schlussteil, der Lösung, wird häufig die Moral bzw. Lehre formuliert. Das geschieht jedoch nicht immer explizit und der Lehrsatz kann des Weiteren vorangestellt sein. Fabeln üben Kritik am Einzelnen oder an der Gesellschaft. 2 In der vom griechischen Fabeldichter Äsop stammenden Fabel „Der Fuchs und der Ziegenbock“ ist der hinterlistige Fuchs in eine ausweglose Situation geraten. Er benutzt den gutgläubigen Ziegenbock, um sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Hierbei werden zwei Menschentypen dargestellt, die zum einen Schlauheit, Falschheit und Gerissenheit und zum anderen Dummheit und Arglosigkeit verkörpern. Der anfangs überlegene Ziegenbock, der dem unterlegenen Fuchs hilfsbereit entgegentritt, muss die bittere Erfahrung machen, dass er bei einer Umkehrung der Ausgangslage vom Fuchs keine Hilfe erhält. Die Lehre der Fabel kann in folgenden Imperativsätzen ausgedrückt werden: „Erst überlegen, dann handeln!“ und „Vertraue niemandem, den du nicht kennst!“ 3
Eine veränderte Fassung der Fabel „Der Fuchs und der Ziegenbock“ kann durchaus auf das Thema Dankbarkeit und Freundschaft abzielen, wobei der Fuchs sich aus Dank für die erhaltene Hilfe beim Ziegenbock revanchiert. Ebenso könnte der Ziegenbock einen egoistischen Charakter offenbaren und sich nach dem Stillen seines Durstes aus eigener Kraft aus dem Brunnen befreien und den hilflosen Fuchs zurücklassen.
In der Fabel „Die Grille und die Ameise“ (Brigitte Noder) sind die kluge, vorsorgende Ameise und die einfältige Grille gegenübergestellt. Während die Ameise mühsam Wintervorräte sammelt, geht die Grille den ganzen Sommer über ihren Neigungen nach. Nach der einleitenden Situationsdarstellung und dem Dialogteil folgt abrupt die Lösung: die Ameise zieht sich ohne der Grille zu helfen in ihren Bau zurück. Die Lehre lautet: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ oder „Ohne Fleiß keinen Preis“. 4
1 Vgl. Lutz u. Müller 1999, S. 13.
2 Vgl. Schurf u. Wagener 2007a, S. 329.
3 Vgl. Watzke 2003, S. 63.
4 Vgl. ebd. S. 47f.
2
Arbeit zitieren:
Ron Klug, 2009, Fabeln verstehen und gestalten - Unterrichtsstunde im Fach Deutsch, Klassenstufe 8, München, GRIN Verlag GmbH
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