Inhaltsverzeichnis
1. Die UNESCO 2
2. Die UNESCO-Projekt-Schulen 4
3. Grundsätze der UNESCO-Projekt-Schulen. 5
4. Das Netzwerk - Struktur und Organisation. 7
5. Die Projektarbeit. 9
6. Wie wird eine „normale“ Schule zur UNESCO-Projekt-Schule? 12
7. Schlussbetrachtung 13
8. Literatur 15
Einleitung
Im Seminar „Schule im Umbruch“ wird das Programm schon durch den Titel näher bestimmt. Anhand diverser Beiträge sollte unter anderem erörtert werden, welchen konzeptionellen Prozessen „die Schule“ bzw. das Schulsystem in Deutschland unterliegt, von welchen Ideen es sich beeinflusst zeigt und wie es sich im Laufe der Zeit veränderte und anpasste. Die Beiträge zu den Themen „Alternative Schulkonzepte“ oder „Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft“ belegten bereits, dass sich das Konzept von Schule in Deutschland in einem dynamischen Prozess befindet und bereit ist, auch Formen wie die Waldorfschule oder die Gesamtschule zu akzeptieren. Der Beitrag „Schulen mit besonderem Profil“ am Beispiel der UNESCO-Projekt-Schulen und Europaschulen soll nun zeigen, dass Schulen auch über ihren schulischen Kontext hinaus die Schüler nicht nur kognitiv bereichern, sondern auch ihrer Verantwortung nachkommen, bei der Entwicklung von persönlichen Einstellungen und von Sozialkompetenz mitzuwirken. Die Entwicklung dieser Fähigkeiten zielt auf ein umfassendes interkulturelles Verständnis und die Toleranz von Andersartigem ab. Die Erläuterungen beginnen mit allgemeinen Informationen über die UNESCO selbst und die Projekt-Schulen. Dann wird das Netzwerk, in welches jede Projekt-Schule eingebettet ist, dargestellt und die Projektarbeit an verschiedenen Beispielen diskutiert. Danach wird der Weg aufgezeigt, den eine „normale“ Schule gehen muss, um eine UNESCO-Projektschule zu werden und abschließend soll die Frage erörtert werden, welchen Effekt UNESCO-Projekt-Schulen haben und ob ihr Anliegen in der heutigen Gesellschaft gerechtfertigt ist.
Der Unterricht im Sinne des Europagedankens soll vorgestellt und die Geschichte der Europaschulen in Sachsen-Anhalt veranschaulicht werden. Nach den Ausführungen über die Umsetzung des Projektes Europaschule folgt eine Diskussion über die Perspektiven, die das Konzept unter dem offensichtlichen Sparzwang des jetzigen Bildungssystems hat.
1
1. Die UNESCO
Der Name UNESCO steht als Abkürzung für United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization. Die UNESCO ist somit eine Organisation der Vereinten Nationen, deren Schwerpunkte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation liegen. Die Organisation ist am 16.11.1945 in London gegründet worden. Der Gründungsvertrag wurde damals von 37 Staaten unterzeichnet. Heute hat die UNESCO mit Sitz in Paris mehr als 190 Mitgliedstaaten und vereint fast alle Staaten der Erde in ihrer Zusammenarbeit in den zuvor genannten Schwerpunkten. 1 Die negativen Erfahrungen des 2. Weltkrieges führten zu der Erkenntnis:
Vor diesem Hintergrund trat am 4. November 1946 die Verfassung der UNESCO in Kraft.
Die UNESCO verfolgt mit ihrer Arbeit das Ziel, die internationale Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Kultur zu fördern. Dadurch soll langfristig die Sicherung des Weltfriedens ermöglicht werden. Des Weiteren wird auf dem Wege der friedlichen Zusammenarbeit zwischen den Nationen der Prozess der Vertrauensbildung angeregt. 3 Ein Beispiel dafür, wie die UNESCO die Umsetzung ihrer Ziele verfolgt, möchte ich hier anführen. Nachdem der Krieg im ehemaligen Jugoslawien beendet war, musste das marode Bildungssystem neu gestaltet werden. Ab dem Schuljahr 2001/02 sollte es an den Schulen erstmals seit Jahrzehnten Menschenrechts- und Demokratieunterricht geben. Nur weil nicht mehr gekämpft wurde, bedeutete das jedoch noch lange nicht, dass der Krieg auch wirklich vorüber war. An den Schulen herrschte landesweit
1 www.unesco.de
2 www.unesco.de
3 HARTMANN, EVA-MARIA: UNESCO-Projektschulen, dem globalen Lernen verpflichtet. in: Basiswissen
Pädagogik. Bnd.4., Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren, 2001. S. 139-140
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ethnische Trennung. Wenn Unterricht von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher ethnischer Herkunft im gleichen Gebäude stattfand, dann meist auf verschiedenen Etagen oder verschiedenen Gebäudeabschnitten. Mancherorts wurde einfach eine trennende Mauer über den Schulhof gezogen. Die geltenden Lehrpläne stammten größtenteils noch aus der Zeit Titos vor 30 Jahren. So gab es eine scharfe ethnische Trennung im Literatur- und Sprachunterricht, ethnische Geschichtsdeutungen und sogar Textaufgaben im Fach Mathematik, die den rassistischen Verhältnissen des nationalsozialistischen Deutschlands in nichts nachstanden. Dass Reformen auch im Bildungswesen notwendig waren, war mehr als offensichtlich. Die UNESCO bewirkte mit ihrer Arbeit und in zahlreichen Verhandlungen mit den zuständigen politischen Gremien eine Harmonisierung der ethnisch geprägten Lehrpläne. Erste Erfolge waren die Streichung rassistischer Textstellen in den Lehrbüchern, deren Inhalte mit einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft unvereinbar waren. Mittlerweile nimmt sogar das Vorhaben, ein neues Unterrichtsfach „Kultur der Religionen“ einzuführen, konkrete Formen an. 4
Das angeführte Beispiel verdeutlicht das Bemühen der UNESCO, bei Konflikten in den Bereichen Kultur und Bildung zu vermitteln. Die verfeindeten Ethnien im ehemaligen Jugoslawien sind deswegen nicht unbedingt toleranter als vorher, doch es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung getan. Heranwachsende Jugendliche werden nun durch die Bildungsreform mit ethnisch harmonisierten Lehrplänen zumindest schulisch in einen veränderten kulturellen Kontext „hineinerzogen“. Die UNESCO ist weltweit tätig, doch in den einzelnen Mitgliedsländern gibt es Kommissionen, welche die Vorhaben der UNESCO national koordinieren. In Deutschland ist die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) für die UNESCO Arbeit zuständig. Sie fungiert dabei als Mittler zwischen Staat und Wissenschaft und bildet die nationale Schnittstelle für alle Arbeitsbereiche der UNESCO. Die DUK trägt die Rechtsform des eingetragenen Vereins. 5
4 FORUM. H.4-2001. UNESCO-Projektschulen. Deutsche UNESCO-Kommission, Bonn. S. 57-60
5 HARTMANN, EVA-MARIA: UNESCO-Projektschulen, dem globalen Lernen verpflichtet. in: Basiswissen
Pädagogik. Bnd.4., Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren, 2001. S. 140
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Arbeit zitieren:
Ron Klug, 2003, UNESCO-Projekt-Schulen und Europaschulen, München, GRIN Verlag GmbH
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