Inhaltsverzeichnis
1. Geschichtliche Entwicklung des Tai Chi Chuan. 1
2. Philosophische Grundlagen des Tai Chi Chuan. 2
3. Übungen des Tai Chi Chuan 3
a) Der Tai-Chi-Grundschritt. 4
b) „Bewege die Hände wie Wolken am Himmel“ 5
4. Gesundheitliche Aspekte. 5
5. Kritik und Anwendungsfehler des Tai Chi Chuan. 6
6. Literaturverzeichnis 7
1. Geschichtliche Entwicklung des Tai Chi Chuan
Das Tai Chi Chuan ist ein Bewegungssystem der traditionellen chinesischen Medizin. Seinen Ursprung hat es in den mehrere Jahrtausende alten daoistischen Meditations-und Gesundheitspraktiken und Kampfkünsten des alten China. 1
Chan San Feng gilt jedoch als der eigentliche Begründer des Tai Chi Chuan. Im 12. Jhd. entwickelte er aus den verschiedenen daoistischen Wurzeln einen Stil des „Inneren Boxens“. Insgesamt gibt es heute 5 Tai Chi Stile. Der wohl wichtigste und bekannteste Stil ist der Chen-Stil und wurde von der Chen-Familie in der zentralchinesischen Provinz Henan entwickelt. Chen Wan Ting (1597-1664) hatte an der Entwicklung des Tai Chi Chen-Stils großen Anteil. Er leistete die Zusammenfassung und Systematisierung verschiedener Kampfkunsttechniken. Der heute weit verbreitete Yang-Stil geht auf Yang Lu Chan (1799-1872) zurück. 2
Yang Lu Chan wollte sich, so die Legende, von der Chen Familie im Tai Chi unterrichten lassen. Da die Weitergabe des Wissens jedoch nur an Familienmitglieder erfolgen durfte, blieb ihm diese Möglichkeit versagt. Daraufhin ließ Yang Lu Chan sich als Knecht bei der Chen Familie anstellen. Bei jeder Gelegenheit beobachtete er daraufhin Mitglieder der Familie bei der Ausübung und beim Training der Tia Chi Praktiken. Heimlich versuchte er die Techniken nachzuahmen, bis er dabei ertappt wurde. Nach einigem Zögern konnte Yang Lu Chan durch seine Geschicklichkeit und seinen Eifer überzeugen. Es gelang ihm dadurch in die Chen Familie als Schüler aufgenommen zu werden und über 30 Jahre lang die Technik des Tai Chi zu studieren. 3 Yang Lu Chan gilt bis heute als einer der wichtigsten Meister des Tai Chi Chuan. Er entwickelte die Technik weiter, so dass das Tai Chi einen Funktionswandel von der Selbstverteidigung zur Gesundheitsübung vollzog. Der Yang-Stil wurde nun innerhalb der Yang Familie von Generation zu Generation weitergegeben und dadurch ständig weiterentwickelt. Das Bewegungssystem ist also nicht starr und unabänderlich festgeschrieben, sondern entwickelt sich dynamisch durch die Lehr- und Praxiserfahrungen der einzelnen Generationen. 4
1 Moegling, 2002, S. 12
2 ebd., S. 12
3 Oster, 1997, S. 16
4 Moegling, 2002, S. 13
1
Der traditionelle Yang-Stil besteht aus 85 Sequenzen. Eine Sequenz ist eine speziell festgelegte Bewegungsabfolge. Für die Ausübung der traditionellen Technik benötigt man ungefähr 25-30 Minuten. Die einzelnen Bewegungsbilder sind jedoch teilweise sehr komplex und nur schwer zu erlernen. Die Verbreitung des Tai Ci Chuan war aus diesem Grund nur gering und schwer möglich. In den 1950er Jahren beauftragte daher das Regierungssportkomitee der VR China verschiedene chinesische Tai Chi Meister mit der Entwicklung einer leichter erlernbaren Form. 5 Ergebnis war die Peking Form, die sich nunmehr aus nur noch 24 Sequenzen zusammensetzte. Dadurch erhielt das Tai Chi Chuan eine bessere Verbreitungsfähigkeit und konnte sich in den letzten Jahrzehnten auch vermehrt in anderen Ländern, speziell in der westlichen Welt entwickeln. 6
Der größte Teil der Tai Chi Lehrer in Deutschland wurde vom IFBUB, dem Institut für Bewegungslehre und Bewegungsforschung, ausgebildet. Bei den mittlerweile über 300 Lehrern kann man Tai Chi in speziellen Kursen erlernen. Seine hauptsächliche Verbreitung hat das Tai Chi jedoch nach wie vor in der VR China und auf Taiwan. 7
2. Philosophische Grundlagen des Tai Chi Chuan
Die philosophischen Grundlagen des Tai Chi Chuan sind in erster Linie im Daoismus und teilweise auch noch im Konfuzianismus zu suchen. Der Daoismus baut auf dem „Dao“ und dem „Te“ auf. Übersetzt bedeutet „Dao“ das Absolute, welches das Universum und die Dinge der Welt hervorbringt. Unter dem „Te“ versteht man das Wirken des „Dao“ in der Welt. Der Daoismus ist keine Religion im herkömmlichen Sinn, welche den Glauben an einen Schöpfergott hat, sondern eine philosophisch begründete Weltanschauung, die praktische Lebenshinweise gibt. Diese Lebenshinweise beruhen auf Beobachtungen natürlicher Vorgänge und Prozesse. Der Daoismus konzentriert sich auf das Jetzt und ist nicht daran interessiert, was mit einem Menschen nach dessen Tod passiert. Das so genannte Daodejing ist das Buch des Daoismus. Es
5 Moegling, 2002, S. 19
6 ebd., S.19
7 ebd., S. 9-10
2
Arbeit zitieren:
Ron Klug, 2004, Tai Chi Chuan, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Die Bewegungskunst des Tai Chi Chuan
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Hausarbeit (Hauptseminar), 11 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
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Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
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