Inhaltsangabe
1. Einführung in das Katathyme Bildererleben. 3
1.1 Konzept des KBs und Struktur. 3
2. Das Grundprinzip 4
2.1 Die methodischen Schritte 5
3. Die Standardmotive der Grundstufe. 6
3.1 Die Wiese 7
3.2 Der Bach und die Quelle 7
3.3 Der Berg und Bergbesteigung 8
3.3.1. Der Rundblick und Abstieg. 9
3.4 Haus, Waldrand und Symbolgestalten als letzte zwei Motive der Grundstufe 10
4. Gefahren des KB 11
5. Literaturhinweise 12
1. Einführung in das Katathyme Bildererleben
Der Begriff Katathymes Bildererleben setzt sich aus den griechischen Wörtern kata= gemäß, abhängig von, und Thymos = Seele ableiten und bezeichnet die Abhängigkeit imaginärer Bilder von Gefühlswelt und Umgang mit Symbolen nach Art der dramatischen Erlebnisentfaltung.
Technisch gesehen liegt hier ein Patient auf der Couch eines Therapeuten und lässt sich von eben diesem zu tagtraumähnlichen Imaginationen anregen. Unter der Vorgabe vager Vorstellungsmotive erreicht der Patient überraschend leicht szenische imaginäre Abfolgen, die vor allem Landschaftsbilder und Mensch- und Tierbegegnungen darstellen. In seiner Phantasie bewegt sich der Patient wie ein realer Mensch in dreidimensionaler Umgebung und wird durch den Therapeuten dazu angehalten ihm direkt diese Erlebnisse mitzuteilen. Dieser kann den Tagtraum nach Regeln strukturieren und Einfluss darauf nehmen, wobei empathisch einfühlende Begleitung von großer Bedeutung ist. Letzteres ist es vor allem, was das KB von anderen Methoden, wie z.B. Bildmeditation, Oberstufe des autogenen Trainings von Schultz und Jungs aktive Imagination, unterscheidet.
1.1 Konzept des KBs und Struktur
Die europäische Tiefenpsychologie ist die Grundlage für das Konzept des katathymen Bilderlebens. Das Innere des Tagtraums stellt symbolisch un- bzw. vorbewusste Konflikte dar, die Kompromissbildung zwischen affektiv-triebhaften Impulsen und Abwehrvorgängen spielen hier sowohl aktuelle emotionale Probleme wieder, als auch genetische, bis in die frühste Kindheit zurückreichende Probleme. Insgesamt ist das Verfahren in drei didaktische Grundschritte eingeteilt:
Die Grundstufe, die in der folgenden Arbeit vorgestellt werden soll, Mittel- und Oberstufe. Dieses System beruht auf zwei Grunderfahrungen: Zum einen ist der Mensch neben dem Nachtraum auch zu tagtraumähnlichen phantasiegetragenen Imaginationen fähig, er kann also immer wieder aus sich heraus neues entwerfen
und sich selbst in diesem „subtilen dialektischen Prozess“ 1 gegenübertreten. Im Vergleich mit anderen Psychologieverfahren lassen sich beim KB Zusammenhänge und Unterschiede erkennen. Leuner schreibt dazu:
„Vom Konzept her steht es der Tiefenpsychologie und der Anerkennung der unbewussten
Psychodynamik (der Symbolik des Traumes, der Triebimpulse des Es, der Abwehrformationen des
Ich, der Instanz des Über-Ich, der regressiven Vorgänge) nahe. Die angewandte Technik hat jedoch
eigenständigen Charakter.“ 2
Das psychotherapeutische Ziel der Grundstufe ist nicht die bloße Bearbeitung der der Symptomatik, sondern der unbewussten pathogenen Psychodynamik, neben einer Reifung der Persönlichkeit.
2. Das Grundprinzip
Hier wirft sich nun die Frage auf, nach welchem Grundgedanken, oder nach welchem psychologischen Prinzip das Symboldrama arbeitet. Zuerst einmal baut es auf einem historischen Experiment des Schweizer Nervenarzt und
Psychotherapeuten Frank auf, welches er 1913 in einem Buch veröffentlicht hat. Es zeigt wie auch zuvor die Versuche des österreichischen Psychoanalytikers Herbert Silberer (1882-1923) von 1909, dass „die Psyche offensichtlich den spontanen
Drang hat, sich selbst in ihrer optischen Phantasie bildhaft darzustellen.“ 3 Veranlasst man einen gesunden oder sogar neurotischen Mensch, sich einfach ruhig auf eine Couch zu legen und
die Augen zu schließen, so wird er bereits nach einigen Minuten unruhig werden, seine Augenlieder flackern und die Arme zucken.
Davon unabhängig beginnt er kleine optische Erscheinungen, wie etwa kleine Stäbchen oder Kugeln wahrzunehmen. Hier sieht man die Zusammenhänge zu der
1 Vgl. Leuner, S.5
2 Vgl. Leuner S. 5
3 Vgl. Leuner S. 14
Arbeit zitieren:
Sarah Pabst, 2006, Die Grundstufe des „Katathymen Bildererleben“ nach Hanscarl Leuner, München, GRIN Verlag GmbH
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