Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Berufstätigkeit und (Weiter-)Bildungssituation 3
3. Spezifische Situation der Berufsrückkehrerinnen 5
4. Problemstellungen und Anforderungen 7
4.1 Qualifikationsverlust und Berufsferne. 7
4.2 „Sackgassenberufe“ 8
4.3 Kinderbetreuung 8
5. Konzepte der Beratung. 9
5.1 Arbeitsagenturen 9
5.2 Weiterbildungsträger 10
5.3 Kommunale Beratungsstellen/ Kooperationen 11
6. Qualifizierungsmaßnahmen. 12
6.1 Orientierungsveranstaltungen 13
6.2 Berufsbezogene Qualifizierung 14
7. Zusammenfassung und Fazit 15
8. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit behandelt allgemein die Situation von Frauen auf dem Arbeits-und Weiterbildungsmarkt und speziell die Situation derjenigen, die nach einer Phase der Erwerbsunterbrechung aus familiären Gründen wieder berufstätig werden wollen, die Berufsrückkehrerinnen.
Zunächst wird ein Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte geworfen und die aktuelle Lage dargestellt, um anschließend die daraus resultierenden Bedürfnisse und Hemmnisse bei der Wiederaufnahme einer qualifizierten Erwerbsarbeit für Frauen mit betreuungs- oder pflegebedürftigen Angehörigen aufzuzeigen. Hiernach befasst sich ein Kapitel mit der Weiterbildungsberatung und stellt unterschiedlich konzeptionierte Beratungsansätze vor, die daraufhin beurteilt werden, ob und in welchem Maß sie den spezifischen Anforderungen der Ratsuchenden gerecht werden können.
Schließlich werden verschiedene Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung vorgestellt und ebenfalls auf den Nutzen für Berufsrückkehrerinnen hin überprüft. Bereits an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der Rahmen dieser Arbeit keine umfassende oder erschöpfende Darstellung der Situation erlaubt; allenfalls können neben der allgemeinen Darstellung anhand von ausgewählten Beispielen, die aber nicht unbedingt repräsentativ sein müssen, Tendenzen aufgezeigt werden.
2. Berufstätigkeit und (Weiter-)Bildungssituation
In den etwa 100 Jahren seit der ersten bürgerlichen Frauenbewegung hat sich die Bildungssituation der Frauen in der BRD hochgradig und nachhaltig verbessert; die jungen Frauen erreichen seit einigen Jahren häufiger höherwertige Abschlüsse als ihre männlichen Mitschüler. Im Jahr 2008 hatten 36,9 % der Männer zwischen 20 und 25 Jahren die Fachhochschul- oder Hochschulreife erlangt, hingegen 45 % der gleichaltrigen Frauen.
In der nächst höheren Altersklasse zwischen 25 und 30 Jahren waren es 40,4 % der Männer und 45,5 % der Frauen. Auch bei den Realschulabschlüssen haben die Frauen die Nase um einige Prozentpunkte vorn, beim im Vergleich zum Gymnasium minderwertigen Haupt- und Volksschulabschluss dagegen sind sie unterrepräsentiert und sie verlassen die Schule seltener ohne jeden qualifizierenden Abschluss (vgl.
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Statistisches Bundesamt 2009).
„Hinsichtlich der formalen Abschlüsse besteht also kaum eine Geschlechterdifferenz im allgemeinbildenden Schulsystem, und wenn, dann eher zugunsten der Mädchen. [...] Der bessere Schulerfolg der Mädchen und ihr Gleichziehen mit den Jungen ist aber nur ein halber Erfolg, denn Mädchen setzen ihre guten formalen Abschlüsse nicht in ebenso starkem Maße wie ihre männlichen Kollegen in weitere Qualifizierungen um“ (Derichs-Kunstmann/ Müthing 1993, S. 20): So entscheiden sie sich schon 1979 häufiger für einen Beruf, dessen Qualifizierungsvoraussetzung unter ihrer tatsächlich erreichten schulischen Qualifikation liegt, wählen seltener den Weg an die Universität und konzentrieren sich zudem „auf nur wenige „frauentypische“ Berufe“ (Loeber-Pautsch/ Langguth 1985, S. 29).
So gab es in dem entsprechenden Jahr 452 anerkannte Ausbildungsberufe, von denen in 75 % der Anteil der Frauen aber nur bei 20 % lag, so dass man fast von reinen Männerberufen sprechen muss.
Daran hat sich in der jüngeren Vergangenheit nichts geändert, denn immer noch konzentrieren sich die Frauen „auf weniger Berufe als die Jungen, und diese beinhalten zumeist weniger Verdienst, wenig Prestige, wenig Aufstiegschancen. 1989 verteilten sich 35,9 % aller weiblichen Auszubildenden im dualen System auf fünf Berufe: Bürokauffrau (8,9 %), Friseurin (7,7 %), Kauffrau im Einzelhandel (7,0 %), Arzthelferin (6,3 %) und Industriekauffrau (6,0%)“ (Derichs-Kunstmann/Müthing 1993, S. 20).
Der Anteil von Frauen an den Erwerbstätigen lag 2004 bei 47,1 %, von 38,2 Millionen Erwerbstätigen waren im 2. Quartal 18,0 Millionen Frauen. Allerdings verteilen sich Männer und Frauen sehr ungleich auf die verschiedenen Wirtschaftsbereiche. Die Frauen arbeiten zumeist im Dienstleistungssektor; hier sind sie zu 55,5 % vertreten, hingegen im Baugewerbe nur zu 15 % und in der Land- und Forstwirtschaft sind 35 % der Erwerbstätigen Frauen. Auch die Selbstständigenquote ist mit 7,9 % deutlich niedriger als die der Männer mit 14,2 %, wobei acht von zehn Frauen auch ihre Selbstständigkeit in den Dienstleistungssektor verlegt haben (vgl. Statistisches Bundesamt 2004).
Für den stetigen Anstieg der Frauenerwerbsquote seit Mitte der 70er Jahre ist die Entwicklung und Förderung der Teilzeitarbeit von großer Bedeutung. Sie ermöglichte Frauen in der Familienphase überhaupt erst, sich von der alleinigen Tätigkeit als Hausfrau und Mutter hin zu einem kombinierten Lebensmodell zwischen Familie und
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Beruf zu orientieren.
Obwohl diese Entwicklung die berufliche Emanzipation von Frauen verbessert hat, sind diese Arbeitsplätze ambivalent zu betrachten, schließlich „ist die Struktur von Teilzeitarbeit von weiteren Problemen gekennzeichnet: Eine große Anzahl von Teilzeitarbeitsplätzen muss den sogenannten ungeschützten Arbeitsverhältnissen, d.h. Arbeitsverhältnissen ohne oder mit nur teilweiser Sozialversicherungspflicht zugerechnet werden. [...] Das Angebot an Teilzeitarbeitsplätzen beschränkt sich vorrangig auf die weniger qualifizierten Tätigkeitsbereiche. [...] Teilzeitarbeitsplätze beinhalten kaum berufliche Aufstiegsmöglichkeiten“ (Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (Hrsg.) 1988 S. 26f). Zudem sind Teilzeitarbeitsplätze im Vergleich zu Vollzeitarbeitsplätzen schlecht bezahlt und die Teilzeitarbeiter seltener gewerkschaftlich organisiert.
Zur Weiterbildungsbeteiligung von Frauen ist zu sagen, dass „im Gegensatz zur allgemeinen bzw. politischen Weiterbildung [...] Frauen in der beruflichen Weiterbildung nach wie vor unterrepräsentiert“ (Derichs-Kunstmann/ Müthing 1993, S. 96) sind, was allerdings mit dem Alter verbunden zu sein scheint. So „bleibt die Weiterbildungsbeteiligung der Frauen in den Jahren deutlich hinter der von Männern zurück, in die einerseits die Phase der Familiengründung (für die Frauen) und andererseits (für die Männer) die Hauptphase der beruflichen Stabilisierung bzw. des beruflichen Aufstiegs fällt“ (Derichs-Kunstmann/ Müthing 1993, S. 97). Auch fehlten Weiterbildungsangebote für niedrig qualifizierte Beschäftigte und würden Frauen qualifiziert, so handelte es sich zumeist „um sehr kurzfristige, häufig im Zusammenhang mit dem Einsatz neuer Technologien veranlaßte, unmittelbar am Arbeitsplatz erfolgende Einweisungen“ (Derichs-Kunstmann/ Müthing 1993, S. 98).
3. Spezifische Situation der Berufsrückkehrerinnen
Als Berufsrückkehrerinnen werden hier diejenigen Frauen bezeichnet, die ihre Erwerbstätigkeit zugunsten der Betreuung oder Pflege aufsichtsbedürftiger Kinder oder pflegebedürftiger Familienangehöriger unterbrechen, ihre Berufstätigkeit aber in einem absehbaren Zeitraum wieder aufnehmen möchten. Ihre Situation ist von ganz spezifischen Merkmalen beruflicher und familiärer Natur gekennzeichnet, die erheblichen Einfluss auf das Weiterbildungsverhalten und die Teilnahme an Weiterbildung haben.
Zunächst sind die Lebens- und Erwerbsverläufe der Berufsrückkehrerinnen zu
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Arbeit zitieren:
Nadja Belobrow, 2010, Weiterbildung für Berufsrückkehrerinnen, München, GRIN Verlag GmbH
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