Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
I. Entstehung einer Kriegstypologie 4
1. Kriegstypen der Frühen Neuzeit 5
1. Gloire 5
2. Kommerz 6
3. Territoriale Arrondierung 6
4. Dynastisches Defizit 1
6
II. Der Spanische Erbfolgekrieg 7
1. Der Spanische Erbfolgekrieg als Beispiel für den Kriegstyp
8
Dynastisches Defizit
1. Gründe für den Spanischen Erbfolgekrieg 8
2. Spanischer Erbfolgekrieg trotz Westfälischem Frieden? 9
Fazit - Kann der Spanische Erbfolgekrieg als ein „typischer“ 2 Krieg
gesehen werden? 10
Literatur - und Quellenverzeichnis 12
1 Kriegstypen nach Duchhardt, Heinz: Europa am Vorabend der Moderne 1650- 1800. Stuttgart
2003.
2 Duchhardt, Heinz: Europa am Vorabend der Moderne 1650- 1800. Stuttgart 2003.
2
Einleitung
Anders als es durch den Westfälischen Frieden kommen sollte, begann bereits das 18. „mit einem der größten europäischen Konflikten überhaupt“, 3 dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714). Bereits im 17. Jh ließ sich nur ein von Krieg freies Jahr verzeichnen. Auch für das 18. Jh. zeigte sich nur eine geringfügige Besserung. 4
Der durch den Westfälischen Frieden erhoffte Wandel vom Krieg zum Frieden stellte sich allerdings nicht ein. Kriege konnte jetzt zwar nur noch durch entsprechende Kriegslegitimationen begonnen werden, dennoch blieb es beim ständigen, dem Herrscher Ruhm und Ehre einbringenden Krieg. Die heutige Geschichtswissenschaft versucht den Gründen für diese langen Kriegsphasen nachzugehen und durch Typologisierung der Kriege, Kategorien zu schaffen, die es einfacher machen, Kriege zu untersuchen. Zwar ist der Forschungsstand der geschichtswissenschaftlichen Kriegstypologisierungen noch nicht sonderlich ergiebig, trotz dessen gehen zahlreiche Typologisierungsversuche in unterschiedliche Richtungen. In der vorliegenden Arbeit soll auf der Grundlage der Texte von Heinz Duchhardt und Konrad Repgen das Entstehen einer auf Kriegsgründen basierenden Kriegstypologie, mit einer Einteilung in verschiedene Kriegstypen, entstehen. Aufbauend auf der dargestellten Kriegstypologie und den Unterteilung dieser in verschiedene Kriegstypen, soll der Spanische Erbfolgekrieg exemplarisch als Beispiel für den Kriegstyp Dynastisches Defizit dargestellt werden. Ergänzend dazu sollen im Anschluss die genauen Gründe für den Spanischen Erbfolgekrieg unter Einbezug der wissenschaftlichen Ergebnisse von Kunisch, Roosen, Burkhardt und Duchhardt erläutert werden.
In Bezug auf Artikel § 117 IPM = Art. XVII,8 IPO des Westfälischen Friedensvertrages zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Frankreich soll auch die Frage beantwortet werden, wie der Spanische Erbfolgekrieg trotzdem Ausbrechen konnte.
Im Fazit soll mit der Frage, ob der Spanische Erbfolgekrieg als ein nach Duchhardt „typischer“ Krieg gelten kann, der thematische Kreislauf dieser Hausarbeit geschlossen werden. Im Zusammenhang mit dieser Fragestellung
3 Burkhardt, Johannes: Vollendung und Neuorientierung des frühmodernen Reiches. 1648-1763, Stuttgart 2006.
4 Duchhardt, Heinz: Europa am Vorabend der Moderne 1650- 1800. Stuttgart 2003, S. 62.
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gilt es nachzuweisen, dass sich die vorgestellten Kriegstypen nicht gegenseitig ausschließen und sich im Spanischen Erbfolgekrieg sogar vereinigen.
I. Entstehung einer Kriegstypologie
Heinz Duchhardt beschäftigt sich in seinem Werk Europa am Vorabend der Moderne (1650-1800) mit der Darstellung von Kriegsgründen, die für die Frühe Neuzeit als typisch angesehen werden 5 . Dies bedeutet, das er eine Kriegstypologisierung anhand von Kriegsgründen vornimmt. Während Duchhardt in seinem Text lediglich die Kriegsgründe als typisch beschreibt 6 , geht Konrad Repgen in seinem Werk Dreißigjähriger Krieg und Westfälische Friede: Studien und Quellen das Thema viel ursprünglicher an. Er setzt, quasi ergänzend zu Duchhardt, bereits bei der Begriffserläuterung des Typus an und geht dann auf die Entstehung eines Kriegstypus und seinen Nutzen damit verbundenen Nutzen für die Geschichtswissenschaft ein. 7 Auch Repgen geht es um Ursachenforschung. Seiner Meinung nach beschäftigt sich die Geschichtsforschung vorrangig mit der Beschreibung und den Ursachen von Kriegen oder Kriegsgruppen. 8 Um Kriege allerdings vergleichen oder einordnen zu können, wird die Bildung von Kriegstypen erforderlich, „denn Typus-Bildung geht jedem Vergleich voraus.“ 9 . Die Bildung eines Typus kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Repgen nennt die Typen-Bildung anhand von Kriegsnamen, dies geschehe ohne „interpretatorischen Aufwand“ 10 . Beispiele für diese Typen-Bildung, wären die Benennung der Kriege nach ihrem Schauplatz, nach ihrem Kriegsziel, nach den kriegsführenden Parteien, der Dauer, einem Spottnamen oder der Legitimation des jeweiligen Krieges. 11 Die genannten Beispiele für Typen-Bildung erfassen für Repgen aber noch nicht die Tiefschichtigkeit eines Kriegstyps. In Folge dessen grenzt er den Begriff Typus genauer ein. Er beschreibt den Typus als eine Art „Leitgedanken“ oder „Schlagwort“, welcher im übertragenen Sinne zu
5 Duchhardt, Heinz: Europa am Vorabend der Moderne 1650- 1800, Stuttgart 2003.
6 Duchhardt, Heinz: Europa am Vorabend der Moderne 1650- 1800, Stuttgart 2003.
7 Repgen, Konrad: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede: Studien und Quellen. hrsg. von Franz Bosbach und Christoph Kampmann, Paderborn 1998.
8 Repgen, Konrad: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede: Studien und Quellen. hrsg. von Franz Bosbach und Christoph Kampmann, Paderborn 1998, S. 4.
9 Repgen, Konrad: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede: Studien und Quellen. hrsg. von Franz Bosbach und Christoph Kampmann, Paderborn 1998, S. 4.
10 Repgen, Konrad: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede: Studien und Quellen. hrsg. von Franz Bosbach und Christoph Kampmann, Paderborn 1998, S. 4.
11 Repgen, Konrad: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede: Studien und Quellen. hrsg. von Franz Bosbach und Christoph Kampmann, Paderborn 1998, S. 4.
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Arbeit zitieren:
Janine Jung, 2009, Kriegstypen der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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