Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Definition des Nichtwählers 4
3 Entwicklung der Wahlbeteiligung seit 1949 4
4 Einteilung der Nichtwähler in Kategorien 5
4.1 Unechte Nichtwähler 5
4.2 Grundsätzliche Nichtwähler 5
4.3 Konjunkturelle Nichtwähler 6
5 Gründe der Wahlenthaltung 6
5.1 Mangel an Interesse 6
5.2 Politische Gründe 7
5.3 Wahlteilnahme und Gruppenverhalten 8
6 Ansätze zur Erklärung des Wählerverhaltens 8
6.1 Der soziologische Erklärungsansatz 8
6.2 Der individualpsychologische Erklärungsansatz 9
6.3 Das Modell des rationalen Wählers 9
6.4 Der Ansatz des sozialen Milieus 10
7 Die Person- Der Nichtwähler 11
7.1 Alter 11
7.2 Beruf 12
7.3 Bildung 12
7.4 Persönlichkeitsmerkmale 13
8 Fazit 14
Literaturverzeichnis 16
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1 Einleitung
Am 27. September 2009 fand die letzte Bundestagswahl statt. Die Wahlbeteiligung war niedriger denn je. Von den ca. 62,2 Millionen wahlberechtigten Bürgern, gaben nur rund 44 Millionen ihre Stimme ab, womit die Wahlbeteiligung bei gerade einmal 70,8% lag (Bundeswahlleiter, 2009).
Im Jahr 1949 konnte die Bundesrepublik Deutschland eine Wahlbeteiligung von 78,5% verzeichnen, die im Laufe der Jahre immer wieder variierte, bis sie schließlich im Jahr 1972 auf ein Rekordergebnis von 91,1% anstieg (Eilfort, 1994). Seit dem sinkt die Wahlbeteiligung stetig ab und erreicht im Jahr 2009 ihr Rekord- Tief (Hollstein & Kuhn, 2009).
Doch woran liegt es, dass sich so viele Menschen der Wahl entziehen? Die Nichtwähler, oder generell die Bundesbürger wurden von den Parteien umworben wie noch nie. An jeder Ecke waren Plakate zu finden, im Fernsehen waren die Parteien in Form von Werbespots oder Talkshows präsent, im Internet wurde ständig auf die Bundestagswahl hingewiesen, sogar Prominente riefen zum Gang an die Wahlurne auf. Welche Gründe haben die Nichtwähler, sich nicht an der Wahl zu beteiligen? Um dieser Frage nachzugehen, wird in der vorliegenden Hausarbeit auf die verschiedenen Ansätze und Erklärungsvariablen, welche das Verhalten der Nichtwähler begründen, eingegangen.
Die Hausarbeit beginnt mit einer kurzen Definition des Nichtwählers, um einen Überblick zu erhalten, „was“ ein Nichtwähler überhaupt ist. Anschließend wird mit Hilfe eines Diagramms gezeigt, wie sich die Wahlteilnahme seit 1949 entwickelt hat. Die Nichtwähler werden schließlich hinsichtlich übereinstimmender Merkmale in drei Kategorien eingeteilt, die aus den unechten, den grundsätzlichen sowie den konjunkturellen Nichtwählern bestehen. Des Weiteren wird auf die wichtigsten Gründe der Wahlenthaltung eingegangen, die besonders auf fehlendes Interesse, auf politische Gründe und auf das Gruppenverhalten zurückzuführen sind. Im Anschluss daran werden vier Ansätze zur Erklärung des Wählerverhaltens herangezogen, aus denen hervorgeht welche Faktoren das Wahlverhalten beeinflussen und wann sich ein wahlberechtigter Bürger zur Wahlurne begibt. Darauf folgt eine Beschreibung des Nichtwählers anhand bestimmter Merkmale wie Beruf, Alter oder Persönlichkeitsmerkmale. Die Hausarbeit endet schließlich mit einem Fazit, welches die genannten Angaben zusammenfasst.
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2 Definition des Nichtwählers
Ein Nichtwähler ist eine wahlberechtigte Person, die im Wählerverzeichnis steht, ihre Stimme jedoch weder durch den Gang an die Wahlurne, noch durch eine Briefwahl abgibt (Niedermayer, 2001).
Diese wahlberechtigte Person, beteiligt sich nicht aktiv an der politischen Wahl und macht somit von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch (Lavies, 1973). Nichtwähler sind keine homogene Gruppe, im Gegenteil, sie haben die unterschiedlichsten Gründe sich der Wahl zu enthalten. Das einzige, was die Gruppe der Nichtwähler verbindet, ist das „nicht wählen gehen“ (Eilfort, 1994).
3 Entwicklung der Wahlbeteiligung seit 1949
Abb. 1: Beteiligung an Bundestagswahlen seit 1949 in Prozent (eigene Darstellung in
Anlehnung an Hollstein & Kuhn, 2009, S.1ff.).
Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 2009. Daraus ist zu entnehmen, dass sich im Jahr 1949, 78,5% der wahlberechtigten Bürger an der Bundestagswahl beteiligten. Die Höhe der Wahlbeteiligung stieg bis zum Jahr 1961 stark an, fiel bei den folgenden beiden Bundestagswahlen wieder leicht ab, um schließlich im Jahr 1972 eine Rekordhöhe 91,1% zu erreichen, die seit dem nicht wieder aufgetreten ist. In den nächsten Jahren ging die Wahlbeteiligung stetig zurück, stieg in den 90er Jahren wieder leicht an und
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erreichte im Jahr 1998 eine Höhe von 82,2%. 2002 betrug der Wähleranteil dann nur noch 79,1 % und sank im Jahr 2005 um 1,4 Prozentpunkte. Im Jahr 2009 erreichte der Wahlanteil schließlich einen historischen Tiefstand von 70,8%.
4 Einteilung der Nichtwähler in Kategorien
Es steht außer Frage, dass die Nichtwähler eine heterogene Gruppe sind, um sie dennoch klassifizieren zu können, wurden sie anhand bestimmter Merkmale in drei Kategorien unterteilt.
4.1 Unechte Nichtwähler
Zu den unechten Nichtwählern zählen wahlberechtigte Personen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht willentlich für oder gegen die Teilnahme an der politischen Wahl entscheiden konnten (Niedermayer, 2001). Diese Gruppe der Wahlberechtigten, hat in der Regel keine Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben. Dies kann auf fehlerhafte Wahllisten zurückzuführen sein, denn häufig tauchen in den Wahlverzeichnissen noch immer Namen von bereits verstorbenen oder unbekannt verzogenen Bürgern auf. Unechte Nichtwähler sind außerdem Wahlberechtigte, die kurzfristig verhindert, erkrankt, verreist oder verunfallt sind (Eilfort, 1994).
Personen, denen die Wahlbenachrichtigung oder die Briefwahlunterlagen nicht oder erst zu spät zugestellt werden konnte, was oftmals auf einen kurzfristigen Umzug zurückzuführen ist, gehören genauso wie Wahlberechtigte, die ihre Briefwahlunterlagen zu spät oder fehlerhaft abgeschickt haben, zu der Gruppe der unechten Nichtwähler (Niedermayer, 2001).
4.2 Grundsätzliche Nichtwähler
Die grundsätzlichen Nichtwähler sind wahlberechtigte Bürger, die zwar die Möglichkeit haben, wählen zu gehen, dies aber dennoch unterlassen (Eilfort, 1994). Wahlberechtigte Bürger, die mindestens drei Mal hintereinander nicht gewählt haben, werden als grundsätzliche oder auch als Dauer-Nichtwähler bezeichnet (Lavies, 1973). Grundsätzliche Nichtwähler beteiligen sich entweder aus religiösen Gründen nicht an politischen Wahlen, wie z.B. die Zeugen Jehovas oder auch daher nicht, da sie dem politischen System gleichgültig gegenüberstehen (Eilfort, 1994). 5
Arbeit zitieren:
Jenny Vierlein, 2010, Nichtwähler - Gründe der Wahlenthaltung, München, GRIN Verlag GmbH
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