Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Die Gruppe 4
2.1 Gruppendynamik 5
2.2 Lernen in der Gruppe. 6
3. Phasen des Gruppenprozesses nach Tuckman 6
3.1 Forming 7
3.2 Storming 7
3.3 Norming 8
3.4 Performing 8
3.5 Re-Forming. 8
3.6 Phasenabfolge. 9
4. Die Streitphase (Storming) 10
5. TZI 13
5.1 Die Axiome 14
5.2 Die Postulate 15
5.3 Hilfsregeln. 16
6. Fazit. 17
7. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
„Wir brauchen andere Menschen, um uns sicher zu fühlen, um produktiv arbeiten zu können und um zu wissen, wer wir selbst sind. Und so hängt unser Wohlbefinden auf dieser Welt nicht zuletzt davon ab, ob und wie es uns gelingt, in den Gruppenkonstellationen, in die wir eingebunden sind, ein Zuhause zu finden.“ (Stahl 2002, XIX)
So gut wie jeder Mensch befindet sich, ob gewollt oder nicht, in Gruppen. Oft verstehen wir dabei jedoch nicht, wie sich bestimmte Konstellationen ergeben oder warum wir uns geborgen oder unwohl fühlen.
In dieser Hausarbeit sollen die Begriffe der „Gruppe“ und der „Gruppendynamik“ erläutert und definiert werden.
Später wird die Gruppenentwicklung mit all ihren wichtigen Bestandteilen anhand des Modells von Tuckman dargestellt, welches erklären soll, wie Prozesse in Gruppen ablaufen können.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll der Schwerpunkt bei der Streitphase von Gruppen liegen, in der es zu Konflikten zwischen den einzelnen Teilnehmern oder Zieldefinitionen kommen kann. Es soll gezeigt werden, dass diese Phase neben der Unangenehmlichkeiten auch Chancen mit sich bringen kann und ein wichtiger Bestandteil ist.
Als letztes wird ein Modell beschrieben, welches auf ein ganzheitliches Lernen zielt und gerade in den Streitphasen zur Hilfe gezogen werden kann. Ziel dieser Arbeit soll es sein Gruppenentwicklungen besser zu verstehen und Streitphasen als eine Möglichkeit der Bereicherung zu sehen.
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2. Die Gruppe
Im Folgenden soll der alltägliche Begriff der „Gruppe“ definiert und beschrieben werden.
Gruppen findet man fast überall im menschlichen Miteinander, jede mit eigenen Zielen, Hintergründen, Regeln und Zusammensetzungen. In der Alltagssprache ist der Gruppenbegriff unscharf definiert und bezeichnet allgemein eine Mehrzahl von Menschen, Tieren, Pflanzen oder Dingen mit gemeinsamen Merkmalen. Etymologisch betrachtet bedeutet „Gruppe“ soviel wie „verknotet“, abgeleitet von dem italienischen Wort „groppo“. Ab zwei Personen (Dyade) spricht man von einer Gruppe, umfasst die Gruppe bis zu zwanzig Personen ist von Kleingruppen die Rede. Georg Simmel (1858 - 1918) geht davon aus, dass die Zahl der Mitglieder einer Gruppe etwas mit der Bedeutung und Durchsetzung von Inhalten zu tun hat. Charles H. Cooley (1864 - 1929) unterschied zwischen Primär- und Sekundärgruppen. Erstere ist gekennzeichnet durch eine sehr vertrauensvolle Beziehung unter den Personen. Die Sekundärgruppe ist eher unpersönlich und vorwiegend interessengeleitet. (Korte 2004)
In der Soziologie wird ein soziales Gebilde mit folgenden Merkmalen als Gruppe bezeichnet:
1. eine Mehrzahl von Personen, die eine für Gruppenmitglieder und für Außenstehende überschaubare soziale Einheit ergeben 2. gemeinsame Sprache, die gruppenspezifische Züge annehmen kann (Gruppenjargon)
3. gemeinsame Werteorientierungen, Ziele, Interessen und Auffassungen 4. gemeinsame, gruppenspezifisch ausgeprägte soziale Normen, die mit sozialer Kontrolle und Sanktionen verbunden sind 5. dauerhafte soziale Beziehungen und Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern sowie ein räumlich, zeitlich, kooperativ gemeinsames Handeln zur Erreichung der Gruppenziele und zur Bewältigung von Aufgaben und Problemen. Auch in der Psychologie ist eines der wichtigsten Kriterien für eine Gruppe, dass ein unmittelbarer Kontakt jedes Mitgliedes mit jedem anderen möglich sein/oder realisiert sein muss. (Sader 2000) 6. ein vorhandenes Wir-Bewusstsein (Wir-Gefühl) aufgrund der gegenseitigen Orientierung, Verbundenheit und Verantwortungsbereitschaft 7. ein hinreichender Grad der gruppeninternen Festigkeit infolge des Zusammenhalts der Gruppenmitglieder und dadurch erreichte
Widerstandskraft gegenüber desintegrativ wirkenden Binnenstörungen (Hillmann 1994)
Eine Gruppe bietet dem einzelnen Individuum eine Reihe von Vorteilen, wie Schutz nach außen, Interessenvertretung, Orientierung und Sicherheit durch Anerkennung oder Freiraum für Lernerfahrungen. In den meisten Fällen stehen bei Gruppen jedoch die individuellen oder gemeinsamen Ziele im Vordergrund. Aus diesem Grund und mit Blick auf die Ziele schließen sich Menschen Gruppen an oder bilden eine neue. „In jedem Fall sind es persönliche Ziele, die uns den Schritt vom Ich zum Wir tun lassen - und wenn es nur darum geht, nicht allein zu sein.“ (Stahl 2002, 3)
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Hier liegt auch der Unterschied zu einer losen Ansammlung, wie z.B. im Wartezimmer, bei der keine Interaktionen, gemeinsame Handlungen und Ziele zwischen den Anwesenden auftreten.
Wer einer Gruppe beitritt, bringt demnach auch immer seine eigenen Zielvorstellungen mit und gibt „den Inhalt seines persönlichen Zielpools in den großen gemeinsamen Topf, in den Zielpool der Gruppe.“ (Stahl 2002, 8)
Die einzelnen persönlichen Ziele können sehr unterschiedlich sein und sich widersprechen. Sie können sich aber auch gegenseitig unterstützen oder Gemeinsamkeiten aufzeigen. Alle Ziele der Gruppenmitglieder bilden zusammen ein System, „d.h. sie sind miteinander verbunden, wirken aufeinander ein und lassen so im Verlauf des Miteinandertuns ein einzigartiges, unverwechselbares Beziehungsgeflecht entstehen.“ (Stahl 2002, 9)
Zur Erreichung der Ziele und für ein erfolgreiches Miteinander bedarf es Absprachen und Regeln. Diese können unausgesprochen entstehen oder explizit ausgehandelt werden. Nur mit einem dem Ziel entsprechendem Gruppenvertrag, kann ein gemeinsames Arbeiten und Lernen in einer Gruppe gelingen.
2.1 Gruppendynamik
Titel dieser Arbeit ist „Dynamik in Gruppen“- was darunter verstanden wird, soll in dem folgenden Abschnitt erklärt werden.
Der Begriff „Gruppendynamik“ kommt aus der Sozialpsychologie und bezeichnet die in einer Gruppe ablaufenden Prozesse oder Verfahren, mit deren Hilfe Gruppenprozesse beeinflusst werden sollen. Weiter beschreibt dieser Begriff Kräfte, durch die alle Arten psychologisch beschreibbarer Veränderungen hervorgerufen werden. Solche Kräfte können darin bestehen, „daß Individuen einander näher durch Kommunikation kommen, durch Angleichungen von Haltungen und Meinungen oder daß Gruppen sich ihren Zielen nähern, soziale Hindernisse beseitigt werden oder dergleichen.“ (Lewin 1936, 49 in Rechtien 1999, 14)
Nach dieser Begriffsbedeutung gehören dazu Prozesse wie Gruppenbildung, Rollenentwicklung, Führung oder Macht.
Gruppendynamik kann auch als ein Methodeninventar zur Steuerung von Gruppenprozessen verstanden werden.
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Arbeit zitieren:
Christine Senftleben, 2006, Dynamik in Gruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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