KURZZUSAMMENFASSUNG
Die Entwicklung des digitalen Fernsehens in Deutschland ist seit dem Start des ersten digitalen Pay-TV-Senders DF1 vor vier Jahren sehr langsam verlaufen. Der Grund hierfür ist, dass sich die verschiedenen Teilnehmer bei der Erschließung des digitalen Fernsehmarktes gegenseitig behindert haben. Momentan besitzen g erade einmal 4% der deutschen Bevölkerung die Möglichkeit digitale Fernsehsignale zu entschlüsseln. Die geringe Ausstattung der Haushalte mit digitalen Empfangsgeräten hemmt Wirtschaft und Programmveranstalter in neue Angebote zu investieren. Diese Aufwendungen sind jedoch nötig, damit d as digitale Fernsehen für die Bevölkerung einen Mehrwert darstellt und akzeptiert wird. Die Verbreitung des neuen Mediums wird in den nächsten Jahren schneller verlaufen als bisher. Die Einigung auf einen einheitlichen Software-Standard bei den Endgeräten beschleunigt die Ausstattung der Bevölkerung mit digitalen Empfängern. Verkauf und Ausbau des Kabelnetzes erlauben die Verbreitung von mehr Fernsehprogrammen und interaktiven Angeboten und führen zu einem Wettbewerb auf der Distributionsebene. Neben interaktiven Anwendungen wie Informationsdiensten, Internet und Einkaufen über den Fernseher enthalten die digitalen Programmpakete der Veranstalter eine Vielzahl von Fernsehkanälen. Während der öffentlichrechtliche Rundfunk die Zahl seiner Programme nicht mehr stark ausweiten wird kommt es vor allem bei den privaten Sendern zu einer enormen inhaltlichen Verspartung. Immer mehr Angebote werden dabei über gesonderte Entgelte f inanziert. Reine Pay-TV-Sender werden aber auch in der digitalen Zukunft nur einen kleinen Teil des Fernsehmarktes abdecken. Bis zum Jahr 2010 wird der über- wiegende Teil der deutschen Bevölkerung digitales Fernsehen empfangen.
INHALTSVERZEICHNIS I
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS I
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS. V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VIII
TABELLENVERZEICHNIS IX
I. Einführung. 1
1. Zielsetzung der Aufgabenstellung 1
2. Konzeption der Untersuchung 1
3. Grundlagen der digitalen Fernsehübertragung 2
II. Verbreitung von Fernsehsignalen 4
1. Marktsituation in Deutschland 4
2. Entwicklung der verschiedenen Übertragungswege 5
2.1. Terrestrische Übertragung. 5
2.2. Verbreitung über Satellit 7
2.3. Verbreitung über das Kabelnetz. 9
3. Zusammenfassung 11
III. Empfangsgeräte für digitales Fernsehen. 12
1. Aktueller technischer Standard 12
1.1. Softwareschnittstelle - Application Programming Interface 12
1.2. Zugangssystem - Conditional Access. 13
1.3. Entwicklung der Strategischen Allianzen. 14
1.4. Freier Zugang zum digitalen Fernsehen 15
INHALTSVERZEICHNIS II
2. Entwicklung der Endgeräte für digitales Fernsehen. 18
2.1 Entschlüsselung digitaler Signale durch eine Settop-Box. 18
2.1.1 Aufbau und Funktion einer Settop-Box. 18
2.1.2 Zapping-Boxen. 20
2.1.3 Von der Settop-Box zum digitalen Fernsehgerät. 20
2.2 Der Computer als Endgerät 21
2.2.1 Digitaler Fernsehempfang mit dem Computer 21
2.2.2 Konvergenz von Computer und Fernseher 22
2.3 Mobile Empfangsgeräte 24
3. Zusammenfassung 25
IV. Entwicklung des interaktiven Fernsehens 26
1. Einführung in die Interaktion von Mensch und Fernseher 26
2. Technische Voraussetzungen für interaktives Fensehen. 28
3. Die verschiedenen Stufen der Interaktivität 30
3.1. Level 0 - Traditionelles Fernsehen/ Near Video on demand 30
3.2. Level 1 - Zuschauerbeteiligung 30
3.3. Level 2 - Zusatzinformationen über den elektronischen
Programmf ührer und das Internet. 31
3.4. Level 3 - Video on Demand 34
3.5. Level 4 - Interaktive Dienstleistungen. 36
3.6. Level 5 - Videokommunikation. 38
4. Akzeptanz und Durchsetzung der Dienste in der Bevölkerung. 38
5. Zusammenfassung 41
V. Entwicklung von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk 42
INHALTSVERZEICHNIS III
1. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk. 42
1.1. Struktur und Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks 42
1.2. Das öffentlich-rechtliche Fernsehangebot im digitalen Zeitalter 43
1.3. Das Programmangebot ARD-digital. 46
2. Entwicklung des privaten Rundfunks 48
2.1. Werbefinanziertes Programm. 48
2.1.1. Übersicht über das werbefinanzierte private Fernsehen in.
Deutschland 48
2.1.2. Entwicklung der Fernsehwerbung 49
2.1.3. Zukunft des privaten Rundfunks 52
2.1.4. Das digitale Programmangebot von RTL 54
2.2. Entgeltfinanziertes Programm 56
2.2.1. Grundlegende Begriffe des Pay- TV 56
2.2.2. Entstehung und Zukunft des Pay-TV 59
2.2.3. Das Programm von Premiere World 61
3. Zusammenfassung 63
VI. Gesamtbetrachtung des digitalen Fernsehmarktes 64
1. Entwicklung von Programmangebot und Inhalten. 64
2. Marktanteile der Fernsehsender. 67
3. Konzentration im Fernsehbereich. 69
4. Entwicklung der Medien- insbesondere der Fernsehnutzung. 71
5. Marktdurchdringung des digitalen Fernsehens bis zum Jahr 2010 72
VII. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen. 77
GLOSSAR 80
INHALTSVERZEICHNIS IV
ANHANG 83
LITERATURVERZEICHNIS 92
Abb. Abbildung
Abs. Absatz
ACTA Allensbacher Computer- und Telekommunikationsanalyse
AG Aktiengesellschaft
ALM Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten
API Application Programming Interface
ARD Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland
BBG Bertelsmann Broadband Group
BMT Bayerische Medien Technik GmbH
bzw. beziehungsweise
CA Conditional Access
CI Common Interface
cm Zentimeter
d.h. das heißt
DLM Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten
DM Deutsche Mark
DPL Digital Power Line
DSF Deutsches Sportfernsehen
DTAG Deutsche Telekom AG
DTVP Deutsche TV-Plattform
DVB Digital Video Broadcast
DVB-C Digitales Kabelfernsehen
DVB-S Digitales Satellitenfensehen
DVB-T Digitales Antennenfernsehen
EM Europa-Meisterschaft
EPG Elektronischer Programmführer
EU Europäische Union
F.U.N. Free Universe Network
GfK Gesellschaft für Konsumforschung
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Hj. Halbjahr
IDR Initiative Digitaler Rundfunk
IFA Internationale Funkausstellung
IRT Institut für Rundfunktechnik
ISDN Integrated Services Digital Network
Kbit/s Kilobit pro Sekunde
KEF Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs
KEK Kommission zur Ermittlung der Konzentration im
Medienbereich
LfR Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen
Mbit/s Megabit pro Sekunde
MGM Mediagruppe München
MHz Megahertz
Mio. Million (en)
MPEG Moving Pictures Expert Group
Mrd. Milliarde (n)
NDR Norddeutscher Rundfunk
NvoD Near Video on Demand
ORB Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg
PC Personal Computer
PPC pay-per-channel
PPV pay-per-view
RfÄSTv. Rundfunkänderungsstaatsvertrag
RTL RTL Television
S. Seite (n)
SES Société Européennes des Satellites
STB Settop-Box
SWR Südwestrundfunk
SZ Süddeutsche Zeitung
Tab. Tabelle
USA United States of America
vgl. vergleiche
VoD Video on Demand
z.B. zum Beispiel
ZDF Zweites Deutsches Fernsehen
ZdW Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft
zit. zitiert
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Entwicklung der Fensehempfangsarten 1991 - 2010
Abb. 2: Vertikale und horizontale Marktstrukturen
Abb. 3: Preisentwicklung Settop-Boxen 1997 - 2004
Abb. 4: Konvergenz von Computer und Fernsehgerät 1998 - 2015.
Abb. 5: Die verschiedenen Stufen der Interaktivität
Abb. 6: Der Informationsdienst „zdf.digitext“
Abb. 7: Video on Demand: individueller Programmabruf
Abb. 8: Interaktives Teleshopping über das Fernsehgerät.
Abb. 9: Beliebtheit von interaktiven Angebotsformen.
Abb. 10: Der elektronische Programmführer von ARD-Digital
Abb. 11: Jährlicher Zuwachs der Fernsehwerbeeinnahmen 1994 - 2002.
Abb. 12: Der elektronische Programmführer von RTL
Abb. 13: Pay-TV-Abonnenten in Deutschland 1991 - 2003
Abb. 14: Verwertungsstufen für attraktive Programminhalte
Abb. 15: Marktanteile der großen deutschen Fernsehsender 1992-2000
Abb. 16: Entwicklung der Mediennutzung 1998 - 2010
Abb. 17: Diffusionsprozess neuer Medien
Abb. 18: Prognosen zur Marktdurchdringung des digitalen Fensehens
in Deutschland bis zum Jahr 2010
Tab. 1: Das digitale Programmangebot von ARD und ZDF .................................44
Tab. 2: Angebot und Nutzung verschiedener Programmgenres 1998. ..................53
Tab. 3: Vorteile des Pay-TV..................................................................................57
Tab. 4: Gründe für den geringen Erfolg von digitalem Pay-TV............................58
Tab. 5: Programmangebot von Premiere World ...................................................62
Tab. 6: Hauptinhalte der großen deutschen Fensehsender 1998 ...........................65
Tab. 7: Preisliste Premiere World..........................................................................90
I. Einführung
1. Zielsetzung der Aufgabenstellung
Die Zukunft des Fernsehens ist digital. 1 Durch die neue Technik lassen sich mehr Programme mit besserer Bildqualität wesentlich kostengünstiger ausstrahlen. Durch interaktive Angebote und die Veknüpfung mit anderen Medien, wie dem Internet, wird das Fernsehen multimedial. 2 Neue Dienste und Anwendungsmöglichkeiten werden die Aufgabe des Fernsehens und die Programmlandschaft grundlegend verändern.
Die Bundesregierung wünscht eine komplette Umstellung von analoge auf digitale Radio- und Fernsehverbreitung bis zum Jahr 2010 (Funkkorrespondenz 1998: 9-10). Seit Beginn der digitalen Programmverbreitung 1996 sind gerade einmal 4% der deutschen Haushalte in der Lage digitale Signale zu empfangen (Schrape 2000: 9 (Folien)). Ziel der Arbeit ist es, unter Berücksichtigung der a ktuellen Entwicklung bis Juli 2000, die Ausgestaltungsmöglichkeiten und Verbreitung des neuen Mediums in Deutschland zu prognostizieren.
2. Konzeption der Untersuchung
Wegen der Aktualität des Themas wurden für die Arbeit vor allem Bücher und Fachzeitschriften ab dem Jahr 1998 ausgewertet. Das Internet wurde benutzt um besonders aktuelle Informationen zu bekommen. 3 Im April 2000 wurden darüber hinaus sieben strukturierte Interviews mit Experten aus verschiedenen, für digitales Fernsehen wichtigen, Bereichen geführt. 4
1 Bei der digitalen Fernsehverbreitung werden die Signale in einen Binärcode, eine Zahlen-
folge aus Nullen und Einsen umgewandelt. Bei der analogen Verbreitung werden sie
hingegen als elektrische Impulse übermittelt (Lenz/ Reich 1998: 15-17). Vgl. hierzu auch
S. 2-3.
2 Multimedia ist definiert durch die interaktive Nutzung und die Kombination verschiedener
Medientypen auf der Grundlage digitaler Technik (Booz, Allen & Hamilton 1997: 29).
3 Eine Liste mit weiterführenden Internetadressen zu den einzelnen Themengebieten ist auf S.
89-90 abgedruckt.
4 Den Interviewleitfaden der etwa einstündigen Gespräche und eine Liste der
Gesprächspartner findet sich auf S. 84-87.
Die Einführung dient dem Überblick über die Zielsetzung und den Aufbau der vorliegenden Arbeit. Ferner werden grundlegende technische Aspekte der Digitalisierung dargestellt. D as zweite Kapitel beschäftigt sich mit der zukünftigen Verbreitung von Fernsehsignalen. Dabei wird die Entwicklung von terrestrischer, s atelliten- und kabelgebundener Ausstrahlung vergleichend dargestellt. Kapitel drei stellt die Empfangsgeräte für digitales Fernsehen vor. Neben digitalen Entschlüsselungsboxen, so genannten Settop-Boxen (STB) wird der Empfang über den Computer und mobile Geräte dargestellt. Kapitel vier behandelt die Entwicklung des interaktiven Fernsehens anhand einer sechsstufigen Interaktivitätsskala. Es wird beschrieben, welche Marktchancen die verschiedenen Angebote, unter Berücksichtigung der Akzeptanz in der Bevölkerung, haben. Kapitel fünf geht n äher auf die Entwicklung von privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk ein. Dabei wird zwischen werbefinanziertem, entgeltfinanziertem (Pay-TV) und g ebührenfinanziertem Programm unterschieden. Das sechste Kapitel beschreibt die Entwicklung des deutschen Fernsehmarktes im digitalen Zeitalter im Hinblick auf Programminhalte und Marktanteile. Ferner wird, unter Verwendung der in der Arbeit erlangten Erkenntnisse, die Marktdurchdringung des neuen Mediums bis zum Jahr 2010 prognostiziert. Kapitel sieben fasst die Erkentnisse der Arbeit z usammen. Im Glossar werden wichtige Fachbegriffe für digitales Fernsehen, die in der Arbeit oft verwendet werden, erläutert.
3. Grundlagen der digitalen Fernsehübertragung
Bei der analogen Verbreitung von Fernsehsignalen wird eine Bildvorlage zeilenweise abgetastet und nach ihrem Helligkeitswert in elektrische Impulse umge-formt. Nach der Übertragung werden diese im Fernsehgerät wieder zurückgewandelt und auf dem Bildschirm zeilenweise abgebildet, wodurch das Bild entsteht (Lenz/ Reich 1998: 15-17).
Bei der digitalen Übertragung wird das analoge Signal in einen B inärcode, eine Zahlenfolge aus Nullen und Einsen, umgewandelt. Dieses Verfahren ist schon seit Jahren die Grundlage der Computersprache. Der europäische Standard zur Digita- lisierung und Weiterverbreitung von Fernsehsignalen ist DVB (Digital Video
Broadcast). 5 Dabei werden nicht nur Video- sondern auch Audiosignale digital codiert.
Ein Vorteil der digitalen gegenüber der analogen Übertragung ist die Datenreduktion durch den Kompressionsstandard MPEG-2. 6 Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten die Datenmenge zu verringern. Bei der Redundanzeliminierung werden nur Bildveränderungen übertragen. Geht z.B. eine Person durch einen Raum, so werden nur deren Bewegungen, nicht aber der Raum berücksichtigt (Lenz/ Reich 1998: 34). Irrelevanzreduktion heißt, dass nur Signale übertragen werden, die das menschliche Auge auch wahrnimmt. Feine Muster und geringe Farbabstufungen können vernachlässigt werden, ohne dass die Qualität abnimmt (Lenz/ Reich 1998: 34). Die verschiedenen Reduktionsverfahren ermöglichen es die Datenmenge von Fernsehsignalen durchschnittlich um den Faktor 10 zu komprimieren (Lenz/ Reich 1998: 33, Steinmauer 1999: 409; ZDF 2000: 50). Dabei ist die Datenmenge abhängig von der Art des Bildes. So benötigt man für die Übertragung von Zeichentrickfilmen etwa 1,5 - 3,0 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Für Actionfilme werden etwa 6 - 9 Mbit/s gebraucht. Ferner beeinflusst der Qualitäts-standard des Bildes die Übertragungsrate. Die in Deutschland gängigen Qualitäts-normen PAL (Phase Alternating Line) und PALplus bewegen sich im Bereich von 3 - 9 Mbit/s (Engelkamp 1997: 35-36). Die Datenmenge ist also abhängig von
5 Das DVB-Projekt legt den Standard für digitales Fernsehen in Europa fest. Die Vereinigung
mit Sitz in Genf besteht aus über 230 Organisationen aus 30 Ländern weltweit. Dies sind
Fernsehanstalten, Gerätehersteller, Netzbetreiber und Behörden. Seit der Gründung 1993
hat das DVB-Projekt diverse Standards verabschiedet, die mittlerweile sogar
weltweit verbreitet sind (de Bruin 1999: 125-137).
6 Der Standard wurde von der Moving Picture Expert Group (MPEG) entworfen. Dies ist eine
der Art des Bildes und der gewünschten Bildqualität. Während man in Amerika die digitale Technik vor allem zur Verbesserung der Bildqualität nutzt, steht in Deutschland momentan die Erhöhung der Programmzahl bei gleichbleibender Qualität an erster Stelle (Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) 2000: 14-15). 7
gemeinsame Arbeitsgruppe von Internationaler Standardisierungs-Organisation (ISO) und
der International Electrotechnical Comission (IEC) (Engelkamp 1997: 24).
7 Für eine Vertiefung der technischen Grundlagen vgl. auch: Dambacher, Paul: DVB -
Digital Terrestrial Television Broadcasting. Designs, Systems and Operation. Berlin,
Heidelberg, New York: Springer, 1997. Freyer, Ulrich: DVB - Digitales Fernsehen. Berlin:
Verlag Technik, 1997; Reimers, Ulrich: Digitale Fernsehtechnik. Datenkompression und
Übertragung für DVB. Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 1997.
II. Verbreitung von Fernsehsignalen
1. Marktsituation in Deutschland
War die Antenne Anfang der 80er Jahre noch der meistgenutzte Verbreitungsweg, so ist sie durch die Satelliten- und Kabeltechnik immer stärker verdrängt worden, über die heute 88% der deutschen Haushalte ihr Fernsehprogramm empfangen. Damit verfügt Deutschland über die europaweit höchste Verbreitung der Fernsehprogramme über Kabel und Satellit (Müller-Römer 1998: 15). 8 Nur mehr 12% der Haushalte sind auf die Antenne, den so genannten terrestrischen Empfang, angewiesen. Bis 2010 wird dieser Anteil auf 2 % schrumpfen, während die Satellitenübertragung ihren Marktanteil noch steigern kann (Müller-Römer 1998: 15) (Abb. 1).
Abb. 1: Entwicklung der Fernsehempfangsarten 1991-2010
8 Zum Vergleich haben andere europäische Länder folgende Anteile an diesen beiden
Übertragungswegen: Spanien: 6%, Frankreich 18%, Großbritannien 25% (Müller-Römer
1998: 15)
Seit 1996 werden bereits digitale Signale über Satellit (DVB-S) und seit 1997 über Kabel (DVB-C) gesendet. Digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T) wird noch in verschiedenen Pilotprojekten getestet.
2. Entwicklung der verschiedenen Übertragungswege
2.1. Terrestrische Übertragung
Die terrestrische Ausstrahlung ist in Deutschland wenig verbreitet, da über die Antenne nur drei bis sechs Programme empfangen werden können. Hieraus ergeben sich natürlich auch Kapazitätsengpässe für die Anbieter. Während die öffentlich-rechtlichen Sender eine bundesweite Grundversorgung von fast 100% g ewährleisten, lassen sich die privaten Sender nur in den Ballungsräumen wiederfinden. Die Terrestrik verlor vor allem seit der Gründung des Privaten Rundfunks 1985 und der damit einhergehenden Programmvervielfachung Marktanteile an die wesentlich leistungsfähigeren Übertragungswege Kabel und Satellit. Ein weiterer Nachteil der analogen terrestrischen Ausstrahlung sind die im Vergleich zu Kabel und Satellit hohen Kosten. 9
Vorteile der digitalen terrestrischen Verbreitung sind der portable (im Haus) und mobile Empfang (außer Haus) von Fernsehen und Datendiensten. Die Empfangsgeräte benötigen lediglich eine etwa 30 cm lange Stabantenne, wodurch Dachantennen und umständliche Verkabelungen im Haus vermieden werden. Die Mobilität ist jedoch mit einem höheren Kostenaufwand verbunden. Während der digitale stationäre Empfang, bei dem das Fernsehgerät feststehend an eine Antenne angeschlossen wird, nur zu 35% den analogen Kosten entspricht, sind dies bei portablem Empfang bereits 80%. Der mobile Empfang ist genauso teuer wie die analoge Verbreitung. Ferner sinkt mit steigender Mobilität die Anzahl der Programme (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM 1999: 7). Bei portablem Empfang im Haus kommt die Zahl der Programme mit etwa 15-24 bei weitem nicht an die Kapazität von Kabel und Satellit heran, die theoretisch bis zu
9 Der Übertragungsaufwand ist enorm. Das ZDF benötigt für die bundesweite Aus-
strahlung etwa 100 Grundnetzsender mit hoher Leistung und etwa 2000 Füllsender, mit
denen ungünstig gelegene Gebiete versorgt werden (Neumann 1998: 42).
750 bzw. 1600 Programmen übertragen können (ZDF 2000: 51). 10 In einer Untersuchung geben die Befragten jedoch an, dass die niedrige Programmzahl nicht ausschlaggebend sei. 11 Die Vorteile des Systems wie Mobilität, verbesserte Bildqualität und einfache Installation bewerteten sie hoch (Bayerische Medien Technik GmbH (BMT) 2000: 66).
Die hauptsächliche Anwendung von DVB-T wird die p ortable Versorgung im Haus sein. Der mobile Empfang wird vor allem wegen der Reduzierung der Programmzahl eine geringere, der stationäre wegen fehlender Vorteile in Deutschland gar keine Rolle spielen (BMT 2000: 81-82, DLM 1999: 8). Die im Interview befragten Experten bewerten die Möglichkeiten von DVB-T überwiegend positiv. Ulrich Reimers, technischer Leiter des DVB-Projektes, meint jedoch, dass die Marktnische für DVB-T genau definiert werden müsse. 12 Während Andreas Hofmann von RTL bei DVB-T ein „sehr großes Potenzial“ sieht, ist es für den Vorsitzenden der Landesmedienanstalten, Norbert Schneider, momentan „eine der interessantesten Entwicklungen“. 13 Albrecht Ziemer, Produktionsdirektor des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), sieht den besondernen Mehrwert des digitalen terrestrischen Fernsehens im mobilen Empfang. 14 Besonders wichtig sei hier der drahtlose Zugang zum Internet (Ziemer). Derzeit ist der mobile Internetempfang nur über den Standard WAP (Wireless Application Protocol) möglich. Dieses Angebot beschränkt sich jedoch auf ausgewählte Internetseiten ohne Grafiken. Mit dem neuen Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunication Standard) können auch größere Datenmengen übertragen werden. Dies beschränke sich, so Helmut Stein von Nokia, jedoch auf Animationen und Videotelefonie. 15 Klaus Schrape, Vizedirektor der Prognos AG in Basel, sieht die Entwicklung von DVB-T sehr skeptisch. 16 Er kann sich kein vernünftiges Geschäftsmo-
10 DasInstitut für Rundfunktechnik (IRT) rechnet für eine portable Versorgung mit
15-20 Programmen, bzw. 18-24 Programmen in Ballungsräumen (DLM 1999: 6).
11 Anfang 1999 befragte Infratest Burke 2502 Haushalte in den Testgebieten
Berlin-Brandenburg und Nordrhein-Westfalen (NRW) über ihre Akzeptanz von DVB-T. Da-
bei wurde die Empfangbarkeit von 25-30 Programmen vorgegeben (BMT 2000: 62).
12 Interview mit Ulrich Reimers am 12.April in Braunschweig. Siehe hierzu auch S. 84.
13 Interview mit Andreas Hofmann am 26. April in Köln. Interview mit Norbert Schneider am
26. April in Düsseldorf. Sieher hierzu auch S. 84.
14 Interview mit Albrecht Ziemer am 10. April in Mainz. Siehe hierzu auch S.85.
15 Interview mit Helmut Stein am 25. April in Düsseldorf. Siehe hierzu auch S. 85.
16 Interview mit Klaus Schrape am 14. April in Basel. Siehe hierzu auch S. 84.
dell vorstellen, welches die Nischenanwendungen von digitalem terrestrischen Fernsehen tragen kann (Schrape).
Noch wird die Verbreitung von DVB-T deutschlandweit in verschiedenen P ilotprojekten getestet. 17 Der Übergang zu digitaler terrestrischer Fernsehverbreitung geschieht in einer so genannten „Simulcastphase“, in der analoge und digitale Signale parallel ausgestrahlt werden. Die analogen Signale werden dann nach und nach abgeschaltet. Dies soll ein bis zwei Jahre dauern (Technisch-Wissenschaftliche-Arbeitsgruppe 1999: 41). Ziemer hofft, dass der Umstieg auf DVB-T im Jahr 2001 beginnt. Erst im Jahr 2005 findet jedoch eine internationale Frequenzplanungskonferenz statt, die den Rahmen für eine terrestrische Verbreitung über Gleichfrequenznetze ermöglicht. Dies bedeutet, dass es für ein Programm bundesweit nur eine Frequenz gibt, was eine effektivere Ausstrahlung und somit niedrigere Betriebskosten ermöglicht (Breunig 1997: 56-57). DVB-T wird das analoge terrestrische Fernsehen nicht einfach ersetzen. Es wird im portablen und mobilen Bereich, bei dem die drahtlose Übertragung von Daten aller Art eine wichtige Rolle spielt, zur Anwendung kommen. Trotz der neuen Möglichkeiten wird der Marktanteil der terrestrischen Verbreitung jedoch auch in Zukunft weiter abnehmen (Hoff/ Tillmann 1999: 123, Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung 1998: Folie C -4, Müller-Römer 1998: 15).
2.2. Verbreitung über Satellit
Den deutschen Satellitenmarkt teilen sich die Société Européenne des Satellites (SES) mit ihrem Astra-System und Eutelsat mit den Hotbird-Satelliten. Während fast 100% der Satellitenhaushalte Astra empfangen können, liegt die Zahl der Nutzer von Eutelsat bei knapp 18% (Zimmer 1998: 355). Seit Beginn der 90er Jahre ist der Marktanteil der Satellitenhaushalte stetig gestiegen. Ein Grund hierfür ist der langsame Ausbau des Kabelnetzes in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung. Heute bekommen etwa 35% der deutschen Haushalte ihre Fernseh- signale direkt über Satellit (SES/ASTRA 2000). Da das Kabelnetz auch durch
Satelliten gespeist wird, empfangen noch einmal 51% der Zuschauer ihre Signale indirekt über das Satellitensystem. Das verdeutlicht die Wichtigkeit dieses Ver-sorgungsweges.
Ein Vorteil des direkten Satellitenempfangs sind die geringen Kosten. Während die Nutzer beim Kabel monatlich Gebühren zahlen, entstehen bei einer Satellitenschüssel nur einmalige Anschaffungskosten, die sich nach etwa ein bis zwei Jahren amortisiert haben (Schümchen/ Paukens 2000: 37). Die Anbieter profitieren von den günstigen Verbreitungskosten. Mit 1,2 Mio. DM pro zusätzlichem digitalen Kanal sind Satelliten kostengünstiger als die Terrestrik oder das Kabelnetz (Schulz/ Seufert/ Holznagel 1999: 59-60). 18 Außerdem können über Satelliten mehr Programme als über Kabel und Antenne verbreitet werden. Die Zahl von derzeit 30 analogen Programmen kann durch die Digitalisierung sogar auf das 50fache steigen (ZDF 2000: 51). Ein weiterer Vorteil ist zukünftig die Nutzung des KA-Bandes, welches regionale Satellitenverbreitung erlaubt. War bisher nur eine europaweite Ausstrahlung möglich, kann nun die Verbreitung auf einen Radius von 150 Kilometern eingeschränkt werden (Paukens/ Schümchen 2000: 37). Um digitales Fernsehen über Satellit empfangen zu können, benötigt der Z uschauer einen digitalen Empfangskopf, welcher derzeit etwa 100 DM kostet (Lenz/ Reich 1998: 70). 1999 waren 23,1% der Satellitenhaushalte technisch für den digitalen Empfang ausgerüstet. Die SES prognostiziert, dass bis zum Jahr 2010 etwa 85% der europäischen Astra-Satellitenhaushalte die Signale digital empfangen werden (SES/ASTRA 2000). Insgesamt werden über Astra und Eutelsat heute bereits über 300 Fernsehprogramme digital ausgestrahlt (TV-Zukunft 2/2000: 3).
Der Datentransport wird neben der Verbreitung von Fernsehprogrammen i mmer bedeutender. Bereits heute bieten Astra und Eutelsat schnellen Internetzugang über Satellit an. Die neuen Geschäftsfelder würden, so Thomas Fuchs, Pressesprecher von Eutelsat, auch in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. 19
17 Ein Übersicht über die Projekte ist auf S. 88 abgedruckt.
18 Die Distributionskosten bei der terrestrischen Verbreitung liegen wegen der geringen
Verbreitung von etwa 5,5 Mio. Haushalten höher. Das Kabelnetz muss für die digitale
Ausstrahlung teuer aufgerüstet werden (Schulz/ Seufert/ Holznagel 1999: 59-60).
19 Telefonische Auskunft von Thomas Fuchs, Pressesprecher von Eutelsat, am 14.02.2000.
Der Umsatz im Fernsehbereich sei in den letzten drei bis vier Jahren von 95% auf 75 % gesunken (Fuchs).
Der Satellitenempfang wird seine Vorteile der günstigen und programmreichen Ausstrahlung in der digitalen Zukunft noch weiter ausbauen. Dabei werden sich die Betreiber von Satellitensystemen neben der reinen Verbreitung von Fernsehsignalen hin zum Transport von Daten aller Art entwickeln. Mit geschätzten 42% Marktanteil im Jahr 2010 rückt der Satellit dem Kabelempfang ein Stück näher (Müller-Römer 1998: 15).
2.3. Verbreitung über das Kabelnetz
Mit über 18 Mio. angeschlossenen Haushalten ist das Kabelnetz in Deutschland das Verbreitungsmedium mit der höchsten Reichweite (SES/ASTRA 2000). Es wurde Anfang der 80er Jahre aufgebaut, weil die Regierung den Privaten Rundfunk als Wirtschaftskraft vorantreiben wollte. Der Vorteil für die Zuschauer war die gegenüber der Terrestrik verbesserte Empfangsqualität (Thierfelder 1999: 4). Das Kabelnetz ist in vier Ebenen aufgeteilt. Die Netzebenen eins und zwei reichen von der Sendezentrale des Programmveranstalters bis zu den lokalen Rundfunkempfangsstellen. Das eigentliche Kabelnetz, das bis vor kurzem komplett der Deutschen Telekom Aktiengesellschaft (DTAG) befand, reicht bis zu den privaten Hausverteilanlagen. Von hier aus leiten neben der DTAG viele kleine p rivate Netzbetreiber das Signal das letzte Stück zum Kunden. Auf Verlangen der Europäischen Kommission hat die DTAG ihr Kabelnetz 1999 erst ausgegliedert und dann zum Verkauf angeboten (Paukens/ Schümchen 2000: 35). Die Käufer für die neun Regionalgesellschaften, an denen die DTAG jeweils eine Sperrminorität von 25,1% hält, stehen zum Teil bereits fest.
Um das Kabelnetz digitaltauglich zu machen, hat die DTAG Mitte der 90er Jahre den Frequenzbereich von 300 Megahertz (MHz) auf 450 MHz ausgebaut. Etwa 1 30 digitale Programme können in diesem „Hyperbandbereich“ ausgestrahlt werden. Dennoch kommt es hier bereits zu Kapazitätsengpässen. (Eckstein 2000: 4). Diese hindern die Entwicklung des Rundfunkmarktes, weil sich neue werbefi- nanzierte Privatsender ohne die hohe Reichweite des Kabels nicht refinanzieren
können (Schrape/ Hürst/ Blau 2000: 3). Der nächste Schritt ist der Ausbau der Kabelnetze auf die komplette Bandbreite von 862 MHz. Dann können mehr digitale Programme übertragen werden und das Netz wird rückkanalfähig. Das bedeutet, dass die Zuschauer über das Kabelnetz nicht nur Signale empfangen, sondern auch senden können, was zur Nutzung vieler neuer interaktiver Dienste nötig ist. Der Ausbau kostet für 70% der Haushalte etwa 3 Mrd. DM. Weitere drei Mrd. DM fallen für die Aufrüstung der Hausverteilanlage auf der Netzebene vier an (Tenzer 1999: 3). Zusammen mit den neuen Netzbetreibern möchte die DTAG in das bisher defizitäre Kabelnetz investieren (Eckstein 2000: 7). Der Umbau dauere, so Ziemer, etwa zwei Jahre. Bis Mitte nächsten Jahres möchte Callahan Associates International (Callahan), der neue Besitzer des Netzes in Nordrhein-Westfalen, 600 000 Haushalte aufrüsten. Anfang 2001 will der Netzbetreiber dann Multimedia-Dienste und Telefongespräche anbieten (Zimmer 2000: 113). Der Besitz digitaltauglicher und rückkanalfähiger Kabelnetze gibt den Betreibern neue wirtschaftliche Freiheiten. Neben der Möglichkeit auf einer eigenen Plattform Fernsehangebote zu vermarkten werden sie auch Internet über Kabelmodems und Telefondienste anbieten (Schrape/ Hürst/ Blau 1999:5). 20 Dabei werde es, so Schrape, verschiedene Produktkombinationen geben, da z.B. Telefonie als Einzelangebot wegen der gesunkenen Preise kein lukratives Angebot mehr sei. Die neuen Möglichkeiten würden, so Ziemer, den Medien- und Telekommunikationsmarkt stark verändern.
Während sich das Kabelnetz bis jetzt überwiegend aus Teilnehmerentgelten f inanziert, gibt es in Zukunft neue Geschäftsmodelle für die Netzbetreiber. Beispielweise wäre ein „Revenue-Sharing-Modell“ denkbar, bei dem sich Programmanbieter und Kabelnetzbetreiber die Entgelte aus Kabelgebühren und Werbung teilen. Noch freier ist der Netzbetreiber beim „Reselling-Modell“. Er bekommt die Entgelte komplett und kann frei entscheiden, wem er die Programminhalte abkauft (Schrape/ Hürst/ Blau 1999: 21-23). Die bessere Vermarktung soll die Kunden dazu bringen mehr Geld für Inhalte und Dienste auszugeben und so das Kabelnetz wieder in die Gewinnzone führen (Schrape/ Hürst/ Blau 1999: 26).
20 Die DTAG vermarktet über die Plattform Media Vision bereits gebührenfreies Fernsehen
Neue Freiheitsgrade haben die Kabelnetzbetreiber auch durch den 4.
Rundfunkänderungsstaatsvertrag (4. RfÄStv.), der am 1. April 2000 in Kraft g etreten ist, bekommen. Sie müssen nur noch ein Drittel der Übertragungskapazität für bestimmte Programme frei halten. 21 Den Rest dürfen sie nach Rücksprache mit den Landesmedienanstalten frei vergeben (Paukens/ Schümchen 2000: 36). Der Ausbau der Kabelnetze spielt für die weitere Entwicklung des digitalen Fernsehens eine entscheidende Rolle. Neben der Verbreitung von mehr digitalen Programmen macht er die Kabelnetze rückkanalfähig und fördert die Durchsetzung neuer interaktiver Dienste, welche zukünftig eine immer größere Rolle spielen werden.
5. Zusammenfassung
Die Aufgabe der Signalverbreiter w andelt sich in der digitalen Zukunft immer mehr vom reinen Fernseh- zum Datentransporteur aller Art. Die terrestrische Ausstrahlung wird trotz der neuen Möglichkeiten des portablen und mobilen Empfanges von immer weniger Menschen in Anspruch genommen. Die Satelliten hingegen werden aufgrund ihrer großen Übertragungskapazität auch in Zukunft weiter Marktanteile gewinnen. Besonders wichtig ist momentan der rasche Ausbau des Kabelnetzes zu einem rückkanalfähigen Multimedianetz. Dies ermöglicht die E rhöhung der Programmzahl und die Verbreitung interaktiver digitaler Dienste.
(Free-TV), so wie entgeltfinanzierte Fernsehangebote (Pay-TV) (Deutsche Telekom Gruppe
2000).
21 Dies sind die zwingend einzuspeisenden „Must-Carry-Programme“, welche auf bestimmte
öffentlich-rechtliche und lokale Veranstalter entfallen. Darüber hinaus muss ein vielfältiges
Programmangebot gesichert sein (Gebrande 2000: 12).
Arbeit zitieren:
Karsten Böhne, 2000, Entwicklung und Prognosen des digitalen Fernsehens in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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