Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung Seite 3
2. Zu den Begriffen „Lebensstil“ und „Subkultur“ Seite 3
2.1. Lebensstil Seite 3
2.2. Subkultur Seite 5
3. Was ist Punk? Seite 6
4. Wann und warum ist Punk entstanden? Seite 7
5. Kurze Geschichte der beiden Musikstile Punk und Hardcore Seite 8
6. Zu den Themen Sexismus, Feminismus, Anarchie und Tierrechtsbewegung Seite 10
6.1. Sexismus Feminismus Seite 10
6.2. Anarchie Seite 11
7. Schlusswort Seite 13
8. Bibliographie Seite 14
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Punk [pangk; engl.-amerik.; „Abfall, Mist“]
Einleitung:
Warum haben wir das Thema gewählt?
Diese Frage lässt sich leicht beantworten: Zum einen kann man uns beiden AutorInnen durchaus eine gewisse Nähe zum sozialen Feld der beschriebenen Subkultur nachsagen, welche sich im Laufe der Zeit durch diverse soziale Kontakte, Konzert- und Lokalbesuche ergeben hat. Dadurch stellt sich zwar einer gänzlich objektiven Bearbeitung des Themas der Erfahrungshintergrund in den Weg, was in diesem Fall aus unserer Sicht aber auch weniger ein Problem und mehr eine Chance darstellt, einen möglichst genauen Überblick über das beschriebene Themengebiete geben zu können.
Wir wollen zuerst auf die Begriffe Lebensstil und Subkultur eingehen, wenden uns dann den Gründen für die Entstehung des Punk zu und nehmen anschließend zu Themen wie Punkmusik, Sexismus, Feminismus und Anarchie Stellung.
Zu den Begriffen „Lebensstil“ und „Subkultur“:
Was genau ist ein Lebensstil? Wie kann man einen Lebensstil definieren? Es koexistieren verschiedene Konzepte des Begriffs „Lebensstil“, ein Beispiel bringt Geißler: „Unter Lebensstil wird ein relativ stabiles, regelmäßig wiederkehrendes Muster der alltäglichen Lebensführung verstanden - ein `Ensemble’ von Wertorientierungen, Einstellungen, Deutungen, Geschmackspräferenzen, Handlungen und Interaktionen, die aufeinander bezogen sind; es weist in der Regel die vier folgenden Merkmale auf: ^ Lebensstile sind bereichsübergreifend mit einem Schwerpunkt im Freizeit- und Konsumbereich. Neben diesem Bereich beziehen sie sich auf Familienleben, Geschmack und kulturelle Interessen, manchmal auch - meist aber am Rande - auf Arbeit und Politik.
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^ Lebensstilanalysen rücken expressiv-ästhetische Orientierungen und Handlungen ins Zentrum - die mehr oder weniger bewusste Selbstdarstellung (Stilisierung) der Individuen in Fragen des Geschmacks und der kulturellen Interessen.
^ Lebensstile haben ganzheitlichen, sinnhaften Charakter. Ihre verschiedenen Elemente ergeben für die Individuen `ein Ganzes’ und machen `subjektiven Sinn’. ^ Lebensstile sind identitätsstiftend und distinktiv (abgrenzend, ausgrenzend). Sie schaffen individuelle oder auch kollektive Identitäten, weil sich Menschen oder Gruppen mit einem bestimmten Muster der Lebensführung identifizieren.“ (www.schader- stiftung.de/gesellschaft_wandel/451.php, 13.10.2006)
Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt, dass auch bei Adler (vgl. Lüdtke, 1991, S. 134) Distinktions-, Selbstdefinitions-, Identitätssicherungs- und Geltungsmotive eine Rolle bei der Definition des Lebensstilbegriffs spielen, während bei Rothacker die Adaption des Individuums oder eines Kollektivs an die Umwelt im Vordergrund steht, die durch bewusste Entscheidungen und Ressourcenverarbeitung geschieht (vgl. Lüdtke, 1991, S. 134). Für Bourdieu stellt das Habituskonzept einen entscheidenden Faktor für die Entwicklung eines Lebensstilkonzeptes dar, er bezieht also im Gegensatz zu Rothacker die Klassenanlagen in einem viel größeren Ausmaß in seine Überlegungen mit ein (vgl. Lüdtke, 1991, S. 135). Daraus ergibt sich: „Lebensstile signalisieren entweder den Monopol- bzw. Distinktionsanspruch von Oberschichten oder das Aufstiegsstreben von Mittelschichten bzw. die Anpassung der Unterschicht an schlichte ökonomische Notwendigkeiten.“ (Lüdtke, 1991, S. 135)
Wir erkennen nun eine Ähnlichkeit zwischen Rothacker und Bourdieu den Adaptionsaspekt betreffend, der aber bei Bourdieu nur unterschichtspezifisch zu orten ist. Eine weitere „moderne“ Abgrenzung und Definition des Begriffes „Lebensstil“ haben wir bei Lüdtke gefunden: Ein Lebensstil lässt sich „als unverwechselbare Struktur und Form der subjektiv als sinnvoll empfundenen, durch Versuch und Irrtum, Lernen und Vergleich mit anderen erprobten Gestalt der Lebensorganisation eines privaten Haushalts definieren, die dieser mit einem Kollektiv teilt und dessen Mitglieder einander als sozial ähnlich wahrnehmen und bewerten.“ (Lüdtke, 1991, S. 135)
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Zum Begriff Subkultur:
Der Begriff „Subkultur“ ergibt sich aus dem Kulturbegriff heraus, Lee und Gordon sahen bereits in den 40er Jahren „in der Subkultur ein Subsystem der nationalen Kultur.“ (Brake, 1981, S. 15)
Schwendter definiert den Subkulturbegriff wie folgt: „Subkultur ist ein Teil einer konkreten Gesellschaft, der sich in seinen Institutionen, Bräuchen, Werkzeugen, Normen, Wertordnungssystemen, Präferenzen und Bedürfnissen usw. in einem wesentlichen Ausmaß von den herrschenden Institutionen etc. der jeweiligen Gesamtgesellschaft unterscheidet.“ (zit. nach Köttstorfer, 1988, S. 42)
Vaskovics sieht Subkulturen „als Ergebnis interaktiver Zuschreibungen von Merkmalen und somit als „konstruierte Wirklichkeit““ (http://userpage.fu- berlin.de/~jroose/fjnsb/pages/jahrgang/1995/abstract_02_95.htm, 13.10.2006), währendBrake davon spricht, „daß die Subkulturen dem einzelnen eher eine Scheinlösung (magical solution) als einen tatsächlichen Ausweg aus den individuell erfahrenen Widersprüchen des Wirtschaftssystems anbieten.“ (1981, S. 23)
Uns ist es wichtig, auf den Unterschied in der Wortwahl der beiden Autoren hinzuweisen. Wirklichkeit ist individuell subjektiv spürbar und greifbar, eine Scheinlösung hat dagegen nur illusorischen Charakter und keine Substanz. Zu diesem interessanten Punkt wurden wir auch bei O’Hara fündig, der meint, die Mitglieder von Subkulturen „sind oft sich selbst gegenüber viel weniger entfremdet und zeigen, dass ihnen daran gelegen ist, zu einer selbstbestimmten Existenz zurückzufinden. Mitglieder einer Subkultur, egal wie unterdrückt sie sein mögen, schaffen es oft, untereinander in Solidarität und mit gegenseitigem Einverständnis zu leben; etwas, das der Mainstream-Gesellschaft fehlt. Die Mitglieder haben anscheinend ein Verständnis von sich und anderen wiedererlangt, das zuvor verloren, vergessen oder gestohlen worden war. Dieses Phänomen existiert bei Solidargemeinschaften, die auf gemeinsamen Erfahrungen, Überzeugungen, oder auf gleichem Geschlecht beziehungsweise gleicher Abstammung basieren.“ (2004, S. 25)
Auch wir meinen, dass das persönliche Erleben ausschlaggebend ist, auch wenn die erlebte Wirklichkeit „nur“ konstruiert ist.
Auf der Makroebene stellen Subkulturen eine Scheinlösung dar, weil sie die Strukturen, gegen die sie Stellung beziehen, nicht beseitigen. Eine Lösung aus dieser Sicht wäre die Ausweitung der Ideale der Subkultur auf die Gesamtgesellschaft. Solange die Subkultur dies
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Arbeit zitieren:
Katharina Bergmaier, 2006, Analyse von Aspekten der Subkultur Punk vor dem Hintergrund der Lebensstilforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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