Inhaltsverzeichnis:
1.) Vorwort 3
2.) Alte Armut - neue Armut 3
3.) Vom Fordismus zum Neoliberalsimus 4
4.) Soziale Tatsache: Arme ärmer, Reiche reicher 5
4.1) Kurzer Ein- und Überblick 5
5.) Methoden der Armutserfassung 6
5.1.) Das Ausmaß der Armut 7
6.) Derzeitige Systeme der sozialen Sicherung 7
7.) Deregulierung, Abbau sozialer Rechte seit den frühen 80ern und die
Auswirkungen 9
8.) Schlusswort/ Nachbemerkung. 12
9.) Literaturnachweis 13
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1.) Vorwort
Dieses Kurzpaper beschäftigt sich mit Ursachen und Auswirkungen der neuen Armut, welche sich Jahr zu Jahr verschärft. Mein Ziel im Rahmen dieser Arbeit ist es nicht, nur deskriptiv Statistiken anzuführen, um das Ausmaß der Armut zu verdeutlichen, sondern mein Augenmerk liegt, wahrscheinlich durch meine Eigenschaft als Soziologiestudentin, auf der Erklärung der hintergründigen Ursachen für Armut. In meiner Arbeit wird ausschließlich Armut in Deutschland und Österreich thematisiert; ich habe mich darauf begrenzt, weil eine Arbeit, welche internationale Daten und Unterschiede berücksichtigen würde, das vorgegebene Ausmaß sprengen würde. Ich will jedoch anmerken, dass, trotz dem großen und stets wachsenden Ausmaß der Armut in den einst durch starke Sozialstaaten gekennzeichneten westlichen Industrieländen, die dort anzutreffende Armut nicht vergleichbar ist mit jener viel entsetzlicheren, dramatischeren und totaleren Armut, wie sie in Russland, Asien und Afrika existiert. Auch wenn in Mitteleuropa der lange verschwundene Hunger wieder einsetzt und immer mehr Menschen sich in Suppenküchen ernähren müssen, ist die Situation in anderen Ländern doch noch viel schlimmer. Die Armut verschärft sich aufgrund des Siegeszugs des Neoliberalismus national und international, durch diese weltweite Barbarisierung leben heute so viele Menschen in auswegslosem Elend wir noch nie zuvor. Die Dunkelziffer der Armut ist hoch, viele schämen sich einfach, dass sie dem von den Medien vermittelten Betäubungsideal vom konsumierenden Menschen nicht entsprechen können; sind nicht über ihre sozialen Rechte informiert, oder haben schlichtweg Angst vor demütigenden Behördengängen. (Adamy/Steffen 1998, S. 83)
2.) Alte Armut - neue Armut
Früher, im Fordismus waren Armut und Arbeitslosigkeit kalkulierbar und vorhersehbar. Durch eine gute Ausbildung abgesichert, wurde man wahrscheinlich nie davon betroffen. Im Rahmen des postfordistischen Umstrukturierungsprozesses entsteht nach Beck eine Risikogesellschaft, in welcher alle sozialen Sicherheiten zugunsten freier Lebensgestaltungsmöglichkeiten verschwunden sind. Das bedeutet, dass alle, auch qualifizierte sozialen Gruppen ihrer einst statusbedingten Existenzsicherheit beraubt werden (Beispiel: zunehmende AkademikerInnenarbeitslosigkeit). (Beck 2004, S. 52) Armut trifft heutzutage längst nicht mehr nur
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Randgruppen, welche im kapitalistischen System weder als Produzenten noch als Konsumenten wesentlich verwertet werden können, sondern reicht zunehmend bis in die Mittelschicht hinein, welche zunehmend verarmt.
Besonders armutsgefährdet sind heute MigrantInnen, Arbeitslose, Kinderreiche und alte Menschen. (Hradil 2001,S. 252f.)
3.) Vom Fordismus zum Neoliberalsimus
Die Produktionsweise, welche in der Zeitspanne von der Nachkriegszeit bis Mitte der 70er Jahre vorherrschte, wird Fordismus genannt. Fordismus beruht auf Massenkonsum und setzt somit starke soziale Sicherungssysteme voraus. Mit dem Fordismus gingen also der Aufbau stabiler Sozialsaaten und ebenfalls die keynsianische Wirtschaftstheorie, welche durch staatliche Investitionen in zyklisch bedingten Konjunkturkrisen Vollbeschäftigung und Preisstabilität sichert, einher (Diettrich 1999, S. 120) Mitte der 70er Jahre setzte die postfordistische Umstrukturierung hin zu Neoliberalismus ein: Demontage des Feindes Sozialstaat, Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, Deregulierung auf allen Ebenen; Privatisierung von Grundrechten und Dienstleistungen, Ökonomisierung bisher geschützter Bereiche, sukzessiver Abbau sozialer Grundrechte. Der ideologische Überbau des sozialdarwinistischen Neoliberalismus ist das fehlende Mitleid mit den Armen und die Überzeugungen, dass Geiz geil ist und sozialstaatliche Leistungen die individuelle Freiheit und Leistungsbereitschaft des Einzelnen untergraben. Soziale Gerechtigkeit ist im Neoliberalismus zum gesellschaftlich akzeptierten Schimpfwort geworden. Jeder soll für sich selbst kämpfen und die Schwachen sollen eben auf der Strecke bleiben. Im Zeitalter der Dominanz des Neoliberalismus ist die Gesellschaft also entsolidarisiert und alles Handeln unterliegt der Maxime der Gewinnmaximierung. Im Neoliberalismus werden die Reichen immer reicher und die immer größer werdende Schar der Armen immer ärmer. Die immer größere Zahl derjenigen, die im Kampf vom Konkurrenz und Ellbogentechnik unterliegen, werden für ihre die Gesellschaft etwas kostende Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht und stehen von vornherein gesellschaftlich unter Generalverdacht, Sozialschmarotzer zu sein und das soziale Sicherungssystem auf Kosten der Tüchtigen zu missbrauchen. (Adamy/Steffen 1998, S. 25)
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Arbeit zitieren:
Katharina Bergmaier, 2006, Armut, Arbeitslosigkeit und atypische Beschäftigungsverhältnisse mit besonderer Gewichtung auf working poor, München, GRIN Verlag GmbH
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