Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die Immobilien- und Finanzkrise in den USA. 4
2. Die Finanzmarktkrise wird eine globale
Wirtschaftskrise. 5
3. Die verschiedenartigen Auswüchse der
neuen Weltwirtschaftskrise. 6
4. Gegenmaßnahmen der betroffenen Staaten:
am Beispiel Deutschlands und den USA. 8
5. Lösungsansätze und vorbeugende Maßnahmen:
u. a. die Weltfinanzgipfel der G 20-Staaten
2008 und 2009. 11
Fazit 12
Quellenverzeichnis 14
Einleitung
Mit dem finanziellen Ruin der einst so stolzen Investmentbank Lehman Brothers brach am 15. September 2008 die Wall Street zusammen, das Herz des globalen Kapitalismus, andere entkamen diesem Schicksal nur mit Mühe und Not. Beispielsweise suchte der größte Versicherungskonzern der Welt AIG die rettende Unterstützung des amerikanischen Staates. Dieser Montag „ […] gilt seither als Wendepunkt der Geschichte, als der Tag, an dem der Kapitalismus in seine größte Krise seit acht Jahrzehnten gestürzt wurde.“ 1 Seit dem Untergang des Sozialismus, vor zwei Jahrzehnten, infolgedessen das Sowjetreich und somit der Ostblock zusammenbrach, war der Kapitalismus nun die führende und siegreichste Gesellschaftsform im Kampf der Systeme. Die Marktwirtschaft lebte auf und triumphierte, denn diese Form des Wirtschaftens eroberte beinahe die ges. Welt und oftmals ging dies mit einer Demokratisierung der Länder einher. In Asien und den arabischen Staaten entwickelte sich der Kapitalismus hin zu einer autoritären Form ohne, dass das Volk mehr an Macht gewann. Viele Experten glaubten anfangs, dass dieses Modell widerstandsfähiger sei als der westliche Kapitalismus, aber jetzt, während der schwersten globalen Wirtschaftskrise seit etwa 80 Jahren, zeigt sich, dass beide Kapitalismusformen, der westlich-liberale sowie der östlich-autoritäre, gleichschwer betroffen sind und mit den jeweiligen Folgen zu kämpfen haben 2 . Bekanntlich hat sich die Krise, die einst am amerikanischen Immobilienmarkt begann, bereits zu einem globalen Problem entwickelt, von dem alle Staaten der Welt mehr oder minder betroffen sind und in Anbetracht dessen macht die jüngste Weltwirtschaftskrise keinen Unterschied zwischen Industrie-, Schwellen- u. Entwicklungsländern. Vorwiegend die westlichen Industrieländer waren optimistisch, dass die Immobilen- u. Finanzkrise in den USA sie nicht sonderlich betreffen werde, da sie auf ihre stabilen Wirtschaft- u. Finanzsektoren vertrauten. „Die Krise schien in weiter Ferne: Sie galt, wie es Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Bundestag formulierte, als ein »amerikanisches Problem«.“ 3 Das Problem wurde bagatellisiert und es fand unter der Bevölkerung zunächst kaum Beachtung, doch dann drängte an diesem historischen Montag die Krise mit aller Macht in die Fernsehnachrichten und beherrscht seitdem die Titelseiten der Tageszeitungen. Die Folgen haben längst alle Gesellschaftsklassen erreicht und die Menschen sehen nun mit eigenen Augen, dass auch sie davon betroffen sind. Mittlerweile hat eine Debatte der Ökonomen darüber begonnen, was denn getan werden muss, um solche Krisen zukünftig zu vermeiden.
1 Kapitalismus in der Krise, Hrsg. Beise, M./Schäfer, U., 2009, Vorwort, S. 8.
2 Ebd.
3 Ebd.
3
Ziel dieser Studienarbeit soll es sein, die stufenweise Entwicklung der jüngsten globalen Finanz- u. Wirtschaftskrise und deren Auswirkung aufzuzeigen sowie die bisherigen Gegenmaßnahmen am Beispiel Deutschlands und den USA näher zu beleuchten. Die Lösungsansätze der bis dato abgehaltenen „Weltfinanzgipfel“ werden auch einen wichtigen Teil dieser Arbeit einnehmen.
Die Immobilien- und Finanzkrise in den USA
Seit dem finanziellen Niedergang von Lehman Brothers hält eine globale Krise die Welt in Atem und sie ist keine gewöhnliche Krise, denn es ist mehr als nur ein normaler Abschwung des Wirtschafts- u. Finanzsektors, der den Kapitalismus immer wieder in Krisen stürzte. „Was im Frühjahr 2007 am amerikanischen Immobilienmarkt begann, mit der Pleite von mehreren Millionen Hausbesitzern, hat sich geweitet: erst zu einer Krise am Kreditmarkt, dann zu einer Krise der Banken - und im Herbst 2008 zu einer zweiten Weltwirtschaftskrise.“ 4 Demnach hat die globale Finanzkrise ihren Ursprung im amerikanischen Hypothekenmarkt. Volkswirtschaftlich problematisch war, dass am US-Immobilienmarkt zu viele Hypothekenkredite (Subprime-Kredite) an Schuldner zweitklassiger Bonität vergeben wurden, die sog. „faulen Kredite“. Seit 10 Jahren war der amerikanische Immobilienmarkt stabil und profitabel, denn man konnte infolge des „Häuserbooms“ hohe Renditen erzielen, was den deutschen Groß-, Landes- und Provinzialbanken sowie auch den anderweitigen Finanzinstitute weltweit sehr lukrativ erschien. Eine Menge von Banken überzeugten selbst die Kleinanleger in den Hypothekenmarkt zu investieren, obwohl das Risiko den Banken bekannt gewesen sein müsste.
„Durch die schrittweise Erhöhung des Leitzinses ab 2004 von 1% auf 5,25% stieg das Hypothekenzinsniveau an, wodurch die Immobilienpreise stagnierten. Die Anpassung der variablen Hypothekenkredite führte zu einem unerwarteten Zahlungsschock, welcher nicht mehr durch den Anstieg des Häuserpreises finanziert werden konnte. Daraus folgte letztendlich eine Vielzahl von Zwangsversteigerungen der beliehenen Immobilien. Die stark gestiegene Ausfallrate der Subprime-Kredite führte zu einem Überangebot an Häusern am Immobilienmarkt, wodurch der Preisverfall der Immobilien ausgelöst worden ist. Folglich mussten zahlreiche amerikanische Immobilienbanken hohe Abschreibungen geltend machen und letztlich in die Insolvenz gehen.“ 5 D. h. es investierten immer mehr Banken in
4 Schäfer, U., Sorglos am Abgrund, in: Kapitalismus in der Krise, 2009, S. 12ff.
5 http://www.finanzkrise-2008.de/ (Zugriff: 28.09.09, 11.29Uhr)
4
den Immobilienmarkt und die „spekulative Blase“ wuchs weiter an, bis sie schließlich am 15. September 2008 platzte. Darauf folgte der Zusammenbruch des Hypothekenmarktes, wobei alle Anleger, ob Banken oder Privatleute, auf einen Schlag ihr investiertes Kapital verloren. Nun spüren die Menschen weltweit eine Krise, für die sie nichts können, die weit weg begann, zunächst in den Vororten von Kalifornien und Ohio und die nun auch sie erreicht. Banken können nur noch mit staatlicher Hilfe überleben und in Hinsicht auf die Bundesrepublik Deutschland ist das eigene Konto nur sicher dank einer beispiellosen Garantie, die die Kanzlerin und der Finanzminister gegeben hatten. Der Staat wird plötzlich wieder zum Garanten für Wohlstand und wirtschaftlicher Sicherheit, obwohl er lange als lästig galt, der die Wirtschaft einengte. Um die „Subprimekrise“ einzudämmen versuchten Regierungen und Notenbanken mit Hilfen von Hunderten Millionen Dollar und Euro dem Debakel am Immobilien- u. Finanzmarkt entgegenzuwirken, doch bislang haben alle Maßnahmen nicht das gewünschte Ergebnis erreicht, da auf jede Welle der Krise, kaum das sie verebbt war, eine neue Welle folgte 6 . Zusätzlich kann gesagt werden, dass unser über Jahrzehnte hinweg bewährtes "kapitalistisches" Geldsystem und die damit verbundene Zins/Zinseszins-Mentalität die eigentlichen Ursachen der heutigen Finanzkrise sind und dass eine Bankenkrise (laut Expertenkreisen) längst überfällig war.
Die Finanzmarktkrise wird eine globale Wirtschaftskrise
Am Anfang waren sich alle Experten einig: Die Finanzmarktkrise bleibt vor allem eine Finanzmarktkrise und wird kaum Folgen für die reale Wirtschaft haben. Doch mittlerweile wachsen die Zweifel: Je länger die Krise dauert, umso größer werden die Auswirkungen auf Konjunktur, Beschäftigung und den Staatshaushalt. Die Internationale Arbeiterorganisation (ILO) schätzt, dass die Krise etwa 50 Millionen Jobs hinwegfegen könnte, denn die Finanzkrise ist schon längst von der Welt des Geldes auf die reale Wirtschaft übergesprungen und die Ökonomen rechnen mit der ersten Weltrezession seit dem Zweiten Weltkrieg sowie das sukzessive Schrumpfen des Welthandels 7 .
Die jüngste Finanz- u. Wirtschaftskrise vollzieht sich etwa in der gleichen Form wie vor acht Jahrzehnten, zunächst gab es den „Börsencrash“ an der Wall Street am 24. Oktober 1929, einen Tag später der „Crash“ in Europa und erst eineinhalb Jahre nach dem „Schwarzen Donnerstag“ in New York wurde Deutschlands Wirtschaft voll von der Krise erfasst. „Noch
6 Schäfer, U., Sorglos am Abgrund, S. 14.
7 Ebd. S. 13.
5
Arbeit zitieren:
Martin Krüger, 2009, Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 bis dato, München, GRIN Verlag GmbH
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