Unterrichtsbesuch Mathematik Nr. 4 am 12.03.2010 Melissa Naase
Die heutige Stunde ist eine Übungsstunde zum Thema Flächeninhalt und Umfang. Hierbei wird auch auf zusammengesetzte Flächen eingegangen. Fachliche Vorraussetzungen sind die Beherrschung der Formeln von Flächeninhalten und Umfängen, sowie ein Verständnis für zusammengesetzte Flächen. Die Behandlung von Flächeninhalt und Umfang fand bereits in Klasse 5 statt und wird in 6 im Rahmen des Spiralprinzips wieder aufgegriffen und um das Thema „zusammengesetzte Flächen“ ergänzt.
Die Alltagsbedeutung dieser Aufgabe ist sehr deutlich durch den Aufgabentyp. An-hand der Textaufgabe erhalten die SuS Bezug zu einer Familie, die eine neue Wohnung sucht. Sicherlich sind einige SuS auch schon einmal mit ihrer Familie umgezogen. Die Berechnung von Flächeninhalten und Umfängen spielt nicht nur bei der Wohnungssuche eine Rolle, sondern auch wenn die SuS einmal selber etwas basteln oder bauen wollen und wissen müssen, wie viel Material sie dafür benötigen.
Zum Stundeneinstieg- direkt nach der Begrüßung- lösen die SuS Additions- und Multiplikationsaufgaben im Kopf, da diese auch beim Errechnen von Umfang und Flächeninhalt wichtig sind. Dabei gehe ich auch auf den Aufgabentyp 2x+2y ein, welcher der Berechnung des Umfanges entspricht. Wer eine Aufgabe gelöst hat darf aufstehen, nach der 2. Runde darf er sich setzen. Dies hat den Vorteil, dass so alle SuS kommen an die Reihe kommen.
Anschließend wird der Arbeitsauftrag für die Gruppenarbeit erläutert und die Aufgaben kurz vor besprochen. Da der Schwerpunkt der Aufgaben nicht darin liegt, dass die SuS darauf kommen die Ergebnisse am Ende addieren zu müssen, stellt sich dies als sinnvoll dar. Dadurch können die SuS von Anfang an mit beiden Aufgabenteilen starten. Es wird kein Schnitt gemacht um erst a) in der Gruppe zu besprechen und dann mit b) zu starten.
Eine didaktische Reduktion findet durch das vorbereitete Arbeitsmaterial und die Arbeitsform in Gruppen statt. Um die Aufgaben des Aufgabenblattes zu lösen gibt es gestufte Lernhilfen, die die SuS bei Schwierigkeiten benutzen können. Pro Aufgabe gibt es 3 gestufte Lernhilfen, die anfangs lediglich einfachen Tipp geben und am Ende sogar eine Hilfestellung wie die benötigte Formel aufzeigen. Durch die Vorbesprechung der Aufgabenteile könnte man auf das Auslegen der TIPP Karten 1 verzichten. Dennoch wird diese ausgelegt, falls ein Schüler bei der Vorbesprechung nicht alles nachvollziehen konnte oder sich bis zum Lösen von Aufgabenteil b) nicht mehr erinnert. Es werden mehrere Tipp Karten einer Sorte ausgelegt damit es hier nicht zu Verzögerungen kommt.
Auch die Arbeitsteilung innerhalb der Gruppen stellt eine didaktische Reduktion dar, da nicht jeder Schüler alles berechnen muss, aber dennoch eine komplexe Aufgabe gelöst werden kann. Die zu berechnenden Räume sind von unterschiedlicher Schwierigkeit, es gibt Räume, die aus zusammengesetzten Flächen bestehen. Die Zulosung der bestimmten Räume auf die einzelnen SuS wird durch die Lehrperson geleitet, welche die Einteilung der Gruppen durch ein Skatspiel arrangiert. Dabei wird allerdings darauf geachtet, dass leistungsschwächere SuS keine zusammenge-
Unterrichtsbesuch Mathematik Nr. 4 am 12.03.2010 Melissa Naase
setzten Flächen berechnen müssen und auf die einzelnen Gruppen aufgeteilt werden. Ich habe mich für diese Klasse bewusst für die Erarbeitung in Gruppen entschieden, damit die SuS sich über ihr Vorgehen austauschen. Um eine erfolgreiche Sicherungsphase durchzuführen, in der die Lernzeit der SuS möglichst hoch ist wurden die einzelnen Räume auf eine Folie gedruckt, wo die SuS lediglich ihre Rechnungen aufführen müssen. Dabei ist unter allen Räumen ein Platz für das Gesamtergebnis vorgesehen. Es müssen nicht alle Räume genau erläutert werden, eine exemplarische Erläuterung einzelner Zimmer und das Sammeln der weiteren Ergebnisse genügt- auch da nicht jeder Schüler jede Rechnung vorliegen hat. Das Gesamtergebnis, was jeder haben soll, wird wieder detailliert erläutert, sowie ein Antwortsatz dazu aufgeschrieben.
Lernschwierigkeiten könnten bei der Berechnung der zusammengesetzten Flächen auftreten, sowie generell bei der Berechnung der Länge der Fußleisten. Diesen wird durch die gestuften Lernhilfen vorgebeugt. Bei der Berechnung der Fußleisten könnte besonders die Breite der Tür ein Problem sein, was allerdings auch auf den Lernhilfen aufgeführt ist. Auch durch die Einteilung in Gruppen sowie der Austausch nach der Einzelarbeitsphase innerhalb der Gruppe können SuS noch eine Hilfe von ihren Mitschülern bekommen.
Zeitproblemen beim Bearbeiten beider Aufgaben wird durch ein akustisches Signal vorgebeugt. Spätestens wenn dieses ertönt sollen die SuS mit Aufgabenteil b) fortfahren.So werden die SuS in ihrem Arbeitstempo nicht ganz so eingeschränkt. Sollten manche Gruppenmitglieder es nicht schaffen beide Aufgabenteile zu berechnen, so können die anderen Gruppenmitglieder, die ähnliche Aufgaben gelöst haben in der 2. Arbeitsphase behilflich sein, um doch zum Gesamtergebnis zu kommen.
Als Hausaufgabe messen die SuS ihr eigenes Zimmer und berechnen dessen Flächeninhalt, sowie die Länge der Fußleisten (abzüglich der Tür). Hierbei wird noch einmal die Alltagsnähe und der Bezug zur eigenen Lebenswelt deutlich. Dafür wird die Aufgabe schon vorher an der Tafel angeschrieben und von den SuS im Heft notiert.
Hierbei ist eine gewisse Struktur vorgegeben, damit niemand vergisst die Breite der Tür zu messen.
Sollte ein Schüler kein rechteckiges Zimmer haben ist seine Hausaufgabe ein beliebiges rechteckiges Zimmer im Haus zu messen und die Berechnungen hierfür durch- zuführen.
Arbeit zitieren:
Melissa Naase, 2010, Zur Anwendung von "Flächeninhalt und Umfang", München, GRIN Verlag GmbH
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