Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1 Die Monadologie 2
1.1 Entstehung und Zweck 2
1.2 Aufbau und Inhalt 2
2 Die Grundlagen der ethischen Gemeinschaft 4
2.1 Die Hierarchie der Monaden 4
2.1.1 Einfache Monaden 4
2.1.2 Seelen und Geister 5
2.2 Die Rolle(n) Gottes 6
2.2.1 Gott als Architekt 7
2.2.2 Gott als Gesetzgeber 8
3 Die ethische Gemeinschaft 10
3.1 Das Zusammenwirken von Gott und Geistern 10
3.1.1 Gottes Ruhm 11
3.2 Der Gottesstaat 12
3.3 Dynamik der Moral 13
3.3.1 Dreistufiges Naturrecht 14
3.3.2 Idealer Staat als Orientierung 14
4 Folgerungen 16
Literaturverzeichnis 18
Einleitung
In der vorliegenden Arbeit soll die Moraltheorie, die Leibniz in seiner so genannten Monadologie in den abschließenden Paragraphen darlegt, näher untersucht werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Gemeinschaft der Geister mit Gott, die Leibniz als Grundlage der moralischen Welt heraushebt. Die Frage, die sich dabei eröffnet, ist: Inwiefern eine solche Gemeinschaft einen Einfluss auf die Moral haben kann und welche Rolle der von Leibniz erwähnte ›Gottesstaat‹ für eben diese spielt.
Dazu soll im Folgenden zunächst skizzenhaft auf das Werk eingegangen werden, um einen kurzen Überblick zu geben und die Stellung der abschließenden Paragraphen herauszuarbeiten. Bereits in diesem Teil dürfte deutlich werden, dass - auch wenn an sich nur die M §§ 83 - 90 explizit die Gemeinschaft betreffen - zum besseren Verständnis immer wieder verschiedene vorangehende Teile der Monadologie herangezogen werden müssen. Dieser erste Teil bietet damit die Grundlage für die weitere Arbeit und verweist vor allem auch auf die Schwierigkeiten, die das Werk schon auf Grund seiner Entstehung mit sich bringt.
Im Anschluss daran wird das Hauptaugenmerk auf die so genannte ›ethische Gemeinschaft‹ gerichtet. Damit beginnend, dass die Grundlagen dieser Gemeinschaft herausgearbeitet werden, indem zunächst die einzelnen Mitglieder und ihre Beziehung zu-einander näher zu beleuchten sind. Weiterhin ist es auch notwendig, die Abgrenzung derjenigen Monaden, welche Teil der Gemeinschaft sind, von den anderen, welche nicht daran teilnehmen, aufzuzeigen. Nachdem darauf folgend näher auf die Rolle Gottes eingegangen wurde, rückt anschießend das Zusammenwirken der Geister mit Gott in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Hierbei wird besonderer Wert auf die Beziehung zwischen Geistern und Gott gelegt sowie deren gegenseitige Wechselwirkungen untersucht, um darauf aufbauend auch die Rolle des ›Gottesstaates‹ näher vorzustellen.
Schließlich sollen aus den erarbeiteten Zusammenhängen und Erklärungen die sich daraus ergebenden Folgerungen gezogen und vorgestellt werden. Dabei wird auch darauf einzugehen sein, welche Tragweite die Thesen Leibnizens haben.
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1 Die Monadologie
1.1 Entstehung und Zweck
Die Monadologie war von Leibniz ursprünglich weder für ein breiteres Publikum bestimmt, noch trug sie ihren heutigen Namen. 1 Vielmehr war es eine reine Gelegenheitsschrift für den französischen Adligen Rémond und sein philosophisch interessiertes Umfeld. 2 Dieser hatte Leibniz darum gebeten, eine Zusammenfassung seiner Metaphysik zu verfassen. Daraufhin schrieb Leibniz 1714 sein eclaircissement sur les Monads, in welchem er auf recht knappe Weise der Bitte des Adligen nachkam. 3 Erst einige Jahre später erhielt die sogenannte Monadologie ihren bis heute geläufigen Namen durch den ersten Übersetzer ins Deutsche, den zeitgenössischen Völkerrechtler Heinrich Köhler.
1.2 Aufbau und Inhalt
Vor diesem Hintergrund wird die Problematik und Schwierigkeit der Monadologie als Text deutlich. Leibniz legt in diesem Werk von nur 90, meist sehr kurzen, Paragraphen seine gesamte Metaphysik dar. Angefangen mit der Definition der ›Monade‹ als einfacher Substanz ohne Teile und Ausdehnung, ohne Möglichkeit zur Entstehung oder Auflösung und ohne die Beeinflussung von außerhalb. 4 Weiterführend über die Anhäufung von einfachen Substanzen, die dadurch wiederum Zusammengesetztes bilden. 5 Ferner über die Fragen nach der Seele, 6 ebenso wie über die Prinzipien des Vernunftgebrauchs, die sich im ›Satz vom Widerspruch‹ und im ›Satz vom zureichenden Grund‹ ausdrücken. 7 Zudem behandelt Leibniz den Unterschied zwischen unbelebten Dingen,
1 Vgl. BUSCHE, Hubertus: Einführung. In: Ders. (Hrsg.): Gottfried Wilhelm Leibniz, Monadologie. Berlin 2009. (Klassiker Auslegen; 34), S. 1-34, S. 3f.
2 Vgl. HECHT, Hartmut: Nachwort. In: Gottfried Wilhelm LEIBNIZ: Monadologie. Stuttgart 2005, 98f.
3 Vgl. BUSCHE, Einführung, S. 3.
4 Vgl. LEIBNIZ, Gottfried Wilhelm: Monadologie - französisch - deutsch. hrsg. u. übers. von Hartmut HECHT. Stuttgart 2005, §§ 1-7.
5 Vgl. ebd., § 2.
6 Vgl. ebd., §§ 14-17, 79-83.
7 Vgl. ebd., §§ 29-32.
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Das Zusammenwirken von Gott und Geistern 1 Die Monadologie
Tieren und Menschen, 8 der sich durch die individuellen Qualitäten des Bewusstseins der Monaden ergibt. Ebenso versucht Leibniz das Theodizeeproblem zu lösen, indem er Gottes Wahl eben auf die bestmögliche Welt 9 mit dem größtmöglichen Maß an Vollkommenheit fallen lässt. Schließlich zieht Leibniz die „moralischen Konsequenzen“ 10 aus seiner vorgelegten Metaphysik und stellt die Pfeiler seiner Moraltheorie ebenso vor, wie deren Verknüpfung mit Religion und Naturwissenschaft. 11 In diesem Abschnitt, der als Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit zu Grunde liegt, behandelt Leibniz den Unterschied zwischen den Seelen und Geistern, deren Beziehungen zu Gott und das Verhältnis der moralischen Welt zur Natürlichen. Ebenso geht er auf Sünden und gute Taten sowie deren Würdigung durch Gott ein und stellt so heraus, dass selbst eine Zerstörung des Erdballs durchaus auf natürlichem Wege stattfinden würde und im Sinne der Moral sei. 12
Aufgrund der schon angesprochenen Knappheit des Werkes, der dennoch gegebenen und eben dargestellten großen inhaltlichen Fülle und dem ursprünglich nur kleinen und ausgewählten Adressatenkreis, enthält die Monadologie zwar die großen Thesen der Philosophie von Leibniz, jedoch fehlen Erklärungen, Begründungen und genauere Analysen fast völlig. 13 Somit bleiben einige Stellen der Monadologie auch nach intensivem Lesen unklar, 14 da diese nicht selbsterklärend sind. Ebenso wird auf viele Zusammenhänge - wie zum Beispiel das Hinzutreten der Monaden zu einem Zusammengesetzten, 15 oder die Bildung von ausgedehnten zusammengesetzten Substanzen, wenn doch die einfachen Substanzen selbst keine Ausdehnung haben 16 - nicht näher eingegangen. Viele der in diesem Werk genannten Probleme und Ideen werden jedoch von Leibniz in anderen Schriften detaillierter behandelt. Somit liegt es nahe, dass die Monadologie „nur“ eine Zusammenfassung der Leibnizschen Gedanken sein kann, bei intensiverer Beschäftigung jedoch die jeweilige, den Themenkreis behandelnde, Einzelschrift herangezogen werden muss.
8 Vgl. LEIBNIZ, Monadologie, §§ 24, 26-29, 82f.
9 Vgl. ebd., §§ 53-55.
10 PIRO, Francesco: Die ethische Gemeinschaft der Geister mit Gott. In: BUSCHE, Hubertus (Hrsg.): Gottfried Wilhelm Leibniz, Monadologie. Berlin 2009. (Klassiker Auslegen; 34), S. 245-259, S. 245.
11 Vgl. LEIBNIZ, Monadologie, §§ 83-90.
12 Vgl. ebd., § 88.
13 Vgl. BUSCHE, Einführung, S. 6f.
14 Vgl. ebd., S. 6.
15 Vgl. LEIBNIZ, Monadologie, § 1.
16 Vgl. ebd., §§ 2f.
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2 Die Grundlagen der ethischen
Gemeinschaft
Die Monaden existieren nicht einfach so, sondern sind trotz ihrer Fensterlosigkeit 1 in einem System der prästabilisierten Harmonie organisiert. Auch sind die Monaden von-einander unterschieden, keine gleicht der anderen, da es „in der Natur niemals zwei Wesen, die vollkommen gleich sind“ 2 geben könne.
Die Unterschiede zwischen den Monaden bestehen in ihrer Möglichkeit, das Universum zu erkennen. 3 Es ist also der Grad der Erkenntnis, der die unzähligen Monaden unterscheidet und nach dem sie in einer Hierarchie den verschiedenen Stufen zugeordnet werden können.
2.1 Die Hierarchie der Monaden
Um die ethische Gemeinschaft und das „Zusammenwirken“ der Monaden mit Gott näher betrachten zu können, ist es zunächst erforderlich, etwas genauer auf die Unterschiede und die Stufen der Monaden einzugehen. Leibniz sieht die Verschiedenheit der Monaden - wie oben bereits erwähnt - durch die individuellen Qualitäten des Bewusstseins gegeben. Ihre jeweilige Beschränktheit diesbezüglich führt zur Abstufung zwischen unbelebten Dingen, Tieren und Menschen. 4
2.1.1 Einfache Monaden
Es mag verwundern, dass an dieser Stelle etwas umständlich von ›unbelebten Dingen‹ gesprochen wird, statt schlicht von (toter) ›Materie‹. Weiterhin erscheint es zunächst rätselhaft, dass auch eben diesem Unbelebten - über die Unterscheidung der Monaden durch die Erkenntnisfähigkeit - eine Perzeption zugesprochen wird. Dies jedoch ist
1 Vgl. LEIBNIZ, Monadologie, § 7.
2 Ebd., § 9.
3 Vgl. ebd., § 60.
4 Vgl. ebd., §§ 24, 26-29, 82f.
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Lutz Spitzner, 2009, Das Zusammenwirken von Gott und Geistern, München, GRIN Verlag GmbH
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