Michaela Funck Matrikel-Nr.: 1076345 - 2 / 2 -
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 3
2 Epidemiologie 4
2.1 Ziele und Aufgaben der epidemiologischen Forschung 6
2.2 Die Anwendungsbereiche der Epidemiologie 6
2.2.1 Die deskriptive Epidemiologie 6
2.2.2 Die analytische Epidemiologie 7
2.2.3 Die experimentelle Epidemiologie 8
2.3 Zur Gesundheitsberichtserstattung 8
3 Stellenwert der Gesundheit älterer Menschen 11
3.1 Begriffsdefinition Alter 15
3.2 Altersspezifische Veränderungen 16
3.2.1 Biologisch-physiologisches Altern 16
3.2.2 Psychologisches Altern 17
3.2.3 Soziologisches Altern 18
4. Mortalität 19
4.1 Geschlechtsspezifisches Mortalitätsrisiko 20
5 Zusammenhang zwischen Alter und Morbidität 21
5.1 Merkmale des Gesundheits- und Krankheitsstatus im Alter 22
5.2 Gesellschaftliche Folgen 23
6 Zum Gesundheitsbewusstsein und -verhalten 25
6.1 Begriffliche Erklärung 25
6.2 Erklärungsansätze für Gesundheitsverhalten 26
6.2.1 Psychologische Erklärungsansätze 26
6.2.2 Soziologische Erklärungsansätze 27
6.2.3 Anthropologische Ansätze 28
6.3 Auswirkung gesundheitsrelevanten Verhaltens 28
6.3.1 Ernährung 28
6.3.2 Bewegung 29
7 Der Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit 30
7.1 Armut 30
7.2 Haben Arme eine schlechtere Gesundheit? 31
7.3 Auswirkung auf das Alter 33
7.4 Auswirkungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetz 34
8 Zusammenfassung, Fazit und Ausblick 36
Literaturverzeichnis 37
Abk ürzungsverzeichnis 38
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1Einführung
Die weltweite demographische Entwicklung zeigt, dass es zukünftig immer mehr alte und hochaltrige Menschen geben wird. Doch erst zögerlich scheint sich dieser Gedanke und die Einsicht in die damit verbunden Probleme durchzusetzen. Verschiedene Länder setzen sich mit dieser Problematik auf zum Teil sehr unterschiedliche Weise auseinander.
Diese Arbeit wird sich dieser Problematik nähern, indem sie den Gesundheitszustand alter Menschen in Deutschland näher betrachtet. Mit Hilfe epidemiologischer Daten und der Gesundheitsberichtserstattung wird der Ist-Zustand beleuchtet und die bestehenden Probleme aufgezeigt und benannt. Die vorliegende Arbeit unterteilt sich in drei Teile: Der erste Teil befasst sich mit den Basisinstrumenten der Epidemiologie und der Gesundheitsberichtserstattung im allgemeinen. Der zweite Teil beschäftigt sich näher mit der Morbidität, Mortalität und dem Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit im Alter. Im dritten Teil werden schließlich mögliche Lösungswege aufgezeigt und ein Fazit mit Zukunftsausblicken gezogen.
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2Epidemiologie
Die World Health Organisation (WHO) definiert Epidemiologie folgendermaßen: „Die Epidemiologie befasst sich mit der Untersuchung der Verteilung von Krankheiten, physiologischen Variablen, und sozialen Krankheitsfolgen in menschlichen Bevölkerungsgruppen sowie mit den Faktoren, die diese Verteilung beeinflussen.“
Die Epidemiologie versucht, mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden, Risiko-faktoren für die Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung zu identifizieren. Dadurch soll die Möglichkeit geschaffen werden, geeignete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und durchzuführen. Auch sollen die Wirkungsweisen von Therapiemaßnahmen erforscht und deren Einfuß auf die Lebensqualität der Betroffenen analysiert werden. Obwohl sich die Epidemiologie eines naturwissenschaftlichen-quantitativen Ansatzes bedient, kann man sie nicht mit Laborexperimenten vergleichen. Epidemiologie erhebt Daten nicht unter strengen Laborbedingungen, sondern bei Menschen in ihrer natürlichen Umgebung. Sie sind dabei einer Vielzahl von Einflüssen und verschieden Faktoren ausgesetzt. Zudem kommt die genetische Disposition beeinflussend hinzu. Daher ist es schwierig, einen zweifelsfreien kausalen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung (Ausbruch einer bestimmten Krankheit) zu erkennen. Die moderne Epidemiologie zeichnet sich dadurch aus, dass sie um wissenschaftliche Ansätze aus anderen Gebieten bereichert und erweitert wurde. So wird sie bei HURRELMANN folgendermaßen definiert:
„Epidemiologie ist die Bearbeitung von Fragen aus dem Bereich der Medizin, der Gesundheitssystemforschung und der Gesundheitswissenschaften mit Methoden der empirischen Sozialforschung (HURRELMANN, K., LAASER, U., 1998, 232).“ Die Epidemiologie wird heute nicht länger ausschließlich von der medizinischen Profession genutzt, sondern es beschäftigen sich auch andere Disziplinen mit ihr . Sozialwissenschaftler, Pädagogen und Statistiker sehen sie aus ihrem spezifischen Blickwinkel heraus wie dies in Abbildung 1 veranschaulicht.
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Abbildung1: Die fachlichen Einzeldisziplinen der Gesundheitswissenschaften Quelle: Hurrelmann / Lasser (Hrsg.), 1998, Seite 31
Anmerkung des Verfassers: korrekterweise müssten die dargestellten Kreise in den Schnittflächen offen dargestellt werden, um die fehlenden Abgrenzungen zu verdeutlichen.
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2.1 Ziele und Aufgaben der epidemiologischen Forschung
Auf Basis der oben genannten Definition „lassen sich die wichtigsten Ziele und
Inhalte epidemiologischer Forschung wie folgt zusammenfassen:
- Identifikation von Risikofaktoren und Ursachen von Krankheiten
(Krankheitsätiologie) bzw. Identifikation von gesundheitsförderlichen
(salutogenen) Faktoren
- Erklärung von geographischen und regionalen Unterschieden und von
zeitlichen Veränderungen in der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen
- Beschreibung des natürlichen Verlaufes (Spontanverlaufes) von
Erkrankungen
- Beurteilung der Wirksamkeit und der Effizienz von medikamentöser
Therapie , Präventionsmaßnahmen und medizinischen, rehabilitativen und
psychosozialen Versorgungsmaßnahmen (SCHWARTZ, F. W. u. a., 2003,
394) “
2.2 Die Anwendungsbereiche der Epidemiologie
Die Epidemiologie kann in drei Anwendungsbereiche geteilt werden, nämlich die
deskriptive , analytische und experimentelle Epidemiologie.
2.2.1 Die deskriptive Epidemiologie
Die deskriptive Epidemiologie gibt Auskunft über Häufigkeit (z. B. von
Erkrankungen) und kann durch Vergleiche verschiedener Bevölkerungsgruppen
Indikationen auf besondere Risikogruppen geben. Um dieses Ziel zu erreichen,
verwenden “deskriptive" Epidemiologen offizielle Statistiken und Querschnitt-
studien.
Die Bevölkerung kann nach verschiedenen Kriterien, wie z. B. Alter, Geschlecht,
Ort , Zeit, Herkunft, Beruf usw. eingeteilt werden. Diese Untergruppen können
anschlie ßend verglichen werden. Wichtig ist, dass sie außerhalb der gewählten
Kriterien so ähnlich wie möglich sind
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Zielder deskriptiven Studien ist die Prävalenz von Krankheiten und entsprechend die Risikogruppen zu erfassen. Anhand dieser Daten können Hypothesen über die Entstehung von Gesundheitsstörungen und /oder Risikofaktoren gebildet werden.
2.2.2 Die analytische Epidemiologie
Die analytische Epidemiologie ermöglicht die Feststellung von Risikofaktoren, wie auch die ersten Hinweise für Krankheitsursachen. Die Forschung nach Krankheitsursachen ist aber eine Aufgabe der experimentellen Studien.
Mit Hilfe der deskriptiven Epidemiologie werden Hypothesen über die Entstehung von Gesundheitsstörungen entwickelt. Diese Hypothesen werden mit der analytischen Epidemiologie überprüft und anschließend akzeptiert oder verworfen.
Zwei wichtigen Studienarten sind:
1. die Kohorten und 2. die Fall-Kontroll-Studien.
Bei den Kohortenstudien sind im Prinzip alle Probanden gesund. Einige sind aber einer vermuteten Krankheitsursache (oder einem Risikofaktor) ausgesetzt, während andere nicht exponiert sind. Wenn eine erhöhte Anzahl von Symptomen oder Krankheiten in späteren Messungen bei exponierten Personen auftritt, hat man wichtige Hinweise gewonnen, indem man einen Risikofaktor oder sogar eine Krankheitsursache entdeckt oder überprüft hat.
Bei den Fall-Kohorten-Studien sind bereits zwei vergleichbare Gruppen vorhanden: Eine Gruppe ist nur von Fällen zusammengesetzt, d.h. von Probanden, die eine bestimmte Erkrankung haben; In der anderen Gruppe sind alle Probanden gesund. Man untersucht, ob signifikante Unterschiede hinsichtlich ausgewählter Variablen zwischen diesen beiden Gruppen bestehen. Risikofaktoren können als Krankheitsursache interpretiert werden, wenn die Kriterien zur Beurteilung der Kausalität erfüllt sind.
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2.2.3Die experimentelle Epidemiologie
Die experimentelle Epidemiologie befasst sich mit randomisierten klinischen Studien, bevölkerungsbezogenen Interventionsstudien, wie auch mit der Evaluation und Qualitätssicherung ärztlicher Leistungen.
Typisch für die randomisierten klinischen Studien sind:
das Studienkollektiv, d. h. eine kleine Gruppe, die per Zufallszuteilung von einer Bevölkerungsgruppe ausgewählt wurde,
eine Studiengruppe mit, und eine ohne Intervention, wie auch den Vergleich der Ergebnisse (zwischen den zwei Gruppen).
Die großen Unterschiede bei der bevölkerungsbezogenen Intervention ist, dass diese letzte an die ganze Bevölkerung gerichtet ist und, dass die Zuordnung zur Interventions- oder Kontrollgruppe aufgrund der Zugehörigkeit zu einer
Gemeinde, einer Stadt, einem Betrieb usw. erfolgt. 1
2.3 Zur Gesundheitsberichtserstattung
Die Gesundheitsberichtserstattung (GBE) dient zur Analyse der gesundheitlichen Versorgung und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Ergebnisse können in die Zukunft projiziert und mit Zielsetzungen abgeglichen werden. Dadurch kann erkannt werden, ob sich Maßnahmen im Gesundheitswesen (z.B. im Bereich der Prävention) voraussichtlich positiv oder negativ entwickeln werden.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert die Gesundheitsberichtserstattung folgendermaßen:
„Sie berichtet über wichtige Aspekte der Gesundheit und des Gesundheitswesens. Damit bildet sie eine datenbasierte Grundlage für politische Entscheidungen. Darüber hinaus dient die GBE der Erfolgskontrolle durchgeführter Maßnahmen und trägt zur Entwicklung und Evaluierung von Gesundheitszielen bei. (ROBERT-KOCH-INSTITUT (Hrsg.), Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 10, 2002, 3)“
1 entnommen aus: PADLINA, OLIVER, Public Health, 10/2000
Online im Internet: http://www.ticino.com/usr/opadlina/new/ph/epi-ges.htm [stand Oktober 2000]
Arbeit zitieren:
Michaela Funck, 2004, Zur Gesundheitssituation älterer Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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