und Faktoren beleuchtet, die eine Integration erleichtern bzw. erschweren.
Anschließend soll aufgezeigt werden, dass mit Hilfe des be-schäftigungsorientierten Fallmanagements eine insgesamt bessere Integration gewährleistet und „die“ Migration als Qualitätsmerkmal und damit als Vorteil für die Gesellschaft verstanden werden kann.
Das beschäftigungsorientierte Fallmanagement allein kann zwar ohne grundlegende Änderungen bestimmter Prozesse in der Gesellschaft und innerhalb der Grundsicherungsstellen noch keine vermehrten Erwerbsintegrationen schaffen. Es kann allerdings den schwerwiegenden strukturellen Benachteiligungen der Migranten auf dem Arbeitsmarkt positiv entgegensteuern.
2. Schwierige Integration von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt
Nach OECD-Daten hat Deutschland, vor allem Ostdeutsch-land, die schlechteste Bilanz im Hinblick auf die Integration von Migranten. Gemessen an der Erwerbsbevölkerung, sind in Deutschland mehr hoch qualifizierte Ausländer arbeitslos, als in den meisten anderen OECD-Ländern. Laut einer OECD-Studie unter hochqualifizierten Migranten war der Ab-stand zwischen der Arbeitslosenquote von ausländischen Akademikern von 12,5 % im Jahr 2005 gegenüber der Quote einheimischer arbeitsloser Akademiker mit 5,9 % ungefähr doppelt so hoch. (siehe Einwanderungsland ohne Plan, Archiv - Berliner Republik S. 2 auf www.b-republik.de/archiv/-einwanderungsland-ohne-plan).
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2.1 Schwierige Integration von Jugendlichen Die Integration Jugendlicher stellt besonders große Schwierigkeiten dar.
Mehr als 15 % der Ausländer verlassen die Schule ohne einen Abschluss; der Anteil deutscher Jugendlicher liegt nur bei 4,5 % (Ad hoc news). 95 % der inhaftierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben keine Berufsausbildung (LAGA NRW 200111025). Schließlich sind Jugendliche mit Migrati-onshintergrund fast dreimal so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund (LAGA NRW 200111025).
In Fachkreisen werden drei Hauptgründe für die besondere Benachteiligung Jugendlicher mit Migrationshintergrund genannt:
- schlechtere Schulabschlüsse (als deutsche Schüler)
- Misstrauen der Mehrheitsgesellschaft gegen sie sowie
- ungenügende Kenntnisse über das Berufsspektrum in Deutschland (siehe LAGA s.1).
Angesichts dieser Fakten wird deutlich, dass sich die Politikanstatt sich nur auf die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland zu konzentrieren - ihr Augenmerk vermehrt auf die Qualifizierung der in Deutschland lebenden Jugendlichen, insbesondere den Migranten, hätte legen sollen. Allerdings kann die Politik nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen. Die entsprechende Umsetzung hingegen obliegt den Arbeitgebern. Gleichwohl sind die alarmierenden Arbeitslosenzahlen jugendlicher Migranten nicht alleine auf einen schlechten Schulabschluss zurückzuführen, denn auch Jugendliche mit gutem Schulabschlussfinden oftmals keinen Ausbildungsplatz.
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2.2 Schwierige Integration von Spätaussiedlern In einer der wenigen Analysen, die zur aktuellen Arbeitsmarktsituation der Spätaussiedler veröffentlicht sind, wird deutlich, dass deren Integration generell schwer ist. Spätaussiedler sind häufiger arbeitslos als andere Ausländer und seltener sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Hochschulabschlüsse der Spätaussiedler aus ihren Heimatländern sind wegen der Nichtanerkennung in Deutschland kaum verwertbar. Hochschulabsolventen sind sogar stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Spätaussiedler mit oder ohne Berufsausbildung. Zudem können Spätaussiedler, die über hohe Bildungsabschlüsse verfügen, diese offenbar schlecht auf dem deutschen Arbeitsmarkt verwerten (vgl. IAB Kurzbericht Nr.8/2007).
Wie die vorgenannte Analyse belegt, ist den Spätaussiedlern die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit vergleichsweise schlecht gelungen, in vielerlei Hinsicht sogar schlechter als die der übrigen Ausländer. Dass eine erfolgreiche Integration von Spätaussiedlern auf dem Arbeitsmarkt die Grundlage für eine dauerhafte gesellschaftliche Integration bildet und außerdem die Akzeptanz dieser Migranten in der Mehrheitsgesellschaft erhöht, hat die Politik erkannt, was die jüngsten politischen Bestrebungen zeigen.
Laut einem Bericht des deutschen Bundestages aus dem Dezember 2009 fordert die SPD die Regierung auf, ein Anerkennungsgesetzt vorzulegen, das einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren für alle ausländischen Aus- und Fortbildungsberufe sowie akademischen Abschlüsse schafft und eine bundesweit verbindliche „Gleichwertigkeitsfeststellung“ vorsieht.
Die Partei „Die Linke“ wollen ein gesetzlich neu geregeltes Anerkennungsverfahren mit bundeseinheitlicher Struktur
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sowie eine klare institutionelle Zuständigkeitsregelung. Bei einem Anerkennungsverfahren müssten auch praktisch angeeignetes Wissen und langjährige Berufserfahrung berücksichtigt werden. Es geht darum, die biografischen Lebensleistungen nicht länger ungeachtet zu lassen. „Die Grünen“ sehen insbesondere die starke Benachteiligung der Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten, da diese sich weder auf das Bundesvertriebenengesetzt berufen könnten noch auf geltende EU-Richtlinien.
Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP sieht bereits einen gesetzlichen Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren und mehr Klarheit für die Verfahren vor-Es bleibt abzuwarten, ob und wie die derzeitige Regierung diesen Forderungen nachkommt. (vgl.www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/280048 14_qualifikationen/index.html Stand 01.12.2009) 2.3 Schwierige Integration von Langzeitarbeitslosen Bei der zunehmenden Anzahl von Langzeitarbeitslosen unter den Migranten ist die psychologische Wirkung der Erwerbslosigkeit als besonders gravierendes Hemmnis für eine Integration in den deutschen Arbeitsmarkt anzusehen. Die sogenannte Jahoda-These (vgl. Alois Wacker,
www.sozpsy.uni-hannover.de/DfA/arbeit.htm) benennt fünf latente Funktionen der Arbeit, deren Fehlen sich negativ auf die seelische Gesundheit der Arbeitslosen - unabhängig vom Migrationshintergrund - und damit auch negativ auf deren Integration auswirkt:
- Zeiterfahrung
- Soziale Kontakte
- Beteiligung an kollektiven Zielen
- Anerkannter Status
- Regelmäßige Tätigkeit
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Arbeit zitieren:
Marjam Beyg, 2010, Beschäftigungsorientiertes Fallmanagement für eine bessere Erwerbsintegration von Migranten, München, GRIN Verlag GmbH
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