Inhaltsverzeichnis:
1.) ZIELE DER ARBEIT/ VORWORT. 3
2.) HEGEMONIALE MÄNNLICHKEIT. 3
3.) MEN S STUDIES UND MÄNNLICHKEIT 5
4.) HETERONORMATIVITÄT. 6
5.) ECKPFEILER DER KONSTRUKTION VON MÄNNLICHKEIT. 7
5.1.) (HEGEMONIALE) MÄNNLICHKEIT, HETERONORMATIVITÄT UND AUSSCHLÜSSE 7
5. 2.) WEITERE ECKPFEILER: BERUFSORIENTIERUNG UND AUSKLAMMERUNG VON FRAU UND FAMILIE 8
6.) PERSISTENZ UND BRÜCHIGKEIT VON GESCHLECHTSHABITUS UND
M ÄNNLICHKEITSKONSTRUKTIONE-N HABITUELLE SICHERHEIT UND HABITUELLE
VERUNSICHERUNG 9
6.1.) HABITUELLE SICHERHEIT UND UNSICHERHEIT NACH GENERATION UND MILIEU 10
6.2.) SPEZIALFALL: FREIWILLIGE HABITUELLE VERUNSICHERUNG BEI PROFEMINISTISCHEN MÄNNERN UND
REFLEXIVEN MÄNNERGRUPPEN 13
7.) SCHLUSSWORT 16
8.) LITERATUR: 17
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1.) Ziele der Arbeit/ Vorwort
Im Rahmen dieser Seminararbeit werde ich mich mit hegemonialer Männlichkeit auseinandersetzen und insbesondere den Teilaspekt der Heteronormativität als zentrales Stützelement von hegemonialer Männlichkeit fokussieren. Mittels Rekurs auf das Heteronormativitätskonzept kommt in der Arbeit eine konstruktivistische Analyse hegemonialer Männlichkeit zum tragen. Zentrale Aufgabe meiner Arbeit wird es sein zu versuchen aufzuzeigen, wie Männlichkeiten konstruiert werden, was Männlichkeit beinhaltet und wie diese wirkt. Weiters werden Männlichkeitskonstruktionen auf ihre Persistenz hin untersucht und es wird versucht, Gründe für diese Persistenz zu benennen. Anhand von Beispielen werde ich zeigen, wie brüchig gleichzeitig Geschlechtskonstruktionen undidentitäten sind bzw. welch habituelle Verunsicherung mit dem Verlust der Selbstverständlichkeit des Geschlechtshabitus und der Geschlechtsperformativität einhergehen. Insgesamt werden Männlichkeitskonstruktuionen im Spannungsfeld zwischen habitueller Sicherheit und habitueller Verunsicherung betrachtet.
2.) Hegemoniale Männlichkeit
Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit ist zur Leitkategorie der men`s studies avanciert. (vgl. Meuser (2006): S. 160) Hegemoniale Männlichkeit fungiert als eine Art Leitideal, hegemoniale Männlichkeit meint eine erfolgreiche Weise, in einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort ein Mann zu sein, sie stellt die derzeitig in einer bestimmten Kultur akzeptierte Form von Männlichkeit dar. “Männlichkeiten werden innerhalb einer Kultur kollektiv bestimmt und von Institutionen gestützt.“ (siehe Connell In:Bosse/ King (Hrsg.) (2000): S. 22) Hegemoniale Männlichkeit ist im Bourdieuschen Sinne ein Habitus, der als Leitlinie für das doing gender der meisten Männer fungiert und so zur Handlungspraxis wird, die sich in Institutionen manifestiert und welcher vor allem durch männerbündische Zusammenschlüsse gestützt wird. Hegemoniale Männlichkeit stellt nach Meuser ein generatives Prinzip und die “soziale Praxis einer gesellschaftlichen Elite“ dar. (siehe Meuser In: Aulenbacher / Bereswill/ Löw/ Meuser/ Mordt/ Schäfer/ Scholz/ Sylka (2006): S. 170)
Hegemoniale Männlichkeit umfasst Praktiken, welche “die dominante Position des Mannes im Geschlechterverhältnis garantieren…“ und verweist auf die “…doppelte Relation, in der Männlichkeit ihre Kontur gewinnt- zum anderen und zum eigenen Geschlecht….“ (siehe Meuser (1998): S.98) Obwohl das Modell der hegemonialen Männlichkeit von den wenigsten Männern gelebt wird, wird es dennoch von Männern überwiegend gestützt, durch diese komplizenhafte Männlichkeit wird die Geschlechterordnung beständig reproduziert und
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gestützt. (Hegemoniale) Männlichkeit konstruiert sich sowohl in der abgrenzenden Beziehung zu anderen untergeordneten Männlichkeiten als auch in der Abgrenzung gegenüber Frauen und Weiblichkeit: Männlichkeit als relationaler Begriff ist gegen Weiblichkeit konstruiert; hegemoniale Männlichkeit richtet sich also als zweischneidige kompetitive Struktur auch gegen Männer; hegemoniale Männlichkeit führt somit auch zur Dominanz über andere Formen von Männlichkeit, welche abgewertet werden. Homosexualität ist die abgewertetste Form von Männlichkeit, Marginalisierung trifft aber ebenso männliche Lebensformen, “die sich dem hegemonialen Muster explizit entziehen oder die dagegen opponieren“ (z.B. Hausmann) (siehe Meuser (1998): S. 101). Connell benennt folgende nicht hegemoniale Formen von Männlichkeit: (vgl. Connell (1999): S. 97) 1.) die untergeordnete Männlichkeit, welche als weiblich und schwach attribuiert wird. Am stärksten findet dies bei heterosexuellen Männern statt.
2.) die komplizenhafte Männlichkeit (Männlichkeit jener Männer, die die hegemoniale Männlichkeit nicht verkörpern (können), diese aber unterstützen, so dass “sie an der patriarchalen Dividende teilhaben, dem allgemeinen Vorteil, der den Männern aus der Unterdrückung der Frauen erwächst.“ (siehe Connell (1999): S. 100) und 3.) die marginalisierte Männlichkeit (definiert als Männlichkeiten untergeordneter und benachteiligter Klassen und ethnischer Gruppen) (vgl. Meuser In: Aulenbacher / Bereswill/ Löw/ Meuser/ Mordt/ Schäfer/ Scholz/ Sylka (2006):S.165)
Auch nicht hegemoniale Männlichkeiten, insbesondere Komplizenschaft, generieren und stützen hegemoniale Männlichkeit.
Bourdieu “spricht von einem „vergeschlechtlichten und vergeschlechtlichenden Habitus“ und führt den Begriff des „männlichen Habitus“ ein“. (Bourdieu, zitiert nach Meuser In: siehe Aulenbacher / Bereswill/ Löw/ Meuser/ Mordt/ Schäfer/ Scholz/ Sylka (2006): S. 163) Diesen versteht er als generierendes Prinzip, welcher sich in homosozialen männerbündnischen Zusammenschlüssen mit ihren Wettbewerbsspielen herausbildet und erworben wird. Habitus meint ein System dauerhafter, durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Soziallage erworbenes Wahrnehmungs- und Handlungsmuster. Soziallagen sind bei Bourdieu durch das unterschiedliche Verhältnis der Kapitalsorten (ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital) bestimmt. Der jeweilige einer bestimmten Soziallage eigene Habitus wird in der Sozialisation herausgebildet und somit ist der Habitus “Mechanismus der Reproduktion sozialer Ungleichheit“ (siehe Meuser (1998): S. 108). Lange Zeit verstand Bourdieu unter Habitus nur Klassenhabitus, durch seine Arbeiten in “die männliche Herrschaft“ erkannte er das Geschlecht als grundlegendes, Gesellschaft strukturierendes Prinzip und die Existenz eines geschlechtlichen Habitus, welcher durch die vorgenommene Codierung männlich/weiblich vergeschlechtlichend wirkt (vgl. Meuser (1998). S. 110). Der
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geschlechtliche Habitus ist deutlicher verkörpert als der Klassenhabitus, Geschlechtlichkeit ist im Körper habitualisiert, geschlechtliche Ungleichheit geht mit habitualisierter Geschlechtlichkeit einher. “Der Körper weiß, wie man sich darstellen muss, um als Frau bzw. als Mann anerkannt zu werden.“ (siehe Meuser (1998): S. 113) Bei Transsexuellen tritt die Ubiquität habitualieserter Geschlechtlichkeit besonders augenscheinlich hervor: Um im selbstgewählten Geschlecht anerkannt zu werden, müssen sie den in der Sozialisation erworbenen geschlechtlichen Habitus des Ausgangsgeschlechtes aus ihrem
Verhaltenrepertoire ausradieren und den geschlechtlichen Habitus des neuen Geschlechtes, die jeweilige spezifische Form, sich zu kleiden, zu sprechen, etc., neu lernen. (vgl. Meuser (1998): S. 114f.) Es gibt also einen weiblichen und einen männlichen Geschlechtshabitus, der “männliche Habitus äußert sich in einer Vielzahl von Erscheinungen“. (siehe Meuser In: Aulenbacher / Bereswill/ Löw/ Meuser/ Mordt/ Schäfer/ Scholz/ Sylka (2006):S. 163) Von einer Männlichkeit im Singular zu sprechen, scheint angesichts der unterschiedlichen Formen des männlichen Habitus je nach Zeit, Kultur und Milieu unmöglich: Die “Männlichkeit“ eines Nomaden in der afrikanischen Wüste ist augenscheinlich eine andere, beinhaltet teilweise andere Orientierungen als die “Männlichkeit“ eines mitteleuropäischen Bauerns zu Beginn des 19en Jahrhunderts. Und auch innerhalb unserer Gesellschaft gibt es je nach sozialem Milieu, Generationszugehörigkeit etcetera unterschiedliche Formen von Männlichkeit, also erachte ich es für sinnvoll, von Männlichkeiten im Plural zu sprechen. Jegliche sozialen Milieus, Generationen etc… bringen also ihren eigenen spezifischen männlichen Habitus, ihre eigenen Männlichkeitsentwürfe hervor; ob diese jedoch den Hegemonieanspruch stellen können, richtet sich danach, ob diese Form der Männlichkeit milieuübergreifende Breitenwirkung und Zustimmung aufweisen kann. (vgl. Meuser In: Aulenbacher / Bereswill/ Löw/ Meuser/ Mordt/ Schäfer/ Scholz/ Sylka (2006):S. 170) “Hegemoniale Männlichkeit wird durch die soziale Praxis der gesellschaftlichen Elite bzw. gesellschaftlicher Eliten definiert…Hegemoniale Männlichkeit ist an gesellschaftliche Macht und Herrschaft gebunden.“ (siehe Meuser In: Aulenbacher / Bereswill/ Löw/ Meuser/ Mordt/ Schäfer/ Scholz/ Sylka (2006): S. 169) Connell sieht derzeit die Verkörperung hegemonialer Männlichkeit bei Vertretern des internationalen Top-Managements angesiedelt.
3.) Men`s studies und Männlichkeit
In den men`s studies, welche männliche Erfahrungshorizonte und Lebenszusammenhänge explizit thematisiert und sich als kritische, nicht neutrale Wissenschaft versteht, die eine Veränderung der Geschlechterverhältnisse zum Ziel hat und die im Postulat der wertfreien Wissenschaft deren inhärenten Androzentrismus erkennt; stellt sich unweigerlich das Problem des Verhältnisses zwischen Männern und Männlichkeit. Wenn die men`s studies
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Arbeit zitieren:
Katharina Bergmaier, 2009, Persistenz, Brüchigkeit und Konstruktion von Geschlechtsidentitäten , München, GRIN Verlag GmbH
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