Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 2
2. Das 4CID-Modell für E-Learning am Beispiel eines
Bildungswissenschaftlers im Bereich der Familienbildung 2
2.1 Kompetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie 4
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen 6
2.3 Entwurf von Lernaufgaben 10
2.4 Unterstützende Informationen 13
2.5 Just-in-time-Informationen 15
3. Das 4ClD-Modell in der Theorie 16
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und
Aspekte des situierten Lernens 16
3.2 Didaktische Szenarien 18
3.3 Medien, die sich zur Unterstützung des Blueprints eignen 19
4. Zusammenfassung und Fazit 21
5. Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung
In unserer heutigen kinderarmen und -feindlichen Gesellschaft haben es Familien schwer: ein immer größer werdender innerer und äußerer Druck lastet auf ihnen, die Gesellschaft wird zunehmend psychologisiert, die Fülle an Wahlmöglichkeiten führt zu mehr Unsicherheit und durch berufliche Belastungen bleibt kaum noch Zeit für familiäre Belange (Textor, 2007). Dies sind nur einige Lebensbedingungen, die auf Familien lasten und genau hier setzt die Eltera-ZFamilienbildung an, die schon präventiv arbeitet. Allgemein soll Familienbildung den Familien helfen, die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft bzw. des Alltags zu bewältigen, wobei sich Familienbildung im engeren Sinne auf die Familie als Ganzes richtet und Elternbildung eine Form der Familienbildung ist, die die Familie als Erziehungsinstanz stärken soll (Textor, 2007).
Ziel dieser Hausarbeit ist es, für einen angehenden Bildungswissenschaftler im Bereich der Eltern- /Familienbildung mit Hilfe des Four-Component Instructional Design Model (4CID-Modell) von van Merrienboer einen Blueprint für einen Lehrplan zu entwickeln. Im theoretische Teil dieser Hausarbeit werden lerntheoretischen Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in Bezug auf das 4CID-Modell dargestellt, didaktische Szenarien, die sich zur Integration des 4CID-Modells eigenen, angegeben und Medien, die sich zur Unterstützung des Blueprints eigenen, mit Anwendungsbeispielen erläutert. Die Hausarbeit endet mit einer Zusammenfassung und einem eigenem Fazit.
Für eine bessere Lesbarkeit wird in dieser Hausarbeit die männliche Form verwendet, angesprochen sind damit aber immer beide Geschlechter. In der Literatur werden Elternbildung und Familienbildung oft synonym verwendet werden, was in dieser Hausarbeit einfachhalber ebenso geschieht.
2. Das 4CID-Modell für E-Learning am Beispiel eines
Bildungswissenschaftlers im Bereich der Familienbildung
Das 4CID-Modell wurde 1997 von Jeroen J. G. van Merrienboer für die Gestaltung von Curricula entwickelt und beruht auf den theoretischen Annahmen des Instruktionsdesigns und des komplexen Lernens (Bastiaens, Deimann, Schräder & Orth, 2008). Komplexes Lernen ermöglicht den Lernenden ganzheitliche kognitive
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Fähigkeiten zu erlernen. Dafür werden authentische Lernaufgaben eingesetzt, weil "...such tasks help learners to integrate knowledge, skills and attitudes, stimulate them to learn to coordinate constituent skills, and facilitate transfer of what is learned to new problem situations." (van Merrienboer & Kirschner, 2007, S. 4). Authentisch heißt hier, dass den Lernenden Lernaufgaben vorgelegt werden, die so auch in der Realität vorkommen. Die Lernumgebung sollte ebenfalls authentisch gestaltet werden, weil dies zu einer höheren Leistung führt und die innere Motivation von Lernenden verbessert (Gulikers, Bastiaens, Martens, 2005). Ausgehend von diesen theoretischen Annahmen lässt sich nun für einen angehenden Bildungswissenschaftler im Bereich der Familienbildung ein Blueprint für einen Lehrplan erstellen. Wie der Name des 4CID-Modells schon verdeutlicht, besteht dieser aus vier Grundkomponenten, nämlich aus den Lernaufgaben (engl, learning tasks), den unterstützenden Informationen (engl, supportive information), den Just-in-time-Informationen (engl, procedural information) und den Part-task Practice. Diese können in zehn einzelne Schritte zerlegt werden, wie Abbildung 1 zeigt. In dieser Hausarbeit wird sich allerdings auf die Kompetenzanalyse, die Sequentialisierung der Aufgabenklassen und auf die Grundkomponenten bei der Erstellung des Blueprints -anhand des praktischen Beispiels des angehenden Bildungswissenschaftlers in der Familienbildung- beschränkt. Dabei wird nicht weiter auf die Part-task Practice eingegangen. Anzumerken sei hier lediglich, dass Parttask Practice zusätzliche Übungen von wiederkehrenden Aufgaben sind, die vom Lernenden auf hohem Niveau automatisiert werden müssen (van Merrienboer & Kirschner, 2007).
2.1 Kompetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie
Im ersten Schritt werden die Fertigkeiten, die für den Beruf des Bildungswissenschaftlers in der Familienbildung notwendig sind, analysiert. Diese Fertigkeiten bilden zusammen die Kompetenz. Dafür wird „.. .die ganzheitliche komplexe Fertigkeit in konstituierende Teile zerlegt, wobei die Zusammenhänge zwischen den Teilen in einer Fertigkeitenhierarchie abgebildet werden." (Bastiaens et al., 2008, S. 94). In Abbildung 2 wird dies für unseren Bildungswissenschaftler in der Familienbildung exemplarisch dargestellt. Da hier nicht alle Kompetenzen des gesamten Berufsbildes aufgrund des komplexen Arbeitsfeldes dargestellt werden können, werden hier beispielhaft für die Kompetenz „Eltern bei der Erziehungsarbeit durch ein präventives Programm unterstützen" die ganzheitlichen komplexen Fertigkeiten zerlegt. Präsentiert werden dabei zum einen die vertikalen bzw. konditionalen Relationen und zum anderen die horizontalen bzw. temporären Relationen. Die horizontalen Relationen lesen sich in der Abbildung 2 von links nach rechts und befinden sich auf der obersten Ebene (fett gedruckt). Sie beziehen sich auf den Moment, also darauf ob die Fertigkeiten sequentiell oder gleichzeitig ablaufen (Bastiaens et al., 2008). In Abbildung 2 laufen die Fertigkeiten sequentiell ab. Be-vor man also ein Programm evaluieren kann, muss man es zunächst durchführen. Bevor man ein Programm durchführen kann, muss man erst die Durchführung planen und bevor man die Programmdurchführung planen kann, muss man ein Programm bestimmen. Die vertikalen Relationen dagegen lesen sich in der Abbildung 2 von unten nach oben. Das sind die konstituierenden Fertigkeiten einer ganzheitlichen komplexen Fertigkeit und sie bauen systematisch aufeinander auf. „This relationship signifies that constituent skills lower in the hierarchy enable or are prerequisite to the learning and Performance of skills higher in the hierarchy..." (van Merrienboer, Clark & de Croock, 2002, S. 41). Bevor man zum Beispiel die ganzheitliche komplexe Fertigkeit „Programm bestimmen" ausfuhren kann, muss man die konstituierende Fertigkeit „prüfen, welches Programm sich für die Eltern-/Familienarbeit eignet" beherrschen. Um diese Fertigkeit wiederum ausführen zu können, muss man zuvor ein„Eltern-/Kindprofil erstellen" können, und so weiter. Für die konstituierenden Fertigkeiten lassen sich Leistungsziele festlegen. Dabei werden Startsituation, Ziele, Bedingungen sowie Standarte und
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Arbeit zitieren:
Cathrin Trems, 2009, Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der Eltern-/Familienbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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