Inhaltsverzeichnis / Gliederung
1. Einleitung 3
2. Der dritte Golfkrieg 4
3. Die Instrumentalisierung der Medien durch die Bush- 5
Regierung
3.1 Der 11. September 2001 5
3.2 Saddam Hussein und seine Verbindung zum inter-
nationalen Terrorismus 6
3.3 Die Frage nach den Massenvernichtungswaffen 8
4. Der Einfluss der Konzerne auf die Berichterstattung 10
4.1 Das „Project for the New American Century“
(PNA)C 11
5. Das „Dilemma“ der Journalisten 13
5.1 Der „eingebettete“ Journalismus 15
6. Fazit 16
7. Literaturverzeichnis / Quellenangaben 18
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1. Einleitung
„Niemals wird so viel gelogen wie während eines Krieges“ (Rühl, 1992, S. 217). Wir, die Menschen der „westlichen“ Welt, leben in einer mediatisierten Gesellschaft. Es gibt kaum einen Ort in unseren Städten, wo wir von dem Einfluss der Medien fern sind. Mögen es Litfasssäulen sein, die uns davon überzeugen wollen, dass uns zu unserem absoluten Glück nur noch ein neuer Mercedes fehlt, die Zeitungen, die - bis auf wenige Ausnahmen - nur noch jene Artikel abdrucken, die im Einklang mit ihren Geldgebern stehen, oder das Fernsehen, das genutzt wird, um entweder gesangsunfähige Menschen zur Schau zu stellen oder auf sonstigem Wege die Bevölkerung vor einem langweiligen Abend zu bewahren. Wenn auch dieses Bild ohne Frage ein wenig zu absolut ist - die Tatsache, dass wir die Welt um uns herum nur noch zu einer kleinen Prozentzahl mithilfe der eigenen Erfahrungen wahrnehmen und erkennen, ist es nicht. Meyn & Chill beziffern diese sogar nur auf 20 Prozent (vgl. Meyn & Chill, 2004, S. 24). Da verwundert es nicht, dass sich auch die Politik mittlerweile der Macht der Massenmedien bedient, wobei sowohl in der öffentlichen als auch in der wissenschaftlichen Diskussion stets die Frage offen ist, welche Partei in der Verstrickung zwischen Politik und Massenmedien nun mehr Einfluss auf die jeweils andere Seite ausübt. Das Geschäft mit den Informationen scheint ein lukratives zu sein, an dem sich beide erfreuen. Die vorliegende Arbeit stellt den Versuch dar, die Einflussnahme der 43. amerikanischen Regierung unter Präsident George Walker Bush ausschließlich auf die mediale Darstellung in den amerikanischen Medien im Vorfeld und auch während des dritten Golfkriegs im Jahre 2003 in verschiedenen Teilbereichen aufzuzeigen. Angefangen mit den schicksalsträchtigen Terroranschlägen am 11. September 2001, der „Suche“ nach einem Kriegsgrund gegen den Irak, über die Darstellung der Verstrickung zwischen unserer Medienwelt und großen Konzernen und dem Dilemma der Journalisten - zentrale Fragestellung dieser Arbeit bleibt stets, wie eine Instrumentalisierung der Medien zum Zwecke politischer Interessen der amerikanischen Regierung vor und während des dritten Golfkriegs genau ausgesehen hat und welche Auswirkungen diese auf das Wirklichkeitsbild der amerikanischen Bevölkerung hatten.
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2. Der Dritte Golfkrieg
Der dritte Golfkrieg, der einen militärischen Konflikt zwischen der so genannten „Koalition der Willigen“ und den Streitkräften des Irak darstellte, begann am 20. März 2003 um 05:34 Uhr Ortszeit durch Bombenabwürfe auf die irakische Regierung. Zu dieser Koalition gehörten unter anderem die Vereinigten Staaten von Amerika, die den größten Pool an Streitkräften stellten, sowie Großbritannien, Spanien, Polen, Australien und die Niederlande. Bereits nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 brachte die amerikanische Regierung unter Präsident George W. Bush den irakischen Diktator Saddam Hussein immer wieder in Verbindung mit dem Terrornetzwerk al-Qaida, welches man als hauptverantwortlich für die Terroranschläge betrachtete. Hieraus und aus der Behauptung, das irakische Regime besitze nicht nur chemische Kampfstoffe und andere Massenvernichtungswaffen, sondern sei auch bereit, sie gegen die freie westliche Welt einzusetzen, zogen die beteiligten Staaten eine Berechtigung für ihre militärische Intervention. Diese geschah jedoch - den bindenden Regelungen des Völkerrechts widersprechend - ohne ein erforderliches Mandat des Weltsicherheitsrates, da es vor allem nicht gelungen war, sowohl die Existenz der vermeintlichen Massenvernichtungswaffen als auch die angeblich vom Irak ausgehende Bedrohung für die Sicherheit der Welt stichhaltig zu beweisen. Die Kampfhandlungen endeten offiziell am 1. Mai 2003 mit der Kapitulation der irakischen Streitkräfte.
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3. Die Instrumentalisierung der Medien durch die Bush-Regierung
„Es wurde von einer Instrumentalisierung der Medien gesprochen, von Zensur und gefilterten Informationen“ (Mangold & Ultzsch, 2004, S. 14). Der dritte Golfkrieg war bereits lange vor seinem Beginn ein bestimmendes Thema in den US-Medien. Forster ist sogar der Meinung, dass CNN, FOX und andere Fernsehsender die Öffentlichkeit von vorneherein auf die Auseinandersetzung einstimmten (vgl. Forster, 2005, 70). Die mediale Berichterstattung sollte im Vorfeld des Krieges insbesondere „die Bevölkerung überzeugen, dass es sich um einen gerechten Krieg handelt“ (Meyn & Chill, 2004, S. 268). Auch Bölsche teilt die Meinung, dass sich ein beträchtlicher Teil der angloamerikanischen Medien einspannen ließ für die Interessen eines obskuren Propagandaapparats (vgl. Bölsche, 2003, S. 3). „Vor allem die angloamerikanischen Medien, wenige Qualitätsblätter ausgenommen, gaben sich in jenen Wochen einem nationalistischen Taumel hin, in dem die Wahrheit kaum eine Chance hatte“ (Bölsche, 2003, S. 3). So habe ein Großteil der Berichterstattungen im Einklang mit den Lügen gestanden, „die hochrangige Regierungsangehörige wie Verteidigungsminister Donald Rumsfeld der Öffentlichkeit wiederholt auftischten“ (Solomon & Erlich, 2003, S. 49). Seit dem Vietnam-Krieg habe es keine so systematische Manipulation der öffentlichen Meinung mehr gegeben (vgl. Bölsche, 2003, S. 3). Die schweren Anschuldigungen des ehemaligen Regierungssprechers Scott McClellan, dass es stets darum gegangen sei, „Informationen im Interesse des Präsidenten zu manipulieren“ (Spiegel Online (3), 2008, S. 1) fügen sich in dieses Bild nahtlos ein.
Im Folgenden sollen drei Themenfelder aufgezeigt werden, in denen eine Instrumentalisierung der Medien durch die Regierung Bush möglich und diskutabel erscheint.
3.1 Der 11. September 2001
Die terroristischen Anschläge auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Arlington, Virginia, am 11. September 2001 versetzte die Vereinigten Staaten in einen schockähnlichen Zustand. Der Nimbus der Unangreifbarkeit und Unver-wundbarkeit war gebrochen, die Nation trauerte um tausende Opfer. Dieser Tag verän-
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derte nicht nur das Bild des internationalen Terrorismus, sondern stellte auch eine Art „Weichenumstellung“ dar, da fortan die militärischen Antworten, mit denen die Bush-Regierung auf die Anschläge reagierte, stets gerechtfertigt blieben, „solange man sie als Reaktion auf den von den Hijackern verübten Massenmord sieht“ (Solomon & Erlich, 2003, S. 68). „Der 11. September gab der Regierung die Macht, fast alles zu tun, was sie will - mit der Entschuldigung, dass sie das Land vor dem Terrorismus retten will“ (Bölsche, 2003, S. 2).
Eben jene Emotionen und insbesondere die Ängste der Bevölkerung, die im Zuge des 11. Septembers 2001 entstanden, wusste die Regierung Bush in den darauf folgenden Monaten und Jahren für sich zu nutzen und zu manipulieren (vgl. Solomon & Erlich, 2003, S. 65-66). „Als nach den Anschlägen vom 11. September 2001 plötzlich die blanke Angst in Amerika regierte […], war aus Sicht der Bushisten die Zeit offenbar reif dafür, auch die alten Irak-Pläne aus der PNAC-Schublade zu holen“ (Bölsche, 2003, S. 2). Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass sich hinter dem steten Wiederaufleben-Lassen der emotionalen Reaktionen auf den 11. September 2001 nichts anderes als der Versuch befinden könnte, bleibende Erinnerungen in den Köpfen der Bevölkerung zu hinterlassen. Denn „auch wenn Inhalte von Fernsehsendungen längst vergessen sind, bleiben gefühlsmäßige Erinnerungen bestehen“ (Meyn & Chill, 2004, S. 236), die in Verbindung mit einer mehr oder minder direkten Handlungsanweisung mehr Erfolg versprechen, als eine rationale Argumentation (vgl. Meyn & Chill, 2004, S. 230). Der neueste Stand der Forschung belegt hierbei, dass Medien beim Zustandekommen von Angst und Angriffslust eine wichtige Rolle spielen (vgl. Meyn & Chill, 2004, S. 244). Emotionen, welche die Bush-Regierung nutzte, um Angst und Wut auf den Irak zu projizieren (vgl. Bölsche, 2003, S. 2). Auf diese Art und Weise können Medien selbst zum Werkzeug des Terrors werden, indem sie Furcht und Schrecken verbreiten (vgl. Solomon & Erlich, 2003, S. 250).
3.2 Saddam Hussein und seine Verbindung zum internationalen Terrorismus Der ehemalige UN-Chefinspektor Hans Blix verteidigte in seinen Memoiren die Ansicht, „dass die Tatsache, dass das Regime von Saddam Hussein eines der brutalsten war, das die Menschheit je gesehen hatte“, es nicht rechtfertigte, „Beobachtungen zu verdrehen oder vermeintliche Beweise unkritisch hinzunehmen“ (Blix, 2004, S. 2). Da-
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Arbeit zitieren:
Daniel Wehnhardt, 2008, Die politische Instrumentalisierung der US-amerikanischen Massenmedien im Rahmen des dritten Golfkriegs, München, GRIN Verlag GmbH
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