1
Inhalt:
1. Einleitung 2
2. Der Begriff Globalisierung 2
3. Der Begriff Arbeit 3
3.1 Transformation der Arbeit 4
3.2 Der „Wert“ von Frauenarbeit in der Weltwirtschaft 5
4. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede am Arbeitsmarkt 6
4.1 „Feminisierung“ der Arbeit. 7
4.2 Hausfrauisierung 8
5. Frauen als Globalisierungsgewinnerinnen oder -verliererinnen? 9
5.1 Frauen als Haushaltshilfen 9
5.2 Der Lohn für Frauen 10
5.3 Lebensperspektiven für Frauen 10
6. Schlussbemerkungen 12
7. Literatur 14
7.1 Verwendete Internetquellen 15
2
1. Einleitung
Globalisierung - ein Begriff, der im internationalen Wettbewerb zumeist mit positiven Empfindungen besetzt ist, da er Fortschrittlichkeit, Schnelligkeit, Marktoffenheit, Chancenvielfalt und vieles mehr zu versprechen gibt. Es mag sich daher der/die eine oder andere die Frage stellen, ob frauenspezifische Folgen der Globalisierung bereits erkannt wurden bzw. diese Auswirkungen auf die Gruppe der Frauen überhaupt thematisiert werden können. Global betrachtet stellen Frauen an sich keine homogene Gruppe dar; Trennungslinien zwischen „Nord“ und „Süd“, „schwarz“ und „weiß“, „reich“ und „arm“, zwischen „hohem Bildungsniveau“ und „niedrigem Bildungsniveau“ sind zu beobachten. Da das weiblichen Geschlecht - im Gegensatz zum männlichen - nach wie vor für andere öffentliche und private Aufgaben vorgesehen ist, in manchen Ländern auch die Rollenverteilung seit Jahren, ja Jahrzehnten unverändert geblieben ist, sollen Effekte der Globalisierung auf Frauen erörtert werden.
Ich möchte in dieser Seminararbeit die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt in den Industrieländern aber auch in denen der Peripherie im Kontext der Globalisierung aufzeigen und bewusst machen, in welche Richtung sich die Frau als (lohn)arbeitendes Individuum bewegt (hat). Im Rahmen der Modernisierung hat ein radikaler Wandel der gesellschaftlichen Strukturen stattgefunden, der große Veränderungen auf den Gebieten der Politik, der Ökonomie und der Wissenschaft nach sich gezogen hat. Aber auch auf der mikroökonomischen Ebene sind Bewegungen zu erkennen, wie der Prozess der Individualisierung und Singularisierung der Geschlechter sowie das Loslösen der Frauen von manchen Zwängen und Einschränkungen auf unterschiedlichen Ebenen. Dass dennoch gewaltige Geschlechterasymmetrien im Bereich der Arbeitsteilung, insbesondere in der Reproduktionsarbeit (Versorgungs-, Bildungs- und Carearbeit) nicht nur im fortschrittlichen Westen sondern verstärkt in den Südländern zu beobachten sind und auch die Arbeit in Osteuropa durch zunehmende Prekarisierung geprägt ist, zeigt, dass die hoch gelobte Globalisierung auch Schwachstellen hat.
2. Der Begriff Globalisierung
Unter (neoliberaler) Globalisierung, die vor etwa 20 Jahren geschaffen wurde, versteht man die weltweite Vernetzung von Güter-, Dienstleistungs- und Finanzmärkten, mit dem - wohl
3
unerreichbaren und undurchführbaren - Ziel, überall Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen, um den Menschen Wohlstand, Gleichheit und Freiheit zu ermöglichen. Kann Globalisierung wirklich zur Armutsbekämpfung beitragen? Ich werde im Rahmen dieser Arbeit dieser These, die für MIES (2001) ein Mythos ist, nachgehen.
SAUER (2006) sieht diese Entgrenzung von Nationalstaaten, diese weltweite Ausdehnung sowohl durch technische Erneuerungen im Bereich der Kommunikation als auch durch die Migrationsbewegungen gegeben. Diese Grenzenlosigkeit führt zu einer weltweiten Umstrukturierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen. Der Arbeitsmarkt hat sich durch die Globalisierung dahingehend verändert, dass Entwicklung, Planung und Produktion einzelner Produktionsteile nicht mehr im eigenen Land stattfinden, sondern in unterschiedlichen Regionen der Welt. Somit kommt es zur Auslagerung in Billiglohnländer, wo Frauen für niedrig qualifizierte Arbeiten herangezogen werden und mit einem geringen Lohn das Auskommen finden müssen. Die Kluft zwischen den hoch industrialisierten und den weniger industrialisierten Staaten, zwischen arm und reich vertieft sich und auch der Unterschied der Geschlechterverhältnisse lässt sich nicht verleugnen.
SAUER (2006) betrachtet den Globalisierungsprozess, in dem Wettbewerb und Effizienz wichtige Pfeiler für die Wirtschaft jedes Landes sind, nicht automatisch als Prozess, in dem Frauen diskriminiert werden, obwohl sie den Arbeitsmarkt als maskulines Territorium sieht und für sie Geschlechterverhältnisse Herrschaftsverhältnisse bleiben.
3. Der Begriff Arbeit
Der Begriff Arbeit wird in unterschiedlichen Zeitabständen regelmäßig neu definiert, weil sich die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatbereich verschieben und sich aufgrund von gesellschaftspolitischen Veränderungen auch die Vorstellungen und Ideen der Individuen und des Großunternehmers Staat nicht gleich bleiben.
Wir brauchen die Arbeit nicht nur zum Broterwerb, sondern auch zur Sinnfindung und Selbstverwirklichung in unserem Leben und auch um Gemeinschaft erfahren zu können. Der Wert der Arbeit ist einem ständigen Wandel unterworfen und Einschätzungen von Arbeit können von Frondiensten bis zur Selbstverwirklichung reichen. Ein/e vom Personalabbau Bedrohte/r wird Arbeit als etwas Kostbares empfinden und hoffen, sein/ihr Arbeitsverhältnis aufrechterhalten zu können. Denn eine/r, der/die nichts mehr leistet, wird sich nichts mehr leisten können und wird aus dem Produktions-Konsum-System herausfallen. Arbeit ist daher
4
etwas Notwendiges und sollte geleistet werden, solange man nicht zum Arbeitssklaven missbraucht wird, der physisch und psychisch ausgebeutet wird und sich nicht dagegen wehren kann.
3.1 Transformation der Arbeit
Es ist evident, dass seit Beginn der 1990er Jahre die Bedeutung der Informalität insbesondere in den Ländern der ‚Dritten Welt’, aber seit dem Zusammenbruch des Sozialismus auch in den Transformationsländern zunimmt. Das ‚Normalarbeitsverhältnis’ hat in den Industrieländern Nordamerikas und Europas seit den 70er Jahren seine normative Dominanz verloren, obwohl zumindest in den westlichen Industriestaaten das unbefristete Vollzeitarbeitsmodell für Männer nach wie vor vorherrschend ist (vgl. MAHNKOPF, 2004). Da aber im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs Arbeit zunehmend billiger zu bekommen sein muss, können zunehmend weniger Frauen in den Südländern aufgrund ihres Erwerbseinkommens ein existenzgesichtertes Leben führen. Die Flucht in illegale Tätigkeiten (Prostitution als Ausweg bitterer Armut) zur persönlichen Überlebensfähigkeit bzw. zum Erhalt der Familie oder die Arbeit als Migrantin werden aus diesem Grund verständlich. Als Folgen der Modernisierung und auch dank vieler erfolgreicher feministischer Bewegungen wurde den Frauen auch der Zugang zu vormals von Männern dominierenden Berufen (Juristen, Wirtschafter etc.) bzw. zu verschiedenen Ausbildungsplätzen ermöglicht. Doch global gesprochen stehen den Frauen - insbesondere nach der Familiengründung - nach wie vor weniger Berufsalternativen zur Verfügung, weswegen sie häufig in so genannten ‚Sackgassenberufen’ wie Arzthelferinnen, Anwaltsgehilfinnen etc. mit geringen bis keinen Aufstiegsmöglichkeiten landen. Viele Männer würden sich mit diesen Berufen nicht zufrieden geben, weil ihnen Jobs mit guten Karrieremöglichkeiten wichtig sind (vgl. WETTERER, 2003).
Was die Arbeitsteilung in Paarbeziehungen in den westlichen Industrieländern betrifft, so ist diese nicht mehr als Ergebnis einer Geschlechterdifferenzierung, sondern als Folge einer freien und bewusst getroffenen Wahl zu verstehen, wofür jede/r selbst verantwortlich ist (vgl. WETTERER, 2003). Außerdem wird die Hausarbeit in besser situierten Familien der Industriestaaten nicht zwischen den Geschlechtern aufgeteilt, sondern an andere Frauen (zum Teil Migrantinnen) weitergegeben.
Arbeit zitieren:
Mag. Dr. phil. Susanne Altmann, 2008, Zur Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt im Kontext der Globalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Susanne Altmann hat einen neuen Text hochgeladen
Der unternehmenspolitische Aspekt Wissen in der Weltwirtschaft (1893-1...
Ein Vergleich am Beispiel der ...
Julia Luxi
Die rechtliche Situation der Frauen in der Islamischen Republik Iran s...
Die Morgengabe und die Scheidu...
Nina-Firouzeh Nowkam
Inklusion und Exklusion im Kontext prekärer Ausbildungs- und Arbeitsma...
Biographische Portraits
Kirsten Puhr
Mitarbeiterführung im internationalen Kontext
Stand der Forschung und Klassi...
Nadine Ringwald
0 Kommentare