Abstract/Kurzfassung
Die Ursachenforschung in Bezug auf Stottern ist längst nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund gibt es für Stotternde eine Vielzahl von verschiedenen Therapieangeboten. Diese vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wirksamkeit und kritischen Betrachtung Stimmfokussierter Methoden. Dazu werden vorab die Grundlagen im Bereich Stottern, Stimme und Linguistik behandelt, die zum besseren Verständnis und zur Erläuterung der Wirksamkeit der Methoden beitragen sollen. Vier Vertreter dieser Methoden werden gegenübergestellt (Hausdörfer-, Richter-, Akzent-, und Schlaffhorst -Andersen-Methode). Wesentliche Bestandteile sind hierbei die Funktionen Stimme, Atmung und Rhythmus.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 7
2 Forschungsfrage und Hypothesen 9
3 Forschungsstand 10
3.1 Grundlagen: Stottern 10
3.1.1 Einleitung: Stottern 10
3.1.2 Definition 10
3.1.3 Prävalenz 11
3.1.4 Symptomatik 11
3.1.4.1 Kernsymptome 11
3.1.4.2 Begleitsymptome 12
3.1.4.3 Wechselwirkung von Kern- und Begleitsymptomatik 13
3.1.5 Identitätsproblem 13
3.1.6 Theorien zur Ursache 14
3.2 Grundlagen: Stimme 15
3.2.1 Einleitung: Stimme 16
3.2.2 Stimmgebung 16
3.2.3 Stimmeinsätze 17
3.2.4 Stimmbeeinflussende Faktoren 18
3.2.5 Die Rolle der Atmung 19
3.3 Grundlagen: Linguistik 21
3.3.1 Einleitung: Linguistik 21
3.3.2 Suprasegmentalia 21
3.3.2.1 Definition: 21
3.3.2.2 Prosodie: 21
3.3.2.3 Silbe: 21
3.3.2.4 Akzent (Betonung): 22
3.3.2.5 Intonation: 22
3.3.2.6 Rhythmus: 22
4 Methoden in der Stottertherapie mit Fokus „Stimme“ 24
4.1 Einleitung: Methoden 24
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4.2 Hausdörfer Methode 25
4.2.1 Einführung Hausdörfer Methode 25
4.2.2 Grundsätze der Hausdörfer Methode 26
4.2.3 Therapiebeispiel Hausdörfer Methode 28
4.2.4 Analyse des Therapiebeispiels Hausdörfer Methode 29
4.3 Richter Methode 29
4.3.1 Einleitung Richter Methode 29
4.3.2 Grundsätze der Richter Methode 30
4.3.3 Therapiebeispiel Richter Methode 31
4.3.4 Analyse des Therapiebeispiels Richter Methode 31
4.4 Die Akzentmethode 32
4.4.1 Einleitung Akzentmethode 32
4.4.2 Grundsätze der Akzentmethode 33
4.4.3 Therapiebeispiel der Akzentmethode 35
4.4.4 Analyse des Therapiebeispiels Akzentmethode 35
4.5 Schlaffhorst-Andersen Methode 37
4.5.1 Einleitung Schlaffhorst-Andersen Methode 37
4.5.2 Grundsätze der Schlaffhorst-Andersen Methode 38
4.5.3 Therapiebeispiel der Schlaffhorst-Andersen Methode 38
4.5.4 Analyse des Therapiebeispiels Schlaffhorst-Andersen Methode 39
5 Kritische Auseinandersetzung 40
6 Interpretation und Schlussfolgerungen 42
7 Literaturverzeichnis 43
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1 Einleitung
„Ich hätte viel lieber flüssig und mit voller Stimme gesprochen, aber da war irgendwie eine Macht, die mich immer dann, wenn ich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vieler -oder für mich wichtiger - Menschen stand, regelrecht daran hinderte, so zu sprechen, wie ich es eigentlich wünschte. In solchen Situationen erschien es mir immer so, als würde eine Hand aus dem Nichts nach mir greifen, mich festhalten und daran hindern,
Für eine nicht stotternde Person ist dieser Kampf eines Betroffenen nur schwer vorstellbar. Wir sind tagtäglich in kommunikativen Situationen, und als soziale Wesen müssen wir dies auch sein. Kommunikation passiert praktisch immer. Zuhause, im Beruf, in der Freizeit, mit Freunden. Wir sind auf Kommunikation angewiesen. Ein Leben ohne Gespräch, ohne Kommunikation ist nicht leicht vorstellbar. Vor allem nicht für Menschen, deren verbale Kommunikation einwandfrei funktioniert. Da ich auch zu diesen zähle, möchte ich daran erinnern, dass wir im Normalfall auch nicht über unsere Sprechwerkzeuge nachdenken. Sie funktionieren einfach. Unser Sprechen fließt und es ist schwer anzudenken, wie es wäre, wenn es nicht fließen würde. Dies gilt umso mehr, als in der heutigen Gesellschaft die Kommunikation einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Der Begriff „Kommunikationsgesellschaft“ ist in aller Munde und jeder hat eine individuelle Assoziation dazu. Ich frage mich was für eine Assoziation ein vom Stottern Betroffener Mensch dazu hat…
Stotternde fühlen sich oft sehr stark unter Druck gesetzt. Dieser Druck wird erzeugt durch die immer höheren kommunikativen und gesellschaftlichen Ansprüche, die Geduld, die sie glauben ihren Zuhörern abgewinnen zu müssen und durch die Ansprüche, die sie an sich selbst und ihren persönlichen Ausdruck stellen. Viele Betroffene berichten auch von der Angst einer sozialen Ausgrenzung, unter der sie sehr leiden.
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Um all dem entgegenzuwirken, wurden und werden eine Vielzahl von Therapieansätzen entwickelt, von nicht stotternden Therapeuten ebenso wie von selber Betroffenen, die einen Weg zum flüssigen Sprechen gefunden haben.
Die meisten dieser Methoden arbeiten vordergründig mit der Artikulation, es gibt aber auch Ansätze die sich vor allem an rhythmischen Aspekten und Stimmgebung orientieren. Diese Therapieansätze sind zum Teil umstritten und in Österreich nicht weit verbreitet.
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über eben diese „stimmfokussierten Methoden“ bieten. Ich habe meinen Fokus auf diesen Bereich gelegt, da ich selbst musiziere und sängerisch tätig bin
Im ersten Kapitel wird die Forschungsfrage erläutert und Hypothesen zum Thema werden aufgestellt.
Im Kapitel „Forschungsstand“ werden die Grundlagen des Stotterns, der Stimme und der Linguistik behandelt. Im darauf folgenden Kapitel werden überblicksartig vier verschiedene stimmfokussierte Methoden verglichen.
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2 Forschungsfrage und Hypothesen
„[…] Dabei führten Singen, Sprechen mit Metronom, Sprechen mit rhythmischem Armschwung und Singsang-Sprechen (alle auf stark rhythmischer Grundlage) zu Stotterraten von 0% (beim Singen), bis 0,9% (beim Sing-Sang-Sprechen). Sprechen mit Metronom führte zu einer Stotterrate von 0,06%“ (Ham, 2000, S.278). Es gibt in der Logopädie stimmfokussierte Methoden, die therapeutisch zum Einsatz kommen. Diese Methoden werden jedoch häufig von den Betroffenen abgelehnt, obwohl das Phänomen der Symptomfreiheit meiner Meinung nach ein großes therapeutisches Potential zeigt.
Aus der Geschichte der Stottertherapie geht hervor, dass besagtes Potential vielen Therapeuten und Betroffenen nicht „ganz geheuer“ war. Aus diesem Grund wurden die stimmfokussierten Methoden 1931 vorerst als Quacksalberei abgetan. Einige Therapeuten wagten sich im Laufe der Zeit wieder an diese Methoden heran und entwickelten neue Therapieformen, die sich aus verschiedenen Strömungen zusammensetzten. (vgl. Ham, 2000, S. 275).
„Wie wir sehen werden, wird metrisches Sprechen im Allgemeinen als die effektivste und schnellste Art zur Herbeiführung von flüssigem Sprechen angesehen. Dies ist seit über einem Jahrhundert bekannt, wird aber erst wieder in den letzen 20 Jahren therapeutisch eingesetzt - und viele TherapeutInnen lehnen es noch immer ab.“ (Ham, 2000, S.275). Meine Forschungsfrage lautet folglich:
Welche Methoden in Bezug auf Singen und Tönen (stimmliche Tongebung) gibt es in der Stottertherapie? Wodurch sind sie wirksam? Welche Argumente sprechen für und welche gegen sie?
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Arbeit zitieren:
Julia Gerger, 2010, Logopädie - Stimmfokussierte Stottertherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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