SIBYLLE MAYER-RIECKH
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG. 4
2 ANATOMIE UND PHYSIOLOGIE DES OHRES. 6
2.1 Äußeres Ohr 7
2.1.1 Anatomischer Aufbau und Funktion 7
2.2 Mittelohr 7
2.2.1 Anatomischer Aufbau und Funktion 7
2.3 Innenohr. 9
2.3.1 Anatomischer Aufbau und Funktion 9
2.4 Hörnerv und zentrales Hörsystem. 11
2.4.1 Anatomischer Aufbau und Funktion 11
2.5 Entwicklung und Reifung des Hörorgans 11
2.6 Frühkindliche Hörentwicklung. 12
3 KINDLICHE HÖRSTÖRUNGEN 13
3.1 Epidemiologie kindlicher Hörstörungen 13
3.2 Formen von Hörstörungen 14
3.3 Grade von Hörstörungen. 15
3.4 Folgen kindlicher Hörstörungen. 16
4 MUTTER-KIND-PASS-UNTERSUCHUNG 19
4.1 Allgemeine Informationen. 19
4.2 Untersuchungsumfang. 19
4.3 Wer führt die Untersuchung durch? 20
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4.4 Vorgeschriebene Untersuchungen des Hörvermögens 20
5 HÖRSCREENING: VORSORGEUNTERSUCHUNG AUF
H ÖRSTÖRUNGEN. 21
5.1 Allgemeines 21
5.2 Neugeborenen-Hörscreening. 21
5.3 Prinzip des Neugeborenen-Hörscreenings 22
6 OBJEKTIVE HÖRPRÜFUNGEN IM RAHMEN DES NEUGEBORENE-N
H ÖRSCREENINGS 23
6.1 Otoakustische Emissionen (OAEs) 24
6.2 Elektrische Reaktionsaudiometrie (ERA) 25
6.2.1 Frühe Auditorisch evozierte Potenziale (FAEPs) in der ERA. 25
6.3 Bedeutung der Untersuchungsergebnisse 26
7 FRÜHKINDLICHE HÖRSTÖRUNG - EINE INTERDISZIPLINÄRE
AUFGABE ? 27
7.1 Familienzentriertes LinzerInterventionsprogramm (FLIP) 28
7.2 HÖRT HÖRT Die Hörfrühförderstelle am FÖZ. 29
8 METHODIK 34
8.1 Auswahl der Interviewpartner. 34
8.2 Rahmenbedingungen 35
8.3 Interviewleitfaden 35
9 ERGEBNISSE. 36
9.1 Neugeborenen-Hörscreening: Ja oder Nein? Ein- oder beidseitig? Seit wann? 36
9.2 Wo und von wem werden die Screenings durchgeführt? 36
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9.3 Handelt es sich um ein generelles Hörscreening oder um ein Risiko-Hörscreening? 37
9.4 Wie viele Tage nach der Geburt wird gescreent? 37
9.5 Welches Gerät wird verwendet? 38
9.6 Was wird gemessen? 38
9.7 Wie schaut das Vorgehen bei unauffälligem Screening aus? 38
9.8 Wie schaut das Vorgehen bei auffälligem Screening aus? 39
9.9 Werden auffällige Kinder dokumentiert? Wie? 40
9.10 Welche Vorteile und Nachteile beinhaltet das Screening? 41
9.11 Gibt es eine Kooperation mit anderen Disziplinen? 41
9.12 Was wäre noch wünschenswert? 42
10 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK 43
11 LITERATURVERZEICHNIS 45
12 DARSTELLUNGSVERZEICHNIS 48
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1 Einleitung
In den ersten Lebenswochen wird ein Kind einer Reihe an Untersuchungen unterzogen. Das sogenannte Mutter-Kind-Pass-Untersuchungsprogramm umfasst fünf
Untersuchungen der Schwangeren sowie neun Untersuchungen des Kindes bis zu dessen 62. Lebensmonat, worunter auch eine hals-nasen-ohrenärztliche Untersuchung fällt, welche zwischen dem siebenten und neunten Lebensmonat stattzufinden hat. Eine Abklärung in den ersten Lebenstagen mittels eines sogenannten Neugeborenen-Hörscreenings ist nicht vorgeschrieben, wird allerdings an mehreren Kliniken dennoch zusätzlich durchgeführt. Diese Untersuchung hat zum Ziel, alle Neugeborenen mit geeigneten Testmethoden bezüglich des (beidseitigen) Hörvermögens zu testen, um eine vollständige und frühzeitige Erkennung therapeutisch relevanter Hörstörungen und einen adäquaten Therapiebeginn möglichst im ersten Lebenshalbjahr sicherzustellen. Um die Effektivität dieses Screenings zu gewährleisten, wären im Fall eines positiven Resultats der Untersuchung verpflichtende Anschlussuntersuchungen und das Einleiten entsprechender Fördermaßnahmen von enormer Wichtigkeit. Ein flächendeckendes Hörscreening und die interdisziplinäre Absprache bei der Vorgehensweise im Falle eines positiven Hörtestergebnisses wären von großem Vorteil, um den Kindern eine bestmögliche Versorgung bieten zu können.
Folgende Hypothesen wurden aufgestellt und versucht, mittels Durchführung von Interviews zu überprüfen:
§ Das Neugeborenen-Hörscreening wird österreichweit noch nicht flächendeckend eingesetzt, was zur Folge hat, dass hörgeschädigte Kinder oft erst nach Ende des zweiten Lebensjahres - nachdem bereits Degenerationsprozesse zentraler Hörbahnabschnitte auf Hirnstammebene nachzuweisen sind - diagnostiziert und gefördert werden.
§ Da das Neugeborenen-Hörscreening nicht als verbindliche Leistung festgeschrieben ist, gibt es noch keine allgemein gültigen Richtlinien, die die
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Durchführung der Screening-Untersuchungen, die Qualitätsanforderungen, die Dokumentation und den weiteren Verlauf (Versorgung, Förderung) regeln.
§ Die interdisziplinäre Zusammenarbeit spielt eine wesentliche Rolle sowohl bei der Diagnosestellung und Förderung als auch Versorgung (Hörhilfen) hörgeschädigter Kinder.
Die Arbeit besteht aus zwei Teilen, einem Literaturteil (Kapitel 2 bis 7) und einem empirischen Teil (Kapitel 8 und 9).
Nach einer Einführung in das Thema werden im zweiten Kapitel Anatomie und Physiologie des Ohres dargestellt. Dabei soll auf den anatomischen Aufbau, die Funktion des Ohres und die Entwicklung der Hörbahn eingegangen werden. Das dritte Kapitel behandelt die kindlichen Hörstörungen. Hierbei werden die Häufigkeit, die Formen und Grade bzw. die Folgen kindlicher Hörstörungen angeführt. Es folgt im vierten Kapitel ein kurzer Überblick über die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung. Kapitel fünf dient der Darstellung des Neugeborenen-Hörscreenings. Das sechste Kapitel thematisiert die objektiven Hörprüfungen, welche im Rahmen des Neugeborenen-Hörscreenings durchgeführt werden. Schließlich wird im siebenten Kapitel das Thema der Möglichkeiten der Förderung bei frühkindlichen Hörstörungen behandelt. Es folgt der empirische Teil, welcher die Methodik und die Ergebnisse umfasst. Den Abschluss der vorliegenden Arbeit bilden die Schlussfolgerungen und der Ausblick.
Anmerkung:
Aus Gründer der besseren Lesbarkeit wird bei personenbezogenen Bezeichnungen nur eine Form stellvertretend für beide Geschlechter verwendet (z.B.: „Logopädinnen“ an Stelle von „Logopäden und Logopädinnen“.)
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2 Anatomie und Physiologie des Ohres
Das menschliche Ohr ist der Sitz des Gehör- und Gleichgewichtssinnes, wobei die Hörzellen durch Schallwellen gereizt werden.
Im medizinischen Sinne können folgende Teile des Ohres unterschieden werden (siehe
Abb. 1 1 ):
1. das äußere Ohr, 2. das mit Luft gefüllte Mittelohr, 3. das flüssigkeitsgefüllte Innenohr,
4. der Hörnerv und die zentrale Hörbahn. 2
Abb. 1: Detaillierter Aufbau des Ohres
1 Wellmann (Aufbau, 2007).
2 Vgl. Kiefer, Wippel & Wolf (Ohr, 1994).
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2.1 Äußeres Ohr
2.1.1 Anatomischer Aufbau und Funktion
Das äußere Ohr, bestehend aus Ohrmuschel und äußerem Gehörgang, wird durch das Trommelfell vom Mittelohr abgegrenzt. Die Ohrmuschel, ein Gerüst aus elastischem Knorpel, ist von Haut (mit Haaren und Drüsen) überzogen und dient dem Einfangen des Schalls. Die Aufgaben des äußeren Gehörgangs bestehen darin, sowohl den von außen kommenden Schall zum Trommelfell weiterzuleiten als auch das Trommelfell und das dahinterliegende Mittelohr vor mechanischer Schädigung und Fremdkörpern zu
schützen. 3
2.2 Mittelohr
2.2.1 Anatomischer Aufbau und Funktion
Das Trommelfell, eine hauchdünne Bindegewebsmembran von ca. 1 cm Durchmesser, stellt die Grenze zwischen äußerem Gehörgang und Paukenhöhle dar. Es hat die Form eines flachen Kegelzeltes, welches nach innen gewölbt und schrägstehend ist. Die Paukenhöhle enthält die Gehörknöchelchen Hammer (Malleus), Ambos (Incus) und Steigbügel (Stapes), die die Schallleitungskette zwischen Trommelfell und ovalem Fenster bilden. Durch Hebelwirkung (x 1,3) und Größendifferenz des Trommelfells zum ovalen Fenster (x 17) ergibt sich ein Verstärkungsfaktor von 22,1 (= 27 Dezibel). Der Steigbügel sitzt mit seiner Fußplatte am ovalen Fenster auf; hier wird der Schall mechanisch ans Innenohr weitergegeben. Weiters besteht die Paukenhöhle aus den beiden Mittelohrmuskeln M. tensor tympani und M. stapedius, die die Spannung zwischen Trommelfell und Innenohr konstant halten und sich bei lauter Beschallung
3 Vgl. Biegenzahn, Friedrich & Zorowka (Phoniatrie, 2005), S. 328.
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Arbeit zitieren:
Sibylle Mayer-Rieckh, 2010, Das Neugeborenen-Hörscreening als Chance zur Früherfassung und Herausforderung für die interdisziplinären Fachgruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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