Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
Was sind Normen bzw. soziale Normen? Was sind Normen bzw. soziale Normen? 3
Was sind Werte? 3
Der Prozess der Sozialisation Der Prozess der Sozialisation 4
Sichere Bindung an die Bezugspersonen ung an die Bezugspersonen 4
Erziehung ist Beziehung Erziehung ist Beziehung 4
Kinder sind manipulierbare Wesen ind manipulierbare Wesen 5
Anlage -Umwelt-Debatten Debatten 6
Auswirkungen der autoritären Manipulation er autoritären Manipulation 7
Erziehung im Wandel Erziehung im Wandel 7
Gesellschaftliche Veränderung Gesellschaftliche Veränderungen 7
Der Weg des geringsten Widerstandes s geringsten Widerstandes 8
Autonom , emotional und selbstbewusst otional und selbstbewusst 8
Warum ist die Internalisierung von Normen und Warum ist die Internalisierung von Normen und
Werten so wichtig? 9
Theorien über die Entwicklung von Normen und Werten heorien über die Entwicklung von Normen und Werten
bzw. moralischem Denken, Handeln und bzw. moralischem Denken, Handeln und Urteilen 9
Soziale Perspektive im präkonventionell Soziale Perspektive im präkonventionellen Niveau (Kohlberg) en Niveau (Kohlberg) 10
Ist die Abgrenzung der Moralentwicklung in Ebenen Ist die Abgrenzung der Moralentwicklung in Ebenen
und Stufen (nach Kohlberg ) wir und Stufen (nach Kohlberg ) wirklich realistisch? 11
(Kritik an Kohlberg)
Dein Kind - dein Spiegelbild dein Spiegelbild 12
Änderungen vorbehalten vorbehalten 13
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Einleitung
Wenn man heute einen Erwachsenen, der sich in den mittleren oder höheren Lebensjahren befindet, fragt, ob er noch einmal Kind sein möchte, dann wird so manches aus der eigenen Kindheit wieder in Erinnerung gerufen. Dann fällt einem beispielsweise das Spielen mit Puppen oder Spielzeugautos wieder ein, das Seilspringen, Verstecken spielen, auf Bäume klettern, Höhlen oder im Winter einen Iglu oder Schneemann bauen, im Fernsehen das Sandmännchen anschauen, Fahrradtouren mit der Familie, Bücher wie „Pünktchen und Anton“ oder „Hanni und Nanni“ und vieles mehr. Und in den meisten Familien war die Mutter immer da.
Wenn man daran denkt, dann wird einem unweigerlich bewusst, dass die Kindheit sich einem starken Wandel unterzogen hat: Fernsehen so viel die Kinder wollen, wohl auch, damit die Eltern ihre Ruhe haben, Computerspiele, Horrorfilme, Handys, viel zu viel und viel zu teures Spielzeug usw. Aber auch viel mehr Verpflichtungen und Erwartungen sind heute im Gegensatz zu früher von den Kindern zu erfüllen. Da gibt es den Englischunterricht bereits im Kindergarten, mehr tägliche Unterrichtsstunden in der Schulzeit, Förderunterricht, Kurse, Sportvereine, Hobbys und vieles mehr. Wie oft hört man heute Mütter sagen: „ich muss mein Kind hierhin und dorthin bringen“. Eltern sind häufig einen Großteil ihrer knapp bemessenen Zeit damit
beschäftigt, ihre Kinder zu irgendwelchen organisierten Aktivitäten zu bringen. Der Tag eines Kindes ist häufig von morgens bis abends durchstrukturiert. Klar, dass Kinder dadurch kaum noch Möglichkeiten haben, ihr Leben mit Ruhe wahrzunehmen und ihre Kindheit zu genießen.
Wenn man die Kindheit von heute definieren würde, so könnte man fast sagen, dass sie eine auf die Zukunft ausgerichtete Zeit ist.
„Wir belasten Kinder mit neuen Pflichten des Menschen von morgen, ohne ihnen die Rechte des Menschen von heute zuzugestehen. Um der Zukunft willen wird gering geachtet, was heute erfreut, traurig macht, in Erstaunen versetzt, ärgert und interessiert. Für dieses Morgen, das es weder versteht noch zu verstehen braucht, betrügt man es um viele Lebensjahre (Janusz Korczak, Arzt und Pädagoge).“ 1
strenge Vater ein und die Mutter, die nicht viel zu sagen hatte und als Nicht-Mitverdiener abhängig von ihrem Ehemann war. Auch denkt man an das wenige Spielzeug, mit dem man sich früher begnügen musste, das Zimmer, das man häufig mit mehreren Geschwistern teilen musste, Kleidung die man von den „Größeren“ nachtrug und das Essen, das man häufig gar nicht mochte, aber gegessen werden musste, denn schließlich wurde gegessen, was auf den Tisch kam.
Betrachtet man es also realistisch, dann gab und gibt es wohl in jeder Zeit einschränkende, verletzende und belastende Erfahrungen für Kinder.
In dieser Arbeit möchte ich meine Auffassung vertreten, dass das Lernen von Normen und Werten, sowie deren Internalisierung für Kinder nur dann ausreichend gegeben sind, wenn Eltern sich trotz des alltäglichen Drucks, unter dem sie heutzutage häufig stehen, Zeit für ihre Kinder nehmen, wenn sie versuchen, das Familienleben demokratisch zu organisieren, ihre Kinder nicht mit autoritären Methoden überhäufen, sie aber auch nicht nachlässig einfach so mitlaufen lassen, oder sich selbst überlassen, sondern sie sozial und emotional integrieren. Insbesondere muss den Eltern, die ihre Kinder lieben und zu „guten“ Menschen erziehen möchten, bewusst sein, dass Kinder sehr gute Beobachter und Imitatoren sind und sich in erster Linie am Verhalten ihrer Bezugspersonen und ihrem Umfeld orientieren.
Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Das gilt nicht nur für das Lernen von Verhalten, sondern selbstverständlich auch für das Lernen von Normen und Werten sowie deren Verinnerlichung und insgesamt für die Moralentwicklung.
Deshalb sind die Grundvoraussetzungen für das Lernen und Internalisieren von Normen und Werten sowie für moralisches Denken, Handeln und Urteilen eines Kindes:
• ein sozial-integratives Familienleben,
• eine sichere und emotionale Bindung an die Bezugspersonen,
• positive Vorbilder,
• ein positives soziales Umfeld und auch
• angemessene Sanktionen
Sind diese Grundvoraussetzungen gegeben, kann ein Kind positive Eigenschaften und Einstellungen, emotionale Stabilität, die Fähigkeit zur Mitempfindung, Verantwortlichkeitsgefühl und nicht zuletzt sein Gewissen entwickeln.
Bevor ich mich intensiv mit dem Thema auseinandersetze, möchte ich einige Begriffe in diesem Zusammenhang definieren:
Was sind Normen bzw. soziale Normen?
„Soziale Normen sind konkrete Vorschriften, die das Verhalten betreffen. Die Einhaltung von Normen wird durch Sanktionen garantiert (Belohnung oder Bestrafung). Diese Sanktionen können durch die Mitmenschen erfolgen oder durch Personen in einer bestimmten Machtposition.“ 2
Was sind Werte?
„Werte können als persönliche Einstellungen bezeichnet werden. Sie bilden unsere Lebensgrundsätze oder Weltbilder. Sie beeinflussen unsere Art zu fühlen, zu denken und zu handeln. Werte zeigen sich in den so genannten Tugenden. Werte sind stark von ihrem geschichtlichen und weltanschaulichen Kontext geprägt. Sie sind von grundlegender Bedeutung für eine verantwortungsvolle Gestaltung der eigenen Lebenszeit und für das Zusammenleben mit anderen. Menschen brauchen Werte und
Werteübereinstimmungen, um eine glückliche Beziehung zu sich selbst herzustellen und einen guten Umgang mit anderen Menschen zu pflegen. Werte sind unerlässlich, um die Natur wertzuschätzen und ökologisch verantwortungsbewusst zu handeln.
Das Bibliographische Institut Mannheim/Wien/Zürich unterscheidet in seiner Definition von Bildung vier Wertearten: Religiöse, sittliche, künstlerische und wissenschaftliche Werte.
Religiöse Werte sind z. B. Liebe, Vergebung, Akzeptanz der Gleichwertigkeit aller Menschen, Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit.
Sittliche Werte (ethische Werte) sind Menschenwürde, Mitmenschlichkeit und Mitgeschöpflichkeit, Ehrlichkeit, Gewaltfreiheit, Verlässlichkeit.
Künstlerische Werte sind Ausdruck, Eindruck, Faszination. Sie zeigen sich z.B. im Interesse an der Vielfalt von Musik und Literatur oder im Interesse an Themen der Geschichte.
Arbeit zitieren:
Karin Preiß, 2010, Wie lernen Kinder Normen und Werte?, München, GRIN Verlag GmbH
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