Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
Abbildungsverzeichnis 3
1 Problemstellung. 4
2 Aus Fehlern lernen 4
2.1 Fehler - eine theoretische Begriffserklärung. 5
2.2 Fehlerklassifizierung 6
2.3 Lernen aus Fehlern am Arbeitsplatz. 6
3 Produktiver Umgang mit Fehlern. 9
3.1 Die Entwicklung der Fehlersicht 9
3.2 Der Fehlerbewältigungsprozess. 10
3.3 Strategien beim Umgang mit Fehlern. 11
4 Feedback. 12
4.1 Definition und Funktionen von Feedback 13
4.2 Feedbackregeln und -strategien 13
4.3 Anwendung der Feedbackstrategien auf Fehlersituationen. 15
5 Schlussbetrachtung. 17
Literaturverzeichnis. 18
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Konsequenzen und Lernpotential von Fehlersituationen
Abb. 2: Handlungsebenen Arbeitstätigkeit und Bewusstsein
Abb. 3: Prozess der Fehlerbewältigung.
Abb. 4: Fehlerbehebung bei unterschiedlichen Fehlerarten.
Abb. 5: In der Praxis bewährte Feedbackregeln
Abb. 6: Nutzung externer Unterstützung bei unterschiedlichen Fehlerklassen
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1 Problemstellung
„Irren ist menschlich.“ Dieses Sprichwort vermittelt uns das Bild einer Welt, in der Fehler akzeptiert und nicht verurteilt werden. Die Realität ist jedoch eine andere. Wem fällt es nicht schwer einen Fehler offen zuzugeben? In der Arbeitswelt werden Fehler häufig mit mangelnder Kompetenz assoziiert und es besteht die Angst vor eventuellen negativen Konsequenzen. Das Bewusstsein, dass Fehler nicht etwas grundsätzlich Negatives sind, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte in den Blickpunkt gerückt. Die Überzeugung, dass Fehler Lernpotenzial beinhalten, wurde zunehmend wissenschaftlich diskutiert und Begriffe wie „Fehleroffenheit“, „Fehlerkultur“, „Fehlermanagement“ oder „Fehlertoleranz“ wurden laut. „Wer Fehler zulässt, zugibt und systematisch aus ihnen lernt, ist kreativer, innovativer und erfolgreicher. Die Erfahrung zeigt, dass aus falschen Entscheidungen oft erst der Fortschritt wächst“ (Schuhmacher et al. 2006, S.1). Adidas beispielsweise entwickelte mit dem Fußballschuh Predator zunächst einen Flop, machte ihn dann aber durch intensive Fehleranalyse und Verbesserungen zu einem Welterfolg (vgl ebenda, S.2). Der richtige Umgang mit Fehlern ist eine zwingende Notwendigkeit, um aus ihnen Lernpotenzial zu schöpfen. Weder eine strikte Fehlervermeidung, noch eine vollkommene Fehlerfreiheit sind optimale Strategien. Es bedarf einer genaueren Analyse, wie das Lernpotenzial gefördert werden kann. Insbesondere das Feedback ist eine Maßnahme, die es ermöglicht, spezifisch auf verschieden Fehlersituationen zu reagieren und das Lernen und den Fortschritt zu fördern. Das Feedback, nicht zu verwechseln mit reiner Kritik, muss bedacht erarbeitet und durchgeführt werden, um etwaige negative Folgen zu vermeiden. Im Folgenden soll nun ein fundiertes Fehlerverständnis entwickelt werden, indem der Fehlerbegriff geklärt wird, die Art und Weise wie aus Fehlern gelernt werden kann und zu guter Letzt, wie richtig damit umgegangen wird. Anschließend gilt es das Feedback und seine Strategiemöglichkeiten zu erklären, um darauf aufbauend die Anwendung der Strategien auf spezifische Fehlersituationen erörtern zu können.
2 Aus Fehlern lernen
Fehler werden häufig von einer einseitigen Perspektive betrachtet und als etwas Negatives bewertet, aber auch Fehler haben eine positive Seite. Sie geben Anlass für einen weiteren Wissenserwerb und eröffnen somit Lernchancen. Die Bedeutung von Fehlern als Quelle für berufliches Lernen ist empirisch fundiert und nachgewiesen. Zudem hält Professor Dr. Frese fest, dass jeder Mensch zwei bis fünf Fehler pro Stunde macht (vgl. Schulz). Fehler sind
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unvermeidbar und müssen deshalb thematisiert, analysiert und genutzt werden. Im Folgenden gilt es deshalb zu klären, was unter einem Fehler allgemein zu verstehen ist, welche Fehlerarten sich unterscheiden lassen und wie ein Lernen aus Fehlern ermöglicht wird. Denn Fehler sind nicht gleich Fehler und nicht aus jedem Fehler lässt sich lernen.
2.1 Fehler - eine theoretische Begriffserklärung
Intuitiv wird der Fehler als ein allgemein verständlicher Begriff des Alltags aufgefasst. Neben dem gängigen Begriff Fehler werden häufig Ausdrücke, wie „der Irrtum“, „das Falsche“ oder „das Missgeschick“ synonym verwendet (vgl. Oser 2005, S.35). In der Wissenschaft herrscht keine einheitliche Verwendung des Fehlerbegriffs, sondern es existieren unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die Definition. Nach Zapf und Frese (1991, S.15) sind für einen Fehler drei Kriterien zu erfüllen: 1. Fehler treten nur bei zielorientiertem Verhalten auf 2. Ein Fehler beinhaltet das Nichterreichen eines Ziels oder Teilziels 3. Man spricht nur dann von einem Fehler, wenn er potentiell vermeidbar gewesen ist Es gibt eine Vielzahl von Fehlerarten und Fehlerkategorien, abhängig von welchem fachspezifischen Blickwinkel aus Fehler betrachtet werden. Die Begründung einer für alle Bereiche gültige Fehlerdefinition, unter dem Aspekt der transdisziplinären Rahmentheorie machte sich Martin Weingardt zur Aufgabe.
„Als Fehler bezeichnet ein Subjekt angesichts einer Alternative jene Variante, die von ihm - bezogen auf einen damit korrelierenden Kontext und ein spezifisches
Interesse - als so ungünstig beurteilt wird, dass sie unerwünscht erscheint.“ (Weingardt 2004, S. 234)
Diese Definition deckt drei Aspekte ab, die bei der Bestimmung eines Fehlers berücksichtig werden - Das Urteil, die Alternative, der Kontext. Der erste Satz der Definition beinhaltet die Benennung eines Fehlers auf Basis subjektiver Urteile. Das Vorhandensein von Alternativen, als notwendige Voraussetzung, lässt sich aus dem zweiten Satz erschließen. Als dritter Aspekt zur Ermöglichung eines Fehlerurteils fließt der Kontext ein, der als sich verändernder und dynamischer Prozess die stetige Neudefinierung des Fehlers erforderlich macht (Vgl. Weingardt 2004, S. 233 ff.). Ein weiterer Schritt in Richtung Einheitlichkeit erfolgt durch die deutsche Industrienorm (DIN), diese adaptiert eine lang verbreitete Ansicht von einem Fehler als Abweichung von einer Norm. Sie normiert den Fehlerbegriff als „Merkmalswert, der die
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vorgegebenen Forderungen nicht erfüllt“ bzw. als „Nichterfüllung einer Forderung“ (Schüttelkopf 2008, S. 166).
2.2 Fehlerklassifizierung
Fehler können je nach Fehlerart systematisch in verschiedene Klassifikationen eingeteilt werden. Eine Systematisierung kann dabei auf gängigen Taxonomien basieren, sodass „[…] Fehlerarten hinsichtlich zweier Dimensionen unterschieden werden: nach der Art des Wissens (z.B. Fakten, Konzepte, Prozeduren) und hinsichtlich der Qualität der kognitiven Verarbeitungsleistung.“ (Mindnich/ Wuttke/ Seifried, 2008, S.155). Im Hinblick auf letztere Dimension, ergibt sich folgende Klassifikation: x Reproduktionsfehler = Fehler beim Erinnern oder Abrufen von Wissen x Verständnisfehler = Schwierigkeiten bei der Bedeutung oder Beziehung von Wissenselementen
x Anwendungsfehler = Fehler beim Anwenden von Wissen in (neuen) Situationen x Fehler bei der Informationserzeugung = Analyse-, Evaluations-, Kreationsfehler x Sonstige Fehler = Fehler, die zu keiner der obigen Kategorien zählen Eine Fehlerklassifikation, die im beruflichen Kontext Anwendung findet, wurde 1982 von Jens Ramussen entwickelt. Die Einteilung erfolgt auf drei Handlungsebenen (vgl. Seifried/ Baumgartner 2009, S.3 und Weingardt 2004, S. 158 und Kess 2006, S.76f.): 1. Fähigkeitsbasierte Ebene: Unbewusste Handlungen nach einer automatisierten Reiz-Reaktions-Kette, vor allem bei Routinetätigkeiten - Gewohnheitsfehler 2. Regelbasierte Ebene: Anwendung einer gespeicherten, generell bewährten Regel in vertrauten Problemsituationen - Verwechslungsfehler (falsche Regel) 3. Wissensbasierte Ebene: Unbekannte Problemsituationen werden durch eine bewusste Handlung bewältigt. Es erfolgt eine Analyse und Synthese von Handlungsschritten. -Irrtümer, mangelnde Verfügung von Wissen
2.3 Lernen aus Fehlern am Arbeitsplatz
Fehlersituationen bergen Lernpotential in sich. Wie bereits zu Beginn erwähnt, weisen empirische Befunde aus den Bereichen Expertiseforschung und Lernen am Arbeitsplatz
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Arbeit zitieren:
Stefanie David, 2010, Lernen aus Fehlern - Möglichkeiten des Feedbacks, München, GRIN Verlag GmbH
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