Essay: Zur Phonem-Graphem-Korrespondenz der deutschen Sprache 2
Zur Phonem-Graphem-Korrespondenz der deutschen Sprache
Zur Erläuterung von orthografischen Zusammenhängen bedarf es nicht zwingend einer Fachtagung oder eines universitären Seminars. Auch im Alltag besteht durchaus die Möglichkeit, auf spezifische Probleme der deutschen Sprache angesprochen zu werden. So begegnete mir neulich ein ehemaliger Mitschüler, der mich auf mein Germanistikstudium ansprach und in diesem Zusammenhang wissen wollte, wieso die deutsche Sprache so „kompliziert“ sei. Er verwies darauf, dass kaum ein Wort im Deutschen tatsächlich so geschrieben werden würde, wie es ausgesprochen wird. Eine klare und einheitliche Struktur sei somit nicht erkennbar. Da ich etwas Zeit hatte und auch das Interesse zur vertiefenden Betrachtung seitens meines ehemaligen Mitschülers vorhanden war, lud ich ihn auf einen Kaffee ein, um ihm Spezifika der Phonem-Graphem-Korrespondenz zu erläutern. Die deutsche Sprache gliedert sich generell in zwei Kernbereiche auf, die sich a priori in der Grammatik und dem Wortschatz nicht unterscheiden. Diese Bereiche sind zum einen die mündliche und zum anderen die schriftliche Kommunikation. Ein Unterschied dieser Bereiche, neben speziellen Kommunikationssituationen des Schreibens und Sprechens, welche in diesem Gespräch nicht näher erläutert wurden, besteht in der Umgangssprache. Diverse Ausdrücke, welche in einer schriftlichen, geschäftlichen Kommunikation nicht geeignet wären, umschreiben in der mündlichen Kommunikation teilweise komplizierte Sachverhalte und beschleunigen somit den Verstehensprozess. Weiter ist die Umgangssprache dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Wörter „verschluckt“ werden. Beispielsweise würde bei dem gesprochenen Aussagesatz „Ich geh´ *em zum Bäcka.“ in der Schriftsprache mindestens ein Problem auftreten, da das Wort *em im Wortschatz des Deutschen keine Bedeutung besitzt und somit der Leser keine Information zum Kontext bekommt. Somit konnte bereits ein Bereich der deutschen Sprache ausgegrenzt werden, da die Umgangssprache zur Betrachtung der Beziehungen der Phoneme und Grapheme nicht geeignet ist. „Abholen“ wollte ich meinen Gesprächspartner nun bei der Definition der Phoneme und Grapheme.
Ein Phonem ist qua Definition die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit innerhalb des Lautsystems (vgl. Linke, Nussbaumer & Portmann 2004, S. 485). Die deutsche Sprache umfasst dabei 57 voneinander abhebbare Laute, von denen jedoch lediglich 36 bedeutungsunterscheidend, also Phoneme sind (vgl. Fuhrhop 2006, S. 9). Dieser Bestand beinhaltet 20 Konsonantenphoneme und 16 Vokalphoneme. Die auffällig hohe Anzahl an phonemischen Vokalen wird im weiteren Verlauf erläutert. Um diesen Tatbestand plastisch darstellen zu können, sollte im Gespräch mit meinem ehemaligen Mitschüler ein Beispiel
Essay: Zur Phonem-Graphem-Korrespondenz der deutschen Sprache 3
dienen. Der Anlaut der Wörter
Unter einem Graphem ist, im Gegensatz zu den Phonemen, die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der geschriebenen Sprache zu verstehen (vgl. Linke, Nussbaumer & Portmann 2004, S. 55). Mit anderen Worten ist das Graphem der Schriftsprache das Pendant zum Phonem der Lautsprache. Jedoch weisen die Grapheme einige Sonderzeichen auf: die Umlautgrapheme. Das <ä>, <ö> und <ü> ist hierbei genau so hervorzuheben wie das <ß>. Dagegen treten einige Buchstaben aus dem Alphabet nur in Kombination mit anderen als Graphem auf, wie etwa das
c
(beispielsweise in
Arbeit zitieren:
B.A. Marco Schindler, 2009, Zur Phonem-Graphem-Korrespondenz der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Marco Schindler hat einen neuen Text hochgeladen
Ausländisch für Deutsche. Sprachen der Kinder
Sprachen im Klassenzimmer
Simona Colombo-Scheffold, Peter Fenn, Stefan Jeuk, Joachim Schäfer, Peter Dines, Basil Schader
Deutsche Sprache der Gegenwart. Niedersachsen
Deutsch-Abitur Niedersachsen 2...
Kerstin Prietzel
20 Jahre Donauschwäbische Kult...
Eugen Christ, Peter Dines, Wolfgang Haisch, Stefan Jeuk, Elke Grundler, Gabriele Czerny, Hartmut Melenk
0 Kommentare