Seminar : Einführung in die Dramenanalyse
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einführung
1.1 Allgemein 1
1.2 Entwicklungsstufen des Theaters 2
2. Analyse des Theatertextes
2.1 Drama, Inszenierung und Aufführung 3
2.2 Konträre Sichtweisen zur Inszenierung 4
2.3 Wedekind-Drama „Die Büchse der Pandora“
2.3.1 Inhaltliche Ausgestaltung 7
2.3.2 Hintergrund und gesellschaftlicher Bezug 8
3. Kritisches Resümee 10
Literaturverzeichnis
Seminar: Einführung in die Dramenanalyse
1. Einführung
1.1 Allgemein
Wenn Theatergäste irritiert aus einer Vorstellung treten, liegt dies häufig an der Inszenierungsart. Wie nämlich ein Werk aufgeführt wird, ist dem Regisseur und seinen Vorstellungen überlassen. Daher obliegt es ihm, ob und wie genau er sich an die Vorgabe des Autoren hält. Die Fragestellung, welche diese Ausarbeitung bearbeiten wird, richtet sich nach dem Gedanken einer werktreuen Inszenierung im Gegensatz zu einem „freien Geist“, welcher für die Aufführung verantwortlich sein könnte. Zur Bearbeitung dieser Fragestellung werde ich Meinungen von Theaterwissenschaftlern sowie Stellungnahmen von Theatergästen heranziehen und meine Ansichten damit in Bezug setzen. Des weiteren soll versucht werden aufzuzeigen, ob es eine werktreue Inszenierung geben kann und wie diese gegliedert sein sollte. Ein weiterer Aspekt, der innerhalb dieser Ausarbeitung angesprochen werden soll, bezieht sich auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die darauf bezogene Freizügigkeit bzw. Zensur, der ein Drama unterliegt. Als Beispiel hierfür dient das Wedekind-Drama „Die Büchse der Pandora“.
Damit jedoch adäquat in die Thematik eingeführt werden kann, müssen einige Begrifflichkeiten definiert und so voneinander abgegrenzt werden. Das Drama bezeichnet nach dem Metzler Literaturlexikon eine der drei literarischen Großformen (neben der Epik und der Lyrik). Die handelnden Personen agieren in Dialogen oder Monologen, ohne dass ein Sprecher das Erzählte kommentiert. Dabei „lebt“ das Drama durch das Aufeinanderprallen konträrer Sicht- und Lebensweisen der Akteure. Ein auffälliger Aspekt bei der Definition des Dramas ist der, dass die Verwirklichung erst durch die szenische Aufführung geschieht. Darunter ist zu verstehen, dass das Drama als Vorlage zur Inszenierung dient, ergo nicht explizit für das Lesen gestaltet wurde. 1 Dagegen steht der Begriff des Theaters. Im gesellschaftlichen Alltag wird häufig vom „Theater“ gesprochen, sei es bei Streitigkeiten in Liebesbeziehungen oder aber in der Fußball-Bundesliga. Der Theaterbegriff stammt ursprünglich aus dem griechischen Sprachgebrauch [gr. Theatron = Schaustätte]. Darunter ist zu verstehen, dass einerseits zum Theater jede sichtbare Handlung auf der Bühne zählt. Andererseits umfasst das Theater weitaus mehr als lediglich die Realisierung auf der Bühne. Auch das Bühnenbild, die Kostüme oder Masken der Schauspieler, die musikalische Untermalung oder das
1 Vgl. Metzler Literaturlexikon 1990, S. 108 ff.
1
Seminar: Einführung in die Dramenanalyse
Ziehen des Vorhangs gehören zum Theater und komplettieren das Schauspiel. 2 Zu diesem frühen Zeitpunkt wird ersichtlich, dass das Drama der theatralen Inszenierung als Vorlage dient. Dieser Aspekt sollte nicht aus den Augen verloren werden, dient er doch später als Zentrum innerhalb der Diskussion um eine werktreue Inszenierung. Nachdem die Definitionen der Begriffe Theater und Drama erläutert wurden, wird nun auf die Entwicklungsstufen des Theaters eingegangen.
1.2 Entwicklungsstufen des Theaters
In dieser Ausarbeitung sollen nun für die Ausgangsfragestellung signifikante Entwicklungen innerhalb des Theaters aufgezeigt werden. Veränderungen vor und während des Mittelalters werden dabei außer acht gelassen. Begonnen wird mit der Zeit des Barock (1530-1630) 3 . „Im antikisierenden Renaissance- und Barockdrama (…) war die Bühne eine Stätte rhetorischer Deklamation, auf der alles Wort wurde.“ 4 Ersichtlich wird dabei, dass es vielfältige Regieanweisungen nicht gab. Nur das, was die Schauspieler spielten, hatte eine Bedeutung für das Schauspiel. Aufgeführte Dramen beinhalteten deshalb eine Vielzahl von indirekten Bühnenanweisungen, welche in den Dialogen beinhaltet waren und aufgeführt wurden. 5 Eine elementare Entwicklung hin zu vermehrten Regieanweisungen gab es ab dem 18. Jahrhundert. Die Autoren dieser Zeit spielten mit Gefühlsregungen, welche verbalisiert wurden. Der Ansatz, der dahinter stand, war, dass diese Gefühlsregungen nicht eindringlich gespielt werden konnten und deshalb eines Kommentares bedurften. Ergo nahmen die Autoren einen vertiefenden Einfluss auf das Schaupiel, indem sie die zu spielenden Gefühle beschrieben. Diese Entwicklung weitete sich im 19. Jahrhundert aus. „Bei Gerhart Hauptmann erreichen sie teilweise, (…), den Umfang breiter Erzählpassagen.“ 6 Etwa bei Beschreibungen des Ortes, der Kleidung oder wiederum der Gefühlslage der handelnden Charaktere wurden die epischen Elemente eingefügt, also Elemente der Erzählliteratur. Hierbei stellt sich mir die Frage, ob der Autor damit bewirken wollte, dass sein Werk auf eine festgelegte Art aufzuführen ist? Eine mögliche Antwort darauf wird im weiteren Verlauf der Autor Rolf Schneider liefern. Asmuth beschreibt weiter die Entwicklung im 20. Jahrhundert, in dem die Erzählpassagen nahezu den Umfang der Dialoge besitzen, also der eigentlichen
2 Vgl. Metzler Literaturlexikon 1990, S. 460 f.
3 Vgl. Ebd., S. 40
4 Vgl. Asmuth, Bernhard: Einführung in die Dramenanalyse, S. 51
5 Vgl. Ebd., S. 52
6 Vgl. Ebd., S. 53
2
Arbeit zitieren:
B.A. Marco Schindler, 2008, Erwartungen des Publikums an das Drama, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
"Denn ohne Stress keine Evolution. Auch nicht im Theater"
Das Phänomen Regietheater erkl...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Marco Schindler hat einen neuen Text hochgeladen
Early 20th-Century German Plays: Frank Wedekind, Odon Von Horvath, and...
Frank Wedekind, Odon Von Horvath, Odon Von Horvath
Modernism and Masculinity: Mann, Wedekind, Kandinsky Through World War...
Gerald N. Izenberg
Modernism and Masculinity: Mann, Wedekind, Kandinsky Through World War...
Gerald N. Izenberg
0 Kommentare